Knopf: Bibliothek

AHR, Bde. 1-17
(1747-1759)

Knopf

Allgemeine Historie der Reisen:
Bde. 01, 02, 03, 04, 05, 06, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17
(1747-1759.)
=================================
Bde. 18, 19, 20, 21 (1764, 1769, 1771, 1774)
***********************
Version v: 16. Oktober 2001 / ... / Juli 2006 / ... / 30.03.2009 / bis Mai 2017
***********************


21 Bände; teils gegliedert in Bücher, die Bde. 9 und 14 monographisch, Register in Bd. 21.
  1. __AHR-02_(1748)___

    |P_0 [unpaginiert vorab]

    Vorbericht des deutschen Herausgebers

    Vorrede der englischen Verfasser

    Erstes Schreiben des Hrn. Bellin, Ing. des Seewesens an Hrn. Abt Prevost

    Zweytes Schreiben des Hrn. Bellin, an Hrn. Abt Prevost

    [Betrifft beigegebene Karten


    Erklärung einiger fremden, unbekannten und eigenen Benennungen oder Kunstwörter, deren sich die Schiffahrer oder Reisebeschreiber zu bedienen pflegen.

    £{Hol-089,01-04}
    Dünen heißen überhaupt die Sandhügel längst dem Strande, welche das Meer selbst am Ufer ausgeworfen oder die Natur bereitet hat, das Austreten des Meeres zu verhindern. Im besondern Verstande aber heißt die Gegend längst der ostlichen Küste der Landschaft Kent in England, und den holländischen und flandrischen Ufern also.
    £{Hol-003,11}
    Faden ist ein auf den Schiffen gebräuchliches Maaß, einen Klafter lang, mit welchem die Tiefe der Flüsse und sonderlich des Meers gemessen wird.
    £{Hol-268,05}
    Galion, so hießen vor Zeiten in Frankreich die großen Kriegsschiffe mit drey, vier oder mehr Verdecken. Itzo aber wird der Name nur noch von den Spaniern beybehalten, und durchgängig ihren Schiffen beygelegt, die zwischen Spanien und America fahren. [...]
    £{Hol-107,14-15}
    Last ist ein gewisses Maaß von unterschiedener Größe. Bey den Schiffen verstehet man, wenn man ihre Größe und Stärke bestimmt, durch eine Last zwo Tonnen, deren jede 2.000 Pfund schwer hält.
    £{Hol-111,16} / £{Hes-080,06-13}
    Log ist ein Stückchen ausgehöltes Holz etwa 8 bis 9 Zoll lang, welches mit einem Bleye beschwert wird, damit es auf dem Wasser stille liege. An demselben ist eine Schnur oder ein dünner Strick, die Logleine genannt, mit Knoten in gewisser Weite, insgemein 30 Secunden, abgetheilet und auf einen Stock gewicklet, befestiget. Wenn nun das Schiff bey gutem Wetter unter Segel ist, so wird dieses Log aufs Wasser geworfen; und man läßt die Schnur 1 oder 2 Minuten lang, nach der dabey liegenden accuraten Uhr ablaufen, zählet sodann die Knoten und erräth daraus muthmaßlich, wie weit man in gedachter Zeit gesegelt, folglich, wie weit man von dem Orte der Abfahrt weg sey. Man nennt es auch sonst das Schiffchen, und die Logleine die Schiffsschnur.
    £{Hol-005,17-18} [Nur die Sache]
    Lothleine ist eine Leine oder ein Strick von ungefähr drey Vierthel Zoll dicke im Umfange und von 100 bis 120 Faden lang, aber nicht geteert noch gepicht, daran man das Loth oder den Bleywurf bindet; und damit die Tiefe erforschet.
    £{Hol-069,07} [Nur die Sache]
    Orcan heißt ein erschrecklich tobender und zuweilen mit heftigem Ungewitter begleiteter Wirbelwind.
    £{Hol-003,08-10}
    Toise, ist ein französisches Längenmaaß, welches sechs Fuß hält, und also den deutschen Klaftern gleich ist.
    £{He8-???} / £{He4-???}
    Travados oder Trovados heißen in der Seefahrt gewisse ungestüme Winde, die in einer Stunde um den ganzen Compaß herum laufen, mit Donner und Regen vergesellschaftet sind, wodurch allerhand schädliche Wirkungen entstehen, indem die Kleider davon verrotten und davon viel Ungeziefer gezeuget wird.
    £{Hol-107,14-15}
    Tonne heißt auch bey der Schiffahrt eine Last von 2.000 Pfunden oder 20 Zentnern, wornach man die Größe des Schiffe zu rechnen pfleget. Zwo Tonnen machen eine Last.
    £{Hol-070} [Nur die Sache: Typhons]
    Tuffon oder Windsbrut ist ein heftiger und gewaltiger Sturmwind, der zwar nicht lange anhält, dennoch die Schiffe oftmals mast- und segellos machet, ja auch wohl gar umwirft.


    Das IV Buch. / Reisen nach verschiedenen Theilen von Africa und den angränzenden Eylanden, nebst umständlicher Beschreibung der dahin gehörigen Länder und ihrer Einwohner [P_1-223]

    Der I Abschnitt. Von den Canarieninseln überhaupt [P: 2-8]

    Der II Abschnitt. Das Eyland Canaria [P: 8-11]


    |P_11 [nicht die Quelle]
    £{Hol-208,21-22}
    Aus diesem Saft wird der beste Rum distillirt; eine schlechtere Art wird von dem Schaume aus den Kesseln gemacht, wenn der Saft kochet. Der Zucker, welcher also gemacht wird, heißt Muscavedo, oder brauner Zucker; derjenige aber, von welchem der Verfasser Nachricht giebt, ist daselbst geleimter Zucker.
    £{Hol-202,13-15} [ Banane ]
    Der Plantanbaum in Westindien ist ungefähr von der Größe eines gemeinen Apfelbaums. Der Stamm aber ist sehr gerade, und da er oben spitzig zuläuft, in seiner Festigkeit dem Kohlstrunke sehr gleich. Das Laub ist etwas breiter, als es der Verfasser machet. Die Frucht ist einer Gurke nicht ungleich, aber breiter, und an den Ende gespitzt. Sie wächst in Büscheln.

    Der III Abschnitt. 2. Das Eyland Teneriffa [P: 11-20]

    |P_12
    £{Hol-201,02-07} [Nicht die Quelle]
    Den Baum Drago, genannt, aber hat Teneriffa allein. Er wächst auf einem hohen felsichten Lande, und giebt, wenn man seine Rinde einschneidet, einen Saft wie Blut d), der eine bekannt Spezerey bey den Apothekern ist.
    --------
    d) Gummi Adragant, oder Drachenblut.

    |P_16
    £{Hol-194,24-195,03} / £{Doe-151',04}
    Der Vicekönig, welcher an einem Abende diese Jagd mit ansah, versicherte den Verfasser, daß ein Falke, der auf dieser Insel [Teneriffa] jung geworden, und den er vorher an den Herzog von Lerma geschickt, in einem Fluge, ohne daß er auf irgend einem Schiffe unterwegens geruhet, von Andalusia nach Teneriffa, welches 250 spanische Meilen sind, geflogen, und daselbst halbtodt mit des Herzogs Ringe gefangen worden. Die Zeit da er ausgeflogen, bis da er gefangen worden, beträgt nicht über 16 Stunden.

    |P_17
    £{Hol-211,01-03}
    Dieses Eyland [Teneriffa] bringt drey Arten von vortrefflichen Weinen hervor, als Canary, Malmsey, oder besser Malvasta, und Verdona, die man alle zusammen Sekt nennet. Beeckman merket an, man sage, die Weine, welche die Canarien hervorbringen, wären durch die Spanier [...], von rheinischen Fächsern gepflanzet worden, die an statt des scharfen Rheinweins, da sie ein schöner Erdreich angetroffen, den süßen angenehmen Wein hervorbringen, der durch ganz Europa verkauft wird; [...].

    |P_19
    £{Hol-305,12-13}
    Außer den schlanken Fichten findet man [auf Teneriffa] noch eine andere Art, welche ausspreitend wächst, wie die englischen Eichen. Diese nennen sie den unsterblichen Baum, weil er niemals, weder unter der Erde, noch im Wasser verfaulet. Er ist fast so roth, als Brasilienholz und so hart, aber nicht so fetticht, als eine andere Fichte.

    Der IV Abschnitt. Die Eylande Gomera, Palma, Hiero, oder Ferro, Lanzarota und Fuerteventura [P: 20-27

    |P_21 [auf dem Rand steht:] Palmwein.
    £{Hol-305,14}
    Ihre besten Weinstöcke wachsen in einem Boden, Brenia genannt, woselbst jährlich 12.000 Fässer Wein gemacht werden, der dem Malvasier ähnlich ist.

    |P_21-23
    £{Hol-198,01-22} / £{Hol-305,13}
    Es [das Eyland Ferro] hat kein anderes frisches Wasser, als was aus den Wolken kömmt, welches auf folgende Art gesammlet wird. Mitten auf dem Eylande wächst ein großer Baum, dessen Laub fast wie von einem Oelbaume aussieht. Dieser Baum ist beständig mit Wolken bedeckt, durch dessen Vermittelung ein sehr süßes und gesundes Wasser von den Blättern in eine große Cisterne träufelt, welche darunter gebauet ist. Das Wasser, welches also aufgefangen wird, hilft nicht nur den Bedürfnissen der Menschen ab; sondern reicht auch für das Vieh zu.
    / Zusatz. Die meisten Reisebeschreiber stimmen mit unserm Schriftsteller [Nicols] in der Hauptsache überein, was diesen Baum betrifft; und an statt das Wunder zu vermindern, haben sie noch vielmehr einige besondere Umstände zu Vergrößerung desselben hinzugethan. Einige merken an, daß sein Stamm über zweene Faden dick, und 40 Fuß hoch sey, und seine Zweige auf 120 Fuß weit um sich herum ausbreite. Dapper schreibt, ohne zu melden, wo er solches her hat, daß der Nebel oder die Wolken, welche den Baum die ganze Zeit über, außer in den heißesten Stunden des Tages, bedecken, eine so große Menge Thau darauf werfen, daß von den Blättern beständig klares Wasser trieft, bis auf zwanzig Tonnen des Tages. Dieses fällt in zwo steinerne Cisternen, jede zwanzig Quadratfuß groß, und sechzehn Hand hoch tief, die deswegen an der Nordseite des Baumes gemacht worden. Er setzet hinzu, die Einwohner nennten diesen Baum Garoe, und die Spanier Santo oder Heilig. [...]
    Viele Schriftsteller, nebst dem Herrn Nicols, setzen bloß einen Baum, von dem das Wasser gesammlet wird. Allein, Richard Hawkins setzet eine große Anzahl, die dazu dienet. Er meldet uns, der Baum stünde in einem Thale, der mit einem dicken Walde von hohen Fichten umgeben sey. Weil nun diese einen großen Theil des Tages von den hohen Gebürgen gegen Südost vor der Sonne beschattet würden: so sammleten sich die Ausdünstungen, die aus dem Thale in die Höhe stiegen, in eine Wolke oder einen dicken Nebel, welcher in einem Thaue auf die Fichten fällt, und von ihnen auf diesen Baum in dem Grunde, und so in eine Cisterne, oder in ein Becken, welches um den Fuß desselben rund herum gebauet ist. Dieses giebt den Leuten sowohl, als dem Viehe, eine große Erquickung. Dem ungeachtet aber helfen sie doch ihrem Wassermangel vornehmlich durch den Regen ab, den sie mit großem Fleiße auffangen, und in Cisternen und Tynasen verwahren.
    Obgleich Hawkins Nachricht in diesem Stücke von anderer Schriftsteller ihrer abgeht: so giebt er doch zu, daß ein solcher Baum daselbst sey, der die Insel mit Wasser versieht. / Es findet sich aber ein Reisebeschreiber, welcher das Daseyn desselben gar leugnet, und die Nachricht, welche andere davon so ernstlich ertheilet, für eine Erdichtung ausgiebt. Dieses ist der bereits angeführte le_Maire, der eine Reise nach den canarischen Eylanden &c im Jahre 1682 gethan. Weil er vorher von diesem wundersamen Baume gehöret: so forschte er bey seiner Anwesenheit daselbst, nach der Wahrheit desselben, wobey er die obenerzählten Umstände anführte; und die Einwohner bestärkten ihn, wie er saget, in der Meynung, die er vorher davon gehabt, daß es eine bloße Fabel wäre. Man kann vielleicht wider diese Nachricht des le_Maire einwenden, daß die Einwohner, die er darum befraget, die von Teneriffa, und nicht die von Ferro selbst gewesen; und daß das, was sogleich unmittelbar darauf folget, die Sache in dem Hauptwerke selbst beweist, nämlich, daß einige von den Einwohnern ihm berichtet, es wären solche Bäume in diesem Eylande; sie gäben aber nicht eine solche ungeheure Menge von Wasser, als man vorgäbe.
    Die bereits angeführten Schriftsteller reden vom Hörensagen. Wir wollen daher zuletzt noch die Nachricht eines Ludwig Jacksons anführen, der ein Augenzeuge davon ist. Dieser Mann erzählte Purchasen, er hätte diesen Baum im Jahre 1618 gesehen, da er auf dem Eylande gewesen; [... Er] sieht am Tage verwelkt aus, und trieft in der Nacht, da alsdann eine Wolke über ihm hängt t). Er giebt für das ganze Eyland, Menschen und Vieh, Wasser genug, da doch, wie man ihm gesaget, 8.000 Personen, und 100.000 Stücke Vieh darauf gewesen. Das Wasser wird in bleyernen Röhren von dem Baume nach einem großen Behälter geleitet, der 20.000 Tonnen enthält. Er ist mit Ziegeln ummauret, und mit Steinen gepflastert, und von da wird das Wasser nach verschiedenen kleinern Cisternen durch die ganze Insel geleitet, auf die Berge aber in Fässern geführet. Das große Becken enthält 20.000 Tonnen, und wird doch alle Nacht gefüllet. Ueberhaupt, ob wir gleich nicht gern das Zeugniß eines Mannes verwerfen, der vorgiebt, daß er aus seiner eignen Erfahrung rede, zumal wenn es eine Sache betrifft, die gar wohl wahr seyn kann: so müssen wir doch gestehen, le_Maires Nachricht scheine uns die wahrscheinlichste zu seyn, weil es leichter zu begreifen ist, wie das Eyland durch verschiedene Bäume, die an unterschiedenen Orten wachsen, mit Wasser versehen werden kann, als durch einen. [...]
    ---------
    /t) Purchas merket an, daß eben dergleichen Bäume zu St. Thomas wachsen, nur mit dem Unterschiede, wenn wir dem Sanutus glauben, daß jener beständig mit einer Wolke bedeckt ist, welche auf diese nur erst des Nachmittags kömmt, und zwo Stunden vor Tage sich wieder zertheilet, worauf der Stamm, die Zweige und Blätter dies Baumes, das Wasser bis zwo Stunden nach der Sonnen Aufgange schwitzen. Pilgr. a. d. 783 S.

    |P_27-41
    Drey Reisen nach der Spitze des Pico de Teneriffa, nebst einer Nachricht von dem Ursprunge der Guanchos, oder alten Einwohner, und den Todtenhölen, die in diesem Eylande gefunden werden.

    |P_32
    £{Hol-026,17-20}
    Die Spitze auf welcher sie stunden, und die nicht über eine Elle breit war, ist der Rand von einer Grube, Caldera genannt, welche sie für einen Musketenschuß breit, und ungefähr achtzig Ellen tief hielten. Sie ist wie ein Kegel gestaltet, hohl inwendig, wie ein Kessel, und mit kleinen losen Steinen, die mit Schwefel und Sand vermengt sind, ganz bedeckt. Zwischen denselben gehen verschiedene Luftlöcher von Dampfe und Hitze hervor, welche, wenn sie mit etwas erregt werden, krachen, und ein Geräusch machen.
    £{Hol-026,11-12}
    So bald als die Sonne hervorkam, schien der Schatten des Pico nicht nur das ganze Eyland Teneriffa, und die großen Canarien, sondern auch die See bis an den Horizont zu bedecken, wo die Spitze des Zuckerhutes, oder des Pico, sich deutlich zu erheben schien, und seinen Schatten selbst in die Luft warf, worüber sie sehr erstaunten

    |P_40
    £{Hol-305,17-18} £{Hol-314,13-15}
    Die Leichname sind in Ziegenfelle, mit Riemen von ebensolchen Häuten, auf eine sehr besondere Art, eingenähet.

    |P_42
    £{Hol-305,18-19}
    Man hieß es Madera, weil man daselbst einen großen Wald von allerley Bäumen, als Cedern, Cypressen, Vinatico, Barbuzano, Fichten u. d. g. antraf. Es hatte damals einen Ueberfluß an diesen Bäumen, und behält beständig diesen Namen.

    |P_44
    £{Hol-305,16-17}
    Er berichtet auch, daß diejenigen, welche sich zuerst dahin gesetzt, das Land lichter zu machen, die Wälder in Brand gesetzt, welches Feuer sich so heftig ausgebreitet, daß, der Erzählung nach, verschiedene mit ihren Familien, und darunter Gonzales selbst, dem Feuer zu entfliehen, in See gehen mußten [...]

    |P_48-49
    £{Hol-211,04-05} / £{Hol-305,17-18}
    Auch hatten sie damals gute Weine, seit dem sie sich dahin gesetzt, und in solcher Menge, daß sie viel wegführten. Unter andern Weinen wurden einige Malvasierpflanzen von Candia durch den Prinzen dahin gebracht, die sehr wohl fortkamen. [...] Alsdann hätte / man Wein, meistens von Candia, dahin gepflanzt, und starken Wein erhalten. Der Malmsey ist eine kräftige Herzstärkung, und der beste befindet sich in der Jesuiten Garten zu Fonchial. Ihre Weinlese geschieht im Herbst-und Weinmonate, und sie bekommen jährlich über 25.000 Pipen. Dieser Wein ist von zweyerley Art, eine bräunlicht, und die andere roth, Vino tinto genannt; weil man die durchgängige Meynung hat, daß er gefärbt ist, welches aber gleichwohl die Einwohner aufs heftigste leugnen. Sie sind fast alle gekalkt, und man verwahret sie dadurch gegen die Hitze von Westindien, wo sich keine andern Weine so gut halten.


    Der VII Abschnitt. Nachricht von der Entdeckung des Eylandes Madera.
    Von Franz Alcaforado Portugiesisch geschrieben, und hier abgekürzt.
    [P. 57-65]

    |P_63f.
    £{Hol-305,24-25}
    Um die völlige Entdeckung bey Tagelichte zu machen, setzte er alle Segel aus, und richtete das Vordertheil des Schiffes / gerade auf die dunkle Wolke. Gonsalvos Verwegenheit machte die andern nur zaghafter: denn der Nebel erschien immer höher und dicker, je weiter sie fortrückten; so, daß er zuletzt recht schrecklich anzusehen ward. [...] Nach und nach ward die Wolke kleiner, und auf der Ostseite schwächer, aber die Wellen rauschten beständig aufs schrecklichste, und endlich sahen sie durch den Nebel etwas, das schwärzer war, als derselbe, ob sie gleich solches wohl wegen der allzugroßen Entfernung nicht deutlich erkennen konnten. [...] Sie segelten vorbey, und fanden Land, welches sich südwärts erhob, und die Wolke verschwand dazumal, und entdeckte eine weite Aussicht die Berge hinauf.

    |P_65
    [...]; und der König nannte das Eyland von der großen Menge allerley vortrefflichen Holzes, welches sich darauf befand, Madera. Gonsalvo brachte dem Könige und dem Infanten starke Stämme davon mit.

    [Es ist keine Rede von einer Abholzung der Wälder. / 26.09.2016]


    |P_66-103
    Das II Capitel / Reise das Aluise da Cada Mosto, im Jahre 1455, längst der afrikanischen Küste bis Rio Grande.

    |P_74
    £{Hol-305,24-25}
    Diese Azanaghier haben einen seltsamen Gebrauch, ein Schnupftuch um den Kopf zu tragen, von dem ein Stück ihre Augen, nebst etwas von der Nase und dem Munde bedecket. Sie halten den Mund für was häßliches, weil er stets aufsteigende Dämpfe ausläßt, und einen übeln Geruch hat; deswegen er nicht zu Gesichte kommen soll, und vergleichen ihn darinnen mit dem Hintertheile.

    |P_76-77
    £{Hol-122,14-17} / £{Hol-305,23-25}
    Wenn sie [die Kaufleute zu Melli] am Wasser angelangt sind, so legen die Eigenthümer des Salzes, jeder seine Stücke, in Haufen in eine Reihe, und jeder bezeichnet das seinige. Darauf machen sich die von der Karavane eine halbe Tagesreise zurück. Alsdann kommen die Schwarzen, mit denen sie handeln, welche sich nicht sehen und sprechen lassen wollen, und die Einwohner von einigen Inseln zu seyn scheinen, in großen Booten, legen eine Summe Goldes auf jeden Haufen, und machen sich wieder fort. Wenn solche weg sind, so kommen die Herren des Salzes, und nehmen das Gold weg, wenn es genug ist: im gegenseitigen Falle aber lassen sie es sammt dem Salze zurück, und entfernen sich wieder. Die andern Moren kommen wieder, nehmen die Haufen Salz weg, die sie ohne Gold finden, und legen entweder mehr Gold auf die andern, oder lassen das Salz zurück. Solchergestalt haben sie schon seit langen Jahren mit einander gehandelt, ohne einander zu sehen und zu sprechen. Der Verfasser gesteht, daß diese Nachricht etwas unwahrscheinlich aussieht, versichert aber, daß er sie von verschiedenen Arabern und Azanaghiern, auch andern glaubwürdigen Leuten, habe. Cada Mosto befragte eben dieselben Kaufleute, wie es käme, daß der Kaiser von Melli, den sie als einen so großen Herrn beschrieben, nicht in Güte oder mit Gewalt entdeckte, wer diese Leute wären, die sich weder sehen noch sprechen ließen? Darauf berichteten sie ihm: vor einiger Zeit hätte sich ein Kaiser von Melli fest vorgenommen gehabt, einige dieser Unsichtbaren in seine Hände zu bekommen; worauf beschlossen worden, ehe die Salzkaravane von ihrer halben Tagereise zurück käme, sollten sich einige von den Leuten an dem Ufer Löcher machen, sich darinnen zu verbergen, und die Schwarzen, welche kämen, das Gold aufs Salz zu legen, angreifen, und einige gefangen nehmen.
    Diese Unternehmung ward ausgeführt, und man bekam viere gefangen, die übrigen entflohen. Auch von diesen vieren ließen die, welche sie gefangen, dreye los, weil sie glaubten, des Kaisers Neugierigkeit könnte durch einen gestillt werden, und dieses würde die Schwarzen nicht so sehr aufbringen. Aber das Unternehmen schlug bey dem allen fehl; denn der Gefangene wollte nicht reden, ob man ihm wohl in verschiedenen Sprachen zuredete, auch nichts essen; so, daß er innerhalb vier Tagen starb. Dieses brachte die Schwarzen von Melli auf die Gedanken, daß diese Moren stumm wären. Andere sind der Meynung, daß der Gefangene, so wie die menschliche Gestalt, auch die Sprache gehabt hätte, aber aus Verdrusse nicht reden wollen.
    Dieser verdrüßliche Zufall war den Schwarzen von Melli sehr empfindlich, weil ihr Kaiser dadurch an Erhaltung seiner Absichten gehindert wurde. Er hörte diese Nachricht mit großem Misvergnügen, und fragte, von was für einer Gestalt jene gewesen? Die Antwort war: sie wären ungemein schwarz, wohl gestaltet, und eine Spanne größer, als sie gewesen. Ihre untere Lippe sey dicker, als eines Mannes Faust, und hinge ihnen auf die / Brust herunter; sie sey sehr roth, und es tröpfele etwas wie Blut daraus: die obere Lippe aber sey wie bey andern Menschen. Die Gestalt ihrer Lippe stelle ihren Gaumen und ihre Zähne dem Gesichte bloß, welche größer, als die ihrigen, wären, und in jeder Ecke ihres Mundes hätten sie große Zähne. Ihre Augen wären groß und schwarz, und kurz, sie machten ein schreckliches Ansehen, da sowohl von ihrem Gaumen als ihren Zähnen Blut tropfte.
    [ Das bei HOL erwähnte Tuch vor dem Mund wird diesen Leuten wohl fälschlicherweise zugeschrieben. AHR erwähnt lediglich, daß die Azanaghier solche Tücher tragen. ]

    |P_78-81

    Der IV Abschnitt. [über die Jalofer am Senegal]

    |P_78-79
    £{Hol-305,20-22}
    Wie sie beym Capo Blanco vorbey waren, setzten sie ihren Lauf nach dem Flusse, Namens Senega, fort, der die Wüste, und die braunen Azanaghier von den fruchtbaren Ländern und den Schwarzen absondert. Dieser Fluß war fünf Jahre zuvor, ehe Cada Mosto diese Reise that, von dreyen Caravellen, die dem Prinzen Heinrich gehörten, entdeckt worden. Sie waren hineingelaufen, hatten einen Frieden mit den Moren geschlossen, und die Handlung da eingerichtet [...] / Cada Mosto erstaunte, wie er einen so großen Unterschied in einer so geringen Entfernung entdeckte: denn auf der Südseite des Flusses sind die Einwohner außerordentlich schwarz, groß, stark vom Leibe, und wohlgebildet; die Landschaft ist grün, und voll fruchtbarer Bäume. Auf der andern Seite sind die Leute braun, mager und klein, das Land trocken und unfruchtbar.

    |P_79
    Das erste Königreich der Schwarzen liegt am Fluß Senega, und die, welche an dem Ufer desselben wohnen, heißen die Jalofer.

    |P_81
    £{Hol-306,05}
    /Es ist hier [ bei den Jalofern am Senega ] sehr heiß, und wird selbst im Jenner nicht so kalt, als in Italien im April. Je weiter man reiset, destomehr wächst die Hitze.

    |P_85
    £{Hol-306,05}
    /Korn, Reiß, Hafer und Wein wachsen in dem Königreiche Senega nicht, eben so wenig als in andern Ländern der Schwarzen auf diesen Küsten, weil die Hitze zu groß ist.


    Cap. VI: Beschreibung der Eylande des grünen Vorgebirges. (156-246)

    |P_158
    £{Hol-305,27-306,01} / £{Hes-010,16} / £{Kae-076,02}
    /Von den Eylanden des grünen Vorgebirges überhaupt.
    /Die Portugiesen, welche diese Eylande entdeckt haben, nennen sie Las Ilhas de Cabo Verde. Das Vorgebirge erhielt seinen Namen von dem beständigen Grüne, mit welchem es bedeckt ist, und die Eylande von dem Vorgebirge, bey welchem sie liegen, wie der Name anzeiget. Sie geben ihnen auch überhaupt den Namen Las Ilhas Verdes, entweder durch Abkürzung des Namens, oder von dem grünen Kraute, welches wegen seiner Ähnlichkeit mit der Brunnenkresse Sargosso heißt, und rings auf dem Wasser herum schwimmt, und eine Beere trägt, wie die weiße Johannisbeere. Dieses Kraut bedecket die See vom zwanzigsten bis zum vier und zwanzigsten Grade, und schwimmt so dicke, daß es eine schwimmende Insel zu seyn scheint, welche den Schiffen den Weg verlegen will. Man kann auch nicht anders durchkommen, als mit einem ziemlich starken Winde a).
    ----------
    /a) Man kann nicht sagen, woher dieses Kraut in diesen Theil des Oceans kömmt, welcher auf hundert und fünfzig Seemeilen von der afrikanischen Küste entfernt ist, und wo die See keinen Grund hat, zumal, da es dergleichen Kraut sonst nirgends giebt. Siehe Mandelslohs ostindische Reisen.

    |P_159
    Ihre vornehmste Viehzucht besteht in Schafen und Ziegen: denn sie haben wenig Rinder.

    |P_161
    £{Hol-306,01-03}
    /Dreye von den zehn großen Eylanden, nämlich Sal, St. Lucia und St. Vincent, sind unbewohnt. Die übrigen sind meistentheils von den Schwarzen oder Mulatten bevölkert. Dieses ist auf folgende Art geschehen. Man muß wissen, daß die Portugiesen, welche zuerst von St. Jago Besitz genommen, sich mit Sklaven von Guinea versorgt haben, um ihre Arbeit zu verrichten. Sie hatten die Gewohnheit, um für ihre Sünden genug zu thun, einem oder mehrern von diesen Sklaven die Freyheit zu schenken. Weil sich diese freygelassnen Schwarzen in einer Himmelsgegend befanden, welche ihrer Natur gemäß war: so nahmen sie allmählich überhand; und weil sie die Herrschsucht und die Unterdrückung der Weißen nicht vertragen könnten: so fanden sie mit der Zeit Wege, in die benachbarten Eylande überzusetzen, wohin ihnen einige von den Weißen, die ihren Wachsthum sahen, nachfolgten. Als der portugiesische Handel verfiel, indem andere Nationen den Weg nach Guinea und Westindien fanden: so wurden ihnen die Schwarzen der Anzahl nach so überlegen, daß sie es so weit brachten, daß sie mit den Weißen auf gleichen Fuß gehalten werden mußten. Ehe sich die letztern dieses gefallen ließen, zogen sie sich lieber nach St. Jago oder nach Portugall zurück, und es blieben nur etliche wenige arme Leute da. Diese ließen es sich mit Freuden gefallen, die Schwarzen auf gleichen Fuß anzusehen, und verheiratheten ihre Kinder mit denselben. Durch diese Vermischung wurden aus den Mulatten kupferfarbene Schwarze. Man findet also auf diesen Eylanden eben so verschiedene Arten Schwarze, als durch die ganze Küste Guinea zu sehen sind.

    |P_164
    Der 2te Abschnitt. Von den Eylanden Sal und Boa Vista

    |P_168
    £{Hol-306,03-04}
    /Das Fleisch von den Jungen und Alten [ Flamingos ] ist schwarz und mager, es ist aber ein sehr gutes Essen, [...]

