Knopf: Bibliothek HMag / nHMag (1747 - 1763):
Hamburgisches Magazin
oder gesammlete Schriften zum Unterricht und Vergnügen aus der Naturforschung und den angenehmen Wissenschaften überhaupt (Hamburg / Leipzig)
Exzerpte bis 1759: Bd. 23. // [Spätere]
Knopf


/ £{Hol---} / (AA-Kant, Bd. 02: 117; 186)
  1. Band (1747/48)

    Maupertuis, Pierre Louis Moreau de [anonym] (1747a):
    Anmerkung über die verschiedenen Gestalten der Menschen nach den Gegenden, so sie auf der Erde bewohnen. Aus dem ersten Capitel des zweyten Theils der Venus Physique übersetzet, in: HMag, Bd. 1, S. 44-50.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-117,04ff} / £{Hes-086,13 & 089,13} / £{Kae-378,13} / £{Mes-070,12}
    /QTxt:
    /S. 45: Die Einwohner des nordischen Endes von Europa sind die kleinsten Menschen, so wir kennen. Die Lappen auf der Nordseite, die Patagons auf der mittägigen, scheinen die beyden äussersten Gränzen des menschlichen Geschlechts zu seyn.
    / S. 46: Die Einwohner der Wälder von Borneo, davon einige Reisende reden, sind den Menschen vollkommen ähnlich. Haben sie wohl deswegen weniger Vernunft, weil sie Affenschwänze nach sich schleppen? Die Menschlichkeit, die nicht aufs Weisse und Schwarze ankommt, sollte die wohl auf etliche Wirbelknochen mehr oder weniger ankommen?
    /S. 48: Die merkwürdige Begebenheit, und das beständigste Gesetze bey der Farbe der Erdbewohner ist, daß die breite Streifen, so den Erdkreis von Morgen gen Abend unter dem Namen des heissen Strichs umgiebt, nur durch schwarze und sehr braune Völker bewohnt wird. [...] Weiter vom Aeqvator verliert sich die schwarze Farbe allmählich. Noch über dem Wendezirkel hinaus ist sie ziemlich braun; man findet keinen Weissen, als wenn man weit in den gemäßigten Erdstrich hineinkömmt.
    /S. 48f.:  / £{Hol-250R} [Nicht die Quelle] Du magst Golconda, den kostbaren Saft hegen, aus dem Diamente und Rubinen entstehen; deine Weibsbilder werden durch diesen Schmuck nicht schön, und unser Frauenzimmer hat ihn nicht nöthig. Mögen doch diese Steine jährlich das Gewichte und den Werth eines Monarchen bemerken, der, weil er in dieser lächerlichen Wage sitzet, seine Staaten und Freyheit verlieret.*
    /-----
    /* Der grosse Mogul läßt sich jährlich wägen, und zum Gewichte werden Diamanten und Rubinen gebraucht. Er ist ietzo durch den Kuli Chan vom Throne gestossen und zu einem Vasallen der persischen Könige gemacht worden.
    /[Rasse: oo]

    Anonym (1747): Muthmaßung, daß die Viehseuche von Insecten entstehe, welche aus der Tartarey durch die Ostwinde verwehet werden. Aus dem Englischen, eines Schreibens unterm 16ten Jenner 1747, übersetzt, in: HMag, Bd. 1, S. 97-103.
    /=====Text-Zeugen======
    /£{Hes-062,35}
    Q-Txt: S. 97: Sie [Sc. die Seuche] war damahls [Südengland im Jahr 1714] so heftig und ansteckend, daß, wenn ein Stück Vieh dieselbe hatte, alles andere, so nur den Geruch davon witterte, oder an dem Orte fraß, wo das kranke gegraset hatte, gewiß angestecket ward.
    S. 100: Den folgenden Frühling aber waren eben diese Felder gar nicht ansteckend mehr, und die Kühe, die man daraub trieb, hielten sich gut. Die aber, die in Kühhäuser gesetzt wurden, worinne die kranken Kühe das vorige Jahr gewesen, wurden von der Seuche angefallen und sturben, [...].
    [Der Autor ist der Meinung, daß die Krankheit in der Tartarei entstanden sei, und durch Insekten mit einem beständigen Ostwind nach Westen übertragen worden ist. Hohe Gebirge und große Wasserflächen stehen einer Ausbreitung entgegen.]

    Mitchel, Johann (1748):
    Versuch von den Ursachen der verschiedenen Farben der Menschen in verschiedenen Weltgegenden, in: HMag, Bd. 1.3, S. 235-266; Bd. 1.4, S. 378-398.
    /=====Text-Zeugen======

    Buffon, George Louis Le Clerc Comte de (1747): Abhandlung von den zufälligen Farben, aus den Hist. der pariser Akad. der Wissenschaften, für das Jahr 1743, in: HMag, Bd. 1, S. 425-441.


  2. Band (1747/48)

    Anonym (1747):
    Eine anatomische Bemerkung von den Behältnissen des Bibergeils. Uebersetzt aus den Schriften der petersburgischen Akademie der Wissenschaften, 2ter Band, 415 S., in: HMag, Bd. 1, S. 460-462.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-165,15}
    /QTxt:
    /S. 460: [Beschreibung der Anatomie eines weiblichen Bibers] Die beyden Säckchen, die den rechten Bibergeil in sich fassen, kommen zu Gesichte, wenn man das Fell und den breiten Muskel, der sie umgiebet, abgesondert hat.

    Hellot, Jean (1747, 1748):
    Chymische Theorie Von dem Färben der Zeuge. Aus dem 1740 Jahre der Abhandlungen der parisischen Akademie, den 25 Jun. 1740 / Fortsetzung. Aus den Schriften der Pariser Akademie von 1741, den 20 Mai, in: HMag, Bd. 1 (1747), S. 42-72; Bd. 2 (1748), S. 545-590.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-183,05}
     / £{Hes-166,27 / & 154,11 / & 254,26}
    /QTxt:
    /S. 46: Von der blauen Farbe
    /S. 47f.: Uns sind zwo Pflanzen bekannt, die nach einer Zubereitung die blaue Farbe geben. Eine ist das Waidkraut, Isatis oder Glastum, so in Languedock Pastell / und in der Normandie Voucole genannt wird, an welchen Orten man es bauet und zubereitet. [...] Das Andere ist das Anil, so in beyden Indien wächst, und daselbst zubereitet und unter dem Namen des Indigo nach Europa geschickt wird.
    ===========
    /S. 554: Die rothe Farbe von der Färberröthe ist nie so schön wie vom Kermes, auch nicht wie vom Gummilack und der Cochenille, aber sie kostet wenig, und deßwegen bedient man sich ihrer für die gemeinen und wohlfeilen Zeuge.
    /S. 562: Der Kermes ist ein Gallinsekt, der auf einer Art Steineichen, so beym Caspar Bauhin alex aculeata cocci glandifera heißt, wächst, lebt und sich vermehrt. Man findet diesen Baum [...].
    /S. 569: Die feine Cochenille, so man Mesteque oder Testeque oder Tescalie nennt, ist ein Insect, das in Mexice häufig gesammlet wird. [...] Es erhält sich auf einer Oxuntia, die man Copal heißt.
    /S. 580: Gummilack. / Man kann das Rothe des Gummilack auch zu Scharlachen gebrauchen, [...]. Das Gummilack, so man zum Färben am besten hält, kömmt aus Siam, es giebt diese die meiste Farbe, es muß an kleinen Baumästchen hängen. [...] Aus der besondern Untersuchung, die Herr Geoffroy damit angestellet hat, erhellet, daß es nichts weiter als eine Art von Zellen seyn kann, wie der Bienen ihre sind, oder andern Insekten, die dergleichen bauen.
    /S. 584f.: Coccus Polonicus. / Der Coccus Polonicus ist ein kleines rundes Insekt, etwas größer als ein Korianderkorn. Man findet ihn an der Wurzel des Krautes Polygonum cocciferum, welches die Polen Kosmaczeck heißen, [...].
    /S. 587: Ehe ich diese Abhandlung endige, muß ich noch etwas von den Versuchen sagen, die ich angestellt, das Rothe der Färber, die mit verschiedenen unter dem gemeinen Namen des Brasilienholzes bekannten Hölzern schlecht färben, so dauerhaft, als möglich, zu machen, da solches nach ihrer Art allemal unbeständig ist. [...], wenigstens hat eine Probe von Roth, die ich mit Fernambuc gemacht, während drey Monate garstigen Wetters im letztern Winter, in der freyen Luft nichts von ihrer Farbe verloren.


    Hales, Stephen (1747):
    Beschreibung der nützlichen Maschine des Herrn Stephen Hales [...] vermöge welcher man aus den Bergwerken, Gefängnissen, Zuchthäusern, Hospitälern und Schiffen &c. die ungesunde Luft pumpen und mit leicher Mühe eine gesunde wieder hineinbringen kann; imgleichen, wie man alle Arten von Getraide vor Feuchtigkeit, Fäulniß und dem Kornwurme dadurch bewahre, in: HMag, Bd. 2.1, S. 25-42.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 01: 457)
     / £{Her 8°, p. 16 u. 23} / £{Kae-086,18 / Kae-244,13} / £{Doe-155,18}
    /QTxt:
    S. 25f.: Herr Hales, der schon lange seine Zeit und seine Untersuchungen dem Nutzen seines Vaterlandes widmet, und der schon durch viele physikalische Versuche bewiesen, daß er etwas mehr als predigen kann, ist der Erfinder dieser Maschine, die er Ventilator nennet, und welche ihrer eigentlichen Beschaffenheit nach nichts anders als ein hölzerner Blasbalg ist, dessen Zusammenfügung aber anders beschaffen, / als die ledernen, deren man sich insgemein bedienet.
    S. 26: [...], so glaubete Herr Hales, daß [...] kein ander Mittel sey, als statt der stinkenden verderbten Luft eine neue hinein zu bringen. Dieser Gedanke brachte ihn im Märzmonat 1741 auf die Erfindung des Ventilators.
    S. 27:
    / £{Doe-043',03}
    Doch das sonderbareste bey dieser Sache ist dieses, daß der königliche schwedische Ingenieur, Herr Triewald, zu gleicher Zeit eben eine solche Maschine erfand. Da er ein Mitglied der königlichen Societät ist: so machte er dem Herrn Mortimer, Vorstehern derselben, den 6 November 1741 seine Erfindung kund. In eben diesem Jahr bediente man sich dieser Maschine auf einem Schiffe der schwedischen Flotte, wo auch die ganze Mannschaft von den Krankheiten frey blieb, die auf den andern Schiffen herrschte. Da auch Herr Triewald eine nach Frankreich schickte, welche von der königlichen Akademie der Wissenschaften gebilliget ward, befahl der König, daß man dieselbe auf seinen Schiffen nachmachen sollte.
    S. 27f. Anm.: Viele sind der Meynung, daß der Herr Triewald, welcher vor kurzer Zeit in Schweden verstorben ist, sowohl diese Erfindung, als auch diejenige neue Art von Triebbetten, welche von unten ihre Wärme vermittelst eines / heißen Wasserdampfs empfangen, und die er 1739 im ersten Stücke der Schriften der schwedischen Akademie die Wissenschaften [SchwedAb], S. 25, bekannt gemacht, dem Herrn Stephen Hales zu danken habe.
    S. 34: Es wird niemand an dem Nutzen dieser Erfindung zweifeln, als diejenigen, welche nicht wissen, wie schädlich die eingeschlossene und mit Dünsten beschwerte Luft ist.
    S. 39: Dem Gestanke in einem Schiffe zu Hülfe zu kommen, räth Herr Hales, daß man mit gemeinem Schwefel räuchre. Dies thut man auf folgende Art: [...].

    Reaumur, René Antoine (1747):
    Anmerkungen über die ausgegrabenen Muschel-Schalen einiger Gegenden von Touraine, und den Nutzen, den man daraus zieht. Aus den Schriften der Parisischen Akademie der Wissenschaften von 1720 übersetzt, in: HMag, Bd. 2.2, S. 122-145. [Auch in: ParAb, Bd. 5]
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-091,10-14}
     / £{Hes-076,18} / £{Kae-320,20}

    Maffei, Scipione / Marchese di (1748):
    Nachricht von einer Sammlung physikalischer Briefe des Marchese Maffei, in: HMag, Bd. 2.3, S. 284-302.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-026,09}
    /QTxt:
    /S. 284: Die besondere Meynung des Marchese Maffei von dem Orte, wo der Blitz eigentlich entstehet, ist zwar itzt so unbekannt nicht, da sie Herr Richter in seiner Schrift de vero loco natali fulminum, Leipz. 1725, vorgetragen hat, aus der sie von einigen andern abgeschrieben worden; da wir aber nur unlängst eine Sammlung von Briefen dieses Gelehrten erhalten haben, in der diese Meynung ausgeführt ist, und zugleich einige andere Betrachtungen aus der Naturlehre vorkommen: so hoffen wir den Liebhabern der Naturforschung einen Gefallen zu erzeigen, wenn wir ihnen davon einige Nachrichten ertheilen. Die Sammlung führet den Titel: Della formazione de' Fulmini, [...] Verona 1747.

    Tydelekur, Marten (1748):
    Die Holländische Goldgrube, welche den hochlöblichen Schwedischen Reichsständen bey dem im Jahre 1746 und 1747 zu Stockholm gehaltenen allgemeinen Reichstage entdecket worden, in: HMag, Bd. 2, S. 499-510 und S. 511-523 [Anmerkungen].
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-177,15ff}
    /QTxt: [Passt nicht zu Hes-138]


    Arbuthnot, John (1748, 1748, 1749, 1750, 1751, 1751):
    Abhandlung von der Wirkung der Luft auf und in die menschlichen Körper, in: HMag, Bd. 2.3, S. 243-283; Bd. 3.2, S. 197-216; Bd. 4.2, S. 167-190; Bd. 5.2, S. 202-222; Bd. 6.5, S. 451-499; Bd. 7.3, S. 260-302.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-055, 059, 313}
    /(AA-Kant, Bd. 01: 493-494)
     / £{He8-32 ??} :/ £{HeM-209-209'}
    /QTxt: Bd. 6 (1751):
    /S. 460: Die Hitze ist auch in der That [in Aegypten] bisweilen so heftig, daß die Einwohner sich derselben durch allerley Erfindungen erwehren, als durch Springbrunnen mitten in ihren Häusern, durch Röhren und Grotten, und durch hohe Gebäude, wodurch ihre Gassen sehr schatticht werden, und durch mäßige Diät. [...] Die Einwohner leiden öfters mehr an Brustkrankheiten als in nördlichen Ländern, indem ihre Körper zärter sind und ihre pori durch die vorhergegangene Hitze weiter offen stehen.
    /S. 460-461: Die heftige Hitze des ersten Sommers rühret von den heißen Winden her, die von Süden und Südosten herwehen, und von den Einwohnern Campsin genennt werden, weil sie 50 Tage lang währen; wiewohl sie keine ganz genau bestimmte Zeit haben, sondern bisweilen länger als 3 Monate und zwar gemeiniglich den März, April und May herdurch währen.
    /S. 465: Allein ich glaube, daß die Pest eine einheimische Krankheit Aegyptens sey, könne daraus erwiesen werden, daß sie zu gewissen bestimmten Zeiten kommt und wieder weggeht. Sie fängt um den September an, zu welcher Zeit der Nil sinkt, und höret im Junius auf, welches die Zeit der Ueberschwemmung ist. [...] Was aber zu bewundern ist, ist dieses, daß die Pest und die Fieber, so von der Hitze des Campsin entstehen, von den Nordwinden und der Ueberschwemmung des Nils vertrieben werden. Die heilsame Eigenschaft der Nordwinde in Unterbrechung pestilenzialischer Krankheiten ist von allen alten Aerzten angemerket worden; und um zu zeigen, daß die Pest sich nach der Mischung der Luft richtet, bemerket Prosper Alpinus, daß, nach der Aufschwellung des Nils, das Anstecken, ja selbst die Gefahr von angesteckten Kleidern und Geräthe sich verliere; über dieses kann auch die Kühlung der Luft nebst den Nordwinden die stagnirenden Dünste zerstreuen, und das Laufen des Nils das stehende Wasser wegbringen. Galenus und Hippokrates haben beyde bemerket, daß die elysischen oder nördlichen Winde, wenn sie im Sommer weheten, eine heilsame Witterung verursachten.


  3. Band (1748)

    Woodward, John / [Uebersetzung: Kaestner] (1748):
    Einige Gedanken und Erfahrungen das Wachsthum der Pflanzen betreffend [aus: Philos. Transact. Nr. 253], in: HMag, Bd. 3, S. 30-72.
    /=====Text-Zeugen======
    /£{Hol-305,16 [= Nr. 91a / Nr. 743a}
    / £{He8°, p. 34, 43} / £{Hes-070,01} /
    /QTxt:
    /S. 47f.: Die Feuchtigkeit der Luft war für die Europäer, die sich zuerst in America gesetzt hatten, ungemein beschwerlich, weil dieser Welttheil damals voll Wälder und Gebüsche war. Wie aber diese verbrannt und weggeschafft wurden, daß man die Erde bauen und bewohnen konnte, verbesserte und erheiterte sich die Luft nach und nach, und ward viel trockner und reinere Luft als zuvor. *. /
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    £{Hes-225,23}/ £{Kae-268,05} £{Doe-040,27}
    (*) Die Insel Madera war, wie man sie zuerst zu bewohnen anfieng, so waldicht, daß man sich Platz zu machen die Waldungen anzünden mußte. Jetzto ist die Luft daselbst vollkommen heiter, aber Gonsalvo, der 1544[!] von dem Portugiesischen Prinz Heinrich abgeschickt ward, sie in Besitz zu nehmen, sahe sie bey seiner Annäherung mit einer dicken Wolke bedeckt, die auch seine Schifleute in solche Furcht setzte, daß sie zurückkehren wollten. Ja es war vor diesen / Zeiten eine beständige Erzählung bey den Portugiesen, daß die Insel durch einen undurchdringlichen Nebel vor menschlichen Augen verdeckt würde, wovon der Aberglaube allerley Auslegungen machte. S. [...] Allg. Hist. der Reis. II. B. 63. S. [AHR, Bd. 2] Der Hr. von Ludwig. hat im 2ten Stück der Hällischen Gelehrten Anzeigen auf das Jahr 1729 als eine Ursache der vielen trocknen Jahre angegeben, daß so viel Seen, Sümpfe und Teiche abgeleitet worden. Wären ihm Woodwards Gedancken bekannt gewesen, so würde er auch die Ausrottung so vieler Wälder dazu gesetzet haben. A. D. Ueb.
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    Anson, George (1748): Nachricht von des Lord Ansons Reise um die Welt [Auszug der 4ten Auflage, London 1748], in: HMag, Bd. 3, S. 459-485.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hol-221} /
    /QTxt:
    /S. 470f.: Der Schluß dieses Capitels [1. Buch, 5. Capitel] ethält eine sehr merkwürdige Nachricht, von dem brasilianischen Golde und Diamanten. Nur seit wenig Jahren weiß man es, daß Brasilien, welches bloß seiner Früchte wegen / in Achtung gewesen, die beyden kostbarsten Sachen, die man aus der Erde gräbt, enthält. Man fand das erste Gold in den Bergen, die an Rio Janeiro liegen. Die gemeinste Nachricht von dieser Entdeckung ist, [...].
    S. 472: Man kann die Menge des brasilianischen jährlich nach Lissabon kommenden Goldes ohngefähr aus des Königs Fünftheile schätzen. Die ist ohnlängst ein Jahr ins andere gerechnet, 150 Arrobes, jede von 32 portugiesischen Pfund angegeben worden, und macht, die Troyunze zu 4 Pf. geschätzt, beynahe 300.000 Pf. Sterling, daß also die ganze Summe, von der dieses den fünften Theil beträgt, ohngefähr anderhalbe Million Pf. Sterl. ist.
    S. 473f.: Die Diamante sind noch später entdeckt worden. Man hat die ersten kaum seit 20 Jahren nach Europa gebracht. Man findet sie auch in den Betten der Regenbäche und Ströhme, aber nicht so durch das ganze Land zerstreut. Es sind dergleichen oft beym Goldwaschen mit dem Unrathe weggeschüttet worden, welche noch verschiedene, denen ihre Unwissenheit so viel Schaden gethan hat, mit Schmerzen erinnern. Ein Mann, der die rohen Diamanten kannte, kam auf den Gedanken, diese Kiesel, (denn dafür hielte man sie damahls,) wären dergleichen. Es verstrich längere Zeit, ehe diese Meynung Beyfall fand. [...] Man stellte aber dem Königse bald vor, die große Menge, die zu finden wäre, würde ihren Preisvermindern, daß nicht nur diejenigen, die in Europa morgenländischer Diamanten hätten, dadurch ungemeinen Schaden leiden würden, sondern diese Entdeckung selbst wenig Vortheil bringen würde. Die allgemeine Aufsuchung der Diamante ist also untersagt / worden; man hat eine Diamantengesellschaft aufgerichtet, der, gegen eine Abgabe an den König, alle brasilianischen Diamante eigen sind, [...].

