Knopf:UB Fichtel 1780 Knopf

Johann Ehrenreich von Fichtel:
Beytrag zur Mineralgeschichte von Siebenbürgen. Erster Theil, welcher die Nachricht von den Versteinerungen enthält [158 S.] /
Beytrag zur Mineralgeschichte von Siebenbürgen. Zweyter Teil. Geschichte des Steinsalzes und der Steinsalzgruben in Siebenbürgen [134 S.]. Herausgegeben von der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin, 2 Bde.
(Nürnberg 1780)

Exemplar: <17> 34/1685


Adickes 1911, S. 256f.
Besprechung: Allgem. Dt.Bibliothek, Bd. 45 (1781), S. 114-116. /
WN 12. Juni 1780, S. 199-200 (zu Bd. 1) / WN 26. May [recte: Juni] 1780, S. 207f. (zu Bd. 2)
Puttlich, p.: 32, 277
/£{Doe-009',19 / Doe-023',02 / Doe-164,14}


Zweiter Teil.

Vorbericht der Herausgeber, S. 3: Der gelehrte Herr Verfasser hat sich daher um das naturforschende Publikum gewiß vorzüglich verdient gemacht, daß er das Steinsalz und die Steinsalzgruben in Siebenbürgen zum besondern Gegenstande seiner unermüdeten Naturforschungen gewählet hat, und es wird ihm gewiß niemand seinen Dank versagen, der hier aus der zuverläßigen und richtigen Geschichte, die bisher ganz unbekannt gewesene Beschaffenheit und grosse Mächtigkeit dieses auf 120 Meilen in die Länge und gleich einem unterirrdischen Gebürge fortstreichenden und öfters am Tage hervortretenden Salzstockes, nebst allen damit verbundenen Umständen kennen lernet.

§ 1 / S. 15 [Erster Satz]: Das Wort Salzstok ist eine in Siebenbürgen übliche Benennung, worunter eine zusammenhangende ungeheure solche Steinsalzmasse verstanden wird, die unter unserer Erdoberfläche, nach der Art eines Gebürges, bald steigend, bald fallend fortstreichet, auch bisweilen zu Tage ausgehet, und ihrer Tiefe nach, bis jetzt noch nicht ergründet worden ist.

§ 7 / S. 22: So viele Gruben in Siebenbürgen gebauet werden, und seit undenklichen Zeiten gebauet worden sind: so wenig hat sich noch bis jetzt der Fall, daß sich das Salz in der Tiefe ausgeschnitten hätte, ergeben. Wenn eine Salzgrube frey von allen Baufehlern ist, und auf keiner Seite eine Gefahr drohet, wird solche in Siebenbürgen gemeiniglich bis in die 80ste Klafter bearbeitet;**) dann aber, niemalen etwa wegen ausgehenden Salzes, sondern, weil die langsame Förderung aus einer noch mehrern Tiefe zu kostbar, für die ziehenden Pferde unerschwinglich, und für die Salzhauer unersteiglich wird, aufgelassen.
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**) In der Marmarosch, wo das reine Salz nicht so überflüßig und so anhaltend, als in Siebenbürgen ist, werden die Gruben, wenn sie fehlerfrey sind, und das Salz gut beschaffen ist, noch tiefer bearbeitet.

§ 11 / S. 26f.: Wird dieser letztere Zug [jenseits der Karpaten] zur Mas genommen: so beträget die Länge unseres unterirrdischen Salzgebürges ohngefähr 120 deutsche Meilen, wenn nemlich die Linie / von Okna-Rimnik über Okna-Kimpina, Teleaga und Moldauisch-Okna, durch die Bukkowina und Pohlen bis Wieliczka gezogen wird. Die Breite desselben ist verschieden, kann aber von 15 bis 22 Meilen angeschlagen werden.

§ 12 / S. 27: [...]: so scheinet es fast eine natürliche Folge zu seyn, daß ein grosser Theil des Karpathischen Gebürges, von Rimnik in der Wallachey angefangen, bis in die Gegend von Krakau, oder diesseits der Gebürge genommen, von Visakna in Siebenbürgen, bis nach Sowar in Hungarn, auf Salz aufliegen mag.

§ 32 / S. 40: Wäre es was unnatürliches, unsern osteuropäischen Salzstock mit dem Boden des Kaspischen Meeres, mit dem Iletzkoischen Salzstock im Orenburgischen, und mit dem Irkutzkoischen Salzberge in Sibirien zu vereinigen? Kann die Wallachey, die Moldau, Siebenbürgen, Hungarn und Pohlen einen und den nemlichen, meist ohnunterbrochen fortstreichenden Salzstock aufweisen, warum sollte dieser Zusammenhang sich nicht noch weiter erstrecken?



Datum: 07.12.2012 / April 2016 / 20.11.2017 / 13.11.2018