    /3. Abschnitt: Das Eyland Majo oder May.
    £{Hol-306,03-04}

    |P_174
    Majo erlitt in der großen Dürre so viel als Boa Vist. Doch haben sie mehr Kühe, und diese sind unter allen auf diesen Inseln die besten und fettesten.

    |P_176
    /Sie [die Hühner] haben ein sehr wohlschmeckendes zartes Fleisch, welches bey einigen schwarz, bey andern weiß, bey beyden Arten aber sehr gut ist.

    /4. Abschnitt: Das Eyland St. Jago oder St. Jacob.

    |P_183
    Ihre vornehmsten Landthiere sind Rinder, welche nach Dampiers Erzählung in großer Menge hier seyn sollen, da sie doch für das Stück zwanzig Thaler forderten.
    £{Hol-306,03-04}
    /Cornwall setzte noch hinzu, calekutische Hühner, und Beeckman Gänse und Enten mit diesem merkwürdigen Umstande, daß die Gebeine bey ihren meisten Vögeln so schwarz sind, als Agat, und ihre Haut so schwarz, als die Einwohner selbst. Dem unerachtet ist das Fleisch so weiß, oder noch weißer als das Fleisch bey unsern Vögeln, und von eben so gutem Geschmacke, ob es gleich nicht so gut in die Augen fällt.


    |P_283 [ [besser !!] ]
    £{Hol-308,18-21}
    /Auszug aus einer Reisebeschreibung nach Lybia, vornehmlich nach dem Königreiche Sanaga an dem Nigerflusse; durch Claude Jannequin, Herrn von Rochfort, gebürtig von Chalon
    /Dieser wunderliche Gebrauch [die Seetaufe] ist zu allen Zeiten von den Seefahrenden sehr genau und mit vielen Umständen beobachtet worden, wenn sie gewisse Oerter auf der See, als z. E. die Enge von Gibraltar, den Wendezirkel des Krebses, die Linie &c. paßirt sind. Und alle Fremde, die zuvor nie an diesen Oertern gewesen, müssen ihn mitmachen. Der Steuermann leget einen Schlafrock oder kurzen Mantel an, nimmt sein Landkartenbuch in die Hand, und fordert alle diejenigen, die noch niemals da gewesen sind, vor sich. Er läßt sie die Finger auf das Buch legen, und schwören, daß sie, so oft sie diesen Weg wieder paßiren würden, diesen alten Gebrauch beybehalten wollen; hierauf läßt er einem jeden durch einen ihn zur Seite stehenden mit der Fläche eines bloßen Degens oder Hirschfängers einen Schlag im Nacken geben; und nachdem er ihn etwas weniges für die Armen abgefordert, überläßt er ihn den Bootsknechten, die ihn dreymal mit dem Kopfe in ein Faß Wasser tauchen, und oftermals überdieß auch noch einige Eimer Wasser auf ihn gießen, die Seetaufe vollständig zu machen; alsdann muß man ihnen für ihre gehabte Bemühung einige Kannen Brandtwein oder Wein geben.
    /[Es folgen Beschreibungen derselben Zeremonie von anderen Autoren]

    |P_325 [Beschreibung des Flusses Sanaga, aus den Anmerkungen des Herrn Brüe. Nebst einer Untersuchung, ob es der Niger selbst oder nur ein Arm davon sey?]

    |P_331
    £{Hes-222,22}
    Das Land Hoval war ehemals unter dem Namen des Königreichs der Jalofer bekannt, welches ein allgemeiner Name ist, der die Völker verschiedener Länder unter sich begreift, gleichwie der Name Europäer, die Engländer, Franzosen u.s.w. in sich fasset. Das Königreich Hoval erstrecket sich auf sechs und vierzig Seemeilen weit von Osten gegen Westen. Seine Grenzen sind an der Nordseite ungewiß, wo es den häufigen Überfällen der Moren ausgesetzt ist. Der König führt den Titel Brak, welches so viel heißt als König der Könige. [...] Das Königreich Hoval breitet sich an der Südseite des Sanaga weit mehr aus, als an der Nordseite. Gegen Osten wird es von dem Königreiche der Fulier durch die See Kayor abgesondert, [...].

    |P_356
    £{Hol-305,23}
    Die Abstammung des Namens Fuli ist unbekannt. Sie haben ordentlich eine dunkle schwarzbraune Farbe: denn keiner von ihnen hat ein helles Schwarz, wie die Jalofer an der Südseite des Flusses. Man saget, daß ihre Verbindungen mit den Moren ihren Seelen den muhammedanischen Glauben, und ihrer Haut eine Leimfarbe zuwege gebracht habe. Sie sind nicht so munter und stark, als die Jalofer, sondern von einer mitteln Statur, wohlgebildet und behende.
    /Des Herrn Brüe Reise von Alrbeda an dem Flusse Gambra.

    |P_396
    £{Hol-306,08-09}
    /Außer der großen Menge an Portugiesen, die in seinen [des Königs von Jereja] Herrschaften leben, und ihm einen jährlichen Tribut abtragen, bestehen seine Unterthanen aus zween Völkerschaften von Schwarzen, den Bagnons und Flups. Die Bagnons bewohnen die Südseite der Gambra, und sind ein gesittetes, tapferes und fleißiges Volk. Ihre Weiber sind gänzlich ihrer Haushaltung und der Sorge für ihre Familien ergeben, welches bey den Schwarzen sonst nichts gewöhnliches ist. Man saget, daß sie zu Vermeidung des Plauderns, das gemeiniglich die Geschäffte dieses Geschlechtes verhindert, den Mund so lange, als sie arbeiten, voll Wasser nehmen.

    |P_398
    £{Hol-306,10-12}
    /Herr Brüe erblickte auch auf der Reise hin und wieder Pyramiden von Erde, die er im Anfange für Gräber hielt, bis ihn der Alkair, sein Wegweiser, versicherte, es wären nichts, als Ameisenhaufen, und durch Eröffnung eines von denselben noch mehr überzeugte. Auswendig waren sie so glatt, und so wohl geleimt, als ob sie mit Gyps überzogen wären. Diese Ameisen sind weiß, von der Größe eines Gerstenkornes, und sehr schnell. Die Haufen sind sehr künstlich gebaut, und haben nur einen einzigen Eingang, der den dritten Theil der Höhe einnimmt, von welcher eine runde Stiege auf den Grund hinunter geht. [...]

    |P_479-480
    £{Hol-201,03-06}
    Dieses Gummi wird arabisch, oder von Sanaga genannt, weil es alles aus Arabien kam, ehe die Franzosen eine Factorey an der Sanaga hatten. Seit dem aber der Handel daselbst eröffnet worden, ist der Preis gefallen, daß keines mehr von dorther gebracht wird. Zwar kömmt einiges aus der Levante, dessen Vorzug vor dem von Sanaga gerühmt wird, aber nur deswegen, weil es theurer ist. Denn in der That ist kein Unterschied an der Güte, [...].
    Die Arzneygelehrten behaupten, es sey der Brust zuträglich, kühle, gebe Feuchtigkeit und stille Schmerzen; es verdicke die wässerichten Säfte, und verhindere, daß sie nicht ins Blut dringen, und solches verderben. Es sey wider allen Husten gut, besonders, wenn es, wie zu Blois häufig geschieht, mit Gerstenzucker zubereitet wird. [...] Aber, [...], eine große Menge Moren, die es sammlen, wie auch die Moren, die es zu Markte bringen, haben keine andere Nahrung. Sie essen es nicht aus Noth, oder aus Mangel, da man alles hinuter schlucket, sondern aus Wollust, wie Zuckercand. [...] / Man verbraucht viel davon in verschiedenen Manufacturen, besonders bey wollenen und seidenen Zeugen, als Taffend, Bänder, Bukrum und dergleichen. [...]
    Der Baum, welcher es in Arabien und Africa hervorbringt, ist eine Art von Schleedornen (Acacia). Er trägt eine kleine weiße Blume, [...].


  2. __AHR-03_(1748)__
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 2
    --------------
    16. Oktober 2001 / 02.07.2008 / 05.09.2016
    ****************]

    |P_41
    £{Hol-122,14-17} / £{Hol-305,23-25}
    Er [ein Bote, den Jobson geschickt hat] setzte hinzu, nicht weit von Jawe wäre ein Volk, welches nicht wollte gesehen werden, und das Salz würde von den Arabekern der Barbarey dahin geführet, welche alles ihr Gold von ihnen hätten, ob sie gleich solche niemals sähen. Da er um die Ursache fragte, so wies er auf seine Lippen und gab keine andere Antwort.
    Bey dieser Gelegenheit erzählet Jobson die Art und Weise dieses stummen Handels aus verschiedenen Schriftstellern, deren Namen ihm aber nicht beyfielen (l), nämlich: Die Moren brächten an einem gewissen Tage ihre Güter zu einem angewiesenen Orte, wo gewisse Häuser für sie bestimmt wären. Hier packten sie ihre Waaren ab, und legten ihr Salz und andere Güter in Packe oder Haufen besonders, und reisten darauf auf einen ganzen Tag weg. Unterdessen kämen ihre Kunden, und legten auf jeden Pack oder Haufen so viel Gold, als sie dafür geben wollten, und verließen beydes zusammen. Hierauf kämen die Kaufleute wieder zurück; und wenn ihnen das Geboth anstünde: so nähmen sie das Gold und ließen ihre Waare da; oder wenn sie dächten, daß das Geboth zu wenig wäre, so theilten sie ihre Waare in zweene Theile, und ließen dabey so viel Gold, als sie gesonnen wären, dafür zu geben. Bey ihrer nächsten Wiederkunft ist der Handel aus; denn sie finden entweder mehr Gold dazu gelegt, oder alles weggenommen, und ihre Güter ihnen gelassen.
    /Die Ursache, warum sich diese Schwarze nicht wollen sehen lassen, soll seyn, weil sie Lippen von einer unnatürlichen Größe haben, die ihnen halb über die Brust hangen; und da solche roh sind, so würden sie von der Sonnenhitze faulen, wenn sie solche nicht beständig salzten. Da nun ihr Land kein Salz giebt: so sind sie genöthiget, mit den Moren aus der Barbarey deswegen zu handeln.
    ---------
    (l) Cada Mosto ist der erste, welcher diese Art zu handeln erwähnet, und von dem Volke mit den rohen Lippen redet. Siehe diese Samml. II Band a. d. 76 S. Wir finden beym Windus in seiner Reise nach Mequinez auf der 212 S. daß diese Erdichtung von den rohen Lippen noch geglaubet wird.

    |P_162ff.: Das X Cap.: Beschreibung von den Jalofern, besonders von denen, die gegen die Gambra zu wohnen.

    |P_162
    Der Theil von Afrika, wovon in diesem Capitel soll geredet werden, ist derjenige, der zwischen dem achten und achtzehnten Grade Norderbreite liegt, und zwischen der dreyßsten Minute, und dem siebenzehnten oder achtzehnten Grade östlicher Länge. [...] Gegen Norden gränzet er mit Sahra, die gemeiniglich die Wüste der Barbarey genennt wird, gegen Osten mit Nigritien, gegen Süden mit Guinea, und auf der Westseite mit dem atlantischen oder Weltmeer.

    |P_163-164
    £{Hol-116,12-14} / £{Hol-306,13-14}
    Die Jalofer, oder Jolloifer, (nach der Schreibart des Herrn Moore) wohnen an der Nordseite der Gambra und weiter landwärts. Ihr Land ist von einem weiten Umfange, und erstrecket sich sogar bis an den Fluß Sanaga. Dieses Volk ist schwärzer und schöner, als die Mandingoer, oder die Flups sind, und haben die breiten Nasen und dicken / Lippen nicht, die diesen Völkern eigen sind. Wie Herr Moore saget, so kömmt keiner von den Einwohnern dieser Länder, deren er von allen Arten eine große Anzahl gesehen, den Jalofern an der Schwärze der Haut und Schönheit der Gesichtszüge bey.

    |P_164-165
    £{Hol-306,15-17} / £{Hol-306,20-21}
    Die zu Juala, Porto d'Ale und Yara sind große Betrüger und Diebe. An dem letztern Orte sind sie so verschmitzt im Stehlen, daß sie einen Europäer vor seinen Augen bestehlen, ohne daß er es merket. Sie ziehen das, wozu sie Lust haben, mit dem einen Fuße weg, und heben es hinterwärts auf.
    / Labat machet eine gleiche Anmerkung von den Jalofern an der Sanaga. Man muß hier, spricht er, einem Diebe nicht auf die Hände, sondern auf die Füße Achtung geben. Denn, da der größte Theil der Schwarzen barfuß geht, so können sie ihre Zähen so geschickt brauchen, als die Finger. [...]
    Sie gehen noch weiter. Denn manche verkaufen ihre eigenen Kinder, Anverwandten oder Nachbarn. Dieses hat sich, nach Barbots Berichte, öfters zugetragen. Sie bitten die Person, die sie verkaufen wollen, sie möchte ihnen doch helfen, etwas nach der Factorey schaffen, welches sie verhandeln wollten. Wenn sie da ist, so wird die Person, die man auf solche Art hintergangen hat, und welche die Sprache nicht versteht, verkauft, und als ein Sklave eingeliefert, sie mag sich noch so sehr sperren, und über die begangene Verrätherey beklagen.
    / Le_Maire erzählet bey dieser Gelegenheit eine artige Historie, welche Barbot in Afrika gehört haben will. Ein Mann war dem Ansehen nach Willens, seinen Sohn zu verkaufen. Dieser aber mochte seine Ansicht merken, und gieng, als sie in die Factorey kamen, heimlich in das Vorrathshaus weg, und verkaufte seinen Vater glücklich. Als der alte Mann Leute um sich sah, die ihm Fessel anlegen wollten: so schrie er, er wäre sein Vater. Weil es aber der Sohn leugnete: so hatte es bey dem Kaufe sein Bewenden. Dem Sohne wiederfuhr, was er verdiente. Denn als er mit seinen Waaren nach Hause gieng: so begegnete ihm einer von den Hauptleuten der Schwarzen, der ihn seines übel erworbenen Reichthums beraubte, und ihn für eben den Preis verkaufte.

    |P_173
    £{Hes-222,21-25}
    Das Königreich Senegal (diesen Namen giebt le_Maire dem Reiche Hoval) war ehemals sehr mächtig: doch im Jahre 1682 war es von wenig Wichtigkeit, ob sie gleich einen tapfern König hatten, der den Namen Brak führte. Aus Mangel an Kräften wurde er einem andern zinsbar. [...]
    Der Damel, oder König von Kayor, das Hoval gegen Süden liegt, hatte nicht weniger Liebe zum starken Getränke, als der Brak.

    |P_174
    Die Jalofer, die unmittelbar an der Gambra angränzen, bewohnen die Königreiche Barsalli und Unter-Yani. Der Familienname des Königs von Barsalli ist nach Moores Berichte N'jai. [...] Der König war, als Herr Moore im Jahre 1732 da war, ein langer, sehr hitziger Mann, der, wenn ihn jemand von seinen Leuten zum Zorne reitze, sich kein Bedenken machte, ihn zu erschießen, worinnen er sehr geübt war.

    |P_175
    £{Hol-306,18-20}
    Kohone, wo sich der König von Barsalli ordentlich aufhält, liegt am Meere, hundert kleine Meilen von Joar, einer Stadt in eben diesem Königreiche. Wenn er Brandtewein oder andere Waaren nöthig hat, so schicket er einen Bothen zum Statthalter des Forts James, und läßt ihn ersuchen, eine beladene Schaluppe abzuschicken, welches der Statthalter niemals zu thun ermangelt. Wenn das Schiff bald ankommen soll: so plündert der König zuvor einige feindliche Städte, und vertauschet die Einwohner derselben gegen die Waaren, die er braucht, als Brandtewein oder Rum, Pulver, Kugeln, Feuergewehr, Pistolen, Hirschfänger für seine Soldaten, und Korallen und Silber für seine Beyschläferinnen. Wenn er mit keinem benachbarten Könige im Kriege steht: so überfällt er seine eigenen Städte, und verkauft seine elenden Unterthanen. [...]
    /£{Doe-189',13} /
    Seine gewöhnliche Lebensart ist, daß er den ganzen Tag über bis zur Sonnenuntergang schläft, um welche Zeit er aufsteht, und trinkt, und sich wieder schlafen legt, bis zu Mitternacht. Darauf steht er auf, und ißt; und wenn er stark Getränke hat, so bleibt er bis zu Anbruche des Tages bey dem Trunke, und alsdann ißt er, und geht wieder zu Bette. Wenn er einen rechten guten Vorrath von starkem Getränke hat, so trinkt er fünf bis sechs Tage nach einander, ohne die ganze Zeit über einen Bissen zu essen. Sein unersättlicher Durst nach Brandtewein ist Schuld daran, daß die Freyheit und Familien seiner Unterthanen in so mißlichen Umständen sind; denn er geht öfters mit einigen von seinen Leuten bey Tage in eine Stadt, und kömmt abends wieder, und stecket den Platz an dreyen Orten in Brand, und an den vierten setzet er Wache, die das Volk, welches sich aus dem Feuer retten will, ergreift, bindet, und entweder nach Joar oder Kohone schleppet, wo er sie verhandelt.

    |P_176ff.: XI Cap. Von den Fuliern, die längst der Gambra wohnen.

    |P_176:
    Die Fulier, die an der Sanaga wohnen, und von denen wir schon eine Beschreibung gemacht haben, leben unter ihren eigenen Königen, und haben einen sehr großen Strich Landes inne. Die aber, welche um die Gambra an beyden Seiten derselben wohnen, sind den Mandingoern unterwürfig, unter welchen sie sich allmählig niedergelassen haben, [...].

    |P_177
    £{Hol-116,14-15} / £{Hol-306,06-07}
    Jobson saget, diese Fulier an der Gambra hätten eine schwarzbraune Haut und lange schwarze Haare, die bey weitem nicht so kraus wären, als der andern Negern ihre. Ihre Weiber sind geschlank und sehr schön gebildet; sie haben sehr gute Gesichtszüge, und wissen ihr Haar gut zu putzen: doch tragen sie eben solche Kleidung, als die andern Schwarzen.
    / [ [Sind mit "artig" wirklich die Frauen gemeint? S. 178 werden allerlei positive Eigenschaften der Fulier insgesamt aufgezählt. Lange Haare haben wohl auch nicht nur die Frauen.] ]
    £{Hol-306,08-09}
    /[ Der zweite Teil des Satzes gehört nicht zur Beschreibung der Fulier.]

    |P_180ff.: XII Beschreibung der Mandingoer

    |P_183
    [ ausführlicher AHR-04, p. 161-162 [Begriff hier?] ]
    £{Hol-307,01-02} [vergleiche] £{Hol-186,22ff}
    Moore kannte eine Frau von zwanzig Jahren, der binnen zweenen Monaten aus jedem Knie ein Wurm anderthalb Ellen lang kam. Ehe der Wurm herauskam, erlitt sie gewaltige Schmerzen und große Geschwulst. Als aber die Haut aufborst, und der Wurm sich sehen ließ: so ward ihr besser. Der Wurm kam in einem Tage sechs bis sieben Zoll weit heraus, und als dieses geschah, gaben sie ihm einen kleinen Stich, und banden ihn an einen Faden, damit er nicht wieder zurück gehen konnte. Bald hernach bekam eben diese Frau einen Wurm im Knöchel, welcher im Herausziehen riß, und ihr große Schmerzen verursachte. Die Einwohner schreiben diese Würmer dem Trinken des dicken Wassers zu.

    |P_187ff.
    £{Hes-222,15}

    Das XIII Capitel. Von den Eigenschaften und Gewohnheiten, welche die Einwohner dieser Gegend von Africa unter sich gemein haben, besonders die Jalofer, Fulier und Mandingoer.


    [...]

    Der I Abschnitt. / Farbe der Schwarzen, ... (187-193)

    |P_188
    Es ist, wie Labat erinnert, destomehr zu bewundern, da die Moren ihre nächsten Nachbarn weiß, oder doch nur schwärzlich sind, und lange Haare haben. Bey den Negern hingegen ist das Haar kurz und weich wie Wolle, und an dem ganzen Leibe haben sie nichts weißes, als die Zähne und Augen. Dieser Unterschied kann auch nicht der Himmelsgegend zugeschrieben werden; indem die Erfahrung zeiget, daß die Weißen, wenn sie gleich noch so lange hier wohnen, allezeit weiße Kinder haben, und daß die Negern, wenn sie gleich in die nördlichsten Länder kommen, allezeit Kinder von ihrer eigenen Farbe haben. [...]
    £{Hol-119,04-06}
    Einige glauben, daß die schwarze Farbe eben das Merkmal gewesen sey, welches nach der Schrift an dem Cain gemacht worden. Andere halten es für halten es für die Folge des Fluchs, womit Ham seinen Sohn Canaan belegt. Doch gesetzt, diese Einbildungen wären Wahrheiten; wie sollte die Farbe dieser Schuldigen auf ihre unschuldigen Nachkommen gekommen seyn, wo nicht auch ihre Weiber schwarz gewesen?

    |P_188-189
    £{Hol-309,08-11}
    Die Negern selbst geben wie Labat erzählet, nach einer Tradition der Marbuten, von ihrer Farbe diese Ursache an, wenn anders ihr Ansehen / in diesem Falle gültig ist: von des Noah Söhnen wäre einer weiß, der andere braun, und der dritte schwarz gewesen, und jeder hätte eine Frau von seiner eigenen Farbe gehabt, und daher kämen die unterschiedenen Farben der Nationen.

    |P_189
    £{Hol-119,09-11}
    Es mag aber diese unterschiedene Farbe entstanden seyn, woher sie will: so muß sie, allem Ansehen nach, einem Unterscheide in den Säften oder dem Gewebe der Haut zuzuschreiben seyn. Pechlin, ein Arzneykündiger glaubet, daß die Schwärze bey den Negern von der Schwärze der Epidermis, oder des Häutleins, und nicht der Haut selbst herrühre. [...] Hingegen haben die Zergliederer der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Paris, welche die Sache mit vieler Mühe untersuchet, endlich entdeckt, daß diese Schwärze weder in der Haut noch im Fleische, sondern in einem Netzchen liegt, daß aus ungemein weichen und zarten Fasern besteht, und zwischen der Epidermis und der Haut ist. Dieses Netz ist bey den Weißen weiß, und bey den Negern schwarz. Man muß zugeben, daß dieses Netz in ihren Fußsohlen und flachen Händen nicht zu finden ist, welche bey allen weiß sind. [...]
    Labat, der auf keiner Seite etwas entscheidet, theilet uns nur einige Anmerkungen mit, die er zeit seines langen Aufenthalts in Westindien über diese Materie gemacht hat.
    £{Hol-117,10}
    1) Bey den Negern, die große Blasen bekommen, wenn sie sich in den Kesseln, wo sie Rum kochen, oder sonst wo verbrennen, bleibt der gebrannte Fleck gänzlich weiß, wenn die neue Haut wächst. Was wird alsdenn aus dem Netzchen?
    £{Hol-117,11}
    2) Wenn die Negern krank sind: so verlieren sie ihre Farbe gänzlich, und werden blaß, nachdem die Krankheit lange und heftig ist. Manche sind so bleich gewesen, daß man sie von einem Weißen von blasser oder bleicher Farbe kaum unterscheiden können.
    £{Hol-117,12-13}
    3) Die Körper der Negern werden nach dem Tode noch schwärzer, als gewöhnlich, so blaß sie auch in der Krankheit gewesen.
    £{Hol-117,06-07}
    4) Die Kinder der Negern haben, wenn sie zur Welt kommen, einerley Farbe mit den unsrigen. Nur sind ihre Schamglieder schwarz, und ein schwarzer Zirkel ist an der Wurzel der Nägel.
    5) [...]


    Abschnitt II : Heirathen und Begräbnisse (193-200)

    |P_198
    Mit den Kindern machen sie sich wenig zu schaffen, indem sie dieselben nackend auf der Erde liegen lassen, wo sie den ganzen Tag herumkriechen. Ehe sie gehen können, binden sie sich dieselben mit einem Tuche auf den Rücken; so daß die Füße auf beyden Seiten vorne vorhängen. So tragen sie sie bey allen Arbeiten herum, auch so gar, wenn sie Hirse stampfen.
    £{Hol-306,25-27}
    Dieser Schriftsteller, Jannequin, und die meisten andern, schreiben ihre platten Nasen und dicken Bäuche dieser Art zu tragen zu. Denn wenn die Mutter sich bücket, oder geschwind wieder aufsteht: so stößt das Kind mit seiner Nase an ihren Rücken. Dieses zu vermeiden, beugt das Kind den Kopf, so weit als möglich, zurück, und dadurch den Bauch heraus. [...]


    Abschnitt III: Musik, Tanzen, Fischen und Jagen (201-208)


    Abschnitt IV: Handthierungen, Manusfacturen, Gebäude (208-215)


    Absachnitt V: Ackerbau, Waffen ... (216-233)


    |P_233ff
    Der vI Abschnitt / Religion der Schwarzen

    |P_233
    £{Hol-305,26} / £{Hol-306,21-23}
    Die Schwarzen, die an beiden Seiten der Sanaga und weit in das Land hinein oft und südwärts wohnen, sind von den Moren bekehrte Muhammedaner. Die Schwarzen im Reiche Mandingo, die in der Religion am eiferigsten sind, sind itzo die Glaubensbothen. Die übrigen Schwarzen, wenigstens diejenigen, mit denen die Europäer von der Gambra an bis nach Guinea handeln, sind Götzendiener. Die Sereres und einige andere, die für Wilde können angesehen werden, sind ohne alle Religion. Le_Maire saget, daß gegen Sierra Leona und die Goldküste zu meistentheils gar keine Religion eingeführt ist, oder wenigstens bethen sie dasjenige an, was sie frühmorgens zuerst finden. Ehemals dienten sie dem Teufel, und opferten ihm Stiere. Und ob sie gleich Fleisch aßen: so glaubten sie doch die Seelenwanderung.

    |P_238
    £{Hol-302,09}
    Alle muhamedanische Schwarzen halten genau über ihre Beschneidung.

    |P_240ff
    Der vii Abschnitt. Von dem Aberglauben der Schwarzen, und ihren Marbuten oder Priestern

    |P_241-243
    £{Hol-307,02-10}
    Unter diesem Volke [den Mandingoern] sind noch verschiedene andere abergläubische Dinge: das merkwürdigste aber ist dasjenige, was ihre Grisgris angeht.
    Jobson, der sie Gregories nennt, bemerket, daß sie in gewissen geschriebenen zauberischen Charakteren bestünden. Nach Jannequins Berichte, sind diese Grisgris papierne mit arabischen Charakteren beschriebene Zettel. Le_Maire saget, daß es kleine arabische Briefchen mit untermischten nekromantischen Figuren wären. Barbot stellet sie im Gegentheile groß vor, daß sie manchmal ein oder zweene halbe Bogen ordentliches Papier einnähmen; sie wären voller Zeilen in arabischen Buchstaben, die mit Feder und Dinte geschrieben werden, welche aus der Asche eines gewissen Holzes besteht. Labat saget, sie enthielten auserlesene Stellen aus dem Koran oder andere Sprüche. [...]
    / Diese Gregories oder Grisgris haben in denen Tugenden, die ihnen beygelegt werden, eine Aehnlichkeit mit den römischen Agnus Dei, und bringen auch auf gleiche Art den betrügerischen Marbuten oder Pfaffen, welche die Verkäufer derselben sind, große Reichthümer zuwege. Moore saget, die Buscherinen oder Marbuten würden durch diese Künste bald reich. Le_Maire bekräftiget eben dieses, daß nämlich die Marbuten durch diese Grisgris die Schwarzen in das Armuth stürzten. Denn manchen geben sie den Werth von dreyen Sklaven, und andere verkaufen sie für vier bis fünf Ochsen, nach Beschaffenheit ihrer vorgegebenen Kräfte. Barbot saget ein gleiches, und daß das Volk durch den Glauben an diese Zaubereyen auf die Thorheit gerieth, daß es willig sein ganzes Vermögen verstieße, um sie zu kaufen, und sich mit diesem Putze recht viel wüßte.
    Jobson giebt uns die Nachricht, daß sie dieselben auf dem Kopfe in Form eines Kreuzes tragen, von der Stirne bis hinten in den Nacken, und von einem Ohre zum andern, gleichfalls um den Hals herum, so daß sie queer über beyde Schultern in der Mitte gehen, wie auch um die Aerme, über und unter dem Ellbogen. Sie tragen demnach eine ganze Last von Segenssprüchen. Niemand aber ist so schwer damit beladen, als ihr König. Moore saget, die Schwarzen trügen sie queer über die Schultern, und über die Brust, und ließen sie an sauber geflochtenen ledernen Riemen hängen. Manche unter ihnen trügen sie in solcher Menge, daß sie auf dreyßig Pfund schwer wären.
    /Sie haben eine ganze Rüstung von dieser Art; der magische Küraß bedecket sie über und über, so daß sie kaum von einer Sagay beschädigt werden können. [...]
    £{Hol-307,11-12}
    Dieser Begriff von der Zauberey wird großentheils durch einen gewissen Popanz unterhalten und fortgepflanzt, welchen die Mandingoer Mumbo Jumbo nennen, der von gleicher Art mit dem Ho-rey ist, wovon schon in Jobsons Reisen eine Beschreibung gegeben.
    Herr Moore, der einzige Schriftsteller, der von dieser Betrügerey redet, saget, es sey ein geheimnißvoller Götze der Schwarzen, welchen die Männer erfunden, um die Weiber in Furcht zu erhalten. Diese Weiber sind so unwissend, oder wenigstens sind sie es ihrem Vorgeben nach, daß sie ihn für einen wilden Mann halten. In der That wird niemand, als wer um die Sache weis, wegen des schrecklichen Lärmens, das er macht, ihn für einen Menschen halten. Er ist in einem langen Rock, der aus Baumrinde gemacht ist, gekleidet; oben aber ist ein Büschel Stroh, und in allem ist er acht bis neun Fuß lang. Es wissen wenige von den Eingebohrnen mit dem Lärmen, den er macht, künstlich umzugehen. Er läßt sich niemals hören, als in der Nacht, damit es desto bessere Wirkung hat. Wenn ein Mann sich mit seiner Frau zanket: so wird der Mumbo Jumbo geholt, um den Streit auszumachen, da gemeiniglich das Urtheil dem ersten zum Besten ausfällt. Die Person, die sich in diesem Rock versteckt, kann alles befehlen, was sie will.