    Sternfreund, der Jüngere (1748):
    Schreiben an Prof. Kästnern, von Entdeckung und Beschaffenheit der Cementquelle in Altenberg, in: HMag, Bd. 3, S. 496-501.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-046,07} /  / £{Kae-225,16 / Kae-462,09} /  / £{Mes-112,11} /  / £{Doe-029,01}  / £{Doh-047,13}

    Bradley, Jacob (1748):
    Schreiben von einer scheinbaren Bewegung, welche an einigen Fixsternen beobachtet worden [Philos. Transact. 485 Num 1. Art], in: HMag, Bd. 3.6, S. 571-620.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 01: 231,22; 300,17)

    anonym (1748):
    Nachricht von dem Holze, das in der Grafschaft Lincoln in großer Menge unter der Erde gefunden wird. Aus den Philos. Transaction. 67 Num. IV Artikel, in: HMag, Bd. 3, S. 679-680.

    Anonym (1748):
    Beschreibung des Steinbruches bey Mastricht, von einem, der daselbst wohnhaft, mitgetheilt, in: HMag, Bd. 3, S. 681-683.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-15}
     / £{HeM-178}
     / £{Hes-037,20}
    /QTxt:
    /S. 681: Ohngefähr einen Stückschuß von Mastricht liegt ein vortrefflicher Steinbruch am Ufer der Maas, in einem Berge, unter Felsen und Erde, 25 Faden tief. Die Länge des Berges, oder sein Rücken, erstreckt sich einige Meilen weit längst des Flusses bis nach Lüttich, so auch an der Maas liegt, [...]. Nach dem Flusse zu, hat der Steinbruch einen Eingang, wo Wagen leichte hineinfahren, und Steine am Ufer des Flusses ausladen können, denn der innere Steinbruch ist horizontal (welches sehr bequem ist) und erhebt sich nur wenig über den Fluß. [...]
    /S. 682: Dieser Steinbruch giebt den Anwohnern eine sichere Zuflucht bey feindlichen Durchzügen; [...]; denn der Raum darinne ist so groß, daß 40.000 Menschen ihre Zuflucht hinein nehmen können. Wer sie aber in dieser weiten Einöde voll Irrgänge und Pfeiler, ohne einen erfahrnen Wegweiser aufsuchen sollte, würde sich nicht nur verirren, sondern auch Gefahr laufen, alle Augenblicke den Kopf an den Ecken der Säulen zu zerstoßen, [...]. Es ist merkwürdig, daß man in dieser großen Gruft sehr wenig Bruchstücke findet, woraus die Güte des Steins, und der Arbeiter Fleiß erhellet.

    Dudley, Paul (1748):
    Bericht von der Klapperschlange. Phil. Trans. 376 N. IV Artikel, in: HMag, Bd. 3, S. 683-687.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-188,13ff}
     / £{Phi-157}  / £{Fri-195}
     / £{Bar-197}  / £{Pil-296}
    /QTxt:
    /S. 683: Die Klapperschlange wird als die schrecklichste aller Schlangen und ihr Oberhaupt angesehen.
    /S. 684: Unsere Leute [...], entdeckten aber bald, daß sie sich geirret hatten, und der Schwanz aus Gelenken, die eins über das andere gehen, ohngefähr wie ein Krebsschwanz, zusammengesetzt ist: dieses Menschen und Vieh so schreckliche Geräusche wird von ihnen durch das Aneinanderstoßen der Gelenke erregt. Bey schönem heitern Wetter ist es am stärksten, denn beym Regen machen sie gar keines, daher die Indianer bey Regenwetter in den Wäldern nicht reisen, aus Furcht, den Schlangen ohngewarnt nahe zu kommen.
    /S. 685: Von ihrer bezaubernden Kraft habe ich viele Geschichten gehöret, für die ich nicht stehen mag; so viel haben mich verschiedene Engländer und Indianer versichert, daß eine Klapperschlange Eichhörnchen und Vögel von Bäumen herunter in ihren Rachen zaubern könnte.
    /S. 687: Ordentlich sind sie 3 bis 5 Fuß lang, und haben nicht über zwanzig Klappern.


  4. Band (1749)

    Kästner, Abraham Gottlieb (1749):
    Nachricht von den Bemühungen der Engländer, wegen einer nordwestlichen Durchfahrt bey der Hudsons-Bay [= Bespr. von Ellis 1748], in: HMag, Bd. 4.1, S. 1-26.
    /=====Text-Zeugen======
    / £{Hol-336,10ff}
    /QTxt:
    /S. 6f: Alle Nachrichten von Grönland, der Straße-Davis, und der Hudsonsenge, so verschieden sie in andern Dingen sind, stimmen darinn überein, daß in diesen Gegenden kein Holz von der Größe dieses Treibholzes wächst, daher es einige von Norwegen, andere von der Küste von Terra de Labrador in Nordamerica, hergeführt haben; der Verfasser glaubt, die nordwestlichen Winde in diesen Gegenden würden es nicht aus Norwegen, und die starken Ströme, die aus den Engen Davis und Hudsons anderwärts streichen, nicht aus America hieher gelassen haben: Er billigt am meisten Herrn Egedens Erklärung davon, welcher an der ostlichen Küste von Grönland Birken, Ellern und andere Arten Bäume 18 Fuß hoch und so stark als sein Schenkel in der Breite von 61 Gr. will gesehen haben, [...].
    /S. 7: [Aussehen der Eskimaux]
    /S. 19: Die südlichen Indianer haben auch beständig die Factoreyen berichtet, daß sich nur in einer kleinen Entfernung von ihrem Lande, gegen Untergang der Sonne ein großer Ocean befinde, in dem sie Schiffe und an Bord derselben Leute mit großen Bärten und Mützen wollen gesehen haben.
    /S. 20f.:
    / £{Hes-017,07}
    Die Griechen müssen von der Fluth und Ebbe, die unordentliche Bewegung des Euripus ausgenommen, gar nichts gewußt haben, weil des großen Alexanders Armee bey der Ebbe der See an der Mündung des Indus so erstaunte, und solche als ein Wunderwerk ansahe: Auch den Römern war diese Naturbegebenheit bis zu des africanischen Scipio Zeiten unbekannt gewesen: [...].
    /S. 23: Wenn die Fluth nicht aus dem atlantischen oder nordischen Ocean kommen kann, so ist sie sonst nirgends herzuleiten als aus der Südersee, und daher durch keinen Weg als durch eine nordwestliche Durchfahrt.

    Bel, Matthias (1749):
    Beschreibung zwoer Höhlen von wunderbarer Beschaffenheit, deren die eine voll Eis ist, die andere schädliche Dämpfe von sich giebt, an die K. Londensche Gesellsch. Aus dem Lateinischen in den Phil. Trans. 452 N. 3 Art. befindlichen Aufsatze, übersetzt, in: HMag, Bd. 4.1, S. 60-78.
    [Kant 1763a (II: 186,10ff.)]
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-031} / £{Hes-039,06} / £{Kae-180,19} / £{Mes-084} / £{Doe-024} / £{Vol-036} / £{Doh-038}
     / £{He8-46a-3: 13} :/ £{Phi-031}  / £{Fri-057}
     / £{Pil-091} / £{Bar-046}
    /QTxt:
    /S. 60ff.: I. Cap. Von der Eishöhle bey Scelicze
    /S.61: III. Das Wunderbare bey der Höhle ist, daß, wenn außen der strengste Winter wütet, inwendig die Luft lau, und gegentheils nicht nur frostig, sondern eiskalt ist, wenn die Sonne am heißesten brennt. So bald der Schnee bey hereintretendem Frühlinge zerschmelzt, schwitzt aus der innersten Wölbung der Höhle, wo ihre äußere Fläche der Mittagssonne ausgesetzt ist, ein lauteres Wasser, das hier und dar herabtröpfelt; dieses verwandelt sich, vermittelst der inwendigen Kälte in Eis, davon Zapfen so dicke, wie große Fässer herabhängen, und sich in Aeste ausbreiten, und seltsame Gestalten bilden: [...].
    /S. 62: Nur im Sommer ist die Höhle voll Eis, und welches noch mehr zu bewundern ist, je stärker die Sonnenhitze wird, je mehr wird das Eis.
    /S.63: Diese Höhle enthält so viel von dem durchsichtigsten Eise, daß 600 Wagen mit vier Pferden in einer Woche es nicht sollten wegführen können. Wenn die Anwohner mit der Feldarbeit beschäfftigt sind, und unweit dieser Höhle Korn erndten, oder Heu machen, nehmen sie das Eis aus ihr, und kühlen damit entweder das laue Brunnenwasser ab, oder schmelzen es an der Sonne selbst zu Wasser, welches ihrer Meynung nach sehr gesund ist, [...].
    /S.64f.: Die ersten Monate, wenn die Nächte kalt werden, fängt das Eis, da die äußere Luft nach und nach kühler wird, und die Flüsse gefrieren, hier aufzuthauen an, als ob man es an Feuer brächte, und bey eintretendem Winter wird die Höhle völlig trocken, ohne daß man Merkmahle vom Eise fände: alsdenn ist die ganze Höhle gelinde warm, und das Ungeziefer, nebst Thieren, welche die Kälte nicht vertragen können, nehmen in diese vorige Eisgrube ihre Zuflucht. Man trifft alsdenn in ihr Schwärme von Fliegen und Mücken, Haufen Fledermäuse und Nachteulen, auch Hasen und Füchse an, bis sie wieder bey angehendem Frühlinge voll Eis wird. Ueber der Höhle befindet sich sehr hohe Erde, die, wo sie der Mittagssonne ausgesetzt ist, häufiges und fettes Gras trägt, und zur Weide, oder wenn das Vieh abgehalten wird, zum Heumachen, sehr dienlich ist.
    /S.65f.:
    £{Kae-181,19}/ £{Mes-085,19} / £{Doe-024',22}
    Mir fällt die alte Gewohnheit meiner Landsleute ein, wie sie in den ebenen und von der Sonnenhitze ungemein verbrannten Gegenden von Hungarn, den Wein / abkühlen. Wenn sie durch große Einöden reisen, und sich daselbst aufhalten müssen, und weder Eis noch Brunnenwasser zur Abkühlung des Getränkes vorhanden ist, machen sie eine Grube von ungefähr auf zween Fuß tief in die Erde, lassen die Weinflaschen hinein, und bedecken solche sorgfältig wieder mit Erde; darauf zünden sie jählings über dieser Grube, in welcher der Wein liegt, eine Flamme, vermittelst Heues, Strohes oder Schilfes an. Wenn solches von sich selbst ausgegangen oder von ihnen ausgelöscht worden ist, räumen sie die äußerlich warme Erde weg, und nehmen den Wein so abgekühlt heraus, als ob sie ihn in Eis gesetzt hätten; woher rührt die Abkühlung, [...].

    Bel, Matthias (1749a): Historischphysikalische Anmerkung von dem neusolischen Kupferwasser, das insgemein Cementwasser heißt, [...], in: HMag, Bd. 4, S. 333-345.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hol-044 / 214 / 321}  / £{Hes-046}  / £{Kae-225} / £{Mes-112,11}/ £{Doe-029,01 / £{Doh-047,13}
    /QTxt:
    /S. 339: Das Kupfer, das dieses Kupferwasser liefert ist viel reiner, geschmeidiger und leichter zu schmelzen, als dieses Metalls übrige Arten; [...].
    /S. 340: Denn es ist gewiß, daß 1707 acht und achtzig Center Eisen in Kupfer verwandelt worden, da ietzo kaum 20 Centner jährlich zu Stande gebracht werden.
    /S. 342: Wenn man also etwas Kupfer in Scheidewasser aufgelöst hat, und Eisen hineinwirft, kann man eben dergleichen Verwandelung des Eisens in Kupfer wahrnehmen, wie wir von unserm Kupferwasser berichtet haben; das Eisen wird nämlich von dem Menstruo angegriffen und aufgelöst werden, und zugleich wird sich das Kupfer aus dem Menstruo absondern, und statt des Eisens nach und nach zu Boden sinken.

    Anonym (1749):
    Besprechung von Johann Leonhard Frisch ›Vorstellung der Vögel in Deutschland, und beyläufig auch einiger fremden, mit ihren natürlichen Farben &c.‹ (1743 ff), in: HMag, Bd. 4.4, S. 394-418.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-148,24}  / £{Bar-206-207}  / £{Pil-305}
    /QTxt:
    /S. 413: Von dem Winteraufenthalte der Schwalben sind die Meynungen verschieden. Olaus Magnus selbst, und viele gelehrte Leute halten dafür, sie stäcken im Winter als todt im Wasser und Schlamm. Aber Herr Frisch beweiset durch einen artigen Versuch untrüglich, daß dieses nicht ist. Er hat etliche Schwalben, welche an Häusern genistet, gefangen, ihnen mit Wasserfarbe roth gefärbte Fäden, als Ringe, um die Füsse gebunden, und sie wieder davon fliegen lassen. Im Frühjahre sind diese Schwalben mit ihren rothen Fäden glücklich wieder zu ihren Nestern zurück gekommen. Die rothe Farbe würde gewiß im Wasser ausgegangen seyn. Sie müssen also so wohl im Winter sich in andern Ländern aufhalten, wie viele andere Vögel thun.

    Boerhaave, Hermann (1749, 1749):
    Versuche vom Quecksilber. (Aus dem Lateinischen der 430 N. 1. Art. der Philos. Trans.), in: HMag, Bd. 4.4, S. 437-461; (Aus den philos. Transact. 443 N. 9 Art.), in: HMag, Bd. 4.5, S. 510-529.
    [Notizen: gegen die Alchemie; Metalle wachsen nicht einfach in den Bergen; keine metallische Samen; Quecksilber / Schwefel nicht Vorstufen für z. B. Gold.]
    /(Kant 1754a (I: 208,20) // Kant 1763a (II: 186,16): FALSCH, W-St: 22.06.2010.
    /=====Text-Zeugen======
    £{Kae-181,15} / £{Rin-257,26}

    Brückmann, Urban Friedr. Benedict (1749):
    Nachricht von der Beschaffenheit des bey Jena gelegenen Fürstenbrunnens, in einem Sendschreiben an Herrn D. Friedrich Börner, in: HMag, Bd. 4, S. 503-509.
    /£{He8-28}
    /S. 503: Unter den vielen Quellen und Brunnen, die hin und wieder um Jena anzutreffen, ist der Fürstenbrunnen einer der allerberühmtesten.
    S. 504: Es quillet dieser Brunnen eine gute halbe Meile von der Stadt Jena, in einem sehr angenehmen Thale aus einem Berge, welcher unter dem Hayn oder sogenannten Wölmüsse liegt.
    S. 509: Schütte in seiner Oryctographia und andere mehr, haben unserer Quelle die Eigenschaft zugeschrieben, daß sie Steine, Holz und Kräuter und andere hineingeworfene Dinge mit Stein überzöge, [...].


  5. Band (1750)

    Anonym (1750):
    Von dem natürlichen Triebe des Falken, und von der Verrückung, die er leidet, in: HMag, Bd. 5, S. 143-172.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-193,10}


  6. Band (1750)

    La Condamine, Charles Marie (1750):
    Nachricht von einer Reise in das Innerste von Südamerica, von der Küste des Südmeeres an, bis zu den Küsten von Brasilien und Guiana, längst dem Amazonenstrome. Der königl. französ. Akad. der Wissenschaften [...] öffentlich vorgelesen am 28. April, 1745, in: HMag, Bd. 6.1, S. 3-70; Bd. 6.3, S. 227-288.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-[Siehe Nrn.]}
     / £{He8-44, 58}
     / £{HeM-168', 204}