    |P_252f.
    £{Hol-202,15-22}
    Gola oder Kolafrucht; / Es ist eine Frucht mit dem Namen Gola, die weiter hinten in dem Lande in einer Schale wächst. Sie ist hart, bitter, und röthlich, von der Größe einer Welschennuß, mit verschiedenen Ecken. Die Frucht wird sehr hoch gehalten, und mit der Rinde eines gewissen Baums gekaut. [...] Jobson bemerket in seinem Goldhandel, daß diese Frucht bey den Schwarzen an der Gambra in großer Achtung stehe, daß sie von ihnen Gola genennt, und von den Engländern / unter die Nüsse gerechnet wird. Sie sind wie Maronen an beyden Seiten flach, und die Schale ist nicht hart. Der Geschmack ist bitter, aber seine Wirkung wird so hoch gehalten, daß zehn solche Nüsse ein Geschenk für einen König ausmachen. Denn so gar das Flußwasser, das man trinkt, wenn man sie gekaut hat, schmecket wie weißer Wein, und als ob Zucker drinnen wäre. Selbst der Toback bekömmt eine merkliche Süßigkeit. Sonst hat diese Frucht keine Eigenschaft oder Wirkung. Alte Personen, die sie nicht kauen können, lassen sie zu ihrem Gebrauche klein stoßen. Für das gemeine Volk aber ist sie nicht. Denn an dem Orte, wo die Engländer ihre Colonie hatten, war für fünfzig solche Nüsse eine Frau feil.

    |P_254
    £{Hol-179,19-180,03}
    Finch meldet, es würden in den Bayen eine Menge Austern an gewissen Bäumen gefunden, in der Gestalt wie Weyden, [...] Viele von diesen Aesten hängen in das Wasser hinein, und sind über und über mit Austern bedeckt, die aus dem Baume, vermittelst des Salzwassers, erzeugt zu seyn scheinen.

    |P_256
    Wenn man den Moren und Portugiesen glauben darf: so erlangen hier die Schlangen eine so ungeheure Größe, daß manche einen Menschen auf einen Bissen verschlingen können.

    |P_258
    £{Hol-307,12-13} / £{Hol-082,05ff.}##
    Denn sechs Monate nacheinander regnet und donnert es bey einer unerträglichen Hitze, besonders aber im Brach- und Heumonate, da man sich ganzer vierzehn Tage innehalten muß, um den bösen Eigenschaften des Regenwassers zu entgehen, welches in einem Augenblicke Würmer zeuget, da die Luft durch das Blitzen und Donnern, wozu manchmal greuliche Wirbelwinde kommen, gänzlich verderbt ist.

    |P_260
    £{Hol-307,14-15}
    Bey diesen Oertern sind die berühmten Sierra Leona, eine lange Reihe von Bergen, und die in ganz Süd- und Nordguinea für die höchsten gehalten werden, die Berge Amboses in dem Meerbusen ausgenommen. Es sind so viele Hölen und Klüfte in diesem Gebirge, daß, wenn eine einzige Canone auf einem Schiffe in der Bay abgefeuert wird, der Wiederhall den Knall öfters und sehr deutlich wiederholet; und der Knall ist so stark und durchdringend, daß man ihn für den Knall von etlichen Canonen zusammenhalten könnte. Dieses ist angenehm zu hören: aber der Donner klingt im Anfange sehr schrecklich; denn jeder Schlag wird mit eben so vieler Stärke vom Wiederhalle nachgeholt, als der wahrhaftige. Daher nennen sie die Portugiesen Montes claros, das ist, Berge, die einen hellen Schall oder Wiederhall haben.

    |P_260
    £{Hol-307,15-16}
    Die Fluth in dieser Bay währet sieben, und die Ebbe fünf Stunden. Die erste ergießt sich nach Nordost und gen Ost, und Ostnordost, und die Ebbe läuft Südwest gen West, und Westsüdwest.

    |P_263
    Etliche Schlangen sind, nach dem Berichte der Einwohner, so ungeheuer groß, daß sie einen ganzen Mann auf einmal verschlingen können.

    |P_264
    £{Hol-164,01} / £{Doe-136',04}
    Diese Thiere [Affen] haben eine so große Begierde nach Austern, daß sie bey niedrigem Wasser an dem Ufer zwischen den Klippen hinunter gehen; und wenn sich die Schalen von der heftigen Sonnenhitze aufthun, so werfen sie einen kleinen Stein darzwischen, und ziehen auf solche Art die Auster heraus.

    |P_265
    £{Hol-307,17}
    Die Einwohner von Sierra Leona sind nicht von einer so schönen und glänzenden schwarzen Farbe, als die vom grünen Vorgebirge.

    |P_270
    £{Hol-167,13}
    Atkins saget, der Alligator komme in allen Stücken dem Ägyptischen Crocodile gleich, und sey sonder Zweifel jenes Thier.

    |P_271-272
    £{Hol-170,19} [Haie!]
    Die Seehunde machen die Mündung dieses Flusses sehr unsicher; denn es sind die muthigsten und grausamsten Geschöpfe unter allen Wasserthieren. Ein solches Thier läßt den Haken niemals eher fahren, als bis es todt ist. [...] Sie haben vier bis fünf Reihen kurze scharfe Zähne im Rachen, deren eine hinter der andern steht, und an den Seiten zackicht ist, wie Schweinezähne. [...] In den Mägen fanden sie Rindsknochen, und was sonst von unnützen Sachen den Tag hindurch über Bord war geworfen worden. Denn sie sind wie eine Pfarrerscheune, in welche alles hineingeht. [...] Neben diesen Seehunden schwimmen gemeiniglich zwey bis drey kleine vielfärbichte Fische, von der Größe eines Härings, Piloten genannt. Sie gehen in seinen Schlund hinein, und wieder heraus, oder setzen sich auf vertrauliche Art auf seinen Rücken. Man hält dafür, daß sie diesem Thiere eben das sind, was der Jackall dem Löwen ist, daß sie dienen ihm zu seinem Raube zu verhelfen, und ihn vor der Gefahr der Sandbänke zu warnen, dagegen sie Futter und Schutz von dem Seehunde genießen. [...] Ihre Gefräßigkeit erstreckt sich auf alles: Kanvas, Taue, Knochen, Tücher. Der Verfasser hat sie öfters einen todten Körper auffangen, und in Stücken zerreißen sehen, sobald er in die See kam, daß sie sogar die Hangmatte, in die er gelegt war, selbst mit auffraßen, ohne ihn ein einzig mal sinken zu lasen, ob er gleich zu diesem Ende mit sehr vielem Ballaste beschwert war.

    |P_273
    £{Hol-208,26-27} [ Ananas in Afrika ?? ]
    Der Tannzapfen, ihre vornehmste Frucht, ist von einer schönen grünen und gelben Farbe, und fest und saftig wie eine Melone, und wird mit Weine und Zucker gegessen. [...]
    [ Atkins ]
    Die Mannspersonen sind reinlich, haben gute Gliedmaßen, und sind plattnasicht. [...]

    |P_274
    £{Hol-117,03} / £{Hol-123,03-05} / £{Hol-307,18}
    Beyde Geschlechter salben sich täglich mit Palmenöle. Manche brauchen Zibeth. Es geben aber alle einen starken widerwärtigen Geruch von sich.

    |P_275
    £{Hol-158,11-17} [Nicht genau]
    Die Zibethkatze kommt von der Gegend um den Sherbro her, und ist an dem Kopfe einem Fuchses gleich. Der Zibeth kömmt nur vom Kater, und zwar täglich drey bis vier Tropfen, die vermittelst eines Federkiels aus einem kleinen Beutel neben dem Mastdarm aufgefangen werden.

    |P_276 derselbe:
    Das Volk ist sehr reinlich [...]

    VI. Abschnitt: Siera Leona nach Labat (277-281)

    |P_279
    £{Hol-309,01-02}
    Die Männer und Weiber von Burre sind lang und wohlgewachsen, und haben meistentheils ein gutes Ansehen; den ihre Haut ist schwarz, die Gesichtszüge regelmäßig, die Auge feurig, und die Zähne weiß. Es gibt hier keine platten Nasen oder breiten Lippen, woran sonst die Mütter schuld sind, die ihr Kinder auf dem Rücken herumtragen.


    |P_281ff.
    [ Kap. 15: Naturgeschichte in 5 Theilen: Gewächse, vierfüßige Thiere, Gevögel, die Erd- und Wasserthiere, nebst den kriechenden Thieren und Insecten; und endlich Fische. ]

    |P_282ff Der i Abschnitt. Von der Witterung, dem Boden, und den Bäumen.

    |P_284 [Die Stelle kommt tatsächlich zweimal vor => Bd.4, S. 162!!!]
    £{Hol-186,23-187,05}
    Herr Moore erwähnet eines jungen Mädchens, das in jedem Knie einen Wurm über eine Elle gehabt. Ehe er zum Vorscheine kam, war die Pein sehr heftig, und das dicke Bein schwoll sehr: aber wie die Schwulst aufbrach, und der Wurm hervorkam: so empfand sie Linderung. Der Wurm rückte jeden Tag etwa fünf oder sechs Zoll hervor, und sobald er herauskam, so wunden sie ihn ganz gelinde um ein Stücke Holz, und banden einen Faden daran, damit er nicht zurückkroch. Wenn der Wurm währender Operation abreißt: so verursacht es viel Schmerzen, und den Krebs oder Brand. [...] Man trifft diese Krankheit auf der Küste von Guinea, dem Caraibeneylande, und in verschiedenen Gegenden von Ostindien an.

    |P_285-286
    £{Hol-307,19-21}
    Der nützlichste und gemeinste Baum in diesen Gegenden, und in der That durch ganz Africa, ist der Palmbaum. Obgleich die Africaner acht Arten desselben zählen: so erwähnen die Europäer doch nur viere oder fünfe, die sie nicht allemal wol unterscheiden. Die vornehmsten davon sind der Dattelbaum, der Cocosbaum, der Arekabaum, und der Cypreßpalmenbaum oder Weinbaum. [...] man kann aus allen Arten von Palmbäumen Wein erhalten: [...].

    |P_287-288
    £{Hol-307,21-24}
    Der Wein von den Oelpalmen ist gut, aber der vom Dattelbaume besser und dieser vom Cypreßpalmen übertrifft beyde, und wird für den Malmsey von Africa gehalten. / Der Palmwein ist ein Saft, der aus einem Einschnitte, den man nahe am Gipfel des Baums macht, tröpfelt. [...] Man zieht den Wein auf verschiedene Art heraus. Insgemein wird der Ast etliche Zoll von dem Orte, wo er herausgewachsen, abgeschnitten, und an den zurück gebliebenen Stumpf eine Kürbisflasche oder ein thönerner Topf gehangen, den man an dem Baume befestiget, hängen läßt; dadurch läuft der Saft hinein. Man schneidet selten mehr als zweene Aeste auf einmal ab, um den Baum nicht zu sehr zu schwächen.

    |P_289-300 Der ii Abschnitt. Bäume und Früchte.

    |P_292
    £{Hol-206,05-08} [ Nicht die Quelle ]
    Den Kürbis- oder Calabasch-Baum trifft man den den westlichen Küsten von Africa an. [...] Die Schwarzen verfertigen aus den Schalen dieser Frucht allerley Hausrath. [...] Wenn sie den Calabasch oder Kürbis in zwey Stücken zu Bechern zerschneiden wollen: so binden sie da, wo es geschehen soll, eine Schnur hart darum, und zwingen solche durch.

    |P_293
    £{Hol-273,19-21} [ Nicht die Quelle ]
    £{Hes-165,26-28}
    Der Tamarindenbaum wächst durch alle westlichen Theile von Africa. [...] Man kann jedes Blatt als einen kleinen Ast ansehen, der vier bis fünf Zoll lang ist, und aus dem zehn bis zwölf Paar kleinere und schmale Blätter herausschießen, die am Ende stumpf, und gegen den Stiel zu rund sind. [...] Diese Blätter öffnen sich den Tag über und schließen sich des Nachts wieder zu.

    |P_296
    £{Hol-197,23} [ Nicht die Quelle ]
    Der Seifenbaum ist von der Größe eines großen welschen Nußbaums, und gleicht dem, der in America diesen Namen führet, davon er eine Art ist.

    |P_299
    £{Hol-179,19-180,03} / £{Hol-205,06ff}
    Der Jaajah ist in allen Morästen, Seen und Flüssen häufig. Die Holländer nennen ihn Mangelaer(y), und die Franzosen Palestevier. er ist in den morastigen Gegenden von America [!] sehr gemein, wo man ein Vergnügen darinnen suchet, auf seinen über das Wasser hängenden Aesten herumzuklettern, auf denen häufige Austern sind; denn die Aeste beugen sich ins Wasser, und wachsen wieder in die Höhe. Die Zweige verbinden sich dichte unter einander, gehen wieder ins Wasser, und treiben neue Aeste; so, daß es unmöglich ist, den Stamm zu finden.
    -------
    (y) Die Engländer heißen ihn Mangrove.

    |P_300-306 Der iii Abschnitt. Wurzeln und Pflanzen

    |P_300 [ Banane ]
    £{Hol-202,13-14} [ Nicht die Quelle ]
    Artus Dantiscus, den alle Schriftsteller, welche von Guinea gehandelt, abgeschrieben, oder vielmehr bestohlen haben, bemerket, daß der Baum, der in Guinea Banana heißt anderswo verschiedene andere Namen führet. In Brasilien heißt die Frucht Pakona, und der Baum Paghover. Die Malabaren nennen ihn Patan. Bosman macht eine Art des Pisang daraus, der seinem Berichte nach in die Bakkovens und Banantes oder Bananas abgetheilet wird. Die letztere Frucht wird, nach Labats Berichte, von den Spaniern Plantain genannt. Nach dem Moore ist der Plantainbaum mit dem Banana nicht einerley, da die Frucht größer ist, ob sie jener wohl an Gestalt und Geschmacke gleicht.
    Labat bemerket, daß es mancherley Arten giebt. Die kurzen werden Feigen, und die langen Bananas oder Plantanen genannt, welche beyde er für eins hält. Er setzet hinzu, man fände die Bananabäume in Asien, Africa und America.

    |P_306
    [ Kap 16: Von den wilden und zahmen Thieren ]

    |P_307
    £{Hol-308,03-04}
    Africa scheint nach dem Labat das Vaterland dieses edlen Thieres [des Löwen] zu seyn; da kein Theil der Welt ist, wo es so häufig, von so furchtbarer Größe, und so herzhaft, gesehen wird. Es ist auch angemerket worden, daß die vom Berge Atlas weder so groß, noch so kühn sind, als diejenigen, die man an der Sanaga und an der Gambra antrifft.

    |P_308
    £{Hol-161,02-03}
    Der berühmte Reisende, Paul Lucas, versicherte den Labat, daß er es bey la Mometta, unweit Tunis, mit Augen gesehen, wie die Weiber des Landes die Löwen mit Stöcken und Steinen verfolget, ihnen den Raub abzujagen, welchen sie auch eher fahren lassen, als daß sie die Weibsbilder angegriffen.

    |P_308-309
    £{Hol-161,12-13}
    Es ist ein gemeiner Irrthum, daß ihn [den Löwen] das Krähen eines Hahns erschreckte: allein man hat Exempel, daß er sich an Federvieh nicht gekehret. Vor Schlangen aber fürchtet er sich sehr; [...]. Ist aber der Löwe zu nahe, und hat man keine Gelegenheit, Lunte anzuzünden, oder Feuer anzuschlagen, welches ein ander Mittel ist, ihn wegzujagen: so thut man am besten, wenn man sich still auf die Erde leget, in welchem Falle der Löwe, wo er nicht sehr hungerig ist, ernsthaft vorüber geht, als, ob er mit der Ehrenbezeugung, die man ihm machet, zufrieden wäre.

    |P_310-311
    £{Hol-157,08-11} / £{Hol-308,04-05}
    Man saget, der Löwe hätte ein Thier, Namens Jakal, zur Begleitung, welches ihm seinen Raub aufsuchte. Jobson bemerket, wie er in der Gambra geankert, so hätten sie in / der Nacht das Lärmen von diesem Thiere gehört, welches für den Löwen gejagt, und des Löwen Antwort vernommen; daß es eine gewöhnliche Redensart unter ihnen gewesen wäre: wer will ans Land gehen, und den Jägermeister begleiten?

    |P_311
    £{Hol-307,25-26} [ sind 'Hyänen']
    Die Tyger sind hier von der Größe einen ziemlichen Spürhundes. Man saget, die abyßinischen wären viel größer. Ihre Haut wird durch verschiedene farbichte Flecken, die wohl schattirt und geordnet sind, gezieret. [...]
    Die Tyger auf der Goldküste sind von ganz anderer Natur, als die europäischen; denn sie rühren die Weißen nicht an, fressen aber die Negern begierig. Sie sind wilder und grausamer, als die Löwen.

    |P_312
    £{Hol-308,01-03}
    Der africanische Ounce ist von der Leopardenart, mit schöngefleckter Haut. Er ist sehr leicht und schnell, von der Größe eines Spürhundes, hat einen runden Kopf, weiten Rachen und scharfe Zähne. Sein Ansehen hat nichts wildes, er ist aber doch sehr raubgierig, und schweift um die Dörfer und Heerden herum, Schafe und Federvieh zu erhalten. Man weis selten, daß er Menschen oder Kinder anfällt.

    |P_313ff. Das xvii Capitel. Wilde und zahme Thiere.

    |P_314
    £{Hol-146-147} [Rest, non Halle ??]
    [ [Größenvergleich von Kant, AHR: Zahlen] ]
    Sein Mund liegt unter dem Rüssel, in dem niedrigsten Theil des Kopfes, und scheint fast mit der Brust verbunden zu seyn. Die Zunge ist zu seiner Größe klein. Er hat in jedem Kinnbacken nur vier Zähne, um die Speise, welche der Rüssel liefert, zu zermalmen. Zur Vertheidigung gegen seine Feinde hat ihm die Natur zweene längere Zähne gegeben, die aus dem obern Kinnbacken herausgehen, und verschiedene Fuß lang sind. Mit selbigen greift er seine Feinde heftig an. [...]
    £{Hol-147,02} / £{Hol-147,15} / £{Hol-308,05-06}
    Ihr Fleisch ist etwas vortreffliches für die Schwarzen, besonders wenn es eingesalzen ist, und dienet ihnen auf lange Zeit; denn ein guter Elephant giebt mehr als vier bis fünf Ochsen. Sie sind hier ordentlich von acht bis zehn Fuß lang, zehn bis zwölf Fuß hoch, und nach Verhältniß dicke.

    |P_315
    £{Hol-308,06-08}
    Aber ein anderer nicht so sehr bekannter Fehler an ihm ist, daß er sich schwerlicher von der rechten Hand gegen die linke, als gegenseitig wenden kann. Die Negern wissen sich, wenn sie ihn in offenem Felde angreifen, wohl darnach zu richten. [...]
    £{Hol-147,03-04}
    Wenn sie auf Tobacksfelder kommen, werden sie trunken, und nehmen tolle Streiche vor. Bisweilen sind sie so voll, daß sie einschlafen, und da rächen sich die Negern an ihnen. Sie trinken Wasser, welches sie zuvor mit ihren Füssen schlammicht rühren.
    [...] Ihre Zähne liegen, den gewöhnlichen Abbildungen zuwider, in dem obern Kinnbacken. Sie reißen mit denenselben Bäume nieder. Daher kommen soviel zerbrochene Zähne; denn wenn der Baum zu stark ist, so geht es über den Zahn.

    |P_316
    £{Hol-147,04-06}
    Das Thier kömmt oft bey der Nacht in die Dörfer, ohne sich darum zu kehren, ob sie bewohnt sind. An statt nun, daß es ausweichen sollte, wenn es an die Negerhäuser kömmt; so geht es vielmehr gerade fort, und zertritt sie, wie Nußschalen. [...]
    £{Hol-147,09-10}
    Denn sie sind schwer zu tödten, wo ihnen die Kugel nicht gleich zwischen die Augen und die Ohren kömmt, welche noch dazu von Eisen seyn muß; denn wider die bleyernen Kugeln hält ihre Haut so fest, als eine Mauer, und dieselben werden, wo sie an erwähnten Ort stoßen, ganz platt.

    |P_317
    £{Hol-147,06-07}
    Aus diesen beyden Beyspielen ist klar genug, daß sie selten ungereizt Schaden thun; [...].
    £{Hol-147,10-11}
    Der Elephant ist nicht nur seiner Größe, sondern auch seiner Gelehrigkeit wegen merkwürdig.
    [ Elefanten: Ohren - Kalbfelle: oo / Haut - Schleim: oo]

    |P_319 [ [Vergleich von Kant] ]
    £{Hol-308,09-10}
    /Die Geiß oder Antelope wird an der Sanaga und an der Gambra in großen Heerden gefunden. Am Kopfe, Schwanze und Haaren gleicht sie dem Kameele. Ihr Leib ist wie der Hindinn ihrer, und ihr Geschrey ist dem Meckern der Ziege ähnlich. An den Schenkeln und Füßen, die vorn kürzer als hinten sind, gleicht sie dem Hasen, und läuft eine Höhe besser hinauf, als hinunter. Wo der Boden uneben ist, kann sie nicht schnell laufen. Wenn sie ein Lärmen hören: so spitzen sie die Ohren. Ihre Hörner gehen gerade bis ans Ende, wo sie etwa einen Zoll lang einwärts gebogen sind. Sie sind von guter Art, und leicht zu zähmen. Rund um das Auge haben sie einen schwarzen Kreis, wie das Kameel.

    |P_320
    £{Hol-163,18-20}
    Von der andern Art [Affen] sind einige so groß, als Magots. Sie haben nicht nur Hände und Füße; sondern auch in ihrem Bezeigen etwas sehr menschenähnliches. Die Negern sind völlig beredet, diese Affen könnten reden, wenn sie wollten, aber sie thäten es nicht, damit sie nicht zur Arbeit gezwungen würden.

    |P_321-322 [ Zibetkatze / Muskusbeutel: nicht die Quelle ]
    Die Schriftsteller malen dieses Thier, saget Labat, auf verschiedene Art ab. Einige halten es für die bey den alten Schriftstellern so berühmte Hyäna, andere heißen es die Zibeth-, andere die Muskuskatze. Dieser Name schicket sich in der That nicht wohl, da es / nicht die geringste Aehnlichkeit mit der Katze hat, als an den Ohren, und einigen Haaren, die ihm als ein Knebelbart dienen. [...]
    £{Hol-158,16-17}
    Es ist wild, grausam, gefräßig und sein Biß gefährlich. Man fängt sie in Schlingen, hält sie in dräthernen oder hölzernen Bauer, und füttert sie mit kleingeschnittenem rohen Fleische. [...]
    Was dieses Thier werth macht, besteht in einem dicken ölichten Wesen, welches in einem Beutel gesammelt liegt, den man bey dem Männchen zwischen dem Hodenbeutel und der Ruthe, und bey dem Weibchen zwischen der Scham und dem Hintern findet. [...] Dieser Beutel ist etwan drey Zoll tief, und zwey und einen haben breit. Er besteht aus verschiedenen kleinen Drüsen, die eine riechende Materie einschließen, welche sich herausdrücken läßt. [...] in dieser Stellung wird ein kleiner Löffel in die Oeffnung des Beutels gesteckt, mit welchen die häutigen Abtheilungen gelinde geschabt oder gedrückt werden, daß solche dasjenige, was sie in sich halten, von sich geben. Man wiederholt dieses nicht täglich, wozu das Thier nicht genug darbietet, besonders wenn es eingesperrt ist; sondern alle zween bis drey Tage, und bekömmt anderthalb, oder höchstens zwey Quentchen, auf einmal.

    |P_324-329 Das xviii Capitel. Eidexen, Insecten und kriechende Thiere.

    |P_325f.
    £{Hol-190,09-16}
    Man findet das Camelion an der Sanaga und Gambra. [...] Herr Moore meldet, [...]. Es schießt seine Zunge, die so lang als der Körper ist, auf sieben bis acht Zoll heraus, und da solche mit einem zähen Wesen bedeckt ist, so fängt sie alles, was an sie kömmt. Es verändert seine Farbe nach Gefallen, aber nicht nach denen Sachen, darauf es sitzt. Im Schlafe ist es ordentlich hellgelb. [...] Barbot berichtet, [...]. Es ist nicht größer, als ein großer Frosch, gemeiniglich blaß maüsefarben, die Haut fast durchsichtig; daher es die Farben / der nahe liegende Sachen leicht annimmt. [...] Bosman giebt eine Abschilderung [...]. De Bruyn hat in seinen Reisen in die Levante, die allerbeste Beschreibung und Abschilderung von diesem Thiere gegeben. [...] Er sahe sie nie etwas essen oder trinken, als etliche Fliegen, und hatte bemerkt, daß sie ihre Farbe drey bis vier mal in einer halben Stunde verändert, ohne das solches durch etwas verursacht worden. Die ordentliche Farbe ist grau, oder vielmehr mäusefarben, meistens aber verwandeln sie sich in sehr schön Grün, mit gelb gefleckt, so schön als ein Pinsel es malen kann. [...] Die Haut ist sehr dünne, und fast durchsichtig. Man irret sich mit der Meynung, als ob sie die Farben aller Sachen, die in ihrer Nähe sind, annähmen; denn sie bekommen die rothe und verschiedenen andere Farben nicht, obwohl der Verfasser bey ihnen jählinge Veränderungen der Farben bey der Annäherung verschiedener Gegenstände bemerket hat.

    |P_327
    £{Hol-130,01-02} / £{Hol-185,25-26} [ Nicht die Quelle ]
    Es giebt hier vielerley Insecten. Die Heuschrecken verderben die inländische Gegenden in großen Schwärmen, davon selbst die Luft verdunkelt wird. Wo sie auffallen, verzehren sie alles Grüne, selbst das Land. Sie sind ordentlich so breit, als ein Finger, aber länger, mit scharfen schneidenden Zähnen. [...] Die Moren und Schwarzen essen sie. Durch die Zerstöhrung, welche sie denen Länder, wo sie durchziehen, anrichten, verursachen sie oft Hunger.

    |P_328
    £{Hol-306,10-12}
    /Die Wälder sind voll großer Ameisen. Sie bauen Nester oder Haufen von Erde, welche rundspitzig sind, und fast sieben Fuß Höhe haben. Sie kleiben diese so fest, als Leim. Diese Ameisen sind weiß, länglicht, und so groß als ein Gerstenkorn, sehr lebhaft. Die Ameisenhaufen sind etwan vierzehn bis funfzehn Fuß rund, haben nur einen Eingang, der in der Seite etwan ein Drittheil von dem Wege hinauf, der sich vom Grunde nach der Spitze windet. In der Ferne sehen sie wie kleine Häuser aus.

    |P_329
    £{Hol-188,03-04} / £{Hol-186,20-21}
    Durch dieses ganze Land giebt es vielerley Schlangen, von denen einige groß sind, und ihr Biß ist gefährlich. Sie gehen in die Negerhütten zu Kayor, und jagen die Ratten und Küchlein, ohne den Leuten etwas zu thun. [...] Einige davon sind fünfzehn bis zwanzig Fuß lang, und anderhalb Fuß dick. [...] An dem Flusse Kurbali findet man Schlangen von dreyßig Fuß lang, die einen ganzen Ochsen verschlingen können. [...].
    Es giebt hier Raupen, die sehr häßlich, und so groß als eine Mannshand sind. Zwo Arten von Würmern sind gleichfalls sehr beschwerlich. Die erstern heißen Chiques, und kommen an den Händen und Fußsohlen aus. [...] Die andern brütet die üble Luft in dem Fleische; sie sind manchmal vier bis fünf Fuß lang, und gefährlich heraus zu ziehen.

    |P_330
    [Das xix Capitel. Von den africanischen Vögeln ]

    |P_330-331 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-192,12-14}
    Unter diesen mag der erste, von dem wir reden wollen, der Pelican seyn, den man häufig an der Sanagra und Gambra antrifft. Es ist der Onocrotalus der Alten, und die Franzosen nennen ihn Grand Gofier. An Gestalt, Größe und Kropfe gleicht er einer großen Gans, hat auch eben solche Füße. Der Kopf ist an den Seiten flach, an sich selbst groß, wie er seyn muß; er hat einen Schnabel von anderhalb Fuß lang, und der dabey zwey Zoll breit ist, zu tragen. [...] Von der Höhlung zwischen diesen beyden Theilen des untern Kinnbackens fängt ein Sack an, der daselbst seine Oeffnung hat, den Hals hinuntergeht, [...]. Wenn er leer ist, so merket man ihn kaum: aber es ist erstaunlich anzusehen, wie er sich aufblähet, und wie viel er enthält, wenn dieser Vogel eine gute Mahlzeit von Fischen gethan hat. Er pflegt erst zu fischen, und seinen Sack anzufüllen, worauf er sich wegmacht, und sich Zeit nimt zu fressen. Einige sagen, dieser Sack enthalte ausgedehnt zwey Gallonen Wasser.

    |P_332-333
    £{Hol-308,10-11}
    /Der africanische oder guineische Pfau den einige den Kaiservogel, oder die numidische Jungfer nennen, ist von der Größe eines türkischen Hahns. [...] Er ist gern allein, und ein großer Feind des Hühnerviehes. [...] Nach der genauen Beschreibung, welche die parisische Akademie der Wissenschaften von diesem Vogel, unter dem Namen der Demoiselle von Numidien, geliefert hat, ist er wegen seines Ganges und seiner Bewegungen, in welchen er ein Frauenzimmer vorzustellen scheint, und wegen seiner Federn merkwürdig.

    |P_334
    £{Hol-308,11-12}
    /In dem Eilande Bisescha, an der Mündung der Sanaga, sind viel Vögel, Namens Suc Boeuf, oder Ochsensauger, von der Größe einer Amsel, ganz schwarz, mit starkem schmalen spitzigen Schnabel. Sie setzen sich auf dem Rücken des Rindviehes fest, und zwar dergestalt, daß der Schwanz sie nicht erreichen kann. Sie machen mit ihren Schnäbeln Löcher ins Fleisch, und saugen das Blut aus; so, daß sie diese armen Thiere mit ihrer beständigen Verfolgung tödten, wenn sie von den Hirten nicht sorgfältig fortgejagt werden.

    |P_334-335
    £{Hol-308,12-14} / £{Hol-192,21-24}
    /Es giebt hier auch Vögel, Namens Kubalos oder Fischer, welche von Fischen leben. [...] Ihre Nester hängen so dick über dem Wasser, daß die Negern es Dörfer nennen. In dem Baue ihrer Nester ist etwas merkwürdiges. Sie sind länglicht wie Birnen, und grau, aus starkem Leime gemacht, mit Federn, Moose und Strohe vermengt, und so durchwebt, daß der Regen nicht durchdringt, und so stark, daß sie nicht brechen, wenn die Winde sie gleich zusammenschlagen; denn sie hängen an einem langen Faden, am Ende der kleinsten Baumäste, die über den Fluß gehen; so, daß sie in der Ferne wie Früchte aussehen. Sie haben nur einen kleinen Eingang, welcher allemal gegen Osten gerichtet ist, und so gemacht worden, daß keine Nässe hinein kann. Diese Nester versichern sie wirklich vor ihren Feinden, den Affen, die sich aus Furcht, ins Wasser zu fallen, und den Krocodilen oder Raubfischen zum Theile zu werden, nicht auf diese dünnen Äste wagen dürfen.

    |P_337-349
    Das xx Capitel. Fische in diesen Gegenden.

    |P_337-338
    Die Meerschweine, welche die Engländer Porpoises, von den Portugiesen Pamnos, und von den Franzosen Marsonin genennt werden, sind von zweyerley Arten. Einige haben eine spitzige Schweinschnautze, daher sie Meerschweine heißen. Andere haben ein flaches Maul wie die Lamia, welchen Namen ihnen die Holländer beylegen. /

    |P_338
    £{Hol-308,14-17}
    Der Blaser ist einem Wallfische sehr ähnlich, aber viel kleiner. [...]
    £{Hol-171,02-07}
    Die Lamien oder Schwerdtfische, schwimmen in Untiefen, wie die Meerschweine, aber viel schneller. Sie sind kleiner als die Wallfische, haben aber keine Oeffnung, das Wasser auszuspritzen.
    Den Hay oder Seehund nennen die Portugiesen Tubaron, die Franzosen Haye und Requiem. Er läßt sich meistens bey stillem Wetter sehen. Sie schwimmen langsam, und haben eine hohe Finne auf dem Kopfe. Ihr Mund geht bis zur Mitte des Halses, so daß sie sich mit großer Mühe umwenden müssen, wenn sie etwas verschlingen wollen. [...] Sie sind hungrig und sehr gefräßig; was sie antreffen, verschlingen sie begierig, so daß die Holländer oft eiserne Haken und sogar Aexte in ihrem Bauche gefunden. [...]

    |P_338-339
    £{Hol-170,21-171,01}
    Le_Maire meldet, der Requiem oder Hay habe die Gestalt eines Seehundes, sey aber dreymal so lang von vier zu acht Fuß. Sie gebähren lebendige Junge, und haben eine Bärmutter wie eine Hündinn, die andern Theile gleichen einem Fische. Labat meynet, der Requiem, welcher auf dieser ganzen Küste, und in allen Flüssen häufig gefunden wird, sey von den europäischen Seehunden nur an der Größe unterschieden. Man findet ihn oft zu zwanzig Fuß lang, und vier Fuß dick, mit einer starken rauhen Haut bedeckt, die / aber nicht zu dicke ist. Sein Kopf ist lang, seine Augen sind groß, rund, offen und roth. Der Mund ist weit, und oben und unten mit wenigstens drey Reihen Zähnen bewaffnet, von denen einige dreyeckicht, andere flach, und noch andere spitzig sind. Sie sind ungemein hart und scharf, nahe beysammen, so daß ihnen nichts widerstehen kann. Zum Glücke ist dieser gefräßige Mund fast einen Fuß lang von dem Ende der Schnauze, so daß er seinen Raub von sich fortstößt, an statt ihn zu beißen.

    |P_339
    £{Hol-171,10-12}
    Er ist gefräßig, kühn und gefährlich, und würde das Meer bald öde machen, wenn er nicht so schwer schlänge. [...] Man fängt ihn [den Hay] leicht, weil er so begierig nach allem schnappet. Meistens wird er mit einem starken Haken oder einer Kette gefangen, woran ein Stück Speck oder Fleisch ist.

    |P_340
    £{Hol-171,07-09} / £{Hol-171,12-13}
    Wenn jemand über Bord fällt, so ist er verlohren; es müßte denn seyn, daß nicht gleich einer von diesen Fischen [den Hayen] da wäre, welches etwas seltenes ist, oder das ihm gleich geholfen wird. [...] Wenn er gefangen ist, und an Bord geschleppt wird: so halten sich die Seeleute entfernt; denn außer seinen scharfen Zähnen, mit denen er um sich hauet, schlägt er noch mit dem Schanze, welcher ungemein stark ist, und wer ihm zu nahe kömmt, der verliert einen Arm oder Bein, oder es wird ihm wenigstens zerschmettert.

    |P_340-341
    £{Hol-171,15}
    Der Sauger hat diesen Namen, weil er sich an die Fahrzeuge mit dem Munde saugend anhängt. Sie sind von der Größe einer Scholle. Wenn sie sich ans Ruder hängen, so hindern sie das Schiff; aber sie halten es nicht auf, wie man von dem Remora fälschlich berichtet. [...] Der Hay wird gleichfalls von einem andern Fische begleitet, den man deswegen den Piloten nennet. Er hat die Größe eines Härings, und geht um jenen Fresser herum, oder hängt sich auf seinen Rücken, ohne daß er ihm was thäte.

    |P_341
    £{Hol-171,16-19}
    Der Zigene oder Pantouflier, sonst auch der Hammerfisch genannt, ist nach Jannequins Bericht sehr stark und gefräßig, auch so gefährlich als der Hay. [...] Er gleicht dem Hay bis auf den Kopf, der sehr groß, und fast wie ein Hammer gestaltet ist. [...]
    [ Nicht die Quelle! --> ]
    £{Hol-170,07ff.} / £{Hol-172,18ff.}
    Die Seekuh, welche die Spanier Manati, und die Franzosen Lamentin nennen, ist gemeiniglich sechzehn bis achtzehn Fuß lang, und vier bis fünf Fuß dick. [...] Der Name Manati, oder der Fisch mit Händen, hat viele verleitet, daß sie ihr wirklich Aerme und Hände zugeschrieben, wie sie auch die Maler und Kupferstecher so vorgestellet haben.

    |P_343-344
    £{Hol-173,12-174,02}
    Unter allen schwimmenden Geschöpfen ist keines von mehr erstaunlicher Natur, als der Torpedo, oder betäubende Fisch, den einige den Krampffisch nennen. Kolbe, welcher ihn unter dem letztern Namen anführet, saget, man finge ihn an dem Vorgebürge der guten Hoffnung oft mit dem Netze nebst andern Fischen. [...] Kolbe hat den Bericht verschiedener Schriftsteller in der Erfahrung gegründet befunden. Wenn er diesen Fisch mit der Hand, oder mit dem Fuße, oder auch nur mit einem Stocke berührt: so sind seine Gliedmaßen gleich von einem solchem Krampfe gezogen, und so betäubet worden, daß er sich nicht bewegen können, und eine schmerzliche Pein darinnen gefühlt hat, besonders an dem Gliede, damit er den Fisch berührt, oder den Stock gegen denselben ausgestreckt hat. Er empfand über und über starke Zuckungen; aber diese Wirkung dauerte nie über eine halbe Stunde. Sie ist eine oder zwo Minute am heftigsten, und nimmt nach und nach ab, bis sie ganz weg ist. [...]
    Wir wollen doch Doctor Kämpfers Nachricht davon, welche die vollständigste ist, allhier einrücken.
    Der Fisch, den die Römer von der Betäubung, welche er denen, die ihn berühren, verursachet, Torpedo nennen, heißt aus eben der Ursache bey den Persern Lerz Mahi, und bey den Arabern Riaad. Der persische Meerbusen hat unter seinen vielen schuppichten Fischen verschiedene seiner Art. Der Körper ist flach, gleich einem Rochen, den Schwanz ausgenommen, aber mehr zirkelrund. Er ist nicht über zwo Spannen breit, auch in der größten Breite. [...] Zwo Höhlen zum Athemholen stehen schief unter den Augen, von eben der Größe, welche der Fisch im Wasser mit einer dicken Haut schließt, welches gerade so aussieht, wie ein Mensch, der winket; so daß man glauben sollte, es wäre ein zweytes Paar Augen, [...].
    [Gegenüber S. 343: Tafel 16: Krampffisch oder Torpedo nach Kaempfer]

    |P_346-347
    £{Hol-173,19-174,01}
    Diese Betäubung gleicht demjenigen, was wir fühlen, wenn ein Glied eingeschlafen ist. Es ist eine jählinge Empfindung, welche durch die Schweißlöcher des gerührten Gliedes augenblicklich zu dem Sitze des Lebens dringt, sich von da aus durch Leib und Seele durch und durch schmerzlich erstrecket, und die nervichten Theile dergestalt zusammenzieht, daß es ist, als ob alle Knochen, besonders die an dem zuerst gerührten Theile, ausgerenkt wären. [...] Die Fischer sagen, daß Gift gienge, wenn sie in dem Netze wäre, nicht durch die Leinen in die Hand. [...] Gleichwohl sah Kämpfer, weil er diese Beobachtungen machte, einen Africaner, der den Fisch [den Torpedo] ohne Bedenken nahm, und ohne Bewegung und Schaden handthierte. Der Verfasser war begierig, dieses Geheimniß zu erfahren, und fand in eigener Erfahrung die Nachricht wahr, daß man die Betäubung durch Ansichhaltens des Athems verhinderte, welches auch seine Freunde richtig befanden. [...]
    Todt kann er nicht nur sicher berührt, sondern auch, wie man saget, gegessen werden. [...] Die Fischer glauben, die Natur habe ihm solches zur Vertheidigung gegen andere Fische gegeben. [...]
    Ludolf [Hist. Aethiop. L. I. c. 2.] erzählet, die Aethiopier heilten Fieber, indem sie den Torpedo an den Kranken brächten.

    |P_348
    £{Hol-168,05-07} [Taugt nicht zum Einsalzen: oo]
    Die Schildkröte leget ihre Eyer ans Land, untersuchet den Platz genau, und kömmt richtig den siebenzehnten Tag zurück, um zu legen. [...] Einige legen bis zu zweyhundert und funfzig Eyer. Sie sind von der Größe eines Balles und ganz rund. Die Schale ist nicht härter, als feuchtes Pergament, und niemals ganz voll.

    |P_349-352 [Kap. xxi: Thiere, welche zugleich im Wasser und auf dem Lande leben. 1. Abschnitt Vom Krokodile]

    |P_349
    £{Hol-167,07-08}
    Le_Maire saget, man sähe auf den Westküsten von Africa nicht viel Thiere, welche zugleich im Wasser und auf dem Lande leben.

    |P_350
    £{Hol-167,08}
    Das Krokodil, welches Labat als die größte Art der Eidexen ansieht, ist nach des Herrn Smith Berichte von dunkelbrauner Farbe. [...] Es ist mit einer harten dicken schuppichten Haut bedeckt, welche über und über wie mit Nägelköpfen besetzt ist, [...].

    |P_351
    £{Hol-167,08-09}
    Das Krokodil ist an verschiedenen Orten von mancherley Größe. In Guinea rechnen Arthus und Bosman seine Länge nicht über zwanzig Fuß. Barbot saget, man habe einige von fünf und zwanzig zu dreyßig Fuß lang an der Sanaga und Gambra gesehen.

    |P_351f.:
    £{Hes-125,11 ??} / £{Doe-124,13 ??}
    So kühn diese Thier ist, so greifen die Schwarzen es doch in untiefen Wassern an. Dieserwegen wickeln sie ein Stück Ochsenhaut um ihren linken Arm, nehmen ein Bajonet / oder ein Assagaye in die rechte Hand, und halten mit jener ihm den Mund offen, da es denn im Wasser ersaufen muß, weil es keine Zunge hat. Um es nun desto eher hinzurichten: so verwunden sie ihm die Kehle, und stechen ihm die Augen aus.

    |P_352
    £{Hol-167,11-12}
    Wie es sich fortpflanzet. / Dieses Thier kriecht aus Eyern, die nicht größer als Gänseeyer sind. Es leget solche ans Ufer in den Sand, wo die Sonnenhitze sie ausbrütet; [...].
    £{Hol-167,16-17}
    Die Schriftsteller sind überhaupt darinnen eins, daß es stark nach Muskus riecht, und diesen Geruch dem Wasser, in welchem es sich aufhält, mitteilet. Navarette meldet, man habe an dem Orte, wo die beyden Vorderfüße an dem Leib angewachsen sind, zweene Säcke mit Muskus gefunden. Colins aber saget, unter den Ohren. [...]
    Barbot und andere verwechseln das Krocodil mit dem Alligator, der nach den Abzeichnungen und Beschreibungen doch davon unterschieden ist.

    |P_353-356
    2. Abschnitt Von dem Flußpferde

    |P_353
    £{Hol-167,07-08} / £{Hol-145,02-03} / £{Hol-145,05}
    Das Flußpferd, welches ebenfalls im Wasser, wie auf dem Lande lebet, heißt bey den Griechen Hippopotamus, und wird oft in der Gambra und St._Domingo, wo Kachao liegt, gesehen. Man findet es auch im Nil, und kurz an allen Küsten, von dem weißen Vorgebirge, bis ans rothe Meer. Es wird nur in Africa, und weder in Asien noch America angetroffen. [...] Außer den Backzähnen, die groß, und gegen die Mitte zu hohl sind, hat es vier große Zähne oder Hauer, wie der Eber, auf jeder Seite und in jedem Kinnbacken zweene, von sieben zu acht Zoll lang, und an den Wurzeln bey fünf Zoll im Umkreise. Die untern sind mehr gebogen, als die obern. Sie sind viel härter und weißer, als Elfenbein, [...]. Die Verfertiger falscher Zähne suchen diese Gattung von Zähnen oft, weil sie härter sind, als Elfenbein, und nie die Farbe verlieren. [...] Es wiehert wie ein Pferd, und so laut, daß man es weit hören kann.

    |P_354
    £{Hol-145,04-05}
    Seine Haut ist, besonders auf dem Rücken, Halse, dem Aeußersten der dicken Beine und Hinterbacken, so hart, daß Musketenkugeln, Wurfspieße und Pfeile nichts dagegen vermögen. [...] Am Bauche aber und zwischen den dicken Beinen ist es viel weicher, [...].
    [Grampas oder Nord Capers: [nicht erwähnt in naturgeschichtlichem Abschnitt, dort nur Wallfische (ohne Unterscheidung der Arten) S. 338 ]

    |P_360 [ [Gedan !!] ]
    £{Hol-308,18-21}
    /Die Holländer haben in Gewohnheit, welche sie genau beobachten, diejenigen Schiffsleute und Reisende, die noch niemals durch die Linie gefahren, zu taufen; und der Verfasser giebt folgende Nachricht von dieser Ceremonie. Weil das Wetter schön war: so wurde die Glocke geläutet; und nachdem sich die Schiffsleute auf dem Verdecke versammelt, die Segel nachgelassen. Darauf bemächtigten sich diejenigen, welche diese Reise schon vorher gethan; und nachdem sie ihnen die Aerme hinten auf den Rücken gebunden, und ein Seil unter ihren Aermen festgemacht; so zogen sie solche hinauf bis an die Rhaa des Hauptmastes, und ließen sie von da in die See hinab, und zogen sie drey- oder viermal nach einander wieder heraus. Einige tauchten sie für den König in Frankreich, andere für die Generalstaaten, und zuletzt für die Schiffsbedienten und ihre Weiber, wenn sie welche hatten, ein. Hierauf gaben sie ihnen ein Glas Brandtewein oder Sect, und so waren sie wieder Freunde. Die Schiffsjungen wurden bis aufs Hemde ausgezogen, und unter einen Korb gestellt, wo ihnen sieben bis acht Eimer Wasser über den Kopf gegossen wurden. Auch die Officier waren nicht ausgenommen. Denn nachdem sie den Schiffsleuten etwas zu vertrinken gegeben, so mußten sie leiden, daß ihnen ein wenig Wasser aus einem Glase oder Topfe auf die Stirn gespritzet wurde, welches die Ceremonie beschloß. Weil das Schiff diese Reise noch nicht gethan hatte: so war der Hauptmann nach eben der Gewohnheit verbunden, den Seeleuten einige Butelljen Brandtewein zur Strafe zu geben, um seine Gesundheit zu trinken.

    |P_424
    £{Hol-308,16}
    Diese See hat viele Grampusse, [Delphin ??] die so groß sind, als kleine Wallfische, und die Schiffe sehr lieben. [...]
    [Erwähnt in einer Reisebeschreibung: ] Kurzgefaßte Beschreibung einer Reise längst der Küste von Guinea nach Whidaw, dem Eylande St. Thomas, und von da nach Barbadoes, im Jahre 1693. Von dem Hauptmanne Thomas Phillips.

    |P_436
    £{Hol-308,22-24}
    Die Einwohner dieser Elfenbeinküste heißen Quaquas, weil sie dies Wort oft wiederhohlen, da es so viel heißt, als: Diener.

    |P_474-494
    Das iv Capitel. Eine Reise nach Guinea, Brasilien und Westindien, in den Kriegsschiffen der Schwalbe und Weymouth, im Jahre 1721. Durch Johann Atkins, Wundarzt auf der Königlichen Flotte.

    |P_478
    £{Hol-174,13-16}
    Man sieht sie [Delphine] selten außerhalb der Breite des beständigen Windes, und den fliegenden Fisch niemals. Diese sind so groß, als ein kleiner Häring; ihre Flügel etwa zwey Drittheile von der Länge, gehen enge aus dem Körper heraus, und enden sich breit. [keine Rede von 'auf den Schiffen]

    |P_480
    £{Hol-309,03-05}
    In einer Stadt an dem Flusse fanden sie einen glänzendgelben Mann; und es wurde ihnen berichtet, (wofern sie der Leute ihre Zeichen und Sprache recht auslegten,) daß er von einer Gegend käme, die ein gut Stück landwärts läge, wo sich ihrer mehr befänden. Der Hauptmann Bullfinch Lambe und andere, berichteten nachmals dem Verfasser, sie hätten verschiedene gesehen, und Herr Thompson meldete, er hätte einen zu Angola, und einen andern zu Madagaskar gesehen.

    |P_497-498
    £{Hol-182,11-14}
    Bujis, die den ersten Artikel der Guinea Ladung ausmachen, sind kleine weiße Muscheln, die man an den Maldiveneylanden fischet. Auf der Küste von Guinea heißt man sie Kowris. Es sind ihrer zwo Arten große und kleine. Beyde gelten als Scheidemünze in einen großen Theile von Africa südwärts / der Sanaga, sowohl als in einigen Theilen von Ostindien. Man wird anderwärts zeigen, wie sie in Handel gehen.

    |P_525
    £{Hol-311,17} [Nur Beleg]
    Den 4ten des Hornungs ankerten sie fünf Meilen westwärts von Axim, welches das höchste holländische Fort auf der Goldküste ist.

    |P_529
    [...], welche damals durch den großen und mächtigen König von Dahomey, der unlängst solche Lärmen in Europa gemacht hat, in die Asche gelegt worde. Seine erste Eroberung war groß Ardrah, funfzig Meilen Nordwest von Sabi, im Jahre 1724.

    |P_648ff
    Das iii Capitel. Beschreibung der Elfenbeinküste

    |P_649
    £{Hol-308,22-24}
    Die Holländer gaben den Einwohnern von hier an bis an das Vorgebirge St._Appolonia den Namen Quaqua, weil sie dieses Wort fast beständig im Munde führten, wenn sie zu ihnen auf die Schiffe kamen, welches Wort nach ihrer Meynung so viel heißen sollte: als guten Morgen, oder Willkommen.

    |P_650
    £{Hol-308,24-25}
    Die dasigen Schwarzen sind die wildesten auf der ganzen Küste, und sollen, wie man saget, Menschenfleisch fressen. Sie feilen sich zum Staate ihre Zähne so scharf, wie Nadeln oder Pfriemen.

    |P_659
    Der ii Abschnitt. Die Gewächse und Einwohner der Elfenbeinküste.

    |P_660
    £{Hol-171,16-19}
    Der Zigana, oder Hammerfisch, welcher in America Pantouflier genannt wird, ist von einer gefräßigen Art. Der Kopf ist platt, und breitet sich auf beyden Seiten aus, wie ein Hammer. An beyden Enden liegen rothe, große und funkelnde Augen. Im Maule stehen zwo Reihen scharfe Zähne. [...] Es hat keine Schuppen, sondern eine dicke fleckige Haut.

    |P_660-661
    £{Hol-172,12-17}
    Eine andere Art von Ungeheurn oder Seeteufeln fand des_Marchais auf dieser Küste, welches eine Art von Rochen war, zwanzig bis fünf und zwanzig Fuß lang, funfzehn bis achtzehn breit, und drey Fuß dick. Merkwürdig war an diesem Fische, daß seine Seiten hervorragende Winkel bildeten, gleichwie der Sturz von einem gebrochenen Arme oder Beine. An denselben waren große scharfe Nägel, wie Haken, von einem harten hornichten Wesen, die gefährlich verwunden konnten. Der Schwanz war lang, in Gestalt einer Peitsche, und endigte sich mit einem Nagel von gleicher Art, der aber größer war. [...] Der Kopf war groß, und hing ganz gerade an dem Leibe, ohne einen merklichen Hals zu spüren. [...] An jeder Seite des Schlundes hatte er drey Hörner, von ungleicher Länge und Breite. [...]

    |P_662
    £{Hol-308,24-25}
    Die Zähne feilen sie so scharf, wie Pfriemen; sie stehen aber meistentheils krumm und unregelmäßig.

    |P_667
    Diese Schwarzen treiben einen großen Salzhandel mit ihren Nachbarn gegen Nordost, und diese verführen es tiefer in das Land, wo es sehr theuer und selten ist. Die Caraiben von America haben kein Salz, und haben niemals welches gehabt, ohne daß dieser Mangel ihnen geschadet hätte. Wenn man diesen Salzhändlern von Quaqua glauben soll, so verführen sie es bis über den Niger zu einem Volke, das nicht schwarz ist, und welches nach ihrer Beschreibung die Moren seyn müssen.

    |P_Vacat
    £{Hol-146-147} [Elephanten: Ohren]
    £{Hol-145,05} [Nilpferd wiegt 30 Centner]


  3. __AHR-04_(1749)_
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 3
    --------------
    22. Mai 2002 // 19.09.2016
    ****************]

    |P_027
    £{Hol-205,16}
    Die Mangroven, welche sich an den Seiten desselben [Flusses] unter diesen Bäumen befinden, sind voller Austern, die an den Aesten erwachsen.

    |P_058
    £{Hes-224,13}
    Cabo Corso, wie es die Portugiesen nennen, und Cap Corse, oder Coast, wie es die Engländer verderbt aussprechen, wird von dem Ufer gemacht, das ein wenig hervorraget, und einen Winkel vorstellet, an dessen Süd- und Ostseiten das Meer anspühlet. Auf diesem Vorgebirge, neun kleine Meilen von el Mina ostwärts, liegt das englische Fort Capo Corse, oder Cape Coast-Castell genannt, welches ein unregelmäßiges Viereck ist, dessen zwo Seiten längst dem Ufer liegen.

    |P_102f.
    £{Mes-121,05} / £{Doe-031',19}
    Rio da Volta ward von den Portugiesen wegen seines reißenden Stroms und seiner Fluth so genannt. [...] Bosman saget, es sey ein schöner breiter Fluß, dessen Gewässer sich mit solcher Heftigkeit in die See stürzet, daß es noch drey bis vier kleine Meilen weit vom Ufer zu unterscheiden ist. [../.] Dieses bekräftigte dasjenige, was ihm einer von seinen Bedienten gesaget, der diese Reise zu Lande gethan hatte, es sey nämlich dieser Fluß nicht weit von dem Meerufer, und in seinem ganzen Laufe über alle maßen schnell.

    |P_112
    £{Hol-116,15-16} / £{Hol-309,01-02}
    Die Schwarzen an der Goldküste sind gemeiniglich von mittlerer Statur, von starken Gliedern, und wohl gebaut. Sie haben ein länglichtrundes Gesicht, blitzende Augen, kleine Ohren, und ihre Augenbraunen sind groß und dick. Ihr Mund ist nicht gar zu groß. Ihre Zähne sind ungemein rein, weiß und wohl geordnet. Die Lippen sind roth und frisch, und nicht so dick als der Angolaschwarzen ihre, noch ihre Nasen so platt.

    |P_113-114
    £{Hol-309,06-07}
    Sie lassen ihre Nägel zuweilen so lang als eines Gliedes ihrer Finger wachsen; denn je länger sie sind desto ansehnlicher sind sie, um desto mehr werden sie geachtet. [...] / Diese Nägel sind ihren Kaufleuten oftmals sehr nützlich, und dienen ihnen, wenn sie ihre Löffel nicht haben, den Goldstaub aufzunehmen, und hält jeder Nagel eine halbe Unze.

    |P_114
    £{Hol-309,02-03}
    Sie sind klug, und verstehen sich auf den Handel dergestalt, daß sie die Europäer übertreffen. Auf der andern Seite sind sie neidisch und boshaft, und können sich dermaßen verstellen, daß sie ihren Haß und Groll einige Jahre lang verbergen. [...] Die Schwarzen sind so geschickt im Stehlen, daß der Verfasser dafür hält, es könne kein Volk mit ihnen verglichen werden.

    |P_115
    £{Hol-309,02}
    Sie sind ungemein stolz und hochmüthig in ihrer Aufführung.

    |P_125
    £{Hol-309,08-12}
    Von dieser allgemeinen Armuth und dem Mangel an Gütern, welche man in allen Wohnungen der Negern, in allen von ihnen bewohnten Ländern gewahr wird, wie auch von ihrer Neigung, die Fremden von einer andern Farbe zu bestehlen, geben die muhammedanischen Marbuten eine ziemlich seltsame Ursache an. Sie erzählen, es wären die drey Söhne Noah, deren jeder, wie oben gedacht, eine besondere Farbe gehabt hätte, bey ihres Vaters Tode zusammen gekommen, seine Güter zu theilen, welche in Gold, Silber, Kleidern, Leinwand, Zeugen, Cattuen, Pferden, Kameelen, Ochsen, Schafen und andern Thieren, wie auch Waffen, Hausgeräthe, Korn, Toback, Pfeifen und dergleichen bestanden. Diese Brüder speisten des Abends freundschaftlich zusammen, und giengen, nachdem sie eine Pfeife Toback gerauchet, und eine Flasche Wein getrunken hatten, zu Bette. Der weiße Bruder aber, welcher andere Absichten im Kopfe hatte, als zu schlafen, stund sogleich auf, als er sah, daß die beyden andern zur Ruhe gekommen waren. Er nahm alles Gold, Silber, und die schätzbarsten Güter, und floh damit nach denen Landen, wo sich die Europäer itzo gesetzet haben. Als der Mor erwachte, und den Betrug seines ältesten Bruders merkte: so folgte er seinem Beyspiele, [...]. Als der Negerbruder, welcher zuletzt aufstund, fand das alles weg war, außer einigen baumwollenen Zeugen, oder Pagnes, einigen Pfeifen, Toback und Reiß, und daß er in der Patsche stecken blieben: so nahm er zum Troste eine Pfeife, und fing an, nachzusinnen, wie er sich rächen wollte. Er hielt es für das Beste, seinen Brüdern eben so zu begegnen, und sie zu bestehlen, wenn er könnte.