    /QTxt:
    /S. 4f.: Herr Bouguer hat nach seiner Rückkunft in Europa, die etliche Monate eher als meine erfolgte, in unserer letzten öffentlichen Zusammenkunft, von dem Erfolge unserer Beobachtungen Bericht abgestattet. Er stimmet mit dem Erfolge der Unternehmungen unter dem Nordpole überein, sowohl als mit demjenigen, / was zuletzt in Frankreich ist unternommen worden: alles läuft darauf hinaus, daß die Erde eine, an den Polen eingedrückte Kugel ist.
    /S. 13: [...] nachdem er, von Jaen an, wo er schiffbar wird, 30 Grade der Länge, oder 750 gemeine französische Meilen durchlaufen ist, welche Länge man, nach seinen Krümmen zu rechnen, auf 1000 oder 1100 solche Meilen schätzen kann.
    /S. 31ff.: Als ich in Borja anlangte, so befand ich mich gleichsam in einer neuen Welt. Ich war von allem menschlichen Umgange entfernt, auf einem Meer von süßem Wasser, mitten in einem Labyrinth von Seen, Flüssen und Canälen, die einen weitläuftigen Wald von allken Seiten durchkreuzen, welcher dadurch unwegsam gemacht wird. [...] Seit sieben Jahren waren meine Augen gewohnt gewesen, Berge, die oben mit Wolken bedeckt sind, zu erblicken; itzt aber ergötzten sie sich, die weite Aussicht des Horizontes zu betrachten, der allein von den Hügeln des Pongo eingeschränkt ward. Anstatt daß ich kurz vorher / in den bebaueten Fluren von Quito eine große Mannigfaltigkeit von Gegenständen vor Augen hatte, so sahe ich itzt nichts als Wasser und Grünes. Man hat hier die Erde unter den Füßen, ohne daß man sie sieht, weil sie mit dichtem Grase, mit Kräutern und Sträuchen dermaßen bedeckt ist, daß man keinen Fuß breit sehen kann, wenn man nicht vorher viel Arbeit anwendet. Unterhalb Borja, und 4 bis 500 Meilen weiter hinab am Strome, ist ein Stein, ein schlechter Kiesel, so rar als ein Demant. Die Wilden in diesen Gegenden wissen nicht, was ein Stein ist, und haben gar keinen Begriff davon. Man sieht mit Vergnügen, wenn einige nach Borja kommen, und zum erstenmale einen Stein sehen, wie sie durch allerley Zeichen ihre Verwunderung zu erkennen geben, und mit welcher Begierde sie solche aufheben, nicht anders als ob es eine Kostbarkeit wäre, wie sie aber bald hernach dieselben mit Verachtung wiederum von sich werfen, wenn sie sehen, daß sie so gemein sind. Ehe ich weiter fortgehe, muß ich etwas weniges von der natürlichen Fähigkeit und von der Gemüthsart der ursprünglichen Einwohner von Südamerica erwähnen, welche man, obgleich uneigentlich, Indianer nennet. [...] / Alle ursprüngliche Einwohner dieses Landes sind braun und von röthlicher Farbe, die entweder dunkel oder etwas heller ist. Diese verschiedenen Grade in ihrer Farbe rühren wahrscheinlicher Weise hauptsächlich von der unterschiedenen Beschaffenheit der Luft her, welche in den Ländern, die sie bewohnen, zu befinden sind, immaßen dieselbe von der größten Hitze des heißen Erdstriches, bis zur Kälte von dem benachbarten Schnee herkömmt. [...] Wenn man also einen vollkommenen Begriff von den Americanern geben wollte, so müßte man fast eben so viele Beschreibungen machen, als Völker unter ihnen sind. Gleichwie aber ein Asianer an allen europäischen Völkern so unterschieden / sie auch in ihren Sprachen, Sitten und Gebräuchen sind, dennoch etwas ähnliches oder gemeinschaftliches finden würde, wofern er sie genau untersuchen wollte: so haben auch, nach meinem Bedünken, alle Americaner in den verschiedenen Gegenden, die ich auf meinen Reisen kennen zu lernen Gelegenheit gehabt habe, gewisse Aehnlichkeiten mit einander; und es hat mir geschienen, als hätten sie (außer gewissen Graden der Unähnlichkeit, die einem fremden Reisenden fast unmerklich sind), insgesammt einerley Gemüthsart. Die Haupteigenschaft ihrer Gemüthsart ist die Unempfindlichkeit. Ich überlasse es andern, zu beurtheilen, ob man dieselbe mit dem Namen Mangel an Leidenschaften beehren, oder mit dem Worte Dummheit beschimpfen soll. Ohne Zweifel rühret sie von den wenigen Begriffen her, deren Anzahl sich nicht viel weiter erstrecket, als die Nothdurft des Lebens erfodert. Sie sind im höchsten Grade gefräßig; [...]; mäßig [...]; im höchsten Grade kleinmüthig und verzagt, ausgenommen, wenn sie betrunken sind; Feinde von aller Arbeit, und zur Ehrbegierde und Dankbarkeit unempfindlich; bloß auf dasjenige bedacht, was gegenwärtig ist, [...]; ohne allen Kummer wegen des Zukünftigen [...] / [...]: und solchergestalt bringen sie ihr Leben hin, ohne zu denken und werden als Kinder alt, weil sie die Mangel der Kindheit niemals ablegen.
    /S. 43: So unglaublich es auch scheinen könnte, so giebt es dochnoch mehrere indische Völker, die auch nicht weiter zählen. Die brasilische Sprache, die doch von gesittetern Völkern gesprochen wird, ist eben so arm als jene: denn alle Zahlen, die über drey sind, müssen sie der portugiesischen Sprache abborgen.
    /S. 43f.: Sie blasen diese Pfeile 30 bis 40 Schritt, und fehlen fast niemals. Ein so einfaches Werkzeug dienet allen diesen Völkern mit gutem Vortheile anstatt des Schießgewehrs. Die Spitzen dieser kleinen Pfeile, sowohl als der Bogenpfeile, tauchen sie in ein so starkes Gift, daß ein Thier innerhalb einer Minute stirbt, wenn der Pfeil frisch vergiftet ist. Ob wir gleich Flinten bey uns hatten, / so ward doch das meiste Wild, das wir auf dem Strome speiseten, mit diesen Pfeilen geschossen, und oftmals hatte der Pfeil unter den Zähnen getroffen. Es ist hierbey keine Gefahr zu besorgen, weil dieses Gift bloß alsdenn seine Wirkung thut, wenn es mit dem Blute vermischt wird; außerdem schadet es weder Menschen noch Thieren.
    /S. 54: Wir sind erstaunet, als wir sahen, daß einige unter ihnen Ohrläppchen, von vier bis fünf Zoll in der Länge, haben, in welche sie Löcher bohren, die 17 bis 18 Linien im Durchschnitte breit sind; und dennoch hat man uns versichert, daß diese noch nicht die größten wären. Sie stecken erst in diese Löcher ein rundes Stäbchen von Holze, und alsdenn ein größeres, je weiter die Oeffnung wird, bis endlich das Ohrläppchen bis auf die Achseln herabhängt.
    /S. 60: Die Ufer des Yupura werden an einigen Oertern noch von den bemeldeten grausamen Völkern bewohnt, welche einander ausrotten, indem viele von ihnen die Gefangenen fressen.


    /S. 229: Am 23sten kamen wir in den Rio negro, oder den schwarzen Strom, welcher an der Nordseite in den Amazonenstrom fällt. Auch dieser Strom ist gleichsam ein Meer von süßem Wasser, Nach der Karte des P. Fritz, welcher niemals in den Rio negro gekommen ist, gleichwie auch nach des de l'Isle neuester Karte von Amerika, die nach jener gezeichnet ist, soll dieser Fluß nach Süden laufen.
    /S: 231: In dieser Schanze bekamen wir nähere Nachricht von dem Zusammenhange des schwarzen Stromes mit dem Orinoque, und folglich auch von dem Zusammenhange des Orinoque mit dem Marannon.
    /S. 232: Der Zusammenhang des Orinoque und des Amazonenstromes kann also wirklich als eine neue Entdeckung in der Erdbeschreibung angesehen werden.
    /S. 234f.: In dem Umfange dieser großen Insel {sc. Guayana], welche der Marannon [Amazonas], der Orinoque und der Rio negro machen, in diesem neuen Mesopotamien, hat man lange Zeit den angeblichen Goldsee Parima und die in der Einbildung bestehende Stadt Manoa del Dorado gesuchet. Diese Untersuchung hat einer großen Menge Menschen das Leben gekostet, und unter andern dem berühmten Seefahrer Walther Raleigh, einem der größten Geister in England, dessen traurige Geschichte zur Genüge bekannt ist. [../.] Eine Stadt, wo alle Dächer und Häuser mit Goldplatten belegt waren; ein See, der lautern Goldsand führete, sind gewiß merkwürdige Dinge.
    /S. 244: Bey den Einwohnern zu Topayos findet man heutiges Tages häufiger, als anderwärts, diejenigen grünen Steine, die unter dem Namen Amazonensteine bekannt sind. Ihr Ursprung ist nicht bekannt, und sie sind ehedem sehr gesucht worden, weil man ihnen eine heilende Kraft wider den Stein, wider das Reißen in den Lenden und wider die fallende Sucht zuschrieb. Man hat auch von diesem grünen Steine eine Abhandlung unter dem Titel Pierre divine. In der That kommt er an Farbe und an Härte dem orientalischen Gagat (Jade) bey. Die Feile greift ihn nicht an, und man weis nicht, wie die alten Amerikaner ihn haben schneiden und ihm die Gestalt verschiedener Thiere geben können.
    /S. 260:
    £{Hes-141,14} / £{Kae-428,13}
    Aber die rareste und sonderbarste ist eine sehr große Schlange, die im Wasser und auf dem Lande lebet, fünf und zwanzig bis dreyßig Fuß lang, und über einen Fuß dicke [...]. Diese Schlange verschlingt nicht nur, wie die Indianer sagen, ein ganzes Rehe, sondern sie zieht auch durch ihren Odem die Thiere, die ihr zu nahe kommen, an sich, so daß sie ihr nicht widerstehen können.
    /S. 261: Die Fledermäuse, welche den Pferden, den Maulthieren, ja sogar den Menschen das Blut im Schlafe aussaugen, wofern sie sich nicht mit einer Bedeckung versehen, sind hier, wie in den meisten heißen Ländern in Amerika, eine allgemeine Landplage. Einige sind von ungeheurer Größe.
    /S. 262: Man hat bemerket, daß fast kein einziger Vogel einen angenehmen Gesang hat. Ihre bunten und schönen Farben sind das beste an ihnen. Der schönste unter allen ist der Colibri, welchen man in vielen Büchern beschrieben findet. Man trifft ihn in dem ganzen heißen Erdstriche von Amerika an.
    /S. 264: Der bekannte Vogel, der zu Peru Contur, und mit einem verderbten Worte Condor genennet wird, und welchen ich an vielen Oertern der Gebirge in der Provinz Quito gesehen habe, befindet sich auch, wenn es wahr ist, was man mir davon erzählet hat, in den niedrigen Landschaften am Amazonenstrom. Ich habe einige über einer Heerde Schafe schweben gesehen. Vermutlich schreckte sie die Gegenwart des Schäfers ab, daß sie keinen Einfall thaten. Es wird durchgängig erzählet, daß dieser Vogel ein Rehe fortführen kann, und daß er bisweilen Kinder frisst. Man saget, daß die Indianer ihn mit der Gestalt eines Kindes anlocken, welches sie aus einem klebrigen Leimen formiren. Er pflegt schnell aufzufallen, und klebet mit seinen Klauen so fest daran, daß er sich nicht wieder losmachen kann.
    /S. 276: [...], und bey der Mündung der Garonne, in der Gegend von Bordeaux, wo man diese wunderbare Springfluth le Mascaret nennet.
    /S. 283f.: Bey meinem Aufenthalte zu Cayenne war ich neugierig zu wissen, ob die oben erwähnten vergifteten Pfeile, die ich schon seit einem Jahre bey mir hatte, noch ihre Kraft hätten, und ob der Zucker wirklich ein so sicheres Gegenmittel wider diesen Gift wäre, als man mich versichert hatte. [...] Diese Versuche habe ich am 23. Jenner dieses Jahres zu Leiden, im Beyseyn etlicher berühmten Professoren der hohen Schule, von neuem angestellet.

    Schober, C G (1750):
    Physikalische Nachricht, von den Pohlnischen Salzgruben Wieliczka und Bochnia, in: HMag, Bd. 6.2, S. 115-155.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hol-218 [Nachtrag]} /  / £{He8-16} //  £{HeM-178} //  £{Hes-037} // // £{Kae-178} // £{Mes-032} // £{Doe-009} // £{Doh-036} /
    /QTxt:
    /S. 116: Die höchsten Berge, deren die Geographen Meldung thun, erstrecken sich in ihrer lothrechten Höhe, wenn es viel ist, auf 8.000 bis 10.000 Fuß, und die größten Tiefen, die irgendwo in Bergwerken mögen angetroffen werden, sind etwa 1.500 bis 2.000 Fuß; was ist aber beydes zusammen, wenn man es noch zusammen zu nehmen Ursache hat, in Ansehung des Erd-Radii? sollte es auch wohl nach Proportion so viel seyn, als wenn wir an einem Apfel die Schale durchkratzen?
    /S. 131: Wieliczka liegt in einem Thal, das gegen Süden und Norden zween, wiewohl nicht allzu hohe Berge hat, und mag das Terrain davon, wie ich es aus dem Falle des Wassers, was von da in die Weichsel läuft, urtheile, wohl 150 bis 200 Fuß über den Stand der Weichsel erhaben seyn.
    /S. 132: Bochnia aber hat rings um Berge und Hügel und mag auch wohl, in Ansehung der Weichsel etwas mehr erhaben seyn.

    /S. 136: Von den Wieliczker Gruben.
    Anlangend die Gruben, so erstrecken sich selbige gegenwärtig, in der Länge von Morgen nach Abend, auf 600, in der Breite, von Mittag nach Mitternacht, auf 200, und in der größten Tiefe auf 80 Lachter, die Lachter zu fünf Ellen, oder zehn dreßdner Fuß. Es hört aber damit das Salz noch nicht auf, sondern es geht selbiges noch immer in die Tiefe und in der Länge nach Morgen und nach Abend, man weis nicht, wie weit, fort; [...].

    /S. 151: Von den Bochnier Gruben.
    Diese formiren nur einen langen und schmalen Strich; die Breite davon, von Mittag nach Mitternacht ist gegenwärtig bis 75; die Länge von Morgen nach Abend 1.000; und die größte Tiefe 100 und etliche zwanzig fünfellige Lachter.

    • Maupertuis, Essay de cosmologie, Rez, in: HMag, Bd. 6, S. 321-336.

  7. Band (1751)

    Hasselquist, Friedrich (1751):
    Sammlung einiger Briefe, die von dem Herrn Licentianten Hasselgeist auf seiner Reise, theils an den Herrn Archiater Linnäus, theils an den Herrn Secretär Elvius, abgelassen worden, in: HMag, Bd. 7, S. 160-201.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-318,03}
    /QTxt:
    /S. 183f. Dattelpalme, zwei Geschlechter
    /£{Hes-151,03}
    /S. 188f.:
    /£{Hes-138,01} / £{Doe-141,02}
    Ueber die Heuschrecken des Johannes muß ich noch eine Anmerkung hier beyfügen. Es ist bekannt, daß sich viele Gelehrte mit ihnen beschäfftiget haben. Einige von ihnen behaupten, daß der geheiligte Vorgänger des Erlösers sich dieser Insecten unmöglich zur Speise habe bedienen können, da selbige eine ganz ungewöhnliche und unnatürliche Kost wären. Allein dieser Einwurf ist leicht zu widerlegen. Denn es dürfen nur alle, denen dieses unwahrscheinlich vorkömmt, nach Aegypten, Arabien, oder Syrien reisen, und bey den Arabern mit einer Mahlzeit vorlieb nehmen: so werden sie unter ihren Gerichten gewiß eine Schüssel mit gebratenen Heuschrecken zu der Zeit antreffen, wenn sie gefangen werden können. Was zwinget uns aber zu zweifeln, daß dieses nicht schon vor Alters geschehen sey? Man ist in diesen Ländern nicht gewohnt, die Sitten und Moden der Väter so leichtsinnig, wie bey uns, zu verändern. / Die Speise des Johannes wird auch hier nicht für unnatürlich angesehen.
    /S. 191f. Nilueberschwemmung
    /S. 198-201: Verzeichniß von den Entdeckungen, welcher der Herr Licentiat Hasselgeist schon in Aegypten gemacht und dem Herrn Archiater Linnäus beschrieben hat.

    Trembley, Abraham (1751):
    // Anmerkungen über verschiedene Arten kleiner Wasserinsekten, von der Polypenart, in einem Schreiben an den Präsidenten der königlichen Akademie mitgetheilt (Aus der 484 Nummer der Philosophical Transactions), in: HMag, Bd. 7, S. 227-260.
    [nichts ad Zellen!]

    Anonym (1751):
    // Nachricht von den Heuschrecken, welche in der Wallachey, Moldau und Siebenbürgen 1747 und 1748 großen Schaden angerichtet; ingleichen von einigen Zügen derselben, die in den Monaten Julius und August 1748 nach Ungarn und Polen gekommen. Von einem Edelmann aus Siebenbürgen mitgetheilet (Philosoph. Transact. 491 N. 9. Art), in: HMag, Bd. 7, S. 546-554.
    ========Text-Zeugen======
    £{Hes-137,27ff.} / £{Fri-442}
    /Notate: S. 551: langer Graben

    Gédoyn. N. (1751):
    //Geschichte des Dädalus. Fortsetzung, in: HMag, Bd. 7, S. 639-657. [Labyrinth: S. 639-641]
    £{Hes-232,22} / £{Kae-509,06} / £{Doe-022',04}


  8. Band (1752)

    Gleditsch, Johann Gottlieb (1752):
    Erfahrung wegen der Erzeugung der Pfifferlinge (champignons). [...] Aus den Mem. d. l'Acad. roy. des Sc. et bell. Lettr. de Prusse. Tom. V. S. 26, in: HMag, Bd. 8.4, S. 409-418.
    /=====Text-Zeugen======

    Schöpflin, Johann Daniel (1752):
    Abhandlung von Rheingolde im Elsaß. Aus dessen Beschreibung des Elsaß übersetzet, in: HMag, Bd. 8.5, S. 451-463.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{HeM-205'} :/ £{Hes-054,30}
    /QTxt:
    /S. 456f.: Der Sand wird in eine hole Hürde gethan, die an das Obertheil eines schief gelegten Brettes befestiget ist. [...] Der Rheinsand wird in die geflochtene Hürde gethan, und häufiges Wasser darauf gegossen; die Steine und die übrigen groben Theile bleiben im Korbe, der Sand aber wird durch das Tuch durchgeschwemmt, und bleibt entweder im Tuche hängen, oder fällt ganz auf den Boden. Die Goldtheilchen verwickeln sich mit dem edlern Sande in die Wolle des Tuchs. [...] der Sand wird getrocknet und gewärmet, nachdem er durch das Waschen so viel als möglich gereiniget ist, alsdenn wird Quecksilber in ihn geschüttet, welches die durch den Sand zerstreuten Goldtheilchen in sich zieht und sammlet; [...].

    Gleditsch, Johann Gottlieb (1752a):
    Beobachtungen von dem wahren Beinbruche (Osteocolla) in der Mark Brandenburg. Aus dem III. B. der berlinischen Histoire des Sciences auf das Jahr 1748 a. d. 32 S. übersetzet, in: HMag, Bd. 8.6, S. 574-603.
    /=====Text-Zeugen======


    Anonym (1752, 1752, 1752, 1753, 1753, 1753):
    Gesammlete Nachrichten von der wiederentdeckten alten Stadt Herculaneum [Aus dem Französischen der Bibl. raisonnée Tom. 47, Part I. S. 184 usf.], in: HMag, Bd. 8.4, S. 432-440; Bd. 8.5, S. 544-555; Bd. 9.2, S. 205-217; Bd. 10.5, S. 546-555; Bd. 11.3. S. 322-334; 11.4, S. 434-446.
    /=====Text-Zeugen======


  9. Band (1752)

    More, Robert (1752):
    Theil eines Schreibens an den Herrn W. Watson, [...] von der Weise, wie das Manna unweit Neapel gesammlet wird. Aus den Philos. Transact. N. 495 Art. XI, in: HMag, Bd. 9.1, S. 71-73.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-201,18f.}

    /QTxt:
    /S. 71f.: Ich traf bey Arienzo, einer Stadt zwischen Neapel und Benevent, einen Eschenwald an, welcher 8 bis 10 Jahre gestanden, und aus diesem las man das Manna. Es hatte das Ansehen, als wären die Bäume deshalben zwey Jahre zubereitet worden; die Aeste waren jedes Jahr einen Zoll in die Breite und zween Fuß in die Höhe abgeschälet worden; doch sagte man mir, daß es auf jedesmal zu einem Zolle geschehe. Man setzet unten an die Wunden ein Gefäß, welches alle fünf Tage ausgeleeret wird. Aus diesem Safte wird das Manna. Vor diesem lies man es auf dem Baume trocken werden; doch nach der itzigen Art wird es reiner erhalten. [...] Die Jahreszeit, in der ich zu Arienzo war, verhinderte, daß ich nicht [!] beobachten konnte, zu was für einer Gattung der Esche der Baum gehörete. Ich glaube, daß es diejenige ist, welche unsere Gärtner die blühende Esche nennen; [...].