    |P_126 [ Gedan! Nicht die Quelle ]
    £{Hol-131,08-10}

    |P_139-140
    £{Hol-309,16-18}
    Einige Schwarze heirathen bloß darum viel Weiber, damit sie einen guten Unterhalt durch sie gewinnen und göldenen Hörner tragen. Diese sind in Wahrheit zufriedene Hahnreye, welche ihren Weibern völlige Erlaubniß geben, andere Männer zu ihren Umarmungen anzureizen. [...] Es ist nicht zu sagen, was diese treulosen Weibesstücke für List anwenden, die Mannspersonen, sonderlich Fremde, ins Netz zu ziehen.

    |P_142
    £{Hol-309,19-21}
    Alsdann wird ein wenig aus dem Wege eine kleine Hütte für sie gebaut, in welcher sie sich acht oder zehn Tage lang aufhalten und bey jedem liegen muß, wer nur kömmt. Nach diesem erhält sie den rühmlichen Namen einer Abelcre oder Abelecre, welcher eine gemeine Hure bedeutet, und es wird ihr nahe bey ihres Herrn Wohnung oder in einem besondern Theile der Stadt eine eigene Wohnung angewiesen; und sie ist nachher jederzeit verbunden, keinem Menschen den Gebrauch ihres Leibes abzuschlagen, wenn er ihr gleich etwas sehr weniges giebt, als welches sich auch selten über einen Pfenning beläuft.

    |P_161
    £{Hol-082,05-07}
    Das kalte Wasser, das sie trinken, und ihre unreinliche Lebensart, kann etwas dazu beytragen; aber vornehmlich werden diese Würmer von den scharfen Winden und Regen auf der Küste ernährt. Im Brachmonate, Heumonate und August erzeugen sie sich am leichtesten. Jeder Regentropfen ist hier größer, als eine große Erbse, und wenn einer nur etwas in einem kleinen Regen benetzt worden ist, und seine Kleider am Leibe trocknen läßt: so kann er, außerdem daß sie in dreyen Tagen vermodern, entweder der Würmer, oder sonst einer gefährlichen Krankheit versichert seyn.

    |P_162
    £{Hol-186,22-187,05}
    Es giebt eine große und eine kleine Art von diesen Fleischwürmern, die letztern sind so zart wie ein Haar. Die kleinsten sind einen halben Fuß, und die größten einen ganzen Fuß lang. Man findet auch welche, aber selten, welche eine Elle lang sind. [...] Sie kommen an verschiedenen Theilen des Körpers hervor, als im dicken Beine, den Füssen, Knien, und Hinterbacken, oder in den Achseln, Aermen, Hüften, und dem Hodensacke, wo sie am schmerzlichsten sind. [...] Sobald sie so weit außer der Geschwulst erscheinen, daß man sie fassen kann, muß man sie an einem Stock befestigen, damit sie nicht wieder hinein kriechen. So oft sich der Wurm vorwärts bewegt, geht neues Eyter aus der Beule, und man muß seinen Fortgang genau bemerken, bis er gänzlich herausgezogen ist, und dabey besorgt seyn, ihn gelinde um den Stock zu winden, aber dabey nicht zu zwingen. Denn, wenn er zerreißt, wird der Geschwulst gefährlich und oft tödtlich. [...] Die Würmer sind an Länge und Größe unterschieden. Man hat welche einen Faden lang herausgezogen, manche so dick als starke Geigensaiten; andere kleiner, und manche so zarte, wie ein feiner Seidenfaden.


    |P_173-193: 8. Buch / Der VII Abschnitt. Religion der Schwarzen

    |P_173-174
    £{Hol-309,22-26}
    Eben der Schriftsteller [Artus] meldet uns, daß sie auf verschiedene Fragen wegen ihres Gottes geantwortet: er wäre schwarz und boshaft, und vergnügte sich, sie auf mancherley Art zu quälen. Der Europäer GOtt wäre sehr gut, der ihnen so viele Wohlthaten erzeigte, und mit ihnen wie mit seinen Kindern umgienge. Andere fragten murrend: Warum GOtt nicht auch gegen sie so gütig wäre? warum er sie nicht mit wollenen und leinenen Zeuge, Eisen, Metall und dergleichen, wie die Holländer, versorgt hätte? Die Holländer antworteten: GOtt hätte ihnen ja Gold, Palmwein, Früchte, Korn, Ochsen, Ziegen, Hühnervieh, und viele andere Nothwendigkeiten, als Zeichen seiner Güte gegeben. Aber das war ihnen nicht beyzubringen, daß diese Dinge von Gott kämen.
    Sie sagten, die Erde, und nicht Gott, versorgte sie mit Golde, das aus ihren Eingeweiden gegraben würde. Die Erde gäbe ihnen Maiz und Reiß, und zwar nicht ohne ihre Arbeit. Die Früchte hätten sie den Portugiesen zu danken, von denen die Bäume gepflanzt worden, ihr Rindvieh brächte ihnen Junges, und die See versorgte sie mit Fischen. Bey allen diesen wäre ihre eigene Arbeit und ihr Fleiß nöthig, ohne welchen sie verhungern würden; sie könnten also nicht sehen, wie sie Gott für diese Wohlthaten verbunden wären.
    /Viele von den Schwarzen bilden sich zweene Götter ein. Der vornehmste, sagen sie, ist weiß, und heißt Bossum und Jangu-Man, das ist, guter Mann. Sie halten ihn vornehmlich für den Gott der Europäer, die er mit allen guten Sachen versorgt. Der andere Gott ist schwarz, und sie nennen ihn nach der portugiesischen Sprache Demonio oder Diabro, und halten ihn für einen boshaften schädlichen Geist.

    |P_177-178
    £{Hol-310,01-14}
    Es giebt keine Bilder an der Goldküste, bis man nach Ardea kömmt, wo man Götzenbilder zu Tausenden antrifft. Aber die Einwohner gebrauchen an statt der Götzen Dinge, die Fetische heißen.
    Das Wort Fetisso oder Fetisch ist, wie wir schon angemerket haben, portugiesisch, und zeiget eine Bezauberung an. Die Schwarzen haben es den Portugiesen abgeborgt. In ihrer eigenen Sprache bedeutet Bossum eigentlich einen Gott. Manche brauchen auch Bassefoe. Fetisso wird hauptsächlich in Religionssachen gebraucht, und sie nennen alles so, was der Ehre ihres Gottes geweihet ist. Also führen auch die Stückchen Gold, die sie als Zierrathe tragen, diesen Namen.
    Man hat schon eine umständliche Nachricht von den Fetischen aus dem Loyer gegeben, der die Schriftsteller tadelt, die vorgeben, sie würden von den Schwarzen als Götter verehret. Alle Schriftsteller sind eins, daß diese Dinge keine gewisse Gestalt haben, daß ein Vogelbein, ein Fisch, ein Kieselstein, eine Feder, und was einem jeden einfällt, dazu dienen kann. Jeder hat ordentlich zwey, drey, auch mehr. Eins trägt er bey sich, und nimmt es mit in seinen Canoe, die andern werden zu Hause bewahret, und wenn sie Dienste geleistet haben, vom Vater dem Sohne hinterlassen.
    Die Fetische, die sie an sich tragen, sind manchmal das Ende eines Horns mit Unflathe gefüllet, oder kleine Figuren, die dem Kopfe eines Thieres gleichen, und die ihnen ihre Priester, unter dem Vorwande, daß sie solche an Fetisso-Bäumen gefunden, theuer verkaufen. /
    Sie enthalten sich, zu Ehren ihres Fetisch, einer gewissen Art Speise oder Getränkes. Gemeiniglich thun sie dieses Versprechen bey dem Antritte ihrer Ehe, und glauben, sie würden augenblicklich sterben, wenn sie es verletzten. Daher ißt einer kein Rindfleisch, der andere kein Ziegenfleisch oder Hühnervieh; der dritte enthält sich vom Palmweine oder Brandteweine; und sie halten dieß so strenge, als ob ihr Leben darauf ankäme. [...]
    Außer diesen Fetischen für Privatpersonen haben sie auch öffentliche, die zum Schutze eines ganzen Landes oder einer Gegend bestimmt, und bisweilen ein großer Berg oder ein merkwürdiger Baum, bisweilen eine Art von Fischen oder eine Art von Vögeln sind, die sie alle, als Gottheiten, verehren.

    |P_182
    £{Hol-310,10-11}
    Vor allen Dingen fürchten sie sich, bey ihnen [den Fetischen] zu schwören, in der Meynung, sie würden, wenn sie falsch schwüren, unmöglich noch eine Stunde leben. Eine Verbindlichkeit zu bekräftigen, sagen sie: Wir wollen zu fernerer Bestätigung Fetische machen. Wenn sie den Eidtrank zu sich nehmen, setzen sie ordentlich den Wunsch dazu, daß sie der Fetisch umbringen möchte, wenn sie nicht alles erfüllten, wozu sie sich verbunden hätten. Wer hierbey etwas zu thun hat, muß diesen Trank genießen.

    |P_187
    An diesen Fetischtagen hält der Priester oder Fetischir, mitten auf der Tafel sitzend, an das rings um ihn versammelete Volk eine verdrüßliche Rede, [...].

    |P_189 [daß sie durch Zauberworte einer jeden Sache Zauberkraft geben können]
    Villault glaubet für seinen Theil sehr weislich, daß diese Priester mit dem Teufel umgehen, der sie das Volk so leicht zu betriegen lehret. Seine Ursache ist, weil sie allezeit zu ihren Fetischen einige Worte murmeln, ehe sie solche weggeben.

    |P_193
    £{Hol-310,14}
    Wir wollen mit einer oder einem Paar kurzen Anmerkungen von Hrn Atkins schließen, welcher bemerket, daß sie sich der Beschneidung, des Gebeths und Waschens bedienen, und einen dunkeln Begriff von dem zukünftigen Leben zu haben scheinen; [...]
    [ [Gedan:] III 238 ]
    Alle muhammedanische Schwarzen halten genau über die Beschneidung. [...]


    [ 'Meer' nicht als Fetisch genannt.]

    |P_198-199
    £{Hol-310,14}
    Die beyden letzten Arten vom Volke, die Gemeinen und Sklaven, bedürfen keiner weitern Erläuterung. Nur wegen der ersten ist zu bemerken, daß die guineische Regierungsart einen Vorzug hat, den noch keine europäische erreicht, daß, so arm sie auch überhaupt sind, sich dennoch keine Bettler unter ihnen finden. / Die Alten und Lahmen werden nach des Statthalters Verordnung zu einer Arbeit gebraucht, dessen Amt zum Theil mit darinne besteht, zu sehen, wie sich solche Leute ihr Brodt verdienen können. Manche müssen die Blasbälge in einer Schmiede treten, andere Palmöl auspressen, oder Farben, die Matten zu malen, reiben, oder auf dem Markte sitzen und Lebensmittel verkaufen. Die jungen Leute müssen als Soldaten dienen: so daß sie hier keine öffentlichen Bettler dulden.

    |P_199
    £{Hol-310,17-20}
    Die übrigen Länder längst der Küste, als Kommendo, Fetu, Sabu, Akkra und andere, sind Monarchien, deren Könige entweder nach dem Erbrechte nachfolgen, oder gewählt werden.
    [die Meinungen darüber, ob die Könige gewählt werden, oder der Titel erblich ist, weichen bei den verschiedenen Autoren ab, vergl. S. 200]

    |P_201
    £{Hol-310,20-21}
    Die Freygebigkeit ist also eine nothwendige Eigenschaft für einen hiesigen König, durch Pracht und Wohlthaten die Liebe seiner Unterthanen zu erhalten. Wenn des Königs Einnehmer ihm die Einkünfte viertheljährig bringen, so ist es gewöhnlich, daß er eine große Gasterey ausrichtet, die ihm oft mehr kostet, als er empfängt.

    |P_202
    £{Hol-310,15-16}
    Die Könige zeigen in ihrem Hause und Hofe keine Pracht. Sie haben in ihrem Palaste keine Wache an den Thoren, noch jemanden, der ihnen aufwartet; und wenn sie sich in die Stadt begeben, so werden sie selten von mehr als zweenen Knaben begleitet, von denen einer den Säbel, der andere den Stuhl trägt. Wer ihm begegnet, der erzeiget ihnen nicht mehr Ehrerbietung, als einem Schuhflicker in Europa. Der schlechteste Sklave geht ihnen nicht einen Schritt aus dem Wege. Wenn sie aber in einer andern Stadt Besuch abstatten, oder von einem ansehnlichen Manne besuchet werden: so zeigen sie ihren Pracht, und werden alsdann allezeit von gewaffneten Leuten begleitet. [...]

    |P_203
    £{Hol-310,15ff.} / £{Hol-313,07-08}
    Zwischen der Auferziehung königlicher und gemeiner Kinder konnte Bosman nie den geringsten Unterschied sehen. Wenn die Prinzen zu ihrem Alter gelangt sind, so pflügen sie zu ihrem Unterhalte das Land, oder zapfen Palmwein, und schämen sich nicht, solchen auf dem Markte zu verkaufen. Ihre übrigen Beschäfftigungen sind eben so Prinzenmäßig, und von denselbigen steigen sie zur gehörigen Zeit auf den Thron ihrer Vorfahren. Diese Betrachtung wird einiger maßen die Verwunderung mäßigen können, wie sonst Hauswirthe, Schäfer, Töpfer, wie Agathokles, Kronen getragen haben. In Guinea kömmt dies täglich vor, ja der Thron wird oft mit Leuten besetzt, die in ihrer Jugend den Europäern für Lackeyen oder wohl noch schlechter gedient haben. Daher hält sich der geringste Factor besser, als einer von diesen Königen, und er hat in der That mehr Macht, in so fern er im Namen des Generaldirectors und des Raths handelt.

    |P_204
    Verschiedene von denselben [den Prinzessinnen] werden in der Jugend, ohne die geringste Achtung auf die Geburt der Familie, verheirathet, und es gefällt ihnen jeder, der sie haben will. Eine Heirath zwischen einer königlichen Prinzeßinn und einem Sklaven wird nicht ganz für ungereimt gehalten, und ist noch besser, als wenn eines Königs Sohn eine Sklavinn heirathet, welches doch täglich geschieht; weil es hier eine unverbrüchliche Regel ist, daß die Kinder der Mutter nachfolgen, und folglich jener ihre Kinder frey, dieser ihre aber Sklaven sind.

    |P_205-206
    £{Hol-310,19-20}
    Nach Artus Berichte bestehen die Einkünfte der Könige in Korn, Fischen, Palmweine, Oele und andern Lebensmitteln, mit welchen sie ihre Familien reichlich unterhalten können. Ihr Korn wird von den Unterthanen für sie gesäet, und ohne daß sie sich damit bemühen dürfen, abgewartet und eingebracht. Andere Schriftsteller machen sie größer, als gehörten Abgaben vom Volke dazu, nebst Strafen und eingezogenen Gütern für Verbrechen, Zölle von den durchgehenden Gütern, und Sold, den sie von ihren Nachbarn und den Europäern im Kriege für Beystand empfangen. Sie bekommen auch Geld, indem sie zwischen zwo streitenden Völkerschaften Friedensstifter abgeben, da sie, wie die Advocaten, sich von beyden Theilen bezahlen lassen, und den Streit verlängern, um mehr Vortheil davon zu haben. Ohne solche Beyhülfe würden sie ihre außerordentlichen Ausgaben nicht bestreiten noch leben können, da ihre Einnehmer sich am besten versorgen, und ihnen wenig übrig lassen. / Kurz, der König muß oft von seiner und seiner Sklaven Handarbeit leben. Daher sind die Könige unglücklich, die nur wenig Sklaven haben, und folglich weder reich noch mächtig sind. Ich habe welche gekannt, saget der Verfasser, die so arm waren, daß sie weder Geld noch Credit hatten, eine Flasche Palmwein zur Bewirthung ihres Besuchs zu bekommen. Man kann also daraus urtheilen, wie reich und mächtig diese Zaunkönige sind, wie sie Herr Doudyn in seinem Mercur heißt.

    |P_217-218
    £{Hol-310,21-24}
    Wo die Holländer keine Gewalt haben, als in einigen Königreichen, da werden die Schulden auf eine sehr schändliche Art eingetrieben. An statt die Schuld zu fordern, und die Richter auf den Verweigerungsfall anzugehen, nimmt der Gläubiger das erste, was ihm vorkömmt, weg, wenn es auch sechsmal mehr werth ist, und einem ganz Fremden zugehöret. Darauf saget er dem Eigenthümer, er müsse sich wegen der Zahlung an den und den, der ihm schuldig wäre, halten. Niemand kann dieses hindern; und dieser geht darauf so gleich hin, das Geld für seine Sache von dem andern zu fordern. Diese Gerechtigkeit ist sehr ausschweifend. Der erste Gläubiger hat sechsmal so viel Waaren für seine Schuld; und wenn der andere dabey bleibt, daß er solche nicht wohlfeiler weggegeben hätte, so muß ihn der Schuldner völlig bezahlen, gerade so, wie nach den alten römischen Gesetzen für eine Beschimpfung so viel mußte gezahlt werden, so hoch der Beschimpfte dieselbe schätzte. / Indessen geschieht dieß nur bey kleinen Schulden, obwohl der arme Schuldner mit der Manier manchmal einen Schilling statt eines Pfennings bezahlt, und weil der Gläubiger zu mächtig ist, und vielleicht von dem Könige und den Großen untersucht wird, keine Hülfe hat. Dergleichen Fälle gehen täglich vor, und es werden viele dadurch reich.

    |P_222
    Diejenigen, die schon in andern Schlachten Feinde niedergemacht haben, erscheinen in den vordersten Gliedern mit Helmen, die zum Theile aus den Hirnschädeln der Hingerichteten verfertigt sind.
    £{Hol-310,25-27}
    Diejenigen, die Feuergewehr haben, werden in das erste Glied gestellt; denn sie haben nie mehr, als zwey Glieder. Sie richten sich nach der Beschaffenheit des Erdreichs, und fechten alle zugleich; so daß sie sich niemals wieder setzen können, wenn sie einmal in Unordnung gerathen sind, sondern fliehen müssen, oder niedergemacht werden.
    Sie schlagen sehr unordentlich, ohne die geringsten Regeln. Jeder Befehlshaber hat seine Leute auf einem Haufen beysammen, in deren Mitte er sich ordentlich zeiget, und so fällt ein Haufen Leute den andern an. Wenn die Befehlshaber sehen, daß ihre Mitbrüder zurückgetrieben werden: so suchen sie oft ihre Sicherheit ebenfalls in der Flucht, anstatt daß sie jenen beystehen sollten; und das oft ehe sie einen Anfall ausgehalten, oder einen Streich gethan haben. Ihre Freunde, die sie im Gefechte verließen, folgen ihnen sicherlich nach, wenn ihnen im geringsten hart zugesetzt wird, wo sie nicht so tief unter den Feinden sind, daß sie nicht durchkommen können, da sie denn wider ihren Willen sich doch den Ruhm guter Soldaten erwerben, weil sie nicht davon laufen können.
    Sie stehen nicht aufgericht beym Fechten; sondern laufen gebückt und aufmerksam, daß die Kugeln über ihre Köpfe fliegen. Andere kriechen bis ganz zu dem Feinde, ehe sie feuern, worauf sie zu ihrem Heere zurücklaufen, als ob sie der Teufel jagte, um wieder zu laden und anzugreifen. Kurz, ihre lächerlichen Stellungen, ihr Hüpfen, Kriechen, und Schreyen, machet, daß ihr Gefecht mehr wie ein Affengebalge als wie eine Schlacht aussieht.

    |P_223-224
    £{Hol-310,27-311,04}
    Marchais scheint zu glauben, die Gefangenen würden nie losgekauft, weil er versichert, daß sie ihre Freyheit niemals wieder bekämen, von was für Range sie auch wären. Er setzet hinzu, dieses Schicksal beträfe die Könige selten, weil ihre Unterthanen sie bis auf den letzten Mann vertheidigten, und wenn sie blieben, sich sogar in Gefahr begäben, ihren Leichnam wegzuschaffen. Sollten sie aber gefangen werden: so brächten sie sich lieber selbst um, als daß sie in Sklavengestalt vor dem Sieger erschienen. Ein gefangener König wird in der That als todt angesehen. Alle seine Schätze, wenn es auch ein Berg von Golde wäre, würden ihn nicht loskaufen, daß er nicht hingerichtet, oder an die Europäer verkauft würde, die ihn aus Africa, ohne Hoffnung einiger Rückkehr, wegführen.
    Wenn die Besiegten unversöhnliche Feinde der Sieger sind: so wird, wie Barbot meldet, grausam mit ihnen umgegangen. Den Erschlagenen werden die Köpfe abgehauen, und wenn sie Lebendige bekommen: so reißen oder schneiden sie ihnen die untern Kinnbacken ab, und lassen sie solchergestalt elendiglich verderben. Einer von Kommendo meldete dem Verfasser, er hätte in einer Schlacht ihrer drey und zwanzigen so mitgespielt, sie erstlich niedergelegt, darauf ihnen das Gesicht queer von einem Ohre zum andern durchschnitten, / nachgehends wäre er ihnen auf den Leib gekniet, und hätte ihnen mit aller Macht die Unterkiefern abgerissen, die er als Zeichen seiner Tapferkeit mitgenommen. Andere sind so grausam, daß sie schwangern Weiber die Bäuche aufhauen, das Kind herausreißen, und es der Mutter um den Kopf schlagen.
    Die Völkerschaften von Quaso und Akkanez sind so unversöhnliche Feinde, daß ihre Schlachten mehr Niedermetzelungen sind. Sie geben auf keiner Seite Quartier, sondern fressen das Fleisch ihrer Feinde, und zieren ihre Trumeln oder Hausthüren mit den Kinnbacken und Hirnschädeln derselben.
    Marchais bemerket, die Negern von der Goldküste wären in ihren Kriegen so grausam, daß sie kein Quartier geben würden, wenn der Geiz ihnen nicht riethe, Sklaven zum Verkaufe zu machen. Ihre Wuth ist manchmal so weit gegangen, daß sie die Leichname ihrer Feinde auf dem Schlachtfelde gefressen, und das Fleisch auf Kohlen gebraten haben. Es ist bey ihnen gewöhnlich, mit den Hirnschädeln der Erschlagenen die Helme auszuzieren, und die Kinnbacken an den Hausthüren aufzuhängen; das ist ein großes Mittel, sich zum Adel zu erheben. Ein Mann, dessen Thüre wohl mit Kinnbacken bepflanzt ist, oder der einen oder zween Helme von Hirnschädeln seiner Feinde hat, darf nur noch für die Kosten seiner Aufnahme sorgen, so wird er gewiß zum Edelmanne gemacht.

    |P_228ff
    Das viii Capitel. Naturgeschichte der Goldküste.
    Der i Abschnitt. Beschaffenheit des Himmels in diesem Lande. Gold und Salz.

    |P_228
    £{Hol-311,05-08} £{Hol-311,11-12}
    Da die Goldküste innerhalb fünf Graden von der Linie liegt: so ist sie zwar heiß, aber nicht so schlimm, als vorgegeben worden. Im Weinmonate, Wintermonate, Christmonate, Jenner, Hornung und März, ist die Hitze sehr heftig; aber in den andern sechs Monaten ohne die geringste Beschwerlichkeit zu ertragen. [...]

    |P_229
    £{Hol-311,11-13}
    Es gesteht aber dieser Schriftsteller dem ungeachtet, daß ein großer Unterschied zwischen voriger und jetziger Hitze ist. Denn sonst ist die Hitze im Sommer so unerträglich gewesen, daß sie in Absicht auf das Wetter schienen Hundstage zu haben, wie in Europa; nun aber ist sie gemäßigter geworden. Die Kälte war sonst gleichfalls des Nachts so scharf, daß sie glaubten, es fröre, und auch nicht viel Unrecht hatte. [...]

    |P_230
    £{Hol-075,08-18}
    Nach Bosmans Berichte rechnet man den Anfang des Sommers im Herbstmonate, und er dauert sechs Monate. Der Winter nimmt die andern sechs Monate. Man teilet die letztern in zweene regnichte, zweene neblichte, und zweene windichte Monate. Aber die Witterung verändert sich so sehr, daß die Holländer fast unterließen, sie zu rechnen. [...]

    |P_231
    £{Hol-082,07-10} / £{Hol-311,09-10}
    Die Schwarzen an der Küste hüten sich vor dem Regen, als vor etwas, das ihren nackenden Leibern höchst schädlich ist. Die Holländer selbst erfahren dieses, besonders in der Travadozeit, die in die Monate April, May, und in den Brachmonat fällt. Die Regen, die alsdann unweit der Linie fallen, sind ganz roth, und so schädlich, daß jemand gefährlich krank wird, wenn er in nassen Kleidern schläft; welches gleichwohl den Bootsleuten sehr gewöhnlich ist. Wenn man solche Kleider, ehe sie recht trocken worden, zusammen leget: so vermodern sie in kurzer Zeit; so daß sie bey dem geringsten Anrühren zerfallen. Daher bedecken sich die Leute, wenn sie der Regen überfällt, die Schultern mit den Armen kreuzweis gelegt, daß ihnen der Regen nicht auf den Leib fällt, und laufen so sehr, als sie können, um sich zu bergen. Bey jedem Tropfen, der ihnen auf die Haut fällt, zittern sie, als ob sie das Fieber hätten, ob er gleich so heiß als gewärmtes Wasser ist, nur aus Scheu vor der Benetzung. Dieses ist die wahre Ursache, warum sie bey der Nacht mit den Füßen am Feuer schlafen, und sich den Leib mit Oele salben, in der Meynung, das öftere Salben verschließe die Schweißlöcher, daß der Regen nicht durchdringen kann, dem sie alle ihre Krankheiten Schuld geben.

    |P_233
    £{Hol-311,11-13}
    Es ist zu verwundern, saget Bosman, daß die Travados, wie sie hier genennet werden, in wenig Jahren so viel schwächer geworden sind. Als sich Herr Focquenbrog hier befand, saget er: so erhub sich so gählings ein gewaltiger Sturm, daß die Schiffe, aus Furcht umgeworfen, oder ans Land, und auf Klippen getrieben zu werden, nicht alle ihre Segel hissen durften. Jetzo aber kommen die heftigsten Travados mit Donner, Blitze und Winde, weder so gähling noch mit so viel Gewalt, daß sie sehr großen Schaden thäten.

    |P_233-234
    £{Hol-067,01-03} / £{Hol-311,14-16}
    £{Kae-282,09-11} / £{Fri-378,17}
    Der Harmattan, wie ihn die Schwarzen nennen, ist ein trockener Nord-oder Nordostwind, den die Portugiesen Terreno, den Landwind, nennen, weil er vom Lande streicht, und den Seewind überwältigt. Einer von diesen Stürmen, saget Barbot, dauert zwey oder drey Tage, und manchmal, aber selten, vier bis fünf: doch hat der Verfasser einen, der so lange anhielt, im Jenner 1682 zu Boutri angetroffen. Es blies eine scharfe schneidende kalte Luft, und war gar keine Sonne zu sehen, das Wetter aber war trübe, kalt und rauh, griff die Augen sehr an, und verursachte manche fieberhafte Beschwerungen. [...] / Das Ende vom Christmonate, der ganze Jenner, und ein Theil des Hornungs sind diesen Harmattanen unterworfen: aber der Jenner am meisten. [...] Bisweilen kommen sie bis an die Goldküste, sind aber in dem Busen von Benin am gewöhnlichsten, und ihm gewisser maßen eigen.

    |P_234
    £{Hol-311R} [ IK Marginalie] / £{Fri-378,17}
    Die Fugen von den Fußböden in den Zimmern, auch die Verdecke und Seiten der Schiffe, die über dem Wasser sind, öffneten sich so weit von diesen Winden, daß man in die Zwischenweiten ein Eisen, wie beym Kalfatern gebraucht wird, hineinstecken konnte, und sie blieben, so lange der Harmattan dauerte, so offen; so bald er aber vorüber war, schlossen sie sich zu, als ob nichts dergleichen vorgegangen wäre.

    |P_235
    £{Hol-311,17-18}
    Villault und sein Ausschreiber Labat sagen, das feinste Gold auf der Küste sei das von Axim, das man oft in Stücken von zwey und zwanzig oder drey und zwanzig Karat fein findet. Das Gold von Akkra oder Tasore ist schlechter, das von Akkanis und Achem, nächst nach diesem, und das von Fetu das schlechteste. [...] Das Gold von Axim und Achem wird im Flußsande als Staub gefunden. [...]
    Das Gold von Akkanis und Fetu wird in der Erde durch Nachgraben in verschiedener Menge gefunden.
    [Die recht detaillierte Passage paßt nicht zu Hol-057 und Hes-055]

    |P_237-238
    £{Hol-311,18-20}
    Die vornehmste Waare nach dem Golde ist hier das Salz, welches die Leute sieden, und damit ungemein viel gewinnen; [...]
    Ueberall auf der Küste, nur Akkra ausgenommen, ist das Salz sehr weiß, besonders aber in Fantin, wo es den Schnee selbst übertrifft.
    [...] Sie geben sich nicht viel Mühe damit; denn die weiße Farbe ist ihm natürlich. Sie sieden es nur einmal, und doch ist es nicht schlechter, als das holländische Salz, das so viel Mühe kostet. Aber die Sonnenhitze verträgt es nicht. / Villault erwähnet eben dieses. Ihr Salz, saget er, ist weißer und besser, als unsers. Sie machen es in großer Menge im Jenner, Hornung und März, und verführen es mit großem Vortheile das Land hinauf; aber es verträgt die gewaltige Hitze nicht, von der es sauer und bitter wird.

    |P_238ff
    Der ii Abschnitt. Gewächse

    |P_239
    Nach Smiths Berichte ist der rote Holzbaum hier sehr groß, das Holz hart, und seiner Meynung nach eine Art Mahogony, das dem westindischen nichts nachgiebt.
    Diese Bäume [Papaybaum] sind von zweyerley Geschlechte, dem männlichen und dem weiblichen; oder wenigstens nennt man sie hier so; da die männlichen keine Frucht tragen, sondern beständig voll langer weißen Blüthen sind.

    |P_241
    £{Hol-206,06-07}
    Wir wollen zu der schon mitgetheilten Beschreibung des Kalabaschbaums noch Herrn Smiths Anmerkungen setzen. [...] Wenn der Kalabasch reif ist: so legen sie ihn in die Sonne, die sowohl sein Aeußeres hart machet, als alles inwendige, bis auf die Saamen verzehret, die man leicht herausnimmt. Meist sehen sie wie Florentinerflaschen aus, können aber, wenn sie noch jung sind, in allen Gestalten gebildet werden. Sie sind an Größe so unterschieden, daß sie von einer halben Pinte zu acht bis zehn Gallonen enthalten. Wenn man die langen Hälse entzwey säget: so geben sie gute Kochlöffel.

    |P_242-243
    £{Hol-208,24-209,01}
    Die Ananas oder der Fichtenapfel ist, nach des Artus Berichte, wegen ihrer Gelbe und ihres angenehmen Geruchs merkwürdig. Sie hat verschiedene Namen. [...] / Es giebt zwo Arten, das männliche und das weibliche Geschlecht, und beyde werden so groß als Melonen. Sie haben eine schöne Farbe aus Grün, [...]. In Guinea wächst nur eine Art. [...], und die Blätter sind der Hauswurz ähnlich. Wenn man sie in Schnittchen wie Rettischen zerschneidet, und in spanischen Wein weicht: so schmecken sie so vortrefflich, daß man kaum genug essen kann, und sind leicht zu verdauen.

    |P_245
    £{Hol-311,21-23} / £{Hes-164,27}
    [...] Geröstet schmecken sie [die Ignames], wie die englischen Potatos; aber ihre Potatos sind den englischen nur der Gestalt nach ähnlich, übrigens aber von einem süßlichten ecklichten Geschmacke, und nicht halb so angenehm, als der Ignam.
    Artus meldet, die Batates oder Potatos wären von den Ignames wenig, als nur in der rothen Farbe, unterschieden. Sie schmeckten wie Erdnüsse, und wären häufig. [...] Man saget, vor Ankunft der Portugiesen, die zuerst den Milhio hieher gebracht haben, hätten die Einwohner ganz von diesen beyden Wurzeln und etlichen wenigen andern gelebt, und dieses ist desto glaubwürdiger, weil in den Ländern von Guinea, wo der Milhio wenig oder gar nicht gebauet wird, die Einwohner von Potatos, und besonders von Ignames leben, welche noch besser, als die Potatos, schmecken.

    |P_249ff
    Der iii Abschnitt. Zahme und wilde Thiere

    |P_249-250
    £{Hol-195,23-25} / £{Hol-311,23-25}
    Sie [Kühe und Ochsen] sind so leicht, daß eine von den besten in ihrem völligen Wachsthume nicht über zweyhundert und funfzig Pfund hat, da man ihnen ihrer Größe nach, ob sie gleich klein / sind, wenigstens noch einmal so viel zutrauen sollte. Aber alle Thiere und Menschen sind in diesem Lande in Vergleichung ihrer Größe sehr leicht, welches seiner Muthmaßung nach von ihrer schlechten Nahrung herrühret, daraus kein festes, sondern schwammichtes, lockeres taubes Fleisch entsteht.

    |P_251
    £{Hol-157,01-02}
    Die europäischen Hunde werden ihres Bellens wegen sehr hoch gehalten; denn die Schwarzen denken, sie können reden.
    £{Hol-131,08-09}
    Weil die Negern große Liebhaber vom Hundefleische sind: so ist ein Hund eine gute Ware hieher zu bringen. [...] Sie essen Hundefleisch lieber, als Rindfleisch, und es ist ihre angenehmste Speise.
    £{Hol-126,11-13} / £{Hol-312,01-02}
    Die europäischen Hunde arten hier gewaltig aus, ihre Ohren werden lang und steif, wie Fuchsohren, und bekommen auch Fuchsfarbe; so daß sie in drey oder vier Jahren sehr häßlich werden: und in eben so viel Zeugungen verwandelt sich ihr Bellen in ein Geheule oder Geklaffe.
    Ihre Hunde sehen sehr häßlich aus, fast wie unsere Füchse, mit langen aufgerichteten Ohren. Ihre Schwänze sind lang, schmal, und am Ende spitz, ohne Haare. Sie haben nur eine bloße nackte Haut, glatt oder gefleckt, und heulen nur, ohne zu bellen. Sie sehen sehr garstig aus, und fühlen sich noch garstiger an. Die Schwarzen halten ihr Fleisch höher, als Schöpsenfleisch, und führen sie hin und wieder paarweise zusammengebunden zu Markte, wo sie mehr gelten, als Schafe.

    |P_252
    £{Hol-145,16} [ Nicht die Quelle ]
    Der hiesige Elephant ist zwölf bis dreyzehn Fuß hoch, ob er wohl in Ostindien, nach dem Bericht der Schriftsteller so viel Ellen haben soll. Sonst unterscheidet er sich weder in Gestalt, noch Natur, von andern.

    |P_253
    £{Hol-146,06-07}
    Der Verfasser meldet, die Bewegung des Elephanten im Wasser sey so schnell, daß ein Boot mit zehn Rudern ihm nicht entrudern kann, und zu Lande gleicht sein Gang, wenn er eilet, einem kleinen Galoppe.

    |P_256-257 [Guinea ]
    £{Hol-140,07-10} /£{Hol-141,13-15} / £{Hes-109,23-25}
    £{Vol-077,23-25}
    Auch giebt es eine Art, die nicht halb so groß ist, eine rothe Farbe und besonderer Schönheit hat. Diese haben kleine schwarzgelbe Geweihe von mittelmäßiger Länge, in Vergleichung mit dem Körper, und nicht dicker, als eine Tobackspfeife. Smith nennet / sie das kleine schöne Antelope. Er saget, es sey so schnell, daß es unter den Büschen mehr zu verschwinden, als zu laufen scheine. [...] Weil sie nicht größer als ein Kaninchen sind: so kann jemand der mittelmäßig hungerig ist, ein Paar auf einmal verzehren. Die Europäer brauchen oft seine Füße mit Golde eingefaßt als Tobacksstopfern. Sie sind so zärtlich, daß man sie unmöglich nach Europa bringen kann. [...] Diese Hirsche sind ungemein schnell, besonders die letzte Art, die auch für solche kleinen Geschöpfe außerordentlich springen. Der Verfasser sah einige, die er gefangen hatte, über Mauern von zehn bis zwölf Fuß hoch springen.

    |P_257-258
    £{Hol-157,11-12}
    Die Jackals, welche einige für wilde Hunde halten, saget Barbot, sind so wild und räuberisch, als die Tyger. Ordentlich haben sie die Größe eines Schafs, mit längern Füssen, [...] / [...]. Der Jackal oder wilde Hund, saget er, hat die Größe eines Bullenbeißers, aber stärkere und dickere Lenden. Der Kopf ist kurz, flach, und zwischen den Ohren breit, die Nase schmal, und die Zähne sind lang und scharf. Verschiedene Weiße, die in Europa keinen Wolf gesehen hatten, haben ihn mit diesem Thiere verwechselt.

    |P_258
    Es giebt hier auch Stachelschweine, [...]. Diese Thier ist so kühn, daß es sich an die größte und gefährlichste Schlange machet. Wenn man es erzürnet, so schießt es seine Stacheln, die etwan zwo Spannen lang sind, auf Menschen und Thiere so heftig, daß sie in einem Brette stecken bleiben. [ Bezoar: oo]

    |P_264ff
    Der iv Abschnitt. Zahme und wilde Vögel

    |P_264
    £{Hol-190,17-24}
    Daß die Eidechsen die Menschen vor den Schlangen und andern giftigen Thieren warnen, hält Bosman für so richtig, als daß die Salamander im Feuer leben z). Man kann diese Nachricht, wie er glaubet, auf weiter nichts gründen, als auf die Antipathie dieses Thier gegen das Feuer, da es die kälteste Art unter allen Eidechsen ist. [...]
    ----------
    z) Thevenot hat gefunden, daß der Salamander, vermittelst eines Saftes, den er von sich spritzet, anfänglich ein ziemlich starkes Feuer auslöschet, das ihn aber endlich überwältigt, wenn ihm der Saft fehlt.

    |P_267
    Es giebt auch hier das ganze Jahr hindurch erstaunlich viel gemeine Schwalben und Seeschwalben. Man findet sie oft auf zwanzig Meilen vom Lande. Die Nacht über ruhen große Haufen auf den Schiffen, aber mit anbrechendem Tage fliegen sie fort, die kleinen Insecten aufzusuchen, von denen sie sich nähren. Ohne Zweifel folgen sie der Sonne von diesem hitzigen Landstriche nach Europa, und kehren im Herbste zurück, wie man dergleichen von den Waldhühnern in kalten Landstrichen vermuthen kann.

    |P_272ff Der v Abschnitt. Kriechende Thiere und Insecten

    |P_272
    £{Hol-188,03-04}
    Artus meldet, die Schlangen wären hier größer als in Europa, und manche auf zwanzig Queerhände lang; welches ihr ordentliches Maaß wäre. Doch findet man noch grössere.

    |P_273
    £{Hol-312,03-05}
    Um das Jahr 1680 tödteten die Schwarzen zu Axim eine Schlange von zwey und zwanzig Fuß lang, in der man einen völlig ausgewachsenen Hirsch fand. In einer andern, die um eben die Zeit zu Boutri umgebracht ward, und nicht viel kürzer war, fand man einen Neger.

    |P_274
    £{Hol-188,06-11}
    Smith bekräftiget solches, und saget, einige [Schlangen], die kein Gift hätten, würden zu Whidah verehrt.

    |P_275
    £{Hol-189,19-21}
    Barbot, der Bosmans Beschreibung entlehnt hat, saget, das Gift sey tödtlich, wenn man nicht alsobald Hülfe schaffe. Das sicherste Heilungsmittel sey, denselben Scorpion auf der Wunde zu zerquetschen. Auf diese Weise war einer von Barbots Leuten auf Prinzeyland zurechte gebracht, der bey dem Holzfällen von einem Scorpione war in die Ferse gestochen worden. [...]
    £{Hol-186,20-21}
    Die meiste Theile von Guinea sind voll großer schwarzer Spinnen. Bosman fand an einem Abende beym Schafengehen eine abscheulich große Spinne an der Mauer. Ihr Leib war lang, und der Kopf scharf, vorn breiter als hinten, aber nicht rund, wie die meisten Spinnen sind. Sie hatte zehn haarichte Füße, so groß wie eines Mannes kleiner Finger.

    |P_275f.
    £{Hol-187,22-25}
    Die Tausendfüße, welche die Portugiesen Centepes heißen, werden hier in erstaunlicher Menge gefunden. Ihr Stich verursacht auf drey oder vier Stunden heftige Schmerzen, worauf solche vergehen, ohne den geringsten Rest von Beschwerung zurück zu lassen. [...] / Sie sind flach, und roth mit Einschnitten, wie andere Gewürme, und zween kleinen Hörnern, oder vielmehr Klauen, damit sie verletzen. Die Füße sind an jeder Seite des Leibes dreyßig oder vierzig; denn er konnte sie nicht genau zählen. Smith zählet zwanzig auf jeder Seite, daher sie bey den Portugiesen und Engländern Vierzigfüße heißen.

    |P_278ff
    Der vi Abschnitt. Fluß- und Seefische.

    |P_279
    £{Hol-172,06-08}
    Dorados oder Delphine. / Der beste Seefisch ist nach des Artus Anzeige der Dorado, der sehr wohlgeschmackt ist. Sie schmecken wie Salmen, und heißen bei den Engländern Dolphins, bey den Holländern Goldfische. Man hält dafür, daß sie unter allen Fischen am schnellsten schwimmen.

    |P_281
    £{Hol-308,16-17}
    Außer den vorerwähnten Seefischen, die den Einwohnern zum Unterhalte diesen, giebt es verschiedene andere Arten, die wegen ihrer Größe, Gestalt und andern Eigenschaften merkwürdig sind.
    Die erste und größte ist der Grampus, den die Holländer Nordkaper, die Franzosen aber Soufleur, das ist Blaser oder Speyer heißen, weil sie aus den Nasenlöchern Wasser speyen, wenn sie sich auf die Oberfläche erheben, wie sie im Meerbusen von Guinea, der südwärts der Linie liegt, tausendweise beysammen thun, und eine Art von Bänken von drey oder vier Meilen im Umkreise machen, [...]. Ordentlich sind sie fünf und dreyßig oder vierzig Fuß lang, und von der Wallfischart, aber länger und nicht so dick.

    |P_282
    £{Hol-170,19ff.} [ Nicht die Quelle ]
    Nun folget der Hay. Wir wollen zu der bereits gemachten Beschreibung von ihm noch aus dem Barbot hinzusetzen, [...]. Barbot ward berichtet, man hätte in eines Hayen auch ein Messer und ein Pfund Schinken gefunden.

    |P_285ff.
    Das ix Buch. Beschreibung der Küsten von Rio da Volta, bis an das Vorgebirge Lope Consalvo.

    |P_295
    £{Hol-312,06-09}
    Marchais bemerket, es werde dieses Land von den Engländern, Portugiesen und Eingebohrnen Whidah, von den Holländern Fida, und von den Franzosen Juda genennet. Phillips saget, es heiße Whidah oder Quedah, ein Name, der von dem obgedachten Quittah nicht viel unterschieden ist, wo die Engländer eine Factorey haben. Man muß gleichfalls anmerken, daß Whidah bey verschiedenen Schriftstellern auf unterschiedene Art geschrieben wird. Phillips und Snellgrave schreiben es also Whidaw, Atkins und Smith Whidah, und die Franzosen Quidah.

    |P_304
    £{Hol-182,14-183,01}
    Die Bujis oder Kowris, saget Bardot, welche die Franzosen Bouges nennen, sind kleine milchweiße Schalen, gemeiniglich von der Größe einer kleinen Olive. Sie werden von den Maldiveninseln als Ballast durch die Eingebohrnen nach Goa, Kochin, und andern Orten gebracht, von da sie vornehmlich durch die Holländer nach Europa geführet worden, die einen großen Gewinst damit machen, nachdem die Völkerschaften, welche nach Guinea handeln, diese Kleinigkeiten brauchen, ihren Handel daselbst, und zu Angola, zu führen.

    |P_307ff.
    Das iii Capitel. Von den Whidahschwarzen

    |P_307
    £{Hol-312,05-06}
    Die Leute von Whidah beyderley Geschlechts, saget Barbot, sind gemeiniglich lang, stark, und von guten Gliedmaßen, nicht von einem so schönen glänzenden Schwarz, als die an der Goldküste, und noch weniger als die an der Sanaga und Gambra: aber weit fleißiger und arbeitsamer.

    |P_308
    Bey aller dieser Unwissenheit aber sind die Einwohner von Whidah doch höflicher und gesitteter, als viele andere Nationen in der Welt, die Europäer nicht ausgenommen. [Sie sind höflich gegen die Europäer wie untereinander. Es folgt eine ausführliche Beschreibung ihrer Höflichkeitszeremonien.]

    |P_310
    Die Whidahschwarzen sind auch, so wie in der Höflichkeit, im Fleiße von andern Schwarzen unterschieden. Denn da Faulheit und Müßiggang das Hauptlaster der Schwarzen an der Goldküste ist: so setzen hier beyde Geschlechter ihre Arbeit ohne Aufhören fort, bis sie geendiget ist, und suchen beständig etwas zu verrichten, um Geld zu erwerben.
    Ihr Fleiß ist, nach des Marchais Berichte, erstaunlich. Es ist wahr, saget er, sie lieben die Arbeit nicht sehr; allein, wenn sie einmal anfangen, so setzen sie solche ernstlich fort, und man muß erstaunen, wenn man zehntausend Morgen Acker gepflüget sieht, die den Tag vorher noch ungebauet lagen.

    |P_311
    £{Hol-312,07-08}
    Allein, wenn die Whidahschwarzen andere Negern an Höflichkeit und Arbeitsamkeit übertreffen: so übertreffen sie solche auch in der Dieberey. [Es folgen etliche Belege dafür.]

    |P_314
    £{Hol-182,17}
    Es ist aber bequem auf dieser Reise, sich mit Kowris oder Bujis zu versehen, die das Pfund für einen Schilling gekauft, hier aber für zweene Schillinge sechs Pence verkauft werden; [...].

    |P_318
    £{Hol-312,08-12}
    Es pflegen aber einige von dem vornehmsten und reichsten schwarzen Frauenzimmer auf ihrem Todtbette einige von den fremden Sklavinnen zu kaufen, und sie dem gemeinen Wesen zu schenken. Dieses halten diese gutherzigen Seelen für ein sehr großes Liebeswerk; und die Negern glauben steif und fest, daß solche öffentliche Wohlthäterinnen ihre Belohnung dafür in dem andern Leben empfangen würden, und daß, je mehr Huren sie kaufen, desto größer ihr Lohn seyn würde.

    |P_319
    £{Hol-312,12-13}
    [...] Außerdem besteht eines Mannes Vermögen allhier in der Anzahl seiner Kinder, mit denen er, seinen ältesten Sohn ausgenommen, nach Belieben schalten und walten kann: und es werden die Knaben oft als Sklaven verkauft, deren dieses Stück Land monatlich tausend zu Markte bringt. Was das Verkaufen ihrer Kinder betrifft: so erkläret Marchais, oder sein Herausgeber, solches für durchaus falsch a). Es ist kein Volk auf der Welt, saget er, welches seine Kinder zärtlicher liebet, oder mehr väterliche Neigung gegen sie hat.
    ---------
    a) Dieß scheint von allen africanischen Negern überhaupt gesaget zu seyn; und wenn dieß ist, so widerspricht es dem, was andere Schriftsteller vorgeben.

    |P_320
    £{Hol-312,14-15}
    Die Beschneidung der Kinder, vornehmlich der Knaben, ist hier gewöhnlich, wovon sie nichts weiter sagen können, als daß es ihre Väter vor ihnen so gemacht haben.

    |P_325
    £{Hol-312,16-17}
    Sie fürchten sich so sehr vor dem Tode, daß sie nicht gern davon reden hören, in der Meynung, daß solches ihn beschleunigen würde. Es ist ein Hauptverbrechen, vor dem Könige oder einem Großen davon zu sprechen.

    |P_326
    £{Hol-310,01-07}
    Die Religion der Schwarzen von Whidah.
    Doch, saget er [Bosman], so viel ist gewiß, daß sie eine schwache Vorstellung von dem wahren Gotte haben, welchem sie die Eigenschaften der Allmacht und Allgegenwart beylegen. Sie glauben, er habe die Welt erschaffen, und ziehen ihn deswegen ihren Fetischen vor. Sie bethen ihn aber nicht an, und opfern ihm auch nicht, wovon sie folgende Ursache angeben. Gott, sagen sie, ist allzu hoch über uns erhaben, und zu groß, als daß er sich erniedrigen sollte, an das menschliche Geschlecht zu denken. Er überläßt daher die Regierung der Welt unsern Fetischen, und an diese, als Personen im andern, dritten, vierten Grade von Gott, und unsere verordnete rechtmäßige Regierer sind wir verbunden uns zu wenden.

    |P_327 [dagegen:]
    Doch an einem andern Orte nachher, wo der Verfasser [Marchais] von den Whidahnegern überhaupt redet, bekräftigt er dasjenige, was Bosman saget, daß sie ein oberstes Wesen, einen Schöpfer aller Dinge erkennen, der, wie sie glauben, im Himmel wohnet, von welchem aus er die Welt regiert, und unendlich gut und gerecht ist.


    |P_332-334 [ Der ii Abschnitt. Von der Schlange, dem großen Fetisch von Whidah.]
    £{Hol-188,06-11} / £{Hol-312,18-19}
    Die Schlange, welche der Hauptfetisch, oder der vornehmste Gegenstand der Anbethung unter den Whidahschwarzen ist, [...]
    Bosman saget, diese Gattung sey weiß, gelb und braun gestreift, und die größte, die er gesehen hatte, war drey Ellen lang, und einen Mannsarm dicke. Diese Thiere sind große Liebhaber vom Rattenfleische. Bosman hat öfters ihre Rattenjagd mit Vergnügen angesehen. [...]
    Wenn eine solche Schlange unter den Ziegeln eines Hauses ist, so kann sie nicht hurtig genug loskommen, um eine Ratte, die vorbeygeht, zu fangen. [...] / Sie thun keinem Menschen Schaden, und sind so zahm, daß sie sich mit der Hand angreifen lassen. Sie scheinen gegen niemand Haß zu tragen, als wider die giftigen Schlangen, deren Biß gefährlich ist. Diese bringen sie um, wo sie denselben nur begegnen, und scheinen ein Vergnügen daran zu finden, wenn sie die Menschen von ihrem Gifte befreyen können. [...] Die heilige Schange ist ordentlich so lang nicht, als die andere, da sie nur achtehalb Fuß in der Länge hat. Sie ist aber so dicke, wie ein Mannsfuß. Der Verfasser nimmt de Vater von diesem Geschlechte aus, als welcher, wenn er, wie die Schwarzen sagen, noch am Leben ist, von einer ungeheuren Größe seyn muß. [...] / [...] Etwas merkwürdiges ist es, daß die Whidaher glauben, die Schlange, welche sie jetzt in dem Tempel oder Schlangenhause bey Sabi anbethen, sey wirklich noch eben diejenige, welche ihre Vorfahren nach Hause gebracht, als sie durch ihre Hülfe den merkwürdigen Sieg erhalten, der sie von der Tyranney des Königs von Adra befreyte.


    |P_326-349: Das V Capitel. Die Religion der Schwarzen von Whidah.

    |P_328:
    £{Hes-225,07} / £{Kae-505,09} / £{Doe-190',23}
    Der dritte allgemeine Fetisch ist das Meer, welches sowohl als die Bäume sein eigenes Amt hat, nicht anders als die Bedienten eines Königs. [...], die Priester aber sind zu dieser Art von Opfern nicht sehr beförderlich, weil sie davon nichts für sich behalten.

    |P_336
    £{Hol-312,20-21}
    Im Jahre 1697 wurde ein Schwein von einer Schlange gebissen, welches dieselbe zur Vergeltung, im Angesichte der Schwarzen, fraß, die nicht nahe genug waren, es zu verwehren, wie auch in Gegenwart des holländischen Factors, Nikolaus Poll. Dieserwegen wurde eine Klage für den König gebracht; und weil die Schweine zu Führung ihrer Sache keinen Vorsprecher hatten, so brachten die blutdürstigen Priester einen Befehl von seiner Majestät aus, daß das ganze borstige Geschlecht, in allen seinen Herrschaften ausgerottet werden sollte. Man sah sogleich ganze Regimenter Schwarze, mit Degen und Keulen bewaffnet, um diesen grausamen Befehl ins Werk zu richten. Auf der andern Seite ergriffen die Eigenthümer der Schweine die Waffen, zu ihrer Vertheidigung, und beriefen sich auf ihre Unschuld. Es war alles umsonst. Und sonder Zweifel wäre das Geschlecht gänzlich untergegangen, wo nicht der König, der von Natur nicht blutgierig war, einen entgegengesetzten Befehl mit der Ursache ausgestellet hätte, daß schon unschuldig Blut genug vergossen wäre, und der Fetisch müßte mit einem so großen Opfer befriedigt sein.

    |P_338
    £{Hol-312,21-22}
    Nach Barbots Berichte sind gewisse Häuser bestimmt, die Schlangen in dem ganzen Lande zu beherbergen und zu ernähren. Hievon ist, wie wir muthmaßen, Atkins zu verstehen, wenn er saget, die Schlangen würden von ihnen als Hausgenossen in denen Häusern geliebt, welche sie Deyboys nennen. Barbot versichert, es gienge kein Mensch vor den Schlangenhäusern vorbey, ohne hinein zu gehen, um diese Würmer anzubethen, und zu fragen, was er zu ihrem Dienst thun soll.

    |P_345
    £{Hol-312,22-23}
    Die Weiber, welche zum Priesterthume gelangen, wenn sie gleich zuvor Sklavinnen gewesen sind, werden eben so sehr, und noch mehr in Ehren gehalten, als die Priester, und prangen mit dem besondern Titel der Kinder Gottes. Alle andere Weiber müssen einen sklavischen Gehorsam gegen ihre Männer haben; diese aber haben gegen ihre Männer und das Vermögen derselben nach ihrem Gefallen zu gebiethen, und die Männer müssen fußfällig mit ihnen reden, und sie bedienen.

    |P_353
    £{Hol-312,24-25}
    Ob gleich die Handlung hier ordentlich ohne Credit getrieben wird: so wird doch bey manchen Gelegenheiten Credit gegeben. Wenn der Schuldner nicht vermögend ist, zu bezahlen: so erlaubet der König dem Gläubiger, ihm seine Weiber, und sogar auch seine Kinder, für die erforderliche Summe zu verkaufen. Man hat auch noch ein anderes außerordentliches Gesetz zum Besten der Gläubiger, von welchem weder der König noch die großen des Reichs ausgenommen sind. Wenn der Gläubiger mit einer Person zu thun hat, die er wegen ihrer Macht oder Würde weder verkaufen noch mit Arrest belegen kann: so fordert er in Gegenwart der Zeugen dreymal seine Schuld von ihm, und alsdann hat der Gläubiger das Recht, den ersten Sklaven, der ihm begegnet, wegzunehmen, er mag zugehören wem er will, und wäre es auch dem Könige selbst, indem nur die Sklaven der Europäer von diesem Gesetze ausgenommen sind. Wenn er dieses thut, so saget er mit lauter Stimme: ich nehme diesen Sklaven bey dem Kabesche, das ist, dem Kopfe, um des und des willen, der mir so und so viel schuldig ist. Der Herr des Sklaven muß alsdann, wenn er seinen Sklaven wieder haben will, die gehörige Summe bezahlen, und dieses zwar binnen vier und zwanzig Stunden, sonst kann ihn der Gläubiger an jemand anders verkaufen, um sich selbst bezahlt zu machen. Der Herr des Sklaven wird alsdann der Gläubiger von dem ersten Schuldner, um deswillen der Sklave weggenommen worden. Aus dieser Ursache gebrauchen sie die Vorsicht, den Sklaven eines reichen oder mächtigen Mannes zu nehmen, indem sie glauben können, daß sie auf solche Art zu ihrer Schuld gelangen. Diese Gewohnheit hat ihre Bequemlichkeiten und Unbequemlichkeiten. Sie hilft dem Gläubiger zu seinem Rechte; sie setzt aber auch öfters reiche Leute der Gefahr aus, daß sie anderer Leute Schulden bezahlen müssen.

    |P_374
    £{Hol-313,02 ??}
    Der König von Whidah kann mit leichter Mühe, ohne neue Unkosten, zweyhundert tausend Mann aufbringen. Die Großen des Reichs sind verbunden, zu diesem Ende ihre gewissen Anzahl wohlbewaffnete Mannschaft zu stellen, und diese Truppen müssen sich selbst mit Lebensmitteln versehen; doch aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen sie Pulver und Bley von dem Könige. Ein so zahlreiches Kriegsheer, das so leichtlich zu unterhalten ist, könnte diesen Prinzen so furchtbar machen, wenn die Einwohner Muth hätten; statt dessen aber sind sie so schwach, und begehren so wenig, jemanden etwas zu leide zu thun, daß sie sich nicht wagen würden, fünftausend wohlbewaffnete Mann anzugreifen, wenn es gleich nur Negern von der Goldküste sind, ja sie trauen sich nicht einmal, ihnen ins Gesichte zu sehen.
    [ [Es folgt eine Aufzählung der möglichen Ursachen. Auf dem Rand:] ] Einwohner sind sehr feige,

    |P_413-423
    £{Hol-313,04}
    Der iii Abschnitt. Eine Gesandtschaft von dem Könige zu Ardrah an Ludwig den Vierzehnten, im Jahre 1670.

    |P_431
    £{Hol-182,17}
    Die beste Waare, welch die Europäer hieher bringen können, sind die Bujis oder Kowris, welche die gangbare Münze sind; [...].

    |P_459 [z. B.]
    £{Hol-313,03}
    Diejenigen, welche an dem Flusse Benin leben, nebst den Leuten in der benachbarten Landschaft, haben verschiedene Fürsten, und eine jede Völkerschaft wird von ihrem eigenen Könige beherrscht, ob sie wohl alle Vasallen des Königs von Benin sind, den König von Awerri (oder Ouwerre) ausgenommen, wo sich die Portugiesen aufhalten, und die Seeräuber von Ufa, welche beyde nie sich seinem Joche unterworfen haben.
    £{Hol-313,04-05}
    /[ [Vergleich nicht gefunden, Schlußfolgerung Kant?, vergleiche 310,15-21, der König von Whidah zeigt mehr Pracht] ]

    |P_499 [Fluß Gabon]
    £{Hol-313,05-07} / £{Hol-128,09-11}
    Einige tragen Ringe in ihren Ohren, Nasen und Lippen, andere pflanzen Stücken Elfenbein eben da hinein. Noch andere machen ein Loch in die Unterlippe, wodurch sie ihre Zunge stecken.

    |P_501
    £{Hol-313,07-08}
    Zu Bosmans Zeiten war, wie schon bemerket worden, nur ein Mani oder König am Flusse Gabon. Seine Majestät trieben, wie ein ehrlicher Mann, an statt ihren Unterthanen das Blut auszusaugen, das Schmiedehandwerk, ihr Brodt damit zu erwerben. Sie verabsäumten andere Nebeneinkünfte nicht dabey, z. E. ihre Weiber den Europäern zu leihen: aber bey dem allen waren sie, wie die übrigen Leute, sehr armselig.