    Anonym (1752):
    Auszug der neuesten physikalischen Merkwürdigkeiten, in: HMag, Bd. 9.1, S. 205-217.
    |P_205: I. Fernere Fortsetzung der gesammleten Nachrichten von der Stadt Herculaneum. / Des jüngeren Plinius zweyter Brief an den C. Tacitus

    Anonym (1752):
    Auszug der neuesten physikalischen Merkwürdigkeiten, in: HMag, Bd. 9.4, S. 432-442.
    /=====Text-Zeugen======
    /QTxt:
    /S. 436f.: [...] handelt von der Erzeugung, Zusammensetzung, und Auseinandersetzung der thierischen und vegetabilischen Wesen. Seit Leuwenhoek stimmen die meisten Naturforscher darinn überein, daß sie die verschiedenen Wesen, als Früchte der Keime betrachten, die sich nach und nach auswickeln. Dieses System machte uns große Begriffe von dem höchsten Wesen, der in den ersten einzelnen Dingen die ganze folgende Reihe derselben eingeschlossen hatte. Alles was der Verstand und die Einbildungskraft dagegen sagen konnten, ward durch die Weisheit des Schöpfers, und durch die Schwierigkeit, ein wahrscheinlicheres System zu erfinden, widerleget. Nun aber giebt uns Herr Needham ein neues System, welches von des Buffon seinem gewisser maßen verschieden ist, ungeachtet es sich auf eben dieselben Beobachtungen gründet, und seinem Erfinder eben so viel Ehre machet.

    Pringle, John (1752):
    Von den Fiebern, welche in Hospitälern und Gefängnissen gemein sind, in: HMag, Bd. 9, S. 545-554.
    /=====Text-Zeugen======
    / £{Kae-086,18} / £{Doe-040',28}
    /QTxt: [Auszug aus: John Pringle: Observations on the nature and cure of Hospital and Jayl fevers in a letter to Dr. Mead (London 1750); nach Journ. brit. Tom. II. Aôut. 1750. Art. II]
    /S. 545f.: Ehe wir die Schrift selbst [...] durchgehen, müssen wir sagen, daß ein besonderer Vorfall zu derselben Anlaß gegeben, da verschiedene Gefangene in einen engen Ort beysammen eingesperret, und ihnen dadurch diese ansteckende Krankheit zugezogen, / worden, welche nicht allein die oberste Magistratsperson in London, nebst zweenen Richtern, sondern auch eine große Anzahl anderer Personen ums Leben gebracht hat.

    Anonym (1752):
    Verschiedene Anmerkungen von den Gesundbrunnenwassern [Aus: Francis Home, An Essay on the contents and virtues of Dunse Spau, in a Letter to Mylord **], in: HMag, Bd. 9.5, S. 554-559.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Fri-406f.}

    Krüger, Johann Gottlob (1752):
    Schreiben an den Herrn Professor Kästnern, von unverweslichen Körpern, in: HMag, Bd. 9.6, S. 586-593.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-037,31}
    /QTxt:
    /S. 589: Iohannes Herbinius, ein gewesener evangelischer Prediger zu Vilna im Herzogthume Litthauen, hat vor und nach seinem Exilio durch Bekanntschaft und Briefwechsel mit den griechischen Religionsverwandten eine Erkundigung von den berufenen Cryptis Kyouiensibus eingezogen, und einen Tractat davon geliefert. Gedruckt zu Jena 1675. Es sind diese Cryptae Kyouienses die unterirdischen Gänge und Gewölber zu Kyow in Reußen an Dnieper, oder vormaligen Borysthene gelegen.
    /S. 590: Außer diesen und vielleicht noch andern mir unbekannten Exempeln finden sich dergleichen auch in unserm Deutschlande, von deren Unverweslichkeit man keine durch Kunst gestiftete Ursachen beyzubringen vermögend ist. Das so genannte Bleygewölbe in Bremen soll verschiedene an sich unverwesliche Körper aufbehalten, wie auch unweit Helmstädt zu großen Bartensleben in einem adelichen Gewölbe ein Herr von Weltheim von langen Jahren, ja von Saeculis her unvermodert angegeben wird, ob wohl bey diesen ihr Todtengeräthe in die Verwesung gegangen.


  10. Band (1752)

    Anonym (1752):
    Uebersetzung eines Briefes aus dem Journal Helvetique des Monats April 1741 über eine vorgegebene Seltsamkeit des [!] Rhone, in: HMag, Bd. 10.1, S. 76-98; Bd. 10.3, S. 256-268.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-018,06; 054,04}
     / £{HeM-187'}
    /QTxt:
    /S. 76: Sie haben in verschiedenen Schriftstellern gelesen, sagen Sie, daß der Rhone über den ganzen Genfersee dahin fließt, ohne sein Wasser damit zu vermischen. Man behauptet, daß er mit seiner ersten Farbe und ohne etwas von seiner Geschwindigkeit zu verlieren, wieder herauskomme.
    /S. 89: Aus alle diesem können Sie schließen, mein Herr, daß die Rhone, wenn sie mit vieler Geschwindigkeit in die See getreten ist, ohngefähr noch eine halbe französische Meile läuft, oder auch etwas weiter, ohne ihre Wasser zu verlieren. Man unterscheidet sie an ihrer weißlichten oder vielmehr graulichten Farbe. Aber nach einer oder zwo Meilen unterscheidet man sie nicht mehr von der See, weder durch die Bewegung, noch durch die Farbe; da alles gleich still und einfarbig wird. Die Rhone hat in diesem Stücke nichts besonders. Man kann eben das an allen großen Flüssen sehen, die sich in eine See oder in das Meer ergießen.
    /S. 263f.: Der Rhone gleicht nicht nun [!] dem Pactolus, er hat auch einige Aehnlichkeit mit dem Euripus. Er hat, wie jener, eine Art von Ebbe und Fluth, die aber keine gewisse Zeit hält. Es geschieht dieses durch wiederholten Anwachs des Wassers plötzlich, und vornehmlich im Sommer, wodurch seine Oberfläche ein bis zween Fuß erhöhet wird. Das Wasser fällt darauf wieder so geschwind, als es zuvor stieg. Diese Ebbe und Fluth heißen in der Sprache des Landes Séches. Es ereignet sich diese Abwechslung zu wiederholtenmalen an einem Tage. Diese Naturbegebenheit bemerket man vornehmlich in dem Rhone bey Genf und in der See auf 6 bis 7 Meilen von unserer Stadt, aber sie wird immer unmerklicher, je weiter man sich von dem Abflusse der See in den Rhone entfernet. [Schneeschmelze wird als eine von mehreren Ursachen erwogen.]

    Wright, Thomas [von Durham] (1752):
    Neue Theorie des Weltgebäudes, auf die Gesetze der Natur gegründet, [...], in: HMag, Bd. 10.2, S. 151-180.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 01: 231,03; 232,21; 239,25; 248,06; 329,06)

    Anonym (1753):
    Nachricht von des Herrn [Andrea] Bina Erklärung des Erdbebens, in: HMag, Bd. 10.3, S. 292-299.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 01: 471,29)

    Bertrand, Elie (1753):
    Memoires sur la Structure interieure de la terre, [...] d. i. Abhandlungen vom inneren Baue der Erde, in: HMag, Bd. 10.4, S. 376-393.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 14: 607,22)

    Reaumur, René Antoine (1753):
    Einige zur natürlichen Geschichte gehörige Bemerkungen [Aus: dess. Art de faire eclorre et d'éléver en toute saison des Oiseaux domestiques de toutes espéces, ... Paris 1751], in: HMag, Bd. 10.4, S. 441-448.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-323,12} / £{He8-67f.}
    /QTxt:
    /S. 443: Herr v. Reaumür hat nun schon bey zweyen Kaninchen bemerket, daß sie sich zu einer Henne gehalten haben, gleich als wenn sie ein Weiblein von ihrer Gattung wäre. Die eine von diesen Hünern hat angefangen Eyer zu legen, die ganz helle gewesen sind: allein Herr v. Reaumür hat nicht ausgemachet, ob eines davon wohl hätte befruchtet seyn können.
    /S. 444f.: Gewisse Beobachtungen von den Mauleseln, welche von zweyen so verschiedenen Gattungen der Thiere, als die wiederkäuenden und die nicht wiederkäuenden sind, erzeuget werden, und dergleichen die in der Dauphine und Auvergne hauptsächlich bekannte Art von Maulthieren sind, die sie Jumarts [!] nennen, und welche von einer Kuh und einem Stiere, oder auch von einer Kuh und einem Esel herrühren, müssen, wie Herr v. Reaumür saget, hinlängliche Merkmaale an die Hand geben können, um zu entscheiden, ob ein solches Thier vielmehr dem Vater, oder der Mutter, vornehmlich den Ursprung seiner Organisation zu danken habe, und in welchem von beyden Geschlechtern also, schon vor der Belegung, der erste Stoff des Thieres enthalten sey. Weil aber hierzu nothwendig erfodert wird, daß man solche Thiere zergliedere, so versparet Herr v. Reaumür seine Erklärung dieser Frage, bis auf diese Gelegenheit, welche er zu erhalten Hoffnung hat.

    Hume, David (1753):
    Von der Menge der Menschen bey den alten Nationen, in: HMag, Bd. 10.5, S. 451-502; 10.6, S. 563-627.
    /QTxt:
    S. 574 ### Thucyides
    /=====Text-Zeugen======
    /£ {Doh-002,12}
    /£{Ak, VIII: 029,36 / 1784}

    Kaestner, A. G. (1753):
    Nachricht von einer neuen Beschreibung von Island [Dänisches Original zu Horrebow 1753], in: HMag, Bd. 10, S. 503-508.
    /QTxt:
    /S. 504: Der Hekla ist sonst seines Feuerspeyens wegen sehr berühmt gewesen, itzo aber hält er sich stille, und es giebt andere, die seitdem so stark geraset haben, als der Hekla zuvor; dergleichen sind Krafle im Norderamte (Norder Syffel) Kötlegau, im Skaftfieldesamte. In den 800 Jahren, da Island bewohnet ist, hat der Hekla nur zehnmal gebrannt, als 1104, 1157, 1222, 1300, 1341, 1362, 1389, 1558, 1636, und das letzemal 1693, da er den 13 Hornung anfieng, und bis in den August anhielt, so hat er auch die vorigenmale allezeit einige Monate gebrannt.

    Anonym (1753):
    Von einigen americanischen Gewächsen [Aus den götting. gelehrt. Zeit. und des Herrn Prof. Peter Kalm kleinen Schrift, des Titels: En kort berätelse om natürliga stället nytten samt skötsel af nogra waxter hembragte von Norra America. Stockholm 1751, in: HMag, Bd. 10.6, S. 654-655.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-341,09}
    /QTxt:
    /S. 654f.: Vom Ginseng merkt er [Peer Kalm] an, daß diese Wurzel eine Handlungswaare in Canada geworden, die man dort das Pfund zu 5 bis 6 Pfd. verkauft, und nach China bringt, wo sie die Chineser, zur Rache wegen des Thees, theuer bezahlen.


  11. Band (1753)

    Hales, Stephen (1753):
    Nachricht von der guten Wirkung der Luftbeweger in den Gefängnissen Newgate und Savoy, in: HMag, Bd. 11.1, S. 95-97.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 01: 457,08)
     / £{He8-28} / £{Kae-086,18 / Kae-244,13}
    /QTxt:
    /S. 95: Luftbeweger durch eine Windmühle getrieben, sind in Newgate angebracht, und die Röhren nach 24 Abtheilungen des Gefängnisses geleitet worden; man ist damit ohngefähr seit vier Monaten fertig geworden. Solchergestalt ist alle unreine Luft aus den Gefängnissen gebracht worden. [folgen statistische Angaben zur positiven Wirkung].
    S. 97: Die Behältnisse desto mehr vor allem Anstecken zu versichern, verbrennet er [der Aufseher], auf mein Anrathen, alle sechs Wochen zwey Pfund Schwefel in den großen Behältnissen, und eins in den kleinern.

    Steller, Georg Wilhelm (1753a):
    Beschreibung des Manati oder der sogenannten Seekuh. Aus den Novis Commentariis Petropol. Tom. II. pag. 289 seqq., in: HMag, Bd. 11.2, S. 132-187. [auch in: Steller 1753]
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-126, 170}
    /QTxt:
    /S. 132f.: Mit den Meerthieren verhält es sich eben so, als mit den Landthieren. Einige, die man an allen Orten findet, verändern, nach Verschiedenheit des Himmelsstrichs und der Nahrung, entweder nur die Größe, oder die Farbe, oder die Weiche und Länge der Haare, und durch die lange Gewohnheit ihre Art; sie arten aber nach langer Zeit wieder aus, wenn sie in einen andern Himmelsstrich kommen, und nehmen die erste Art wieder an. [...] Ein Beyspiel hiervon geben die Eichhörnchen, welche an dem Oby groß, und ein weißliches ins Aschgraue fallendes Haar haben: dahingegen die obdorischen um den dritten Theil kleiner sind, und ein dickes, kurzes, die bargusinischen ein schwarzes, die werchojawischen ein aus schwarz und aschgrau gemischtes Haar haben. Der ganze Unterschied in Ansehung der Größe und Dicke der Haare kömmt von der Landesart, die Farbe der Haare aber von dem Futter.
    /S. 142: Es [das Manati] hat eine ungemein dicke Haut, welche mehr der Rinde einer alten Eiche, als dem Leder eines Thieres gleich kömmt, schwarz, uneben, runzlicht, steinicht, hart, zähe und ohne Haare ist, welcher man kaum mit der Axt, oder mit einem Haken etwas anhaben kann, [...].
    /S. 155: Das sonderbareste, wodurch sich dieses Thier von allen übrigen, sowohl Land- als Seethieren, als Amphybien, unterscheidet, sind die Arme, oder Vörderfüße. Nämlich an den Schaufeln sitzen gleich bey dem Halse zween Arme, die 261/2 Zoll lang sind, und aus zwey Gelenken bestehen. [...] Es hat einen Ellenbogen und die Ellbogenröhre, wie der Mensch.
    /S. 177: Daß dieses Thier zahm gemacht werden könne, ist wahrscheinlicher, als die Mährchen, welche von seiner wunderbaren Listigkeit herum gehen: da es wegen seiner großen Dummheit und Freßgierigkeit, auch ungezähmt zahm ist.
    /S. 178f.: Diese gefräßigen Thiere fressen ohne Unterlaß, und haben für großer Gierigkeit den Kopf beständig unter dem Wasser, ohne sich um ihr Leben oder ihre Sicherheit zu bekümmern. [...] Ihre ganze Bemühung unter dem Fressen ist diese, daß sie alle 4 oder 5 Minuten die Nase aus dem Wasser heraus stecken, und Luft, nebst etwas wenigem Wasser, mit einem Geräusche, welches dem Schnauben der Pferde ähnlich ist, heraus blasen. [...] Die Hälfte des Körpers, nämlich der Rücken und die Seiten, ragen allezeit aus dem Wasser heraus.
    /S. 180:
    /£{Doe-126',12} /
    Sie wurden mit einem großen eisernen Haken gefangen, dessen Spitze einer Ankerspitze ähnlich war. Das andere Ende desselben war vermittelst eines eisernen Ringes an ein sehr starkes und langes Seil befestiget. Diesen Haken nahm ein starker Mann, und stieg mit 4 oder 5 andern in ein Boot, [...]. Derjenige, welcher werfen wolte, stund vornen in dem Boot mit dem Haken in der Hand, und warf, so bald er nahe genug war, daß er aus dem Boote werfen konnte. Hierauf stunden 30 Leute an dem Ufer, welche das andere Ende des Seils ergriffen, das Thier hielten, und unter einem ängstlichen Widerstande desselben mit großer Mühe an das Ufer zogen.
    /S. 184f.: Es [das Fett] riecht und schmeckt sehr angenehm, und ist mit keinem Fette einiger Meerthiere zu vergleichen: ja, dem Schmeere der vierfüßigen Thiere weit vorzuziehen. Denn es läßt sich nicht allein in den heißesten Tagen sehr lange halten, sondern wird auch nicht ranzicht oder stinkend. Wenn es ausgekocht ist, schmeckt es sehr süß und gut, so daß es uns allen Appetit nach der Butter benahm. Am Geschmacke kömmt es bald dem Oele von süßen Mandeln gleich, und kann in allen Stücken eben so, wie die Butter gebrauchet werden. [...] Das Fleisch hat gewissermaßen stärkere und dickere Fibern als Ochsenfleisch. Es ist röther als das Fleisch der Landthiere; ja, welches zu bewundern ist, es hält sich auch in den heißesten Tagen, ohne Gestank sehr lange, ungeachtet es mit Würmern über und über bedeckt ist.
    /S. 186: Ein erwachsenes Thier wiegt ungefähr 8.000 Pfd., 80 Centner, oder 200 rußische Pud.

    Bergen (1753):
    Nachricht vom Kopfe des Babyroussa, in: HMag, Bd. 11.2, S. 188-199.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-143}
    /QTxt: [Incl. Abbildung.]

    Steller, Georg Wilhelm (1753b):
    Beschreibung des Seethieres das Dampier zum ersten gesehen, und unter dem Namen des Seebäres beschrieben hat. Aus den Nov. Comment. Petrop. Tom. II. p. 331, in: HMag, Bd. 11.3, S. 264-303. [auch in: Steller 1753]
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-166}
    /QTxt:
    /S. 267: Diese Seethier ist fast ein Amphibium; es übertrifft an Größe einen sehr großen Bär, dem es, was die Gestalt des Kopfes und des Körpers anlanget, unter allen Erdthieren am ähnlichsten ist.
    /S. 271: Die Vorderfüße liegen nicht, wie bey dem Meerkalbe, unter der Haut verborgen, sondern sie sind, wie bey andern vierfüßigen Thieren, von außen ganz zu sehen, und mit Haaren bewachsen.
    /S.285f.: Man trifft diesen Bären niemals in dem penchinischen Meerbusen an. Sie kommen auch in Kamtschatka oder bey den kurillischen Inseln nur sehr selten ans Land, und werden nirgends als nur auf dreyen, der kurillischen Inseln und weiter hin an der Mündung des Flusses Kamtschatka, unter dem funfzig- bis sechs und funfzigsten Grade der Breite gefangen.
    /S. 291: Es unterstand sich nicht einmal zu weichen. Denn, wenn es sich auch nur einen Schritt breit zurück zieht, so sind die andern feindlich hinter ihnen her, und zwingen den Flüchtling durch Beißen, daß er nicht weichen soll, dergestalt, daß wenn er unsern Händen noch entkommen war, er von seinen Mitgenossen zerfleischet wurde.
    /S. 294: Denn im Junius, Julius und August thun sie nichts auf dem Lande, als daß sie schlafen, oder auf der Stelle, wie ein Stein, ganz müßig liegen, sich einander ansehen, brüllen, gähnen und sich recken. In dieser Zeit nehmen sie weder Speise noch Trank zu sich.

    Klein, Jacob Theodor (1753):
    Versuch die schalichten Thiere zu ordnen, [...], endlich auch der Entwurf einer Ordnung des Schlangengeschlechtes [Auszug aus dessen: Tentamen methodi ostracologicae sive dispositio naturalis cochlidum et concharum in suas classes, ... (Leiden 1753), in: HMag, Bd. 11.4, S. 349-355.
    /=====Text-Zeugen======

    Steller, Georg Wilhelm (1753c):
    Beschreibung des Seethieres, welches Dampier den Seelöwen, die Kuriller aber, die Kamtschatker und die Russen auf kurillisch Siwutscha nennen. Beschrieben auf dem Beringseylande den 20. Junii 1742, in: HMag, Bd. 11.5, S. 451-459. [auch in: Steller 1753]
    /=====Text-Zeugen======

    Gmelin, Johann Georg (1753):
    Von dem Geburtsorte der Rhabarber [Aus einer Inauguraldisputation des Herrn Professors Gmelins und Herrn D. Bengels De Rhabarbara Officinarum], in: HMag, Bd. 11.5, S. 559.
    /=====Text-Zeugen======
    / £{Hol-209} / £{Hes-163,19 & 190,04}
    /QTxt:
    /S. 559: Der Herr Gmelin, zu Tübingen, hat sich auf seiner siberischen Reise um den eigentlichen Geburtsort der Rhabarber genauer erkundiget, und versichert, daß die wahre Rhabarber, welche in der Arztneykunst gebrauchet wird, in China, und nicht um den Fluß Wolga, noch in Siberien wachse, besonders aber an den Grenzen von Tangut, wo diese Wurzel Gsunka genennet wird, und von da solche nach Rußland, und nach andern Orten, vermittelst der Handlung, geschaffet wird.


  12. Band (1753)

    Bouillet, Jean (1753):
    Anmerkungen vom Steinöl, u. besonders von dem zu Gabian [aus dess. Memoire sur l'Huile de Petrole en géneral et particuliérement sur celle de Gabian (Besiers 1752), in: HMag, Bd. 12.1, S. 108-111.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-216}
     / £{HeM-189'}
    /QTxt:
    /S. 108: Das Steinöl, (Petroleum) ist ein sehr entzündbares mineralisches Oel, von einem starken, harzigen Geruche, und weißer, gelber und schwarzer Farbe.
    /S. 109: [...] daß der Dunst von diesem erhitzten Oele sich in einer Entfernung von drey Schuhen noch entzündet; daß dieses Oel von der stärksten Kälte nicht gerinnet; daß es noch leichter als Olivenöl sey; [...].

    Anonym (1753):
    Auszug aus den neuesten physikalischen Merkwürdigkeiten.
    Gründe für das Inoculiren der Blattern, in: HMag, Bd. 12.3, S. 346-352.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-35}
    /QTxt:
    /S. 348-351: Aus den londonischen Todtenregistern erhellet, [../.]. Nach einer sehr mäßigen Schätzung stirbt, von sieben Personen, die die natürlichen Blattern haben, eine, und also haben, binnen zwanzig Jahren, 280.000 Personen die Blattern gehabt, und 40.000 sind daran gestorben. Jetzo setze man nun voraus, daß von zwey hunderten, die inoculiret werden, einer sterbe, obgleich, nach den vorigen Zeugnissen, dieses nur dem fünfhundertsten widerfährt; so folget, wenn die Inoculation an obbesagten 280.000 Personen geschehen wäre, daß, anstatt 40.000 in zwanzig Jahren, nur 1.400; und statt 2.000 in jedem Jahre, nur siebenzig würden gestorben seyn. Man hätte also jährlich das Leben von 1930, und binnen zwanzig Jahren, nur in einer einzigen Stadt, das Leben von 36800 Menschen gerettet. [../.]
    Hieraus erhellet, daß, vor der Inoculation, von 11 Weißen, einer, und von 8 Schwarzen, einer das Leben hat einbüßen müssen; dahingegen durch diese Operation von 20 Schwarzen 19, und von 82 Weiß 81, mit dem Leben davon gekommen sind. [../.]
    Der Unterschied in den Proportionen zwischen den Weißen und Schwarzen, hat mich gar nicht in Verwunderung gesetzet. Denn obgleich an den natürlichen Blattern ein Drittheil mehr von den einen, als von den andern gestorben ist, und obgleich nach der Inoculation, viermal mehr Schwarze, als Weiße, darauf gegangen sind; so erkläret sich doch dieses ganz natürlich von sich selbst. Muß man denn nicht auch etwas für seine Farbe bezahlen?

    Hill, John (1753-1758):
    Versuche in der Naturhistorie und der Philosophie; in einer Folge von Entdeckungen mit Hülfe des Vergrößerungsglases [= Microscopische und physikalische Beobachtungen], in: HMag, Bd. 12.1, S. 3-45; Bd. 12.2, S. 115-153; Bd. 12.4, S. 355-398;
    Bd. 13.2, S. 115-165; Bd. 14.1, S. 30-68; Bd. 17.3, S. 391-445; Bd. 19.3, S. 233-290; Bd. 19.4, S. 339-372; Bd. 20.5, S. 467-519; Bd. 20.6; S. 579-610.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 117,27)


  13. Band (1754)

    Storace, Stephan (1754):
    Ein ächter Brief von einem italienischen Herrn über den Biß der Tarantul. Aus dem Gentleman's Magazin for Sept. 1753, in: HMag, Bd. 13.1, S. 3-8.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-186,08}

    Vidalin, Theodor Thorkelson (1754):
    Abhandlung von den isländischen Eisbergen, in: HMag, Bd. 13, S. 9-27 und S. 197-218.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{HeM-176'}
    /QTxt:
    /S. 13f.: Diese Eisberge, werden so wohl in unsern ältesten Jahrbüchern, als in der itzigen gemeinen Sprache, mit dem Namen Jöklar oder Jöklen, wann / von mehrern gesprochen wird, genennet, und in der einzelnen Zahl, heißen sie Jökull. Woher aber dieses Wort seinen Ursprung habe, ist noch nicht ausgemacht.
    /S. 20f. [ad Ursprung]

    Robson, Joseph (1754):
    Natürliche Beschaffenheit der Landschaft an der Hudsonsbay [Aus: dess. Account of six years residence in Hudsons-Bay, from 1733 to 1736, and 1744 to 1747, London 1752], in: HMag, Bd. 13.1, S. 98-101.
    /=====Text-Zeugen======

    Armstrong, John (1754):
    Ursachen der heutigen schlechten Handlung auf Minorca [Auszug], in: HMag, Bd. 13.1, S. 110-112.
    /=====Text-Zeugen======

    Deslandes, André François (1754):
    Neue physikalische Anmerkungen über die Art das Getreide zu erhalten. Nisi utile est quod facimus, stulta est gloria. Phaed. Fab. L III. fab. 18. Aus des Herrn Deslandes Recueil des differens Traitez de physique &c. p. 91, in: HMag, Bd. 13.3, S. 276-309.
    /=====Text-Zeugen======
    /QTxt:
    /S. 304: Der Keim ist dasjenige, was in jeder Pflanze einer Bewegung fähig ist; er ist, wiewohl unvollkommen, und so zu sagen, im Kleinen die Pflanze selbst, mit allem demjenigen, was zu ihr gehöret, und sie von andern Dingen kenntlich machet.

    Haller, Albrecht von (1754):
    Von den empfindlichen und reizbaren Theilen des menschlichen Körpers, den 22. April 1752 in der Kön. Ges. der W. zu Göttingen vorgelesen. Aus dem II Bande der Comm. Soc. Reg. Sc. Gotting. S. 114, in: HMag, Bd. 13.3, S. 227-259; Bd. 13.4, S. 402-441.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 331,20 / 25: 168 [Col-Nr: 169])
     / £{Hes-166,01} / £{Kae-373,04}
    /QTxt:
    /S. 227f.: Vor einigen Monaten, hochgeehrteste Mitglieder, trat hier in Göttingen die Inauguraldisputation de Irritabilitate von meinem guten Freunde, ehemaligen Schüler und Hausgenossen, Herrn D. Johann George Zimmermann, ans Licht. Die zu dieser Sache gehörige Versuche hat er theils in meiner Gegenwart selbst gemacht, und ich werde / sie auf eben die Art anführen, wie ich sie mir aufgezeichnet habe, theils hat er andere eigene. [...] Ich habe auch viele andere Versuche seit dem Jahre 1746 in Gegenwart dieses Freundes selbst angestellet, und vom Anfange des 1751 Jahres an, auf hundert und neunzig lebendige Thiere auf mancherley Weise untersucht. Ich habe in der That hierbey mir selbst verhaßte Grausamkeiten ausgeübet, welche aber doch der Nutzen für das menschliche Geschlecht und die Nothwendigkeit entschuldigen werden; [...]. Es ist aus diesen Erfahrungen eine Probe einer neuen Eintheilung der Theile des menschlichen Körpers entsprungen, wobey ich mich keiner andern Benennungen bediene, als daß ich die Theile des Körpers in reizbare und empfindliche unterscheide, und sie von denen absondere, welche weder reizbar noch empfindlich sind. Eine Theorie aber, warum beyderley Eigenschaft in diesen Theilen nicht ist, in andern Theilchen des menschlichen Körpers hingegen statt findet, eine solche Theorie, sage ich, kann ich nicht versprechen; [...].
    /S. 230f.: Denjenigen Theil des menschlichen Körpers, welcher durch ein berühren von außen kürzer wird, nenne ich reizbar: [...]. Empfindlich nenne ich einen solchen Theil des Körpers, dessen Berührung sich die Seele vorstellet; und bey Thieren, von deren Seele wir nicht so viel erkennen können, nenne ich diejenigen Theile empfindlich, bey welchen, wenn sie gereizet werden, ein Thier offenbare / Zeichen eines Schmerzes oder einer Beschwerlichkeit zu erkennen giebt. Unempfindlich nenne ich hingegen diejenigen Theile, bey welchen, wenn sie gleich gebrennt, gehauen, gestochen, und bis zur Zerstörung zerschnitten werden, kein Zeichen eines Schmerzes, kein krampfichtes Zucken, keine Veränderung in der Lage des ganzen Körpers, erreget wird.
    /S. 232: Die einfachen Theile des menschlichen Körpers sind die Nerven, die Schlagadern, Blutadern, die kleinen Gefäße, die Häutchen, Muskelfasern, Fasern der Sehnen, der Bänder, der Knochen, und das zellichte Gewebe.
    / S. 433:
    / £{Kae-458,19}
    Nichts ist gemeiner, als daß man bey dem Frosche das Herz schlagen, und die Muskeln reizbar bleiben sieht, wenn auch gleich das Rückenmark und der Kopf abgeschnitten sind.
    /S. 435ff.: [Zur Geschichte von einschlägigen Beobachtungen und Experimenten.]

    Anonym (1754):
    Nachricht von einer Stiftung des Herrn [Janus] Stolp, aus dem Lateinischen übersetzet. Leiden, d. 1. März 1754, in: HMag, Bd. 13.5, S. 556-559.
    /=====Text-Zeugen======


  14. Band (1755)

    Hollmann, Samuel Christian (1755):
    Abhandlung von dem Ursprunge der See- und andern fremden Körper, die sich nun auf dem festen Lande befinden. In der Versammlung der königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen abgelesen den 1. Sept. 1753. Comm. Soc. R. Sc. Gott. T. III., in: HMag, Bd. 14, S. 227-290.
    /=====Text-Zeugen======

    Anonym (1755):
    Besprechung: J. J. [!] Klein Versuch einer Eintheilung der kriechenden Thiere, mit beygefügten Erläuterungen und J. A. Unzers Bemerkungen von Bandwürmern. Tentamen Herpetologiae, [...] Leidae et Goettingiae ap. Eliam Luzac jun. 1754, in: HMag, Bd. 14, S. 349-364.
    /=====Text-Zeugen======

    Büsching, Anton Friedrich (1755):
    Schreiben an Professor Kästnern [Göttingen, am 20 Nov. 1754], von denen, die von der Tarantel gebissen seyn sollen, in: HMag, Bd. 14, S. 433-436.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-186,08}
     / £{Pil-293}
    /QTxt:
    /S. 434: Sie [die Erzählung] dienet zum Beweise des Urtheils, welches ich im 2ten Bande meiner Erdbeschreibung S. 1005 und 1006 gefället habe, daß die Tarantolati zu der Classe der gewinnsüchtigen Betrüger gehören.

    Barbieri Vicetino, Lodovico Conte (1754):
    Trattato della origine delle Sorgenti e dè fiumi [...] (Vicenza 1750) / [...] Abhandlung vom Ursprung der Quellen und Flüsse, in: HMag, Bd. 14, S. 661-666.
    /=====Text-Zeugen======


  15. Band (175?)
  16. Band (175?)
  17. Band (1756)

    La Condamine, Charles Marie (1756):
    Abhandlung von der Einpfropfung der Pocken, in der öffentlichen Versammlung der kön. Akad. der Wiss. zu Paris an der Mittwoche den 24. Apr. 1754 vorgelesen, in: HMag, Bd. 17.1, S. 14-75.

    [Auch in BrMag, Bd. 5]

    S. 23:
    / £{He8, p. 35}
    Die Obrigkeit legete sich darein, die Partheylichkeit mischete sich in die Sache: die Operation wurde nicht mehr zugelassen, als nur mit solchen Einschränkungen, welche einem Verbothe ähnlich waren.
    S. 26f.: Bald darauf kam von dem berühmten Herrn Hecquet [sc. Philippe Hecquet / 1661-1737], einem geschworenen Feinde aller Neuigkeiten in der Arzneygelahrtheit, doch ohne seinen Namen, eine Dissertation heraus, worinne keine Mäßigung ist, als nur der Titel: Raison de doute contre l'inoculation. Man weiß, wie weit dieser sonst zu verehrende Mann seine Hartnäckigkeit trieb, wenn er einmal wider etwas eingenommen war.
    S. 27: Seine Beschwerden wider die neue Methode, ins Kurze gebracht, sind: Ihr Alter ist nicht recht erwiesen: die Operation ist in der That falsch, sie ist ungerecht, ohne Kunst und alle Regeln: sie führet die Materie der Pocken nicht ab: sie hat ein doppeltes Kennzeichen der Verdammung: sie streitet wider die Absichten des Schöpfers: sie behütet nicht vor den natürlichen Pocken: sie ist den Gesetzen zuwider: sie ist vielmehr einer Zauberey, als irgends einer Sache in der Arzneygelahrtheit ähnlich.
    S: 32: Wenn man alle bisher angeführte Nachrichten zusammen nimmt, so findet man, daß unter sechs tausend drey hundert und neunzigen, denen in England die Pocken eingepfropfet worden sind, nur auf ihrer siebenzehn einiger Verdacht fällt, daß sie an den gemachten Pocken gestorben sind. Das ist einer gegen drey hundert sechs und siebenzig.
    S. 33: Der Doctor Kirkpatrik hat unlängst (1754) in London eine neue Analysin, oder vollständige Abhandlung, von dem Einpfropfen der Pocken herausgegeben, die Se. Maj. dem Könige von Großbritannien decidiret ist, und darin er alles, was in England für und wider diese Sache ist geschrieben worden, durchgeht, seine Gedanken darüber saget, und alle Einwürfe beantwortet. Ich habe bereits manche von seinen Anmerkungen angeführet.
    S. 34: Die künstlichen Pocken sind vermuthlich in Sina älter, als sonst wo.
    [Anm. des Uebersetzers:] Auch in Deutschland hat man 1755 angefangen, diese Methode einzuführen. Denn es ist aus öffentlichen Zeitungen bekannt, daß in Bremen, und da herum, zuerst die Pocken, mit Genehmhaltung der Obrigkeit, vielen Kindern mit allem Glücke sind eingepfropfet worden.
    S. 41: Seit dreißig Jahren, da man ein wachsames Auge auf die Folgen der Einpfopfung gehabt, und die Wahrheit der angefochtenen Wahrnehmungen geprüfet hat, ist kein ausgemachtes Beyspiel zu finden gewesen, daß eine Person, der die Pocken durch Einpropfung gemacht worden, solche noch einmal bekommen habe.

    S. 67 Anm:
    / £{Hes-063,02}
    Die Pocken sind von den Arabern nach Europa gebracht worden, und erst seit dem Anfange des sechsten Jahrhunderts daselbst bekannt geworden. Es scheint, daß die eher in Sina gewesen sind. Man sehe das Schreiben des P. Entrecolles, Lettres édif.[iantes et curieuses] Tom. XX.

    S. 69: Ist es aber wahr, daß das gemeine Beste erfordert, daß man das Einpfropfen der Pocken in Schwang bringe: so muß wohl ein Gesetz gegeben werden, welches die Väter verbinde, ihren Kindern die Pocken einpfropfen zu lassen? Es kömmt mir nicht zu, diese Frage zu entscheiden.


    Bernoulli [Bernulli], Daniel (1756):
    Anmerkungen über die allgemeine Beschaffenheit der Atmosphäre. (aus dem 1. und 2. Teile der Actor. Helveticor.) in: HMag, Bd. 17.2, S. 115-132; Bd. 17.3, S. 272-288.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hol-028,02}   / £{Hes-029,18ff. & 031,11} / £{Kae-161,07} / £{Mes-076,12}  / £{Phi-029}  / £{Fri-398}
    /QTxt:

    /S. 118f.:
     II.
    Man weiß, daß das Quecksilber in dem Barometer fällt, je mehr man sich damit von der Fläche des Meeres in die Höhe erhebt. Dieser Umstand macht dieß Instrument den Naturforschern werth, und führet uns auf eine Menge sehr nützlicher Untersuchungen. Der berühmte Mann, dessen ich eben erwähnet habe [Bouguer], hat zugleich mit seinem Reisegefährten, dem Herrn de la Condamine, einen der steinigten Gipfel des Pichincha bestiegen und gesehen, daß an diesem Orte das Quecksilber in dem Barometer nicht mehr über funfzehn Zoll eilf Linien hoch gestanden. Der Ort diese Beobachtung war ungefähr 2464 Ruthen oder 14.784 Fuß über die Südsee in gleicher Breite erhoben. [../.] Weil diese Gelehrte eine Menge dergleichen Beobachtungen gemacht, und verschiedene Berge geometrisch mit der Genauigkeit gemessen, die sie bey diesem Geschäffte durchgehends bewiesen, so fand Herr Buguer sich im Stande, eine Tabelle zu machen, in welcher der Stand des Quecksilbers im Barometer, für die verschiedenen Höhen der Berge unter der Linie, angezeiget wird. Diese Tabelle ist aus der Vergleichung einer großen Menge von Beobachtungen erwachsen. Aber die Schlüsse aus diesen Beobachtungen zu ziehen, erfoderte eine Behutsamkeit und eine Scharfsinnigkeit, die nur großen Köpfen eigen ist. Diese Tabelle ist mir von dem Herrn de la Condamine zugeschickt worden, und ich rücke sie hier mit guter Erlaubniß des Herrn Verfassers ein, weil sie uns Stoff zu verschiedenen wichtigen Anmerkungen geben wird.
    [folgt Tabelle]

    /S. 123f.:
    / £{Hes-030,05}
     III.
    Verschiedene geometrische Naturforscher haben sich Mühe gegeben, solche Tabellen aus einer bloßen Theorie und aus den bekannten Gesetzen des Gleichgewichts flüßiger Körper zu machen. Eine richtige Tabelle von dieser Art wäre eine Sache von großem Nutzen. Wenn man aber diese große Frage genau untersuchet, so merket man bald, daß sie viel zu unbestimmt ist, um eine genaue Auflösung zu geben. Man muß deswegen solche bloß theoretische Untersuchungen ganz aufgeben. Die ersten, welche sich an diese Aufgabe gemacht haben, sind alle auf einerley Auflösung gefallen, nämlich, daß die Höhen des Quecksilbers im Barometer nach einer geometrischen Progreßion abnehmen, wenn die Höhen der Oerter / eine arithmetische Progreßion ausmachen. Diese allen gemeine Auflösung gründet sich auf den von allen vorausgesetzten, aber der Natur wenig gemäßen Satz, daß überall in der Atmosphäre einerley Grad der Wärme sey. Die wirklichen Beobachtungen haben bald gelehret, daß das Gesetz, welches aus diesem Satze entspringt, falsch sey*. Indessen ist merkwürdig, daß Herr Buguer dieses Gesetz ziemlich mit der Natur übereinstimmend gefunden hat, so bald er auf eine gewisse Höhe gekommen, (als ungefähr über 1000 Ruthen) und daß dasselbe immer der Wahrheit näher kömmt, je höher man hinauf steigt.
     IV.
    / Der erste Schluß, den man aus dieser wichtigen Beobachtung des Herrn Buguers ziehen kann, ist dieser; daß in der ganzen Atmosphäre, nachdem man ungefähr 1000 Ruthen über dem Meere ist, einerley Grad der Wärme herrschet.
    -----------
    *  Die Voraussetzung einerley Wärme, oder vielmehr die gänzliche Verabsäumung der Wärme, möchte an der Falschheit gedachter Auflösungen wol weniger Schuld haben, als ein anderer überall angenommener falscher Satz, daß die Elasticität der Luft, auch bey gleicher Wärme, ihrer Dichtigkeit proportinonirt sey. Dieses erhellet aus der neuen Theorie dieser Sache, die Herr Sulzer in den Schriften der königl. Akademie der Wissensch. in Berlin im Jahre 1753 gegeben, wovon wir hier ebenfalls eine Uebersetzung liefern werden.