    |P_506
    Es gäbe auch da die Menge von Austern, die an den Aesten der Mangrovebäume, rund um die Bay, hingen.

    |P_507-512
    Der iv Abschnitt. Die Ströme, Regen, beständige Winde und Landwinde auf den Küsten von Guinea
    [ --> Atkins / Monsun beschrieben! ohne das Wort
    Tornados und Air Mattans ]

    |P_510-512
    £{Hol-073,19-075,02}
    Die beständigen Winde wehen das ganze Jahr durch Tag und Nacht frisch von Osten, und überall auf der Erdkugel auf dem Ocean, sowohl auf dem atlantischen als indianischen und americanischen; denn der Boden und die Lage des Landes verursachet bey ihnen ungewisse und mannichfaltige Abweichungen, obgleich die Ursache beständig in Wirkung bleibt. Sie erstrecken sich bis auf dreyßig Grade der Breite nordlich, wenn die Sonne auf derselben Seite des Aequators ist, und eben so weit südlich, wenn sie sich daselbst befindet. Sie lenken sich, wo sie am weitesten weg ist, hier nach Nordost, dort nach Südost, und allezeit am nächsten nach dem ostlichen Puncte der Linie, oder wo sie gerade über der Scheitel steht.
    Die besten Ursachen, die man hievon angeben kann, saget er, sind: erstlich die tägliche Herumdrehung der Erde um ihre Achse nach Osten, wodurch die Luft oder der Wind, in Betrachtung ihrer Oberfläche, nach Westen geht. Dieses wird dadurch bestätiget, daß man diese Winde nur in der Mitte der Erde empfindet, wo ihre tägliche Bewegung in den größten Zirkeln am schnellsten ist, weil sie Tag und Nacht gleich stark, sowohl an der Küste von Brasilien, als nach Guinea zu, wehen.
    Die zweyte Ursache suchet Halley in der täglichen Wirkung der Sonnenstralen auf die Erde und das Wasser, mit der Natur des Bodens und der Lage der anliegenden festen Landes zugleich betrachtet.
    In allen dem Thierkreise unterworfenen Gegenden erhitzt und verdünnet die Sonne die Luft außerordentlich, wie daraus erhellet, weil alsdann bey Windstillen den Thieren das Athemholen sehr schwer wird; [...].
    Auf der Küste von Guinea, gegen Norden vom Aequator, sind die wahren Winde westlich, und richten sich nach dem Ufer, welches durchgehends ostwärts streicht. Vom Flusse Gabon unter der Linie strecket sich das Land wieder südwärts, und die Winde lenken sich von Südost nach Süd gen Ost, beynahe parallel mit ihm zu bleiben. In beyden scheint es, als ob das Ufer den wahren Windstrich eben so ablenkte, als es das Vorgebirge mit den Strömen und mit der Fluth thun, nämlich dahin, wo der Weg am freyesten ist. [...] /
    Außer diesen machte der Verfasser [Atkins] auf andern Reisen noch folgende Anmerkungen.
    Erstlich, man muß windwärts so weit vom Lande seyn, daß dasselbe in den Wind keinen Einfluß habe (auf dieser Küste dreyßig oder vierzig Seemeilen), ehe der beständige Wind richtig und frisch wehet. Weil alsdann keine Stürme sind, so kann ein nach America bestimmtes Schiff alle vier und zwanzig Stunden vierzig bis fünfzig Seemeilen in beständigem und gleichem Laufe zurück legen.
    £{Hol-174,13-14}
    Die fliegenden Fische sind nur in diesem Striche, auch die Bonetos, ihre Verfolger. An Vögeln giebt es hier Garnets, Boobies, Tropikvögel und Scheerwaters.
    Zweytens, sind nach des Atkins Gedanken, die beständigen Nordost- und Südostwinde auf dieser und der andern Seite der Linie, die schief gegen einander wehen, die Ursache, daß die Breiten, zwischen vier und zwölf Graden nordlich, Windstille haben. Denn daselbst ist, wie sie befanden, der Ort, wo die Winde gegen einander streiten. [...]
    Aus allem diesen schließt er, daß durch diese Windstillenbreiten am leichtesten innerhalb hundert Seemeilen von dem festen Lande von Africa und von America durchzukommen ist. Denn alsdann kömmt ein Schiff nicht eher hinein, als bis es schon größtentheils bey ihnen vorbey ist. [...]
    Die veränderlichen Land- und Seewinde erstrecken sich nicht weit. Die ersten sind viel schwächer und unbeständiger, und wehen wohl von einem Eylande überall nach der Gegend, wo man fährt, man mag seyn, auf welcher Seite man will: aber der Verfasser hatte nicht Erfahrung genug zu sagen, ob ihrer Schwäche oder Unbeständigkeit wegen einiger Vortheil von ihnen zu hoffen sey. Man findet sie an allen Ufern innerhalb oder nahe bey den Wendezirkeln. Die Seewinde kommen um zehn Uhr des Morgens, und erfrischen und beleben alles. Der Landwind folget darauf, und entstehet eben so lange nach dem Untergange der Sonnen, oder später; er ist schwach, machet das Athemholen schwer, und stinkt, besonders, wenn er von Mangroven, stehenden Wassern und dergleichen herkömmt. Vermuthlich entstehen sie nur von der Sonnenhitze. Es ist gewiß, daß die Luft von den zurückgeworfenen Sonnenstralen über der Erde, als einem festen Körper, mehr, als über einem flüßigen Wesen, / verdünnet werde. Bis also die Luft, die von einem drey- bis vierstündigen Sonnenscheine ist verdünnet worden, wieder ins Gleichgewichte kömmt, so muß der Wind von allen Seiten der See nach der Küste zugehen, weil einerley Ursache auf allen Seiten wirket. Wird diese Verdünnung durch eine bestimmte Höhe der Atmosphäre begränzt: so werden auch die Seewinde, die solche leere Plätze erfüllen, nur eine bestimmte Zeit zu zwey, drey oder mehr Stunden dauern. Das ist die Erfahrung, saget er, ob sie gehörig erklärt ist, überläßt er anderer Urtheil.

    |P_513ff
    Das xi Buch. Reisen nach Kongo und Angola; nebst einer Beschreibung von diesen Ländern und deren Einwohnern.

    |P_532
    £{Hol-174,13+16}
    [...], und hatten unterwegens öfters das Vergnügen, den fliegenden Fisch zu sehen, der von dem Dorado, oder Dori, verfolgt ward. Der erste ist ein sehr weißer Fisch, einen Fuß lang, fast wie ein Häring, außer daß sein Rücken von einer himmelblauen Farbe ist, und seine Floßfedern größer sind, die ihm anstatt der Flügel dienen können.

    |P_536
    £{Hol-304,13}
    Um Weihnachten liefen sie in den Hafen von Benguela ein, der Hauptstadt von dem Königreiche dieses Namens. [...] Die Luft dieses Landes machet die hiesigen Speisen so giftig, daß diejenigen, welche bey ihrer ersten Ankunft davon essen, gewiß sterben, oder sich wenigstens eine gefährliche Krankheit zuziehen.

    |P_552
    £{Hol-187,13-15} / £{Hol-304,06-07}
    Diese Nacht war er also einer großen Gefahr entgangen. Denn wenn er in seinem Bette allein gewesen wäre: so würden ihn die Ameisen, da er sich nicht zu bewegen vermochte, sonder Zweifel lebendig aufgefressen haben. Dieses trägt sich in dem Königreiche Angola öfters zu, wo man des Morgens Kühe liegen findet, die von den Ameisen in der Nacht so aufgefressen worden, daß nichts als das Gerippe übrig ist.

    |P_572
    Das iii Capitel. Eine Reise nach Congo, und verschiedenen andern Ländern in den südlichen Theilen von Africa, im Jahre 1682, durch Hieronymus Merolla von Sorrento, einen capucinischen Missionarium.

    |P_576
    £{Hol-304,13}
    An dem letzten Abende vor dem Adventsfasten, fiel ein ziemlich großer fliegender Fisch in das Schiff, welcher an die Segel anschoß.

    |P_578
    £{Hol-171,15} Hay
    Der Verfasser merket von dem Meerkalbe an, sein Kopf sey wie an einem Hunde, und sein Leib sey, wenn es zu seiner völligen Größe gelangt, gemeiniglich so dick, wie ein Ochse. Wenn es frißt, so bewegt sich nur sein oberer Kinnbacken. [...] Als sie ihm den Bauch aufschnitten, fanden sie sehr viele Knochen vom Fleische darinnen, welche etliche Tage zuvor in die See waren geworfen worden, woraus man schloß, daß es dem Schiffe lange Zeit nachgegangen war. [...]
    Diese Fische zieht allezeit, wo er schwimmt, eine große Menge kleine Fische von allerhand Farben nach, die, wie man vorgiebt, sich von seinem Schaume nähren, der aus seinem Maule hervortritt. Diese Fische werden von den Portugiesen Romeiros genannt b), welches Pilgrimme bedeutet. Es ist noch eine Art von Fischen, eine Spanne lang, / welche in seinem Leibe stecken, den Bauch aufwärts halten, und Nasen wie Muskatenreibeischen haben. Diese haben wegen dieser Handlung den Namen Pegadores, das ist, Stecker.
    --------
    b) Daher haben vielleicht die Schiffer von andern Nationen diesen Fisch mit dem Remora verwechselt.

    |P_579
    £{Hol-304,13-14}
    [...] fuhren sie in einen Hafen von dem Königreiche Bankella oder Banguella ein, welches die Portugiesen unter ihre Bothmäßigkeit gebracht. Hier haben die Einwohner wegen der bösen Luft, welche die Speisen verderbt, lauter Todtengesichter, und reden mit gebrochener Stimme, daß man sagen möchte, sie könnten ihre Seele kaum zwischen den Zähnen erhalten.

    |P_581
    £{Hol-205,06-16} / £{Hol-254,18-21} [ Nicht die Quelle ]
    Als die an den krummen Ufern dieses Flusses [Zaire] fortruderten waren sie beständig mit Bäumen umgeben, welche Mangas genannt werden, und den eigentlichen Lorbern nicht unähnlich sind.
    An diesen Bäumen sprießt in dem Grund eines jeden Astens eine lange herunterhängend Wurzel hervor, welche endlich das Erdreich erreicht, Wurzel fasset, und einen neuen Baum in die Höhe treibt; so daß in kurzer Zeit aus einem einzigen Baume ein kleines Gehölze entspringt, und die Abschößlinge kaum von den Hauptstamme zu unterscheiden sind.

    |P_651ff
    Das xii Buch. Eine Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela und den angränzenden Ländern; Nebst einer Nachricht von denen Einwohnern und dem, was die Natur daselbst hervorbringt.


  4. __AHR-05_(1749)__
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 3
    --------------
    14. Mai 2002 / 20.03.2008
    ****************]

    |P_24
    £{Hol-304,11-13}
    [Kapitel:] Die Herrschaften der Portugiesen in Angola; ihre Sitten und Gebräuche.
    Von Mulatten, die von einem Weißen und einer Schwarzen gebohren worden, giebt es hier eine große Anzahl.

    |P_25
    Was die in Loanda und dem Königreiche Angola wohnenden Negern betrifft, einige wenige ausgenommen, welche als Eingebohrne frey sind: so sind sie alle Sklaven der Weißen.

    |P_26
    £{Hol-304,16-17}
    Von der großen Mannichfaltigkeit der Sklaven von verschiedenen Völkern in diesen Landen muß nothwendig eine gleiche Mannichfaltigkeit und ein Unterschied in der Gemüthsart und den Gebräuchen entstehen; und ob sie gleich Christen sind: so bemerket unser Capuciner doch, daß sie ihre Religionspflichten mehr aus Furcht vor ihren Herren, als aus einiger Achtung, die sie für die Religion haben, ausüben.
    /[Kapitel:] Sitten und Gewohnheiten der Einwohner von Angola.

    |P_27
    £{Hol-304,14-15}
    Die Himmelsluft in Benguela ist so schlecht, und giebt den Speisen des Landes eine solche schädliche Eigenschaft, daß diejenigen, die bey ihrer ersten Ankunft davon essen, gewiß sterben, oder sich wenigstens eine gefährliche Krankheit zuziehen. [...] Es ist leicht zu sehen, wie schlecht die Luft hier den Weißen bekömmt, welche in diesem Lande leben. Sie sehen aus, als wenn sie aus dem Grabe gekommen wären. Ihre Stimme ist schwach, und sie halten ihren Athem gewissermaßen zwischen ihren Zähnen.
    /[Kapitel:] Die Herrschaft der Portugiesen in Angola...

    |P_35
    Zu des Lopez Zeiten, waren der König von Angola und alle dessen Unterthanen, Götzendiener. Er hatte Lust nach des Königs von Kongo Exempel ein Christ zu werden, und schickte an denselben, da sie miteinander in Friede stunden, Gesandte, um Priester anzusuchen: allein der König von Kongo hatte keine abzugeben.
    Die Religion ist in Angola seitdem fast in eben den Umständen geblieben. Nur hat der päbstliche Glaube in Loanda, Massingan, und solchen Plätzen, die unmittelbar den Portugiesen unterworfen sind, zugenommen. [...]
    Lopez bemerket, daß sie der Vogelwahrsagerey sehr ergeben sind. [...]
    Da keine Felder im Lande umzäunt sind, so stecken die Eigenthümer derselben verschiedene Reihen von Pfählen um sie herum, und die Hexenmeister binden Büsche von gewissen Kräutern darum, die ihrem Berichte nach denjenigen tödten werden, der etwas wegnehmen oder beschädigen will.

    |P_43
    Religion in Kongo, Angola, und Benguela.

    |P_43
    Die meisten Einwohner von Kongo, sowohl als in Angola, durchgängig, beobachten die alte Religion dieser Länder, die in Verehrung der Mokissos, oder Götzenbilder, besteht. [...]
    Sie haben einen Tanz, der Quimboara heißt, bei welchem, wie sie sagen, der Mokisso in einen von ihnen fährt, und die Fragen, sowohl wegen vergangener, als zukünftiger Begebenheiten, ihnen beantwortet. Viele aber sind von den portugiesischen Jesuiten zur römischkatholischen Religion bekehret worden.

    |P_44
    Wie die Gangas sich überhaupt für Wahrsager ausgeben: so nennen die Missionarien sie boshafter Weise Zauberer, an statt Priester, und verfolgen sie unter diesem Vorwande, wo sie die Macht haben, bis auf die Verbannung und den Tod.
    /[Kapitel zum Thema:]

    |P_50
    Die Einführung und der Fortgang der römischkatholischen Religion in Kongo.

    |P_56
    Verwirrungen, die aus der Einführung der römischkatholischen Religion in Kongo entstanden sind.

    |P_68
    Das viii Capitel. Naturgeschichte von Kongo, Angola und Benguela
    £{Hol-303,12}
    Die Luft von Kongo, ist nach des Lopez Berichte gemäßigter, als man glauben sollte; und der Winter so wie der Herbst zu Rom. Daher haben sie nie Ursache, mehr Kleider anzulegen, oder ans Feuer zu gehen; auch ist es auf den Gebirgen nicht kälter, als in der Ebene. Insgemein ist der Winter heißer, als der Sommer, wegen der beständigen Regen, und besonders zwo Stunden vor und nach Mittage, da es kaum auszustehen ist.

    |P_68-69
    £{Hol-303,12-16}
    Der Winter fängt in diesem Lande im März an, wenn die Sonne in die nordlichen Zeichen tritt, und der Sommer im September, wenn sie in die südlichen kömmt. Es regnet nie im Sommer, aber ihre fünf Wintermonate, April, May, Junius, Julius und August, fast beständig, und sie haben während derselben, wenig heitere Tage. [...]
    Die Winde wehen im Winter durch diese ganze Landschaft, von Norden nach Westen, und von Norden nach Nordosten. [...] / In ihrem Sommer, zu welcher Zeit in Italien Winter ist, wehen die Winde von Süden nach Südosten; und so wie sie den südlichen Himmel auf heitern, so treiben sie den Regen nach den nordlichen Gegenden. Diese Winde kühlen die Luft ungemein; sonst würde die Hitze in Kongo und den benachbarten Gegenden nicht auszustehen seyn, da sie auch die Nacht hindurch doppelte Bedeckungen zu Abhaltung der Hitze über sich hängen müssen.

    |P_70-71
    £{Hol-303,16}
    Die Erde ist fruchtbar, und so schwarz, als das Volk. [...] Das / Herzogthum Batta und die andern, rings um dasselbe liegenden Länder, hat fetten und fruchtbaren Grund, der alle Arten von Lebensmitteln trägt.

    |P_71
    £{Hol-303,17}
    Es gibt hier eine Art Korn, die bey den Einwohnern Luko heißt. [...]
    Es gibt auch eine weiße Art Hirse, Mazza, oder Korn von Kongo genannt, auch Mazza Manputo oder portugiesisch Korn. [...]
    Nach des Merolla Berichte haben sie mancherley, den Europäern meist unbekannte Hülsenfrüchte, außer dem indianischen Weizen und einer Art großer Bohnen, Nkashe genannt.
    [verschiedene hirseartige Pflanzen werden erwähnt, auch Hülsenfrüchte.]

    |P_72
    £{Hol-303,18}
    In Angola machet man, nach Dappers Berichte, Brodt aus der Wurzel Mandioka, wie sie die Einwohner nennen.

    |P_73
    £{Hol-303,18-19}
    Ihre Pflanzen sind die Ananas, Anones, Bananas, Arosses, große Kürbisse, Melonen, Gurken und dergleichen.

    |P_73-74
    £{Hol-254,21} / £{Hol-303,19-20} /
    Es giebt hier Bäume von unermeßlicher Breite und Dicke, daß unzählige Schiffe und Häuser daraus können gebauet werden. Der vornehmste heißt bey den Einwohnern Ensada; Beym Clusius, der indianische Feigenbaum; beym Linschot, Arbor de Raiz, das ist, Wurzelbaum. Man findet ihn auf dem Eylande Loanda. Gemeiniglich wächst er mit einem dicken Stamme zu einer großen Höhe; am Gipfel treibt er verschiedene Aeste, von denen viele kleine goldfarbene Stränge herabgehen. Wenn diese in den Grund / kommen: so schlagen sie wieder Wurzel, und wachsen als neue Pflanzen; in kurzer Zeit werden starke Stämme aus ihnen, von denen bald wieder neue Stränge herunterhängen, die ebenso einwurzeln. Solchergestalt erstrecket manchmal ein einziger Baum seine Aeste über tausend Schritte, und wächst in einen kleinen Wald, darinnen sich wohl dreytausend Mann verbergen können.

    |P_78
    £{Hol-303,20-23}
    Der wunderbarste Baum unter allen aber, ist der Mignamigna, der in einem Theile Gift, und im andern Gegengift hervorbringt. Wer durch dessen Holz oder Frucht ist vergiftet worden, dem dienen die Blätter zur Gesundheit, und wenn ihm solches von den Blättern wiederfahren ist, so muß er zum Holze oder zur Frucht, welche einer kleinen Limonie gleicht, seine Zuflucht nehmen.

    |P_80-81
    £{Hol-303,23-304,03}
    Unter allen geflügelten Einwohnern dieser Gegend aber, gefällt keiner dem Merolla so wohl, als der kleine Vogel, den Cavazzi beschreibt. Dieser Vogel ist einem Sperlinge nicht unähnlich, und so dunkelblau, daß man ihn, dem ersten Anblicke nach, für schwarz hält. So bald der Tag anbricht, läßt er sich hören, aber das Vortreffliche in seinem Gesange ist, wie es scheint, daß er den Namen Jesus Christ fast articulirt ausspricht. Gleichwohl ist dieses, so wenig als andere Vermahnungen der Natur, die der Verfasser erwähnt, vermögend, die harten Herzen der Negern zur römischkatholischen Religion zu bringen.
    /Der Mönch Coprani erwähnet eines wunderbaren Vogels, dessen Gesang deutlich aus den Worten besteht: Va dritto, das ist: Gehe recht. Ein anderer Vogel in diesen Gegenden, besonders im Königreiche Matamba, singt: Vuikhi, Vuikhi, welches in der Landessprache Honig, Honig, heißt. Er hüpfet von einem Baume zum andern, bis er an den kömmt, wo der Honig ist, daß ihn die Reisenden heraus nehmen können, da er denn das verzehret, was noch übrig bleibt. Allein das Schlimme dabey ist, daß der Reisende, der dem Rufe des Vogels nachfolget, manchmal in die Klauen eines lauernden Löwens fällt, und solchergestalt den Tod statt des Honigs findet; daher sie bey dem Schreien des Vogels sich vor einem verborgenen Löwen fürchten, und wenn sie den Honig nicht sehen, beyzeiten fliehen. / Der kleine Vogel in Loango, dessen Dapper erwähnet, ist fast von eben der Art, dessen Singen oder Zwitschern, von den reisenden Schwarzen, für ein sicheres Zeichen eines herannahenden Raubthieres angenommen wird.

    |P_82
    £{Hol-304,04-06}
    In ihrem [der Elefanten] Schwanze haben sie verschiedene Haare oder Borsten, so dicke als Binsen, oder Genstsprossen, von glänzender schwarzer Farbe. Je älter das Thier ist, desto schöner und stärker sind diese Haare. Man verkaufet eines davon um zwey oder drey Sklaven, weil die Adlichen und das Frauenzimmer in Angola, und bey den Ambundi, ihren Nachbarn, den Hals damit zieren. Sie sind so stark, daß ein Mann mit beyden Händen eines nicht zerreißen kann. Manche wagen sich, dieser Haare wegen, eines Elephanten Schwanz abzuhauen. Sie machen sich hinter ihn, wenn er in einem engen und schmahlen Wege, und folglich nicht vermögend ist, sich umzuwenden, und mit seinem Rüssel zu rächen. Andere suchen ihm, wenn er frißt, mit einem Hiebe den Schwanz abzuhauen, und laufen, ihm zu entrinnen, beständig im Kreise herum; denn das Thier ist so schwer, daß es sehr viel Zeit brauchet, sich umzuwenden, ob es wohl, mit zwar langsamen, aber weiten Schritten, gerade zu, geschwinder als ein Pferd fortkömmt.

    |P_86
    £{Pil-238,04-05}
    Das seltenste und seiner Schönheit wegen hier merkwürdigste Geschöpf ist das Zebra oder Zevera. [...] Seine Haut sey von aller andern Thieren Häuten unterschieden; der ganze Leib und Kopf mit kreisförmigen Streifen umgürtet, die weiß, schwarz und braun abwechseln, und jeder etwan drey Zoll breit sind. Der Kopf, die Ohren, der Nacken, die kleine Mähne und die Füße, sind ebenso bezeichnet.

    |P_87
    £{Pil-238,04-05} / £{Bar-135R}
    »Nach Dappers Berichte nähret sich das Zebro oder Zebra in den Wäldern von Angola, und ist selten in andern Ländern zu finden. Es ist so wild und schnell, daß man es schwerlich lebendig bekommen, und noch schwerlicher zähmen kann. Doch berichten die Portugiesen, sie hätten vor einigen Jahren viere von diesen Zebras nach Lissabon dem Könige zum Geschenke geschickt, der sie, seinen Wagen zu ziehen, gebraucht hätte, und der Ueberbringer wäre mit der Notariatstelle von Angola für sich und seine Erben belohnt worden.«

    |P_91 [ [auf dem Rand steht:] ] Embambe, eine ungeheure Schlange.
    £{Hol-304,10}
    Es giebt eine Art außerordentlich große Schlangen, manche zu fünf und zwanzig Spannen lang, und fünf Spannen breit; dieser ihr Bauch und Rachen ist so weit, daß sie einen ganzen Hirsch verschlingen. Sie nennen solche die große Wasserotter. Sie hält sich in Flüssen auf, geht aber aufs Land ihrem Raube nach, und machet sich daselbst auf die Bäume, dem Viehe, wenn es auf die Weide geht aufzulauren. [...]
    [...] Manche sind fünf und zwanzig Fuß lang, und so dicke, als ein ziemliches Füllen. Diese nehmen auf einen Mundvoll ein Schaf zu sich; und wenn sie solches gethan haben, legen sie sich es zu verdauen in die Sonne.

    |P_94 [ [auf dem Rand steht:] ] Flußfische. Meerjungfer.
    £{Hol-304,09}
    Die Flüsse von Kongo und Angola sind voll mancherley Fische. Unter andern wird daselbst in dem Flusse Zaire, ein sehr merkwürdiger Fisch, Namens Ambize Angulo h), das ist der Schweinfisch gefunden, weil er so fett als Schweinfleisch ist, und ihnen Speck giebt. [...]
    ----------
    /h) Dapper meldet, die Eingebohrnen nennten ihn Ambisang ulo und Pesiengoni, die Portugiesen Pezze Mouller, andere Europäer Meermann und Meerjungfer. Merolla saget deutlicher, die Schwarzen hießen ihn Ngulla Umasa, die Wassersau, und die Portugiesen Piexe Molker, den Weiberfisch.

    |P_97
    Kapitel: Nachricht von denen Ländern und Völkern, die an Kongo und Angola gränzen.
    1. Die Königreiche Anziko, Matamba, und des Jagga Kassanji.

    |P_99
    £{Hol-304,19-22}
    Sie [die Anzikier] halten die Beschneidung, und beide Geschlechter zeichnen von Kindheit auf ihre Gesichter mit einem Messer.
    Menschenfleisch wird auf ihren Märkten wie anderswo Rindfleisch verkauft; denn sie essen die Kriegsgefangenen. Sie tödten auch ihre Sklaven, des Essens wegen, wenn sie fett sind; oder wenn sie solche nicht theuer genug los werden können, so verkaufen sie dieselben den Schlächtern. [...] Manche Völker, saget Lopez, essen Fremder Fleisch, aber seiner Landsleute und Verwandten Fleisch zu fressen, ist sonst nirgends gebräuchlich, als bey den Anzikiern.

    |P_100
    £{Hol-305,07-09}
    Matamba wird von den Jaggaern bewohnet, und gegen Osten und Süden liegt das Land der Jaggaer von Kassanji. Dieses Land erstrecket sich von Nordost nach Südwest, längst Matamba und Benguela, etwan neunhundert Meilen, ist aber sehr schmahl, manchmal hundert und neunzig Meilen breit, und manchmal kaum hundert. [...]

    |P_101
    £{Hol-304,22-23} / £{Hol-305,06}
    Die Jaggaer sind weit durch die inländischen Theile von Afrika ausgebreitet. Nordlich fangen sie bey den Gränzen von Abissinien an, und gehen südlich bis zu den Hottentotten; denn außer ihren schon erwähnten Landschaften, besitzen sie auch einen großen Theil von den Ländern des Mono Muji. [...] Sie müssen sich auch sehr weit westwärts ausgebreitet haben, wenn es wahr ist, was Battel meldet: die Jaggaer, oder Jindes, die zu seiner Zeit Kongo und Angola überschwemmten, wären von Sierra Leona gekommen. Wir müssen nicht vergessen, daß die Gallas, die zu eben der Zeit solche Verwüstungen in Abissinien anrichteten, von einigen Schriftstellern für Jaggaer gehalten werden.

    |P_102
    £{Hol-304,23-24}
    Von Person sind sie schwarz und ungestalt, groß vom Leibe, und von kühnem Ansehen. Sie bezeichnen sich auf den Wangen, über die Lippen, mit heißen Eisenstrichen. Sie pflegen auch das Weiße ihrer Augen, durch Zurückdrehung der Augenlieder, zu zeigen, daß sie ein schreckliches Ansehen bekommen.
    Sie gehen ganz nackend, und sind in ihrer Lebensart sehr wild. Sie haben keinen König, sondern sie halten sich in den Wäldern in Hütten auf, und schwärmen wie die Araber herum. Sie sind außerordentlich kühn, und plündern ihre Nachbarn gern. [...]

    |P_103
    £{Hol-304,24-26}
    Es gefällt ihnen in keinem Lande, als wo sie häufige Palmbäume haben, weil sie von der Frucht und dem Weine des Palmbaumes große Liebhaber sind, und die erste zum Essen und Oel daraus zu pressen brauchen. Ihren Wein zapfen sie anders, als die Imbondas aus, die auf den Baum klettern können, ohne ihn mit den Händen zu berühren, und den Wein am Gipfel in eine Flasche auszapfen. Die Jaggaer hauen die Bäume bey der Wurzel nieder, welche oft zehn bis zwölf Tage liegen, ehe sie Wein geben: darauf machen sie in den Gipfel und in das Herz des Baumes viereckichte Löcher, aus deren jedem sie des Morgens und Abends ein Quart Getränke nehmen, so daß ein jeder Baum sechs und zwanzig Tage lang täglich zwey Quart Wein gibt, und alsdann vertrocknet und stirbt. Wo sie sich setzen oder aufhalten, da hauen sie so viele Palmbäume nieder, als ihnen auf einen Monat genug Wein geben; und wenn diese alle sind, so machen sie es mit andern eben so, daß sie in kurzem das Land verwüsten.
    Sie halten sich an einem Orte nicht länger auf, als sie Vorrath daselbst finden. Zur Erndtezeit machen sie sich fort, und setzen sich an die fruchtbarsten Oerter, die sie finden können, erndten ihres Feindes Korn ein, und nehmen ihm das Vieh weg; denn sie sähen und pflanzen nicht, haben auch keine Viehzucht, sondern leben lediglich vom Plündern. [...]

    |P_104
    £{Hol-304,26-305,06}
    Ihre Weiber tragen ihre Haare hoch aufgewickelt, mit Bambaschalen geziert, und salben sich mit Zibeth. Sie reißen zweene von den obern, und zweene von den untern Zähnen aus, welches sie für eine Schönheit halten; und diejenigen, denen diese Zähne nicht mangeln, werden verachtet, und dürfen mit ihnen weder essen noch trinken. Sie tragen viele Schnuren Kügelchen um ihre Aerme, Füße und Hälse, auch Seidenzeuge mitten um den Leib.
    Diese Weiber sind fruchtbar, aber sie begraben die Kinder, so bald sie gebohren sind, daß dieses Geschlecht von ihnen keine Nachkommenschaft hat r). Sie wollen sich nämlich mit der Auferziehung nicht beunruhigen, noch auf dem Marsche beschweren. Wenn sie aber eine Stadt einnehmen, so behalten sie alle Knaben und Mädchen von zwölf bis dreyzehn Jahren, als ihre Kinder. Die Männer und Weiber tödten und fressen sie s). Die Knaben ziehen sie zum Kriege auf, und hängen ihnen, als ein verächtliches Zeichen, ein Halsband um, das sie ihnen nicht eher abnehmen, als bis sie dem Heerführer, zum Zeichen ihres Muthes, den Kopf eines Feindes gebracht haben. [...]
    -----------
    r) Dieß kann nicht wahr seyn; denn so wären diese Länder längst entvölkert worden.
    s) Battel hatte lang genug unter diesen Leuten gelebt, ihre Gewohnheiten zu wissen. Waren sie keine Menschenfresser, so verdienet er keinen Glauben. Gleichwohl gestehen wir, daß wir zweifelhaft sind.


    |P_107-228
    Das xiii Buch. Beschreibung der Länder längst der ostlichen Küste von Africa, vom Vorgebirge der guten Hoffnung nach Capo Guarda Fuy; worinnen eine Nachricht von den Hottentotten, und dem Kaiserthume Monomotapa enthalten ist.