    /S. 126:
    Allein, Herr Buguer hat bemerket, daß man nahe bey der Fläche des Meeres 15 Ruthen hoch steigen muß, um eine Linie Fall im Quecksilber zu bekommen.

    /S. 128:
    VI.
    Alles, was wir bisher angeführet, bestätiget unsere Meynung, daß in der freyen Luft über einer Höhe von 1.000 Ruthen ungefähr überall eine gleiche Temperatur herrsche; [...].

    /S. 130f.:
    Herr Buguer hat die mittlere Höhe des Barometers unter der Linie am Ufer des Südmeeres 28 Zoll gefunden, und man hat sie in den Polargegenden nicht viel höher gefunden; daher möchte man etwa schließen wollen, daß sie an beyden Orten vollkommen gleich sey. [...]
     VIII.
    Man hat angemerket, daß in unsern Gegenden die mittlere Höhe des Barometers im Winter um einige Linien größer ist, als im Sommer; allein es war nicht klar, warum dieser Unterschied nur so gering / ist. Unsere Anmerkungen erklären dieses ganz deutlich. Man sieht überdieses auch, warum in warmen Ländern die Kälte sich vermehret, je höher man herauf steiget, welches man in unsern Gegenden nicht wahrnimmt, insonderheit im Winter*. Allem Ansehen nach, muß sich in ganz nördlichen Ländern im Winter das Gegentheil zeigen, und daß man gelindere Luft müsse antreffen, je höher man herauf steiget. Uebrigens glaube ich nicht nöthig zu haben, weitläuftig zu zeigen, warum in verschiedenen Strichen eine große Verschiedenheit zwischen dem Falle des Quecksilbers in verschiedenen Höhen seyn müsse. Herr Buguer hat angemerket, daß der erste Linienfall im Barometer eine Höhe von 15 Ruthen oder 90 Fuß über das Meer erfodere; dahingegen auf unserer Breite nach allen Beobachtungen diese Höhe nur 66 Fuß ist. Wenn wir diese Höhe von 66 Fuß, als das Mittel, in Absicht auf die ganze Oberfläche der Erde und auf alle Jahreszeiten ansehen, so folget daraus, daß das mittlere Verhältniß der Schwere zwischen dem Quecksilber und der Luft, wie sie nahe am Meere ist; wie 66 Fuß zu einer Linie sey, das ist, wie 9508 zu 1, zwischen dem Wasser aber und dieser Luft, wie 678 zu 1; da[s] Quecksilber vierzehnmal schwerer ist, als das Wasser.


    /S. 274f.: 2. Die untere Luft ist immer voll Dünste. Diese Dünste, wiewol sie selbst elastisch sind, folgen nicht demselben Gesetze der Elasticität, welches bey der Luft Statt hat. Ein gewisser Grad der Wärme, welcher die Luft noch einmal so elastisch machen würde, kann die Dünste zehnmal elastischer machen, und ein anderer Grad der Kälte, welcher der elastischen Kraft der Luft sehr wenig benähme, kann die Dünste der ihrigen ganz berauben; alsdenn fallen die Dünste zusammen, und machen Regen, Schnee oder Hagel. Nach eben dieser Grundursache dünstet das Quecksilber gar nicht aus, als bis es sehr heiß gemacht worden. Ich vermuthe, daß die Athmosphäre der Dünste sich nicht über eine gewisse Höhe erstrecket, / welches theils von der zunehmenden Kälte, theils von der Verminderung der Dichtigkeit der Luft herkömmt. Derowegen können die Dünste nur in der untern Atmosphäre das Gesetz von dem Verhältnisse der barometrischen Höhen zu den Höhen der Oerter, merklich stöhren.

    /S. 277:
     IV.
    Da die untere Luft beynahe über dem ganzen Erdboden sehr veränderlich ist, so wird es gänzlich unmöglich seyn, mit einer gewissen Genauigkeit, das so lange gewünschte Verhältniß zwischen dem Falle des Barometers und der Höhe der Oerter zu finden.

    /S. 282f.: Daher schließe ich also, daß ein Theil der Ausdünstungen der Erde keine reine Luft sey, sondern eine andere Materie, die nicht sehr hoch steigt, und die deswegen bloß auf den untern Barometer wirket. [../.] Die untere Luft ist also immer voll Feuchtigkeiten, bald mehr, bald weniger, wie uns auch die Hygrometer lehren. Es wäre sehr schwer, das Verhältniß der Mischung anzuzeigen.


    Roederer, Johann (1756):
    Anatomische Beweise und medicinische Beobachtungen von erstickten Leuten, in: HMag, Bd. 17.3, S. 289-335; Bd. 17.4, S. 339-368.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-04}
     / £{Hes-008,27}  / £{Phi-012}  / £{Fri-023}
     / £{Pow-035}
    /QTxt:
    /S. 289: Es ist eine allgemeine Meynung unter den Aerzten, daß die Eröffnung des eyförmigen runden Lochs (foramen ovale) die Erstickung bey den ins Wasser gefallenen verhüte, welche Meynung hingegen die Erfahrung übern Haufen wirft.
    /S. 297: Diejenigen Leute, die auf eine gewisse Zeit ohne Schaden unter dem Wasser seyn können, erhalten diese Wohlthat keineswegs von der Eröffnung des runden eyförmigen Loches. Diesen Vortheil möchte ich lieber der Gewohnheit beymessen.


    Whiston, T. et al. (1756):
    Von Kröten, die in verschlossenen Steinen gefunden worden. Aus dem Gentlemans Magazine 1756 May 240 S., in: HMag, Bd. 17.5, S. 552-555.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-095}
    /QTxt:
    /S. 553: Der Marmor war gleich von einander gesäget, als ich dahin kam, und in der Mitte des Stückes befand sich eine lebende Kröte von mehr als ordentlicher Größe.
    [Weitere Beispiele; am Ende (S. 555) ein Vermerk von Kästner:] Aehnliche Beyspiele finden sich in den Abhandl. der königl. schwed. Aka. der Wissens. 1741. III B. der deutschen Uebers. und in meiner Vorrede.
    Nicht zu Doe-074']


    Sulzer, Johann Georg (1756):
    Neuer Versuch, die Höhe der Berge durch Hülfe des Barometers auszumessen. (Aus den Memoires de L'Acad. royale des sciences et Belles Lettres de Berlin. Année MDCLIII.), in: HMag, Bd. 17.6, S. 563-583.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-029,18} / £{Kae-161,07} / £{Mes-076,12}

    /QTxt:
    /S. 563f.: Seitdem der berühmte Pascal ein Mittel ausgedacht, die Höhe der Berge durch Hülfe der Barometer zu messen, ist diese Materie den Philosophen so wichtig vorgekommen, daß sie seit derselben Zeit sich Mühe gegeben, diese Art der Höhenmessung vollkommener zu machen. [../.]
    Allein man muß gestehen, daß eine so nützliche Theorie noch weit von ihrer Vollkommenheit entfernet ist. Der berühmte Herr Dan. Bernulli ist meines Wissens, der letzte, der einen Versuch gemacht hat, diese Theorie zu verbessern. Man sehe dessen vortreffliches Werk über die Bewegung der flüßigen Körper. Ich habe vor zehn Jahren nach dessen Theorie Tabellen verfertiget, welche zur Messung der Berge dienen sollten, und ich habe durch verschiedene Versuche gefunden, daß diese Tabellen richtiger sind, als alle, die ich bisher gesehen haben. Da aber Herr Bernulli seine Theorie bloß auf Hypothesen gegründet, die er aus Mangel guter Versuche hat machen müssen, so glaubte ich kein unnöthiges Werk zu thun, wenn ich einen neuen Versuch über diese Sache machte, dazu ich keine Hypothese, sondern bloße Grundsätze, welche die Erfahrung angiebt, annähme.

    /S. 574: Da ich nun auf oben beschriebene Art ein Gesetz für die Pressung der Luft gefunden hatte, welche von unserer natürlichen Luft nicht sehr abweicht, so machte ich mich an die Erfindung eines Mittels, die Wirkung der Wärme auf die Dichtigkeit und Spannkraft der Luft zu entdecken.

    /S. 582
    Wir wollen diese Formel auf eine besondere Beobachtung anwenden, welche ohne Zweifel die richtigste von allen ist, weil sie von den Herren der französischen Akademie der Wissenschaften, die in Peru gewesen sind, herkömmt. Herr Buguer führet sie in seiner vortrefflichen Beschreibung von Peru an. Auf einer Höhe von 2.476 Ruthen oder 14.856 Fuß fiel das Quecksilber 12 Zoll und 3 Linien, und am Ufer der Südsee stunde es ungefähr auf 28 Zoll.


  18. Band (1757)

    Klein, Jacob Theodor (1757):
    Untersuchung unterschiedlicher Meynungen von dem Herkommen und der Fortpflanzung der im menschlichen Körper befindlichen Würmer, in: HMag, Bd. 18, S. 19-58.
    /=====Text-Zeugen======
    £{Kae-231,17} / Mes-118 / Doe-048
    //AA-Kant / V: 379,36 / VI: 040,23.
    /QTxt:
    /S. 23 § 4 Es ist kein Thier, daß nicht seine eigene von andern Würmern ganz unterschiedene Läuse hätte.
    /S. 43: /§ 18 Wenn wir nun alles zusammen nehmen, so mögen wir zur Genüge erkennen, daß der Mensch, wie ein jedes Thier, seine besonders eigene Würmer habe. [...]
    /S. 44: /§ 19 Zu den Würmern insgemein gehören also auch besonders die Läuse, die sich in und von dem Menschen nähren, ihr Geschlecht weiter fortzupflanzen, und mit keinem andern Thiere, als nur mit Menschen Gemeinschaft haben. Woher sollen nun diese kommen? Auf der Erden, in dem Wasser und auf andern Thieren wird niemand unsere Läuse anweisen, man möchte denn dichten wollen, daß Läuse von andern Thieren auf eine sonderliche Weise uns mitgetheilt würden, und sich in die unserigen, wo nicht metamorphisirten, jedoch diversifizirten; [...].
    [kein Brummeisen!]

    Hales, Stephen (1757):
    Bericht von dem großen Nutzen, wenn man Schauer von Luft durch Liquors bläst, die man distilliret. (Aus dem 49. Bande der Philosophical Transactions), in: HMag, Bd. 18, S. 59-80.
    ========Text-Zeugen======
    {Kae-244,06 ?}
    S. 59: Der wichtige Punct, daß man beständig in Schiffen frisches Wasser genug habe, hat Gelegenheit zu vielen löblichen Versuchen gegeben, das Seewasser suß und gesund zu machen: aber alle Versuche, und Entdeckungen sind bisher noch dieser großen und wichtigen Schwierigkeit unterworfen gewesen, nämlich der Menge Brennholz, die erfodert würde, nach und nach eine kleine Quantität Wasser, nach einer noch zur Zeit bekannten Methode, zu distilliren. Aber ich habe neulich, wider Vermuthen, glücklich eine leichte und gute Methode entdecket, wie man mit wenigem Holze eine große Menge Wasser auf einmal distilliren kann; [...].

    S. 74: Ich distillirte drey Gallonen Seewasser, welches gestunken hatte, und süße wurde; als ich ungefähr zehn Quartiere abgezogen hatte, fingen sehr kleine weißlichte Wolken an, sich zu zeigen, wenn ich eine Solution von Silber, nicht aber, wen ich eine Solution von Quecksilber hineinfallen ließ; hieraus erhellet, daß das Wasser bisher gut ist. Als ich aber die Distillation eine Vierthelstunde länger fortsetzete, nämlich so lange, bis in dem Kolben nur ein Nösel Wasser übrig blieb, und das Salz sich an den Seiten ungefähr drey Zoll hoch von dem Grund angesetzet hatte, und in dem Haufen auf dem Grunde des Kolbens lag, so empfing der distillierte Liquor weißlichte Wolken von einer Auflösung von Mercur in Aquafort. Aus dieser Distillation sehen wir, daß die Fäulniß, da das bittere Salz und Harz in sehr kleine Theile aufgelöset wurde, dieselben geschickt machte, sich mit festern, gemeinen Salzen so zu vereinigen, daß sie im Distilliren nicht auffliegen konnten.

    Hales, Stephen (1757a):
    Von dem Nutzen der Ventilation auf dem Schiffe, die Gesundheit und das Leben der Menschen zu erhalten. (Aus dem 49. Bande der Philosophical Transactions), in: HMag, Bd. 18.1, S. 81-88.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-28} / £{Kae-086,18 / Kae-244,06: Nein!}
    /S. 81: Man kann hoffen, daß die verschiedenen Mittel, die ich hier vorgeschlagen habe, frisches und süßes Wasser auf der See zu haben, zur Erhaltung der Gesundheit, und des Lebens vieler von diesen nützlicher Menschen, die ihre Beschäfftigungen auf groben Wassern haben, dienlich seyn werden.
    S. 82: Das, was folgen wird, ist ein großes Zeugniß von dem großen Nutzen und Dienste der Luftfacher auf Schiffen, und beweist genugsam, daß man sie mit Bequemlichkeit befestigen und handhaben könne, welche zugleich die gemeine, falsche und ungegründete Meynung widerleget, daß sie zu vielen Raum wegnehmen, unbequem, und gewissermaßen unmöglich zu handhaben wären.
    [Es folgen Berichte über Erfolge des Ventilierens auf Schiffen.]

    Schulze, C F (1757):
    Versuche, welche mit einigen Edelgesteinen, sowol im Feuer, als auch vermittelst eines Tschirnhausischen Brennglases angestellet worden, in: HMag, Bd. 18.2, S. 164-180.
    /=====Text-Zeugen======
    /QTxt:
    /S. 165: Diejenigen [Versuche], welche man mit verschiedenen Edelgesteinen im Feuer unternommen, sind von Sr. itzt regierenden Kaiserl. Majest. in Wien vor einigen Jahren angestellet worden, wovon uns die Auszüge zweyer Schreiben, die in dem Neuesten der anmuthigen Gelehrsamkeit und zwar unter den Beyträgen zum Brachmonat des 1751sten Jahres befindlich sind, folgende Nachricht ertheilet.
     /£{Hol-220R} /£{Phi-190R}  /£{Kae-470,02}
    /S. 166: [..] besonders aber des Diamants [...], welcher nach und nach rauch, blättericht und endlich zu nichts worden war.
    /S. 167: Der Diamant widerstund der Gewalt des Sonnenfeuers weit weniger als alle übrige Edelgesteine, denn da sich dieselben entweder sehr wenig oder gar nicht verzehrten, so verflog derselbe völlig, dergestalt, daß nichts von ihm übrig blieb, indem er sich zertrümmerte, mit Gewalt um sich sprühete, und sich also, gleichsam vermittelst der Flucht, den vereinigten Sonnenstrahlen entzog.
     /£{Kae-471,03-05}
    /S. 172f.: Der Rubin widerstund diesem Feuer weit stärker, als der Diamant, indem derselbe niemals in Stücken zersprang, und über dieses hierbey keinen sonderlichen Verlust an seinem Gewichte erlitte. Ein Rubin von 14 1/4 Denar, bekam auf seiner Oberfläche, welche von dem Sonnenfeuer berühret wurde, binnen wenig Secunden einen Glanz, welcher verursachte, daß es schien, als ob derselbe mit einer zerflossenen Fettigkeit wäre überzogen worden. Hierauf zeigten sich an demselben einige Bläsgen. Da man diesen Stein 45 Minuten im Brennpuncte gehalten hatte, verlor sich ein großer Theil von seiner schönen Farbe; seine Oberfläche und Ecken aber wurden ungleich und rundlich.

    Titius, Johann Daniel (1757):
    Beschreibung der kleinsten Maise, oder des Lithauischen Remizvogels, in: HMag, Bd. 18.3, S. 227-252
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-144,29}
    /QTxt:
    /S. 228: Der Vogel Remiz, oder der bononische Pendulino, fehlet in den meisten Naturhistorien der Vögel. Es ist nur der einzige, Herr Klein, der desselben in seinem Prodom. hist nat. avium [1750] gedacht hat.
    /S. 229: Der Pendulino, oder Remiz, ist ein sehr kleines Vögelchen; ungefähr wie der Zaunkönig, und kleiner als die Maisen. Die Italiäner haben ihm den Namen Pendulino gegeben, weil er sein wunderbar gebautes Nest, an einem der kleinsten Weidenäste, übers Wasser, an einem hanfenen gedrehten Faden aufhängt.
    /S. 236: Er bauet sich ein Nest, welches von den Nestern, beynahe aller Vögel abgeht. Er suchet sich alle Pflanzen und Bäume, welche eine Art von Wolle oder weicher Seidenfäden tragen, zu Nutze zu machen. [...] Diese weiche Materie flicht er, vermittelst sehr feiner Gras- und Hanffäden zusammen, und zwar bisweilen so dicht und feste, daß man das ganze Geweben nicht anders als mit Mühe aus einander reißen kann. Das Nest bekömmt entweder die Form eines Beutels, oder einer Socke; so daß daher auch die Nester statt der Socken auf den Füßen getragen werden.
    /S. 239: Der Eingang zu dem Neste ist so klein, daß der Vogel kaum hinein kann. Er ragt gleichsam wie eine Röhre, etwas aus dem Neste hervor; [...].
    [Eingebunden vor S. 227 ein Kupferstich: Nest und Vogel.]

    Anonym (1757):
    Von lebenden Thieren, die man im Mittel der härtesten Steine gefunden, ohne daß sich ein Weg zeigete, wie sie hinein gekommen: Nebst Herrn Le Cat, [...] Muthmaßungen davon. Aus dem Gentlemans Magazin, Jun. 1765, in: HMag, Bd. 18.3, S. 264-270.
    /=====Text-Zeugen======

    Le Clerc, Jean (1757):
    Anmerkungen über ein unverbrennliches Holz aus Andalusien, aus dem XIIten Tomo der Bibliotheque choisie des Herrn le Clerc, Amst. 1707. 12. S. 57-80, übersetzt, und mit Anmerkungen erläutert von J. G. Krünitz, in: HMag, Bd. 18.3, S. 278-303.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-205}
     / £{Hes-159,25}  / £{Phi-173}  / £{Fri-211, 452}
     / £{Pil-319}
    /QTxt:
    /S. 278: Vor einigen Jahren brauchte ein gewisser Apotheker aus Sevilien Holz, und kaufte von jemandem etliche Stöße, die in einem benachbarten Walde waren gefället worden. Darunter fanden sich einige Stücke, die man nebst den andern in einen Ofen legte, welche unterdessen, da die andern verbrannten, beständig unversehrt blieben; ohnerachtet man sie in die Gluth legte, und sie auch roth wurden, als wenn sie zu Kohlen gebrannt wären.
    /S. 281f.: [...] Der Larix, oder Lerchenbaum, sagt er [Vitruv], welcher außer denen Einwohnern der um den Ufern des Poflusses, und des adriatischen Meeres, befindlichen Städte, nicht sonderlich bekannt ist, bleibt nicht allein wegen seines ungemein bittern Saftes, vor Fäulniß und Wurmstichen verschont, sondern geräth auch am Feuer in keine Flamme, und kann vor sich nicht brennen, sondern man muß eine andere Art Holz anlegen, als wenn man Steine in einem Kalkofen brennen wollte; [...].