    Aufbau:
    1. Cap. Nachricht von dem Lande der Hottentotten, und den verschiedenen Nationen, die es bewohnen [111-121]
    2. Cap. Beschreibung der Landschaften, welche die Hölländer am Vorgebrige besitzen [121-145]
    3. Cap. Sitten und Gewohnheiten der Hottentotten [146-167]
    4. Cap. Beschäftigungen, Handel, Religion und Regierungsart [168-181]
    5. Cap. Naturgeschichte der Länder am Vorgebirge der guten Hoffung [182-208]
    6. Cap. Einige Anmerkungen über die Küsten und Inseln, zwischen dem Vorgebirge der guten Hoffnung, und Capo Guarda Fuy. [209-218]
    7. Cap. Eine Nachricht von dem Reiche Monomotapa [218-228]


    Einleitung.
    Es ist kaum ein Ort in der Welt, in Büchern und Reisebeschreibungen, mehr beschrieben worden, als das Vorgebirge der guten Hoffnung; weil alle Schiffe auf der Fahrt nach Ostindien da vorbey müssen, und oft da einlaufen. Einige haben von diesem berühmten Vorgebirge, und den Hottentoten, welche das anliegende Land bewohnen, ganze Bücher geschrieben. Die beiden merkwürdigsten Schriftsteller davon sind Willhelm Ten Rhyne und Peter Kolben.

    |P_111 [gegenüber]
    Das Land der Hottentoten an dem Vorgebürge der guten Hoffnung
    δ_Karte

    |P_120
    £{HeQ-168,01}
    [...], bis Terra de Natal, welches der Anfang von Monomotapa auf dieser Seite, und von den Kafren y) bewohnt ist.
    ------------
    /y) Der Name Kafr, oder Ungläubige, ist von den Arabern, die sich auf der östlichen Küste gesetzt haben, allen, die nicht Muhammedaner sind, gegeben worden: also können die Hottentotten so genannt werden, wie die Schriftsteller ordentlich thun; [...].

    |P_139-140
    £{Hol-301,10-16}
    Tierra de Natal.
    Es ist schon bemerket worden, daß die Holländer dieses Land, ihre Pflanzstätte zu erweitern, erkauft haben. Die Kafren bewohnen es, die nach allen Nachrichten, die Kolbe davon hat erhalten können, den Hottentotten so wenig ähnlich sind, daß man sie als eine ganz andere Art Leute ansehen muß. Der Hauptmann Gerbrantz van der Schelling, ein verständiger und wahrheitliebender Mann, der oft bey Tierra de Natal eingelaufen war, berichtete dem Verfasser, die Einwohner salbten oder schmierten ihre Leiber nicht; [...]; sie wohnten in viereckichten leimernen Häusern, dergleichen Bauart man unter den Hottentoten nicht sieht; [...]; sie bestellten ihr Feld ganz anders, als die Hottentoten, säeten eine Art türkisch Korn, und brauten daraus, da die Hottentoten weder säen noch brauen.
    Diese Kafren handeln mit den Seeräubern auf dem rothen Meere, die ihnen seidene Zeuge für Elephantenzähne vertauschen, die sie wiederum bey den Schiffern, die bey Tierra de Natal einlaufen, für europäische Waaren, und oft für Theer, Anker, und Tauwerk geben, und solches von neuem an die Seeräuber überlassen.

    |P_146- : Das III Capitel. Sitten und Gewohnheiten der Hottentotten

    |P_146f.
    £{Hes-095,33}
    Tachard und andere stellen die Benennung: Hottentotten, als einen Spottnamen vor, weil sie dieses Wort oft bey Erblickung der Fremden wiederholt hätten, oder bey ihrem Tanzen oft zu sagen pflegten: Hottentottum Brokwa. Kolbe aber bemerket, daß sie sich dieses Wortes, bey der Begegnung der Fremden, gar nicht bedienten, und daß der Gebrauch des andern Wortes beym Tanzen bewiese, solches sey ihr rechter Name; denn es heiße nicht, wie Arnold will, holländisch Brodt, sondern: gieb dem Hottentotten seinen Lohn. Diese Worte werden oft in einem Gesange wiederholt, der auf einen holländischen Geistlichen gemacht ist, welcher einem Hottentotten, eine gewisse Bothschaft auszurichten, Brodt und Tobak versprochen, ihn aber betrogen hatte. Kurz, Hottentot scheint des Volkes ursprünglicher Name zu seyn; denn sie wissen von keinem andern. [...]
    £{Hol-296,22-297,01}
    Mit den großen Augen, flachen Nasen, und dicken Lippen sind sie den Negern ähnlich, nur daß sie noch ihre Nasen mit Fleiße niederdrucken. Ihr Haar ist wie bey den Negern kurz und wollicht. [../.] Alle Weibsbilder haben gleich über der Scham ein seltsames härtliches Gewächse, das solche wie eine Schürze bedecket.

    |P_147
    £{Hol-297,02-03}
    Sie sind stark, gelenke, und erstaunlich schnell. Ein wohlberittener Reuter kann schwerlich den Hottentotten gleich fortkommen.
    [...]
    Ein anderer Fehler der Hottentotten ist, daß sie gegen ihre Mütter sehr unerkenntlich sind. Nachdem ein Hottentot, vermittelst eines feyerlichen Gebrauchs, ist unter die Zahl der Männer aufgenommen worden, so mag er seine Mutter ohne Bedenken schimpfen oder schlagen; und je übeler er mit ihr umgeht, desto höher schätzet man ihn. [...] Will man die alten Leute von dem Unsinnigen in dieser Gewohnheit überführen, solöset die gewöhnliche Antwort, es sey eine alte hottentotische Gewohnheit, alle Einwürfe auf.
    Noch weiter beschuldigt man sie mit Recht des barbarischen Gebrauchs, daß sie ihre Kinder und abgelebten Eltern wegsetzen.

    |P_151
    £{Hol-297,12}
    Am linken Arme tragen sie [die männlichen Hottentotten] gemeiniglich drey elfenbeinerne Ringe, die sie sehr künstlich und richtig zu drehen wissen. Sie dienen ihnen zur Vertheidigung, und einen Sack zu halten, in welchem sie ihre Lebensmittel auf einen Tag tragen.
    Weil sie [die männlichen Hottentotten] die Krossen ordentlich offen tragen, so sieht man ihren ganzen Vorderleib bloß bis auf die Scham. Diese bedecken sie mit einem Kul-Kroß oder Schürze, welches ein viereckichtes Stücke Haut von einem wilden Thiere, gemeiniglich einer Katze ist, das sie oben um den Unterleib anbinden, das Haar auswärts kehren, und die untern Ecken zusammen nähen, daß es gleichsam wie ein Futteral für dieses Glied wird.
    [...]
    £{Hol-297,12-14}
    Auf Reisen tragen sie ordentlich zweene Stöcke, vom Eisen oder Olivenholze, die sie Kirri und Rakkum nennen. Der Kirri ist etwas drey Fuß lang und einen Zoll dicke, an beyden Enden stumpf; mit demselben vertheidigen sie sich. Der Rakkum ist an einem Ende zugespitzt, und eine Art von Pfeilen, den sie so geschickt werfen, daß sie das Ziel selten verfehlen. Sie brauchen ihn auf der Jagd. In der linken Hand haben sie gewöhnlicher Weise einen kleinen Stock, etwa einen Fuß lang, an welchen sie den Schwanz einer wilden Katze, eines Fuchses, oder einen andern, der buschicht ist, befestigen. Sie brauchen ihn dazu, wozu die Europäer ein Schnupftuch nehmen. Wenn er beschmutzt ist, waschen sie ihn in dem ersten Wasser; und winden ihn in der Sonne aus, wie einen Borstwisch, da er so gleich trocknet.

    |P_151-152
    £{Hol-297,14-18}
    Die meisten Schriftsteller haben von den Hottentottinnen versichert, sie trügen die Därmer von Schafen und anderen Thieren um die Füße. Dieß ist eine Unwahrheit. Die / Mägdchen tragen von ihrer Kindheit bis ins zwölfte Jahr Binsen, in Ringe gebunden, um die Füße, vom Knie bis an die Hacken. Wenn sie zu diesem Alter gekommen sind, so machen sie diese Ringe aus Schnittlingen von Schafs- oder Kalbshaut, einen kleinen Finger dicke. Sie sängen das Haare ab, und kehren alsdann die Seite, darauf es stund, einwärts.
    Einige, welche Weiber geworden, haben über hundert solche Ringe am Fuße, so artig gewunden und zusammen gefügt, daß sie, wie eine zusammenhängende Windel aussehen, und durch langes Tragen so hart wie Holz werden. Damit diese Ringe nicht herunter fallen, befestigen sie solche mit breiten Bändern an den Gelenken, und sie dienen theils als eine Zierrath des weiblichen Geschlechtes, (denn das hottentotische Frauenzimmer trägt dieser Ringe mehr oder weniger nach ihrem Range,) theils die Füße zu verwahren, daß sie im Felde nicht von Dornen und Hecken zerrissen werden.
    Die Hottentoten haben sehr gern Kopfzierrathen. Erstlich gefielen ihnen metallene Knöpfe und dünne Platten, die noch jetzo am Cape Mode sind. Ein Stückchen Spiegel halten sie so hoch, als wir Diamanten.
    Ohrringe und Glaskorallen sind der Vornehmsten Unterscheidungszeichen; sie tragen aber solche nur in die Haare befestigt. Sie vertauschen auch ihr Vieh willig dargegen. Sie hängen auch die aufgeblasenen Blasen der Thiere, die sie umgebracht haben, in ihre Haare. Die Männer von den kleinen Namaquas tragen eine kleine Platte polirtes Eisen, wie ein halber Mond an der Stirne.
    Diesen Putz vollkommen zu machen, fehlet nur noch Puder. Das Kraut Spiräa giebt ihnen getrocknet und gepülvert einen goldfarbenen Staub, mit dem sie sich Kopf und Gesichte pudern. Die Weiber setzen ihrer natürlichen Häßlichkeit noch eine neue Reizung, oder vielmehr Abscheulichkeit zu, und bemalen sich das Gesicht, vermittelst eines rothen Kalkes, der in den Capeländern gefunden wird, mit Flecken.
    £{Hol-297,03-11}
    Wir müssen das nothwendigste Stück des Putzes, bey Männern, Weibern und Kindern nicht vergessen. Es ist solches die Gewohnheit, sich mit Butter oder Schafsfette zu beschmieren, darunter sie Ruß von ihren Kochtöpfen mengen, und solches so oft wiederhohlen, als die Sonne es austrocknet. Weil die ärmern stinkichte Butter oder Schmeer nehmen müssen: so kann man sie ziemlich weit riechen: die Reichen aber sind reinlicher, und brauchen die frischeste Butter, die sie haben können. Der ganze Leib wird damit beschmiert, und die es thun können, salben auch ihre Mäntel damit. Der Unterschied des Schmierens machet das Merkmaal aus, an welchem Vornehme vor den schlechtern kenntlich sind. Vor Fischfett aber haben sie einen Abscheu, und brauchen es weder zum Essen noch zum Schmieren.
    Die Schriftsteller haben von dieser Gewohnheit verschiedene Ursachen angegeben. Manche, wie Tachard, schreiben es bloß einer Eitelkeit zu; andere, als Boving, glauben, es solle dienen, den Leib biegsam und geschmeidig zu machen: Kolbe aber behauptet, es solle ihren Leib vor der brennenden Sonnenhitze beschirmen, die sonst in einem so heißen Landstriche ihre Stärke und Munterkeit verzehren würde, und die öftere Wiederhohlung des Schmierens scheint diese Meynung zu bekräftigen.

    |P_153
    £{Hol-132,02f.} / £{Hol-298,18f.}
    Die Unreinlichkeit der Hottentotten machet sie voller Läuse, von denen manche sehr groß sind, die sie auch essen. Fraget man sie wie sie so ein abscheuliches Gewürme essen können? so berufen sie sich auf das Wiedervergeltungsrecht, und sagen, es sey keine Schande, das zu fressen, was sie frißt.

    |P_162
    £{Hol-128,13} / £{Hol-296,25}
    Man hat in Europa durchgängig geglaubt, die Hottentotten kämen mit platten Nasen auf die Welt: allein das ist ein Irrthum. Die meisten werden mit Nasen wie die unsrigen gebohren: allein die Hottentoten sehen eine hohe Nase, als einen großen Uebelstand an; daher ihre Weiber, gleich nach der Geburt, die Scheidewand der Nase mit dem Daume niederbrechen.
    £{Hol-129,03-04} / £{Hol-298,19-21}
    Es ist auch bey ihnen die Gewohnheit, daß sie, wenn ein Mannsbild acht bis zehn Jahre alt ist, solchem die eine Hode benehmen: wenn aber die Eltern arm sind, so wird solches aufgeschoben, bis sie die Unkosten tragen können. Der zu verschneidende wird mit dem Fette eines nur erst geschlachteten Schafes beschmiert, auf die Erde die längelang hin auf den Rücken gelegt, und Füße und Hände werden ihm zusamen gebunden.
    [...]
    £{Hes-229,20}
    Wenn die Wunde zusammengeneht ist, und die Bande gelöset sind: so salbet ihn der Verschneider wieder mit dem warmen Fette eines Schafes, das zu seinem Andersmaken ist getödtet worden; [...]

    |P_169
    £{Hol-300,02-03}
    Die Hottentotten haben eine Art Ochsen, die sie Bakkeleyers, oder Streit-Ochsen heißen, (von Bakkeley, Krieg) deren sie sich in ihren Kriegen, wie die asiatischen Nationen der Elephanten bedienen, auf den Feind einzubrechen, und solchen niederzutreten.

    |P_174
    £{Hol-297,29}
    Die Hottentotten bethen den Mond an. Sie versammeln sich bey Nachtzeit in den Feldern, wo sie Vieh schlachten und Milch und Fleisch opfern. Sie thun solches beständig beym Vollmonde und dem Mondwechsel. [...]

    |P_175
    £{Hol-297,29-298,04}
    Sie sehen auch eine Art Käfer, die diesem Lande eigen ist, als ein gutes göttliches Wesen an. Es ist etwa so groß wie eines Kindes kleiner Finger, mit grünem Rücken, der Bauch weiß und roth gesprenkelt, mit zween Flügeln und zweyen Hörnern. Wo sie dieses Thier antreffen, bezeugen sie ihm große Verehrung. Besucht es einen Kraal, so versammeln sie sich haufenweise, als ob sich eine Gottheit zu ihnen herniedergelassen hätte. Sie schlachten ein oder zwey Schafe als ein Dankopfer, und halten es für eine Vorbedeutung sehr großen Glücks: seine Erscheinung versöhnet, ihren Gedanken nach, alle ihre Verbrechen. Setzet sich das Thier auf einen Hottentotten, so wird er als ein Heiliger angesehen, er mag ein Mannsbild oder Weibsbild seyn, und erhält nachgehends beständig ungemeine Ehrenbezeugungen. Der Kraal schlachtet den fettesten Ochsen als ein Denkopfer, und das Netze wird mit Bukhu gepudert, und wie ein Strick zusammen gewunden, ihm als ein Halsband umgelegt; er muß solches tragen, bis es abfaulet.
    [...]
    £{Hol-297,29}
    Sie haben auch eine böse Gottheit, die sie Touquoa nennen, und als einen kleinen feindseligen, boshaften Hauptmann vorstellen, der ein großer Feind der Hottentotten ist, und ihnen alles das Uebel verursacht, das sie in dieser Welt befällt; denn außer derselben hat er keine Macht.
    £{Hol-298,04-06}
    Sie scheinen von einem zukünftigen, guten oder bösen Zustande keinen Begriff zu haben, noch vielweniger von einer Auferstehung. Gleichwohl ist aus folgenden Umständen zu sehen, daß sie die Unsterblichkeit der Seele glauben: Erstlich richten sie Gebethe an die guten Hottentotten, die verstorben sind, und loben solche: zweytens fürchten sie sich vor der Rückkunft abgeschiedener Geister; daher sie mit ihrem Flecken fortrücken, wenn einer gestorben ist: drittens glauben sie, es sey in der Gewalt der Zauberer und Hexen, diese Geister zu bannen: es scheint aber, sie bilden sich ein, diese abgeschiedenen Seelen bleiben an dem Orte, wo ihr Körper war; denn vom Himmel und Hölle, Belohnungen und Strafen, haben sie nicht den geringsten Begriff.

    |P_179
    £{Hol-297,19-26}
    Sie wissen nichts von Reihen, Gliedern, Fronte, Seiten, und Hintertreffen, sondern fechten in vollkommenster Verwirrung; doch stehen sie nicht so dicht beysammen, daß nicht ein jeder Platz hätte, seine Assagaye zu schwingen, und von einer Seite auf die andere zu hüpfen, weil er zielet. Sie fangen den Angriff mit einem schrecklichen Geschreye an, und wenn einer seinen Pfeil oder Wurfspieß fortgeschossen hat, so zieht er sich ein wenig zurück, daß ein anderer an seine Stelle treten kann, bis er diesen wieder abzulösen fertig ist.

    |P_180
    £{Hol-297,23}
    Einige hottentottische Nationen haben auch ihre besondern Gebräuche im Kriege. Die Chamtavers und Heykoms hören nicht auf zu fechten, wenn ihrer auch zehne gegen einen Feind gefallen sind, so lange ihr Oberhaupt auf einer Art von Pfeifen spielet. Höret er auf, so ziehen sie sich zurück; fängt er wieder an, so erneuern sie den Angriff.

    |P_180-181
    £{Hol-297,19-22}
    Ihre Waffen außer den schon erwähnten Stöcken sind die Hassagaye oder Assagaye, und Pfeile. [.. / ..] Sie treffen ein Ziel, das nicht größer, als ein Silberpfennig, ist, auf eine merkliche Weite mit einem Pfeile und fehlen selten, wo es nicht windig ist, ob sie gleich beständig hin und her springen, weil sie zielen, welches gleichwohl nicht lange währet.
    Eben das verrichten sie mit Werfen der Hassagaye, welches ihr bestes Gewehr ist. Sie schwenken sie auf so eine Art, daß sie nicht zu zielen scheinen, und doch muß solche auf eine große Weite das Ziel treffen. Die Hassagaye ist eine Art von halber Pike. [...]
    Sie brauchen auch ihre Kirri- und Rakkumstöcke, als Kriegsgewehre. Rakkumstöcke werfen sie auf den Feind, oder bey der Jagd auf ein Thier, dreyßig bis vierzig Ellen weit, und es wird davon ordentlich durch den Leib durch und durch gestoßen; die Kirristöcke dienen, Pfeile, Hassagayen, Rakkumstöcke und Steine wegzuschlagen, und sie gebrauchen solche sehr geschickt, wenn sie sich verschossen haben.

    |P_191f.
    £{Hol-146,01-02} [Nicht die Quelle]
    Sie [die Elephanten] trüben das Wasser, ehe sie trinken, vermuthlich unverdauliche Sachen damit fortzutreiben, wie Gänse, Enten und andere Vögel, mit ihrem Wasser, Sand und Grieß vermengen.
    Das Nashorn ist in den Capecolonien oft zu sehen, [...]. [Nicht die Quelle]

    |P_192
    £{Hol-157,11-13}
    Sie haben zweyerley Wölfe. Einer gleicht unsern europäischen vollkommen, der andere heißt Tygerwolf. Diese letzte Art ist von der Größe eines gemeinen Schafhundes, und doch wohl größer. Sein Kopf gleicht den englischen Bullenbeißern. Sein Haar ist lockicht und tygerfleckicht: an den Klauen gleicht er der Katze; sein Schwanz ist kurz.

    |P_195 [Zebra]
    £{Hol-135,02-13}
    Sie haben hier zweyerley Esel, von denen einer den europäischen völlig ähnlich ist; der Cape wilde Esel aber, wie sie ihn hier nennen, scheint diesen Namen nicht zu verdienen, da es die schönsten und wohlgestaltesten und lebhaftesten Thiere sind, die der Verfasser gesehen hat, und den Eseln nur an den Ohren gleichen. Sonst sind sie durchgängig den Pferden ähnlich, und so groß als ein Saumroß. Seine Füße sind schlank und wohlgestaltet, das Haars ist gelinde und glatt. Längst dem Rückgrade strecket sich von seiner Mähne bis zum Schwanze ein schwarzer Streif, von welchem nach den Seiten zu weiße, blaue und kastanienfarbene Aeste gehen, die in Kreisen unter dem Bauche zusammenkommen; diese Farben verlieren sich auf eine sehr angenehme Art in einander. Die Füße und die Ohren, nebst der Mähne und dem Schwanze, sind ebenfalls mit kleinen Streifen von eben den Farben gezieret. Er ist so schnell, daß ihm kein Pferd gleich laufen kann; und weil er schwer zu fangen ist, so gilt er viel. Nach Tellez Berichte, gab der große Mogol zweytausend Ducaten für einen. Nauendorf aber meldet, der Statthalter von Batavia hätte einen, mit dem ihn ein abessinischer Gesandter beschenkt hatte, dem Kaiser von Japan geschickt, wofür dieser Monarch der Gesellschaft zehntausend Tael Silber und dreyßig Schlafröcke, zusammen hundert und sechzig tausend Kronen am Werthe, gesandt hätte. [...] Dieses Thier ist unstreitig das Zebra, das auch in Kongo und andern Theilen von Africa gefunden wird.

    |P_196
    £{Hol-141,14-15} [Quelle ??]
    In Whidah, Kongo und andern Ländern am Vorgebirge, giebt es auch eine Art Ziegen mit Hörnern, wie ein Reh, die nie größer wird als ein Hase. Sie machen aus ihren Füßchen, die sie in Gold und Silber setzen, Tobacksstopfer.

    |P_198
    £{Hol-301,05-06}
    Die Dipsas oder Durstschlange (die auch Prester oder die Entzündende heißt,) ist etwa dreyvierthel Ellen lang, mit schwarzem Rücken, breitem Halse, und in ihrem Angriffe sehr hurtig. Ihr Biß ist sehr gefährlich, und verursachet einen quälenden Durst.

    |P_198-199
    £{Hol-189,04-11}
    Man findet gleichfalls die Haarschlangen am Vorgebirge. Die Portugiesen heißen sie von ihren gelben Haaren, Cobras de Capello. Sie ist etwa eine Elle lang und dreyvierthel Zoll dicke. Man hält ihr Gift für das schädlichste unter allen. Es ist kein Mittel dawider, als daß man sogleich den Schlangenstein auflege c), deren es verschiedene am Vorgebirge giebt. Dieses ist eine Composition, die von den Braminen in Indien gemacht und geheim gehalten wird d). Er ist wie eine Bohne gestaltet, in der Mitte weißlich, das übrige himmelblau. Wenn man ihn aufleget, so hält er ohne Band fest an, und sauget das Gift in sich, bis er nicht mehr kann, da er abfällt. Alsdann leget man ihn in Milch; er reinigt sich von den Gifte; die Milch wird gelb, und man leget ihn wieder auf, bis er dadurch, daß er nicht mehr anhält, entdecket, das Gift sey alles ausgezogen. Kolbe sah die Probe mit gutem Erfolg an einem Kinde machen.
    ---------
    /c) Manche sagen, er werde aus dem wirklichen Schlangensteine, einem Theile von der Schlangen Kopfe, Zähnen, Herze und Leber, mit heilsamer weißer Erde oder Schlangenholze vermenget gemacht, und alles unter einander gerieben. Kolbe aber konnte nie erfahren, daß man solches versucht hätte.
    /d) Dieß scheint eben die Art zu seyn, die in Whidah verehrt wird.

    |P_201
    £{Hol-193,23} [ Nicht die Quelle ]
    Man sieht am Vorgebirge drey Arten Adler, deren aber keine von den europäischen sehr unterschieden ist. Eine Art, die so groß, als eine Gans ist, heißt bey den Holländern der Mistvogel; weil sie hundertweise in den Eingeweiden der Aeser herumwühlen. Der Entenadler, Auila Anataria, nähret sich meist von den Enten. Die dritte Art führet Schildkröten in die Höhe, und läßt sie auf Klippen fallen, damit die Schalen zerbrechen. Diese heißet Ossifraga oder Knochenbrecher.

    |P_204
    £{Hol-174,10-12}
    Die See am Vorgebirge liefert eine große Menge und Mannigfaltigkeit von Fischen. Eine Art heißt Blaser, weil sich dieselben in eine kugelrunde Gestalt aufblasen können. Es ist ein glatter Fisch ohne Schuppen, der Rücken dunkelgelb, etwas durchscheinend, der Bauch weiß, der Mund klein, mit vier breiten Zähnen. Er ist giftig, und tauget also nicht zum Essen. Ein unvernünftig verwegener Bootsmann, zu Kolbens Zeiten, starb davon. [...]
    £{Hol-172,04}
    Der Braunfisch ist so groß, als ein Ochse, funfzehn oder sechzehn Fuß lang, dunkelgrau, und ein großer Feind der fliegenden Fische. [...]
    £{Hol-172,06-08}
    Es gibt mancherley Arten Delphine, die wegen ihres scharfen Geruchs und der Geschwindigkeit, damit sie ihren Raub verfolgen, die Könige der Fische genannt werden. [...] Eine andere Art Delphine heißt bey den Schwarzen Waraku Pempe, und bey den Portugiesen Dorado, von der Goldfarbe ihrer Haut.

    |P_208
    £{Hol-144,14-145,05} [Nicht die Quelle: Nilpferd]
    Die Seekuh hat etwas von des Nashorn Größe und Farbe, aber die Füße sind kürzer. Der Kopf ist fast dem Pferdekopfe ähnlich, daher Tellez und Thevenot das Seepferd nennen; aber er ist breiter und flacher, und der Mund größer, wie beym Ochsen. Aus den Nasenlöchern, die groß sind, sprützet sie Wasser, wenn sie sich aus der See oder dem Flusse erhebt. Sie hat kleine Augen und Ohren, kurze Füße, die rund, und durchaus gleich dick sind. Die Hufe sind nicht gespalten, sondern unten durch vier kleine Canäle geviertheilt, oder durchkreutzet.

    |P_209
    Das vi Capitel. Einige Anmerkungen über die Küsten und Inseln, zwischen dem Vorgebirge der guten Hoffnung, und Capo Guarda Fuy.
    Von dem Hauptmann Alexander Hamilton.
    [...]
    /a) in seiner neuen Nachricht von Ostindien II Bände in 8vo, 1726.

    |P_211
    £{Hol-301,18-23}
    Zwischen Del_Agoa und Mozambik ist eine gefährliche Küste, die vormals unter dem Namen Sofala und Quama bekannt war, nun aber den portugiesischen Namen Sena führet. [...]
    Sena hat viel Elephantenzähne und schlechtes Gold, von achtzehn oder neunzehn Karate Feine; [...]
    Er [Hauptmann Alexander Hamilton, der Verfasser] glaubet, dieses sey ehe das Ophir, oder Tarshish, gewesen, nach welchem Salomo seine Schiffe aus dem rothen Meere gesandt, als Sumatra, wo sie zur Hin- und Herreise längst der Küste mehr als drei Jahr haben mußten.
    Mozambik ist eine Insel, die der Krone Portugall gehöret. [...]

    |P_212
    £{Hol-301,23-25}
    Mombaß (oder Mombasa) ist ebenfalls ein Eyland ohnweit des festen Landes, etwa zwey hundert und fünf und zwanzig Meilen von Mozambik. Es ist von der Kunst schlecht befestigt, aber sehr wohl von der Natur. Vor fast zweyhundert Jahren, gehörte es den Portugiesen, aber die Muskat-Araber nahmen es ohne große Mühe, im Jahre 1698 ein, [...].
    Patta ist jetzo auch in der Muskat-Araber Hände, und bringt für Miskat einen guten Vorrath von Sklaven und Zähnen. [...] Die inländische Gegenden werden von Ungläubigen bewohnt: aber an den Küsten von Magadoxa, Zeyla, und