    Anonym (1757):
    Abschrift eines Briefes von einem gelehrten Herrn zu Neapolis, vom 25 Horn. 1755 die Bücher und alten Manuscripte betreffend, die aus den Ruinen eines Gebäudes, unweit des Ortes, wo Herculaneum liegt, sind ausgegraben worden. Aus dem London. Magazine Oct. 1756, in: HMag, Bd. 18.4, S. 444-447.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-043,06} / £{Kae-195,06}
    /QTxt:
    /S. 445: [...], und daraus erst erkannte, daß die Rollen von ägyptischen Papiere wären. Ihre Anzahl war, wie ich berichtet worden, ohngefähr 150 von verschiedener Größe. Sie befanden sich in hölzernen Behältnisse, welche, wie alles Holzwerk, so verbrannt waren, daß man sie nicht wieder herstellen kann. Indessen sind die Rollen hart, obgleich jede wie ein einziges zusammenhängendes Stück aussieht. Unser König hat ungemein viel Mühe anwenden lassen, sie aufzurollen, und zu lesen: aber alle Bemühungen waren vergebens, nur wenkige Wörter bemerkte man, indem man sie aufschlitzte. Endlich kam Herr Assemani zum zweytenmale nach Neapolis, und schlug dem Könige vor, einen Schreiber im Vatican, Pat. Antonio hohlen zu lassen, als dem einigen Mann in der Welt, welcher diese schwere Unternehmung ausführen könnte. [Folgt: Beschreibung eines Verfahrens zur Konservierung und Lesbarmachung.]
    /S. 446f.: Das schlimmste ist, daß die Arbeit so viel Zeit erfodert, daß eine geringe Menge Schrift fünf bis sechs Tage zu ihrer Aufrollung / nöthig hat, so daß die Hälfte dieser Rolle erst in einem ganzen Jahre ist vollendet worden.

    Deslandes, André François (1757):
    Beobachtungen vom Meerwasser und süßen Wasser, welches man auf den Schiffen hat. Aus des Herrn Des Landes Receuil de differens Traités de Physique, in: HMag, Bd. 18.5, S. 489-499.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-05}
     / £{Hes-012,16}
    /QTxt:
    /S. 492f. Anm.: In den alten Aufsätzen der Akademie der Wissenschaften findet man verschiedene Versuche, das Meerwasser süße zu machen. Einige sind durch das Destilliren, andere, vermittelst des Durchseigens, oder der Präcipitation vorgenommen worden. Es scheint aber, daß diejenigen, die diese Erfahrungen vorgetragen, und die, so selbige untersucht haben, in dem Begriffe, von der Bitterkeit des Meerwassers unerfahren gewesen seyn, da doch hierinne das Wesen der Operation besteht. Der gelehrte Graf von Marsigli ist der einzige, der in seiner physischen Geschichte vom Meerwasser diese Bitterkeit eingesehen, und zugleich erfahren hat, wie schwer es sey, das Meerwasser süße zu machen.

    Anonym (1757):
    Geschichte von Edelgesteinen und den vornehmsten Reichthümern in Ost- und Westindien. Aus dem Französischen, in: HMag, Bd. 18.5, S. 500-543.
    /=====Text-Zeugen======
    / £{Hol-178}
    /QTxt:
    /S. 531: Die Perlen wachsen in der Perlenmuschel immer nach und nach, wie die Eier bei einer Henne. Und es sind die großen immer näher an der Oeffnung; da hingegen die kleinen weiter zurückbleiben, und daselbst sich vollends bilden.

    Pott, Johann Heinrich (1757):
    Abhandlung vom Boraxe. Aus dem Lateinischen, in: HMag, Bd. 18.6, S. 569-658.
    /=====Text-Zeugen======


  19. Band (1757)

    Krünitz, Johann Georg (1757):
    Zu M.C.G.G. Historisch kritischem Verzeichnisse alter und neuer Schriftsteller von dem Erdbeben, Zusätze und Erläuterungen, in: HMag, Bd. 19.1, S. 19-36.
    /=====Text-Zeugen======
    / £{Hes-048,02}

    Deslandes, André François / [Deslantes !] (1757):
    Neue Abhandlung von den Winden, in: HMag, Bd. 19.2, S. 189-211.
    /=====Text-Zeugen======

    Anonym (1757):
    Geschichte der Einführung des Thees in Engelland. Aus dem Londner Magazine, May 1757, in: HMag, Bd. 19.3, S. 230-232.
    /=====Text-Zeugen======

    La Mothe [der Jüngere] (Bordeaux) (1757):
    Versuch einer Erklärung der Ursache der Farbe bei den Schwarzen überhaupt, und bey den weißen oder buntfleckigen Negern insonderheit. Aus dem 2ten St. des 5ten Th. der Bibliotheque impartiale, auf die Monate März und April, 1752. S. 227-252; übersetzt, und mit Anmerkungen erläutert von D. Johann Georg Krüniz; in: HMag, Bd. 19.4, S. 376-407.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-119}
    /(AA-Kant, Bd. 15: 600)

    Abschnitte:
    I: Alterthum der Negern auf dem Erdboden. Der erste Mensch war weiß =>379
    II: Verschiedene Lehrgebäude von der Ursache der schwarzen Farbe der Negern =>387
    III: Muthmaßungen von der Ursache der Farbe bey den Negern =>389
    IV: Erstere Ursache. Die grobe und feuchte Luft =>393
    V: Zwote Ursache. Die Winde =>396
    VI: Erklärung einiger besondern Beobachtungen =>397
    VII: Von weißen Negern =>399
    VIII: Abhandlung von dem buntfleckigen Neger in Bourdeaux =>402
    IX: Verschiedene Lehrgebäude vom Ursprunge der weißen Negern =>405
    X: Muthmaßungen von der Ursache der Verschiedenheit der Farbe bey den weißen Negern =>407.

    /QTxt:
    / S. 376f.:
    £{Hes-088,17} / £{Her-8, p. 56}
    Da vom ersten Menschen / an fast sechs tausend Jahre verflossen sind, so wissen wir nicht, ob er vielmehr weiß, oder schwarz, gewesen. Die heilige Geschichte giebt uns hierinn ganz und gar keinen Aufschluß. Wir haben aber Ursache zu glauben, daß er weiß gewesen. Unsere Gründe sind die folgende. [...]
    /S. 379f.: Jedermann ist hierinn völlig einstimmig, daß der Sitz der Farbe bey den Negern in derjenigen netzförmigen Haut, (Corpus reticulare Malpighii) zu suchen sey, welche den ganzen menschlichen Körper bedeckt, und zwischen der eigentlich so genannten Haut und dem Oberhäutlein anzutreffen ist.
    /S. 383: Andere glauben, die Ursache der Schwärze, der Negern in den Folgen des Fluches zu finden, welchen Noah, aus gerechtem Unwillen über die Versündigung seines Sohnes Cham, auf Canaan, seinen jüngsten Sohn, und dessen Nachkommen gelegt hat. [...] Allein, wie hätte die Schwärze eine Wirkung von diesem Fluche seyn können? Er war nur bloß auf Canaan, und dessen Nachkommen gelegt. Chus aber war sein Bruder. Ueberdem kann diese Farbe ja nicht als ein Zeichen der Verwerfung angesehen werden; [...].
    /S. 399: Im Königreiche Loango, kommen die Kinder so weiß, wie die europäischen zur Welt. Man nennet sie Dondos. Sie sind bey den Landesherrn gemeiniglich Zauberer: ihre Haare sind gelblicht, (blond) sie sehen ganz blaß und fahl, oder todtenfarbig aus; ihre Augen sind grau, bey der Nacht können sie ungemein scharf sehen, bey Tage nur sehr schwach. Dem Vorgeben nach sollen sie außerordentliche Stärke besitzen.
    Die Dondos haben einige Aehnlichkeit mit jenen nächtlichen Einwohnern der Landschaft Darien, von denen uns der Hr. von Maupertuis eine so angenehme Beschreibung geliefert hat: desgleichen mit dem weißen Neger, welcher sich 1744 in Paris sehen lassen, und welcher ihn zu Verfertigung seiner Schrift veranlasset *13).
    --------
    *13) Sie kam unter dem Titel: Dissertation sur un Négre blanc, 1744 und 1746 in 12. heraus. Anm. des Uebers.

    Duhamel du Monceau, Henri Louis (1757):
    Von der Caprification, oder dem Mittel, dessen sich die Einwohner der Insel Maltha und den Inseln des Archipelagi bedienen, um die Fruchtbarkeit der Feigenbäume zu vermehren. Aus Herrn dü Hamel Traité des arbres et arbustes. Tom I. pag. 240 &c., in: HMag, Bd. 19.4, S. 428-433.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-185}  / £{Phi-154}  / £{Fri-192}
     / £{Pil-290}
    /QTxt:
    /S. 429: Die Caprification war schon seit den Zeiten des Aristoteles bekannt; Herr Tournefort, in seiner Reise nach den Morgenländern, unterrichtet uns von den Umständen dieser Verrichtung; und durch die Beobachtungen, welche der Commandeur Mr. le Godeheu zu Maltha angestellt hat, hat man von der Beschaffenheit der Caprification erst wahre Begriffe erhalten.

    Monti, Joseph (1757):
    Abhandlung vom Schimmel. Aus den Commentar. Academ. Scient. Bonon. T. III, p. 148, in: HMag, Bd. 19.6, S. 587.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 114,33)

    Russell, Alexander [Rüssel] (1757):
    Natürliche Historie von Aleppo und den benachbarten Gegenden, die eine Beschreibung dieser Stadt und der hauptsächlichen Naturgaben, die in der benachbarten Gegend sich finden, nebst einer Nachricht von der Luft, den Einwohnern und Krankheiten, hauptsächlich von der Pest, und der Art deren sich die Europäer zu ihrer Verwehrung bedienen, enthält [Auszug], in: HMag, Bd. 19.6, S. 610-630.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-193, 210, 295}
     / £{Fri-447}
    /QTxt:
    /S. 612: Ihre Entfernung von der See, über welche sie sehr hoch erhaben liegt, beträgt ohngefähr sechzig Meilen.
    /S. 616: Unweit von Aleppo ist ein großes mit felsichten Hügeln umgebenes Thal, welches im Winter ganz unter Wasser steht, nach dessen Ausdünstung im Sommer ein allgemeiner großer Salzkuchen zurück bleibt, der an einigen Orten einen halben Zoll dick ist.
    /S. 618: Die Taubenpost von Scanderoon nach Aleppo ist nun abgekommen. Man bediente sich hierzu einer Taube, die ihre Jungen zu Aleppo hatte, und also durch ihre mütterliche Liebe wieder nach Hause getrieben wurde. Man befestigte ihr deswegen ein klein Stückchen Papier, welches eine kurze Nachricht enthielte, unter die Flügel, und badete ihre Füße mit Eßig, um sie kühl zu halten, damit sie sich nicht baden, und das Papier naß machen möchte.
    /S. 620: Bey einem Besuche wird starker Coffee ohne Zucker und Milch vorgesetzet nebst etwas Confect. Zuletzt wird mit Aloeholze geräuchert, welches ein Zeichen ist, daß der Fremde seinen Abschied nehmen möge. Opium wird hier nicht so sehr geachtet, als zu Constantinopel und andern Orten, und der Verfasser hat überhaupt den Gebrauch in den türkischen Ländern gar nicht so allgemein gefunden, als man ordentlich glaubet, da nur hauptsächlich Wollüstige sich dessen bedienen, und deswegen zum Schimpfe Teriaky genennet werden. Das gemeine Volk mischet öfters unter den Rauchtoback einen getrockneten Teig, der aus pulverisirten Hanfblättern gemacht, und in Indien unter dem Namen Bing bekannt ist, hier aber Sheera genennet wird, und bis zur Raserey berauschet.
    /S. 624: Unter den epidemischen Krankheiten ist vor andern die Entzündung der Augen, besonders in den Monaten August und September so gemein, daß in den meisten Jahren wenigstens der sechste Theil der Einwohner damit behaftet ist.
    /S. 625: Es folgen hiernächst die Nachrichten von den epidemischen Krankheiten von den Jahren 1742 bis 1747, und von 1752 bis 1753. [Kinderblattern]
    /S. 627: Da unser Auszug allzu weitläuftig werden würde, wenn wir alle Jahre noch durchgehen wollten, so wollen wir noch eine Anzeige von seinen Beobachtungen über die Pest beyfügen. Diese schreckliche Krankheit wüthet fast alle zehn Jahre einmal zu Aleppo, wohin solche von der syrischen Küste gebracht wird. [...] Wer die Pest einmal gehabt, kann sie wohl gar wiederbekommen.
    /S. 628: Fast der halbe Theil der Kranken hatte des andern Tags besonders an sehnichten und fleischichten Theilen, eine brennende Blatter, welche der eigentliche Karbunkel ist, die oft bis auf zwey Zoll breit wird, und tief in das Fleisch eindringt, und anfänglich mit einem rothen Ring umgeben ist, der aber bald braun wird, und bey vielen eytert, so, daß die Blatter sich losgiebt.

    Shaw, Thomas (1757):
    Abhandlung von einer versteinerten Stadt in der Landschaft Tripoli in Africa, in: HMag, Bd. 19, S. 631-653.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 25: Col-Nr. 076a / Par-Nr. 095a / Men-Nr. 088)
     / £{Hes-028,25} / £{Kae-511,05}
    /QTxt:
    /S. 631: Ich will diese Classe der Naturgeschichte der Barbarey mit einigen Anmerkungen über die vorgeblich versteinerte Stadt zu Ras Sem, in dem Lande Darha, das einen Theil des Fürstenthums Tripolis ausmachet, beschließen. Es liegt dieser Ort sechs Tagereisen südwärts von Berenike, in der größeren Syrtis.
    /S. 644f.: Man wird finden, daß die Nachrichten von den versteinerten Körpern zu Ras Sem, nicht mehr Achtung verdienen, noch wahrscheinlicher sind, als jene peruvianischen. Die folgende Nachricht wird uns davon überzeugen. Vor 40 Jahren stellte Mr. LeMaire, der damals französischer Consul zu Tripoli war, auf Befehl seines Hofes, eine genaue Untersuchung an, in wie weit die gemeine Sage von den daselbst befindlichen versteinerten Körpern ihre Richtigkeit habe. Unter anderen sehr artigen Nachrichten, die er mir von dem Orte mittheilte, erzählte er mir auch einen merkwürdigen Umstand, der alles, was man seither mit so grosser Vermessenheit von den vorgeblich versteinerten Leuten, Kindern und Viehe ausgestreuet hatte, nicht nur beschämte, sondern auch gänzlich zu Boden schlug. Die Janitscharen müssen jährlich einmal, wenn sie die Steuern einsammlen, die Gegend von Ras Sem durchreisen. Einige solcher Janitscharen nun / versprachen dem Herrn LeMaire, gegen eine Belohnung von so und so viel Thalern, ihm ein klein Kind von daher zu bringen, weil es doch zu beschwerlich seyn würde, eine erwachsene Person mit sich zu schleppen. Nach einer langen Reihe von vorgewandten Schwierigkeiten, Ausflüchten, Verschub von einer Zeit zur andern, und vorgeblich mislungenen Versuchen, brachten sie ihm endlich einen kleinen Cupido, den sie in dem Schutte von Leptis gefunden hatten, wie man nach der Zeit erfahren hat; und dem sie, um den Betrug zu verhehlen, den Köcher und andere eigenschaftliche Kennzeichen abgebrochen hatten.
    /S. 647: Des Herrn LeMaire Nachspüren hat der Sache keine mehreres Licht verschaffet, ob es gleich, wie man so eben gehöret, mit Versprechung, ja Leistung großer Belohnungen unterstützt war. [...] Und dem ohngeachtet konnte er doch nie erfahren, daß sich Spuren von Mauern und Wänden, von Thieren oder Hausrathe irgendwo in dem Bezirke dieser vorgegebenen Versteinerungen blicken ließen.


  20. Band (1758)

    Dezallier d'Argenville (1758):
    Nachrichten von dem Schneiden der Edelsteine, aus des Hrn. Dezailliers d'Argenville Histoire naturelle eclairie dans l'oryctologie. II. Part. p. 172, in: HMag, Bd. 20.3, S. 243-260.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-174,20ff.}
    /QTxt:
    /S. 245: Vermittelst einer Darmsaite theilet diese Scheibe die Bewegung einer andern kleinen Scheibe von geschmeidigem Eisen (fer doux) mit, [...].
    /S. 247: Man giebt gegenwärtig dem Diamanten nur dreyerley Gestalten; sie heißen daher Tafelsteine, Rosen, Brillanten.
    /S. 258: Es giebt nach ihren Gedanken nur vier oder fünf Arten Edelsteine, die man zu der ersten Classe rechnen kann, und die sich der Vortrefflichkeit und Härte des Diamants nähern. Diese sind: Rubin, Sapphir, Topas, orientalischer Ametyst und Smaragd, was die Härte betrifft.

    Dezallier d'Argenville (1758a):
    Nachrichten von den größten Diamanten. Aus des Hrn. Dezailliers d'Argenville Werk L'histoire naturelle eclaircie dans l'Oryctologie II. Part. p. 157, in: HMag, Bd. 20.3, S. 348-351.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-176,27}
    /QTxt:
    /S. 348ff.: Der Diamant des großen Mogols, ist nach Taverniers Berichte 2. Th. 372 S. eine Rose deren Gewicht 279 9/16 Karat beträgt. Er schätzt ihn 11.723.278 Livres 4 Sous der Karat zu 150 Liv. Der Diamant des Großherzogs von der Toscana wiegt 139 1/2 Kar. [...] Den Regenten, hat der verstorbene Herzog von Orleans, als Regent von einem Engländer gekaufet. Er wiegt 547 Grän; oder 137 Karat, weniger 1 Gr. und hat 2.500.000 Livres gekostet, man schätzet aber seinen innern Wert 5.000.000. Er ist so vollkommen, daß man ihn für den schönsten Diamant der Welt hält.


  21. Band (1758)

    Jacobi, Johann Friedrich (1758):
    Sammlung einiger Erfahrungen und Anmerkungen über die Wärme und Kälte in freier Luft, in: HMag, Bd. 21.1, S. 6-25; Bd. 21.2, S. 159-192.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 186,19)
    /QTxt:
    /S. 20-22: 8) Meinem Bedünken nach wird dieses alles durch folgende Erfahrungen in etwas bestärket. In Persien hat man gewisse heiße Winde, welche im Stande sind, Menschen und Thiere zu ersticken. Südwest- und Westwinde sind es, die dergleichen heiße Stöße mit sich führen, besonders wenn sie über erhitzte Klippen und Marmorberge kommen. Man kann sie schon in der Ferne wahrnehmen. Wenn man ihnen nicht entkommen kann, legt man sich dicht an die Erde. Man steht aber die empfindlichste Hitze und Angst alsdenn aus. Wer aber von denselben übereilet wird, fällt todt nieder, und ist alsdenn fettig anzufühlen. Wenn derowegen Winde gehen, bey welchen solche heiße Stöße zu befürchten sind, und man durch Gegenden reiset, wo sie gewöhnlich sind, so bleibt man bey Tage in Häusern, oder unter Gezelten, und setzet des Nachts seine Reise fort, da man sie nicht zu befürchten hat. Befindet man sich auf einem Flusse, so schaden sie auch nicht. Nun vermuthe ich zwar nicht, daß diese Winde bloß durch ihre Hitze tödten, sondern halte dafür, daß sie sonst noch etwas erstickendes bey sich führen. Indessen sind sie doch sehr empfindlich heiß. Diese Hitze bringen sie mit von erhitzten Klippen, wo sie ohne Zweifel erhitzten Staub aufnehmen und mit fortführen. Es muß selbiger ziemlich grob seyn, weil ihn ein Gezelt abhält, und nasse Dünste müssen ihm gar bald die Heftigkeit des Feuers benehmen, weil er über dem Wasser niemanden schadet. Persien ist ferner sehr bergicht. Besonders geht der hohe Taurus durch Persien durch. Diejenigen, welche auf der Nordseite dieses Gebirges wohnen, haben keine so heiße Luft, als die Gegenden auf der Südseite, wo es unerträglich heiß ist. Nach der von mir angenommenen Meynung läßt sich dieses erklären. Die warmen und heißen Winde kommen in Persien aus Süden und Westen. Die Nord- und Ostwinde aber sind kalt. Wehen nun Süd- und Westen-Winde, so stößt sich diese heiße Luft und die erhitzten Körper, so darinnen schwimmen, an das hohe Gebirge und gehen entweder gar nicht hinüber, oder verliern wenigstens in der Höhe erst ihre Hitze. Auf der Südseite dieses Gebirges muß es also sehr heiß seyn. Denn sie haben nicht nur ihre eigene Wärme, sondern die Winde führen ihnen noch erhitzte Körper zu, die wegen des Gebirges nicht weiter kommen können, sondern sich daselbst vervielfältigen. Auf der Nordseite aber haben sie keine andere Wärme, als die sich daselbst durch die Sonne und andere Ursachen erzeuget *). Ich meyne, daß meine Muthmaßung von den Ursachen der vorzüglichen Wärme der untern Luft und der Kälte der obern, durch diese Erfahrungen etwas gewinne.
    /-----------------
    /*Was ich hier von der Luft in Persien beygebracht, habe ich zusammen gelesen aus Valentyn Oud en Nieuw Oost-Indien Tom. V. Part. I. p. 25?. Tavernier Tom. I. Lib. V. Cap. 23. Olearii Persischer Reisebeschreibung Buch V. Cap. 7. Seite 564-566.

    La Condamine, Charles Marie (1758):
    Bemerkungen von der Geschwindigkeit der Pferde, bey dem römischen Pferderennen. Aus einer Abhandlung, die er in der Ak. der Wissensch. vorgelesen. Siehe Mercure de France Sept. 1757, in: HMag, Bd. 21.4, S. 440-443.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-071R}
     / £{He8-XXV: 46a (1) p. 4 / 46a (3) p. 28 / 44 p. 4}
     / £{HeM-161, 215}
     / £{Phi-059}
     / £{Pil-158}
    /QTxt:
    /S. 442f.: Herr du Fay schrieb 1737 von Newmarket das Pferderennen von vier englischen Meilen, das er mit angesehen hätte, sey in acht Minuten weniger vier oder fünf Secunden zurücke gelegt worden *), welches mehr als 41 2/3 Fuß in einer Secunde beträgt, und also vier Fuß mehr als bey den barbarischen Pferden zu Rom; aber das war nur eine ordentliche Geschwindigkeit, weil von zehen Pferden, welche liefen, das hinterste nur zwölf bis funfzehen Schritte zurück blieb. Eben dieses Rennen ist verschiedene mal in sechs Minut. sechs Secunden geendiget worden. Dieses hat mir jemand berichtet, der bey dem Rennen zu Newmarket und anderwärts verschiedene mal Wetten gewonnen hat. Diese Geschwindigkeit beträgt mehr als 54 Fuß in einer Secunde, und verhält sich zur Geschwindigkeit der barbarischen Pferde zu Rom wie 3:2. Auch muß man bemerken, daß diese letztern nur eine Meile, die englischen aber vier Meilen nach einander laufen, und noch einen Reuter tragen. Es ist offenbar, daß die erste Meilen von diesen vieren, mit einer größern Geschwindigkeit ist durchlaufen worden, als die mittlere Geschwindigkeit beträgt, die man daraus erhält, daß vier Meilen in sechs Minuten, sechs Secunden durchlaufen werden, welches 1 Minute, 31 Secunden für die Meile giebt. Man versichert, ein berühmte englisches Rennpferd, Namens Sterling, habe verschiedene male die Meile in einer Minute zurück geleget, welches 82 1/2 Fuß jede Secunde betrüge; hätte es aber auch diese Geschwindigkeit nicht eine ganze Minute lang behalten: so ist es doch genug, wenn es sie nur einige Secunden lang gehabt hat, um ohne poetische Vergrößerung sagen zu können, ein solches Pferd laufe schneller, als der Wind, weil der heftigste Wind selten so weit in gleicher Zeit kömmt. Ein Wind, dessen Geschwindigkeit in einer Secunde 85 Fuß betrüge, würde ein Schiff, das nur den dritten Theil dieser Geschwindigkeit annähme, in einer Stunde sechs Seemeilen forttreiben, und das ist die größte Geschwindigkeit, die man auf dem Meere kennt.

    Temple, William (1758):
    Versuch von der Gesundheit und dem langen Leben. (Aus dem Englischen seiner Miscellanies), in: HMag, Bd. 21.5, S. 492-550.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{Hes-061,24 & 240,13}  / £{Phi-053}  / £{Fri-373}
     / £{Pil-136}
    /QTxt:
    /S. 502f.: Meines Erachtens ist dieses auch die Ursache, warum bey unsern Engländern die Luft zu Montpellier hauptsächlich bey langwierigen Erkältungen oder verzehrenden u. andern anhaltenden Krankheiten so heilsam ist. Ich habe aber doch einige gekannt, welche die Wiederherstellung ihrer Gesundheit in dortiger Gegend eben sowohl den Früchten, als der Luft dieses gemeldeten Ortes, zugeschrieben. Ich kann es nicht sagen, ob in der Himmelsgegend von Brasilien etwas zu finden sey, welches der Gesundheit zuträglicher ist, als in andern Ländern: denn außer dem, was man bey den Eingebohrnen bemerket hat: so erinnere ich mich auch, daß Don Francisco de Melo ein portugiesischer Abgesandter in England erzählet hat, es sey in seinem Lande was gewöhnliches, daß man Leute, welche Alters oder anderer Schwachheiten wegen so entkräftet sind, daß sie, dem Ansehen nach, nicht mehr als ein oder zwey Jahre aufs höchste leben könnten, nach Brasilien zu Schiffe fortschicke, woselbst sie noch eine ziemliche Zeit, ja manchmal zwanzig und mehr Jahre leben: dieses geschehe durch die wiedererhaltenen Lebenskräfte, welche sie vermittelst dieser Veränderung, wieder erlangen. Ob aber diese so große Wirkung von der Luft, oder den Früchten dieses Landes herrühre, oder von der Sonnen, als der Quelle des Lebens und der Wärme, welche dort mehr Hitze giebt, und der abgenommenen Wärme aufhilft, das weiß ich nicht.

    Brown, Patrick (1758):
    Bürgerliche Historie von Jamaica, aus D. Browns civil and natural History of Jamaica, in: HMag, Bd. 21.6, S. 563-615.
    /=====Text-Zeugen======
     / £{He8-24} / £[Kae-303,17}
    /QTxt:
    /S. 577: Port-Roial war damals wahrscheinlich der reichste Platz von dieser Größe in der Welt, [...]; als den 7. Junii 1692 ein schreckliches Erdbeben kam, welches in kurzer Zeit diese berühmte und reiche Stadt zerstörete, indem der größte Theil der Häuser, des Reichthums, und ihrer Einwohner, viele Klafter tief unter das Wasser, in einen allgemeinen Ruin begraben wurden. Die Zerstörung von Port-Roial war auch nicht das einzige Unglück, welches die Insel durch diese fürchterliche Erschütterung ausgestanden hatte; die meisten maßiven Gebäude waren überall zerstört; die eingestürzten Berge ruinirten viele in der Nähe gelegene Pflanzungen; [...].


  22. Band (1759)

    Aepinus, Franz Ulrich Theodosius (1759):
    Akademische Rede von der Aehnlichkeit der electrischen und magnetischen Kraft, Bey der feyerlichen Versammlung der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, am 7. Sept. 1758 [...] öffentlich vorgelesen. [...] Aus dem Lateinischen übersetzt (Sermo academicus de Similitudine vis electricae atque magneticae, etc. Petrop. Typ. Acad. Scient.), in: HMag, Bd. 22, S. 227-272.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 185,33)
    / / £{Hol-225}
     / £{Hes-182,24}
     / £{Bar-243}  / £{Pil-342}
    /QTxt:
    /S. 241: Es wird dieser itzt erwähnte Stein, der, so viel mir noch bekannt ist, seines gleichen nicht hat, allein auf der ostindischen Insel Ceylon gefunden, und führet den Namen Trip, und Turmalin, von denen aber, die mit Edelsteinen handeln, denen er nicht ganz unbekannt ist, wiewol sie ihn nur wenig kennen, wird er Aschenzieher genennet. Er ist hart, durchsichtig, und verträgt ohne Schaden ein starkes Feuer, deswegen er unter die kostbaren Steine, welche man Edelsteine zu nennen pflegt, gerechnet wird.
    /S. 242: Allein, wie viel bewunderungswürdiger ist diejenige Electricität, welche diesem Edelsteine, vermittelst der Wärme, mitgetheilet wird.
    /S. 242f. Anm.: Es ist meine Absicht nicht, hier eine vollständige Beschreibung aller Eigenschaften des Tourmalins mitzuteilen. Ich habe dieselbe der Akademie der Wissenschaften zu Berlin übergeben, in deren Abhandlungen man dieselbe also zu suchen hat. [==> HistBer, Année 1756; erschienen 1758]

    Anonym (1759):
    Zweyte Nachricht, von den wunderbaren electrischen Eigenschaften eines Edelgesteines, welcher auf der Insel Ceylon gefunden wird. Aus dem Supplement zu dem Gentleman's Magazine, auf das Jahr 1758. S. 617 u. f, in: HMag, Bd. 22.4, S. 439-445.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-225}
     / £{Hes-182,24}
    /QTxt:
    /S. 439f.: Wenn diese Stein auf glühenden Kohlen warm gemachet wird, pflegt er die Asche, die um ihn herum liegt, wechselsweise an sich zu ziehen, und von sich zu stoßen; [...].
    /S. 441: Die Gesetze der Electricität des Tourmalins sind folgende: [...].

    Krünitz, Johann Georg (1759):
    Nachricht von dem in Südamerica neu entdeckten Metalle, Platina del Pinto, oder weißes Gold genannt, und denen bisher davon ans Licht getretenen Schriften, in: HMag, Bd. 22.3, S. 273-284.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-213R}
     / £{Hes-054,19 & 168,26}
     / £{Doe-168',27}

    • /S. 273: Hier haben wir eine neue Substanz, welche die gewöhnlichen Begriffe verkehret. [...] Die Spanier haben dieses neue Metall in den Bergwerken des Königreiches Peru entdeckt, und ihm den Namen Platina beygeleget, welcher von dem Worte Plata, welches im Spanischen so viel, als Silber bedeutet, gemacht ist. Platina del Pinto hat man es darum genannt, weil es in Pinto, und den Gruben zu Santa-Fé, unweit Carthagena, angetroffen wird. Es wird auch Ivan blanco, oder weißes Gold, imgleichen das achte Metall genannt.
    • /S. 274: Es vereinigt sich mit dem Golde sehr leicht, und wann es nicht in hinlänglicher Menge vorhanden ist, daß das Gold auf eine merkliche Weise härter und spröder werde, kann man diese Vermischung sehr schwer bemerken, [...]. Diese hat den König von Spanien veranlasset, die Gruben in Santa-Fé, allwo dieses Metall in großer Menge befindlich ist, verschließen zu lassen.
    • S. 275: Es war aber dieses Metall bereits seit 1741 dem englischen Metallurgus, Carl Wood, bekannt gewesen, welcher einige Stückchen von Jamaica mitgebracht hatte, die der Sage nach aus Carthagena gekommen waren. Es sind aber die Versuche, welche er mit diesem Metalle angestellet, erst einige Jahre hernach, der königlichen Gesellschaft durch den Herrn Watson mitgetheilet worden. Sie stehen in denen englischen Transactionen vom Jahre 1750, No. 496, Art. 12, S. 584-596. Hierauf erschienen im zweyten Stücke des ersten Bandes der physikalischen Belustigungen, welcher in 8. zu Berlin gedruckt worden, S. 107f. und im vierten Stücke, S. 285f. zwey aus dem Englischen übersetzte Schreiben des Herrn Wilhelm Watson, an den Herrn Professor Bose in Wittenberg, von dieser Entdeckung.


  23. Band (1759)

    Anonym (1759):
    Auszug aus: Io. Klefekeri [...] Curae geographicae, cum Mich. Richeii, p. p. Dissertatione epistolica, de loco Hochbuchi. Edidit et de incrementis geographiae recentissimis praefatus est Io. Ge. Buesch [...], in: HMag, Bd. 23.1, S. 3-77.

  24. Anonym (1759):
    Nachricht von den Wachsbäumen, in: HMag, Bd. 23.2, S. 210-222.
    /=====Text-Zeugen======
    /QTxt:
    /S. 210f.: Die Natur, welche in ihren Werken eben so fruchtbar, als mannigfaltig ist, hat nicht allen Ländern einerley Hülfsmittel angewiesen, um damit die Nothwendigkeiten der Einwohner zu bestreiten; [...]. So wie nun also bey uns das Wachs, woraus unsere Wachskerzen gemacht werden, ein Werk der Insecten ist, so ist es in anderen Welttheilen eine Frucht aus dem Gewächsreiche. Wir hoffen unsere Leser zu vergnügen, wenn wir ihnen eine Beschreibung von diesen bey uns unbekannten Gewächsen mittheilen. Amerika und Asien bringen dieselben hervor, unn wir wollen daher unsern Lesern von beyden Arten, der Wachsbäume einen Begriff machen.
    /S. 216: Dieser chinesische Wachsbaum, wird von den Landeseinwohnern Pe-la genennet, und ist von einer ganz andern Art, als der Lousianische. Sein Wachs wird durch Beihülfe gewisser kleiner Insecten aus ihm erhalten.
    /S. 217: Zu dieser Zeit muß man die Nester auf die Bäume tragen, die noch keine haben.

    Anonym (1759):
    Nachricht von dem Drachenblute, in: HMag, Bd. 23.2, S. 222-224.
    /=====Text-Zeugen======
    /QTxt:
    /S. 223: Es ist ein gummöses Harz, das eine rothe Farbe hat, und von der Körnern einer Art von Palmbäumen gemacht wird, die Drachenbäume heißen, wie wohl es auch aus den Einschnitten der Rinde diese Baumes hervorfließt. Auf der Insel Teneriffa wächst dieser Baum sehr häufig, und zwar auf einem hohen felsigten Lande. Wenn man dieses Harz aus den Früchten des Baumes zubereiten will, so werden sie [...].«

    Anonym (1759):
    Natürliche Geschichte des Heerings, in: HMag, Bd. 23.6, S. 563-583.
    /=====Text-Zeugen======
    / / £{Hol-177f.}
    /QTxt: [Stützt sich auf zwei Publikationen: Paul Neucranz, De Harengo, exercitatio medica (Lübeck 1654) und Jacob Solas Dodd, Essay towards a natural History of the Herring (London 1752)]
    /S. 573: Die Heeringsfischerey geschicht hauptsächlich in den Gegenden der Insel Schottland, im schottischen Meere, nordlich ab von den orcadischen Inseln. [...] Soviel ist gewiß, daß sich die Heeringe ordentlich gegen den 8. Junii in erstaunlicher Menge daselbst einfinden. Es ist auch gewiß, daß sie aus den entlegensten nordischen Meeren dorthin kommen.
    /S. 574 Anm. des Ueb.: Es steht im [!] Theile des physicalischen und öconomischen Patrioten, im Stücke [!] eine Abhandlung von den Zügen der Heeringe, die man nachschlagen kann. Es wird darinn gezeiget, daß nicht allein die ungeheure Menge der jungen Heeringe die Ursache ihrer Wanderschaft ist, sondern daß auch verschiedene Raubfischen hinter ihnen her sind, die sie aus einem Meere in das andre jagen, bis sich endlich der übrige Schwarm wieder in seiner Heimath einfindet, und die Bevölkerung fortsetzte.
    /S. 579: Huetius setzt die jährlichen Einkünft der Fischerey auf 300.000 Tonnen, und berechnet dieselben zu 25 Millionen Thaler Banco, wovon 17 Millionen reiner Gewinn, und 8 Millionen für die Kosten zu rechnen sind. Funk behauptet, daß die Holländer jährlich 14.800 Millionen Heeringe fangen. Dodd saget, daß im Jahre 1688 auf 450.000 Holländer zum Heeringsfange gebraucht worden sind. Im Anfange des letzten Jahrhunderts fischten 2000 Buysen [= Kutter] von 60 bis 200 Tonnen von Buchneß an bis zum Ausfluß der Themse, in 26 Wochen 16.000 Lasten, oder 192.000 Tonnen Heeringen. Jede Tonne von 32 Gallonen enthält gemeiniglich 1.000 Stück Fische. Folglich brachte diese Fischerey 192 Millionen Heeringe ein. Im Jahre 1718 waren die Heeringe in Holland so wohlfeil, daß man eine aus 12 Tonnen bestehende Last, erst für 110, nachher aber für 83 holländische Gulden kaufen konnte.
    /S. 580f.: Es giebt zweyerley Arten den Heering einzusalzen, nämlich weiß und roth. Die erste Art ist diese. So bald der Hering gefangen ist, wird er aufgeschnitten, und man löset die Gedärme von den Eyern, oder der Milch ab, und wirft sie hinweg. Alsdenn wird der Fisch in frischem Wasser gewaschen, stark mit Salz gerieben, und in eine Salzlaake gelegt, welche so stark seyn muß, daß ein Ey darauf schwimmet. [...] Die holländischen Heeringe sind zarter, von besserm Geschmacke als die englischen. Die Ursach ist Sonnenklar. Die holländischen bleiben länger im Salze, als die englischen, weil sie in Holland nicht eher verkauft werden, als bis alle andere Gegenden damit versehen sind. [...] Die andre Art, die Heeringen roth einzusalzen geschieht auf folgende Weise, Wenn die Fische aus der Laake genommen sind, reihet man sie an den Köpfen an hölzerne Spieße, und hängt sie in eigentlich dazu verfertigten Oefen auf, deren jeder gemeiniglich 12.000 fasset. [...] Man nennt sie nach dieser Zubereitung Picklinge.

    Borelli, Giovanni Alfonso (1759):
    Bemerkungen von der ungleichen Stärke der Augen, woraus man schliessen kann, daß das linke Auge die Objecte gemeiniglich viel deutlicher sehe, als das rechte, in: HMag, Bd. 23.6, S. 641-645.
    /=====Text-Zeugen======
    /(AA-Kant, Bd. 02: 381,05)


Datum: 14.08.2007 / ... / 02.04.2009 / ... /
07.11.2012 / .../ Juli bis November 2016 / ... / 31.10.2018 / 12.03.2020 /
05.01.2021 / ... / 20.08.2021 / 26.10.2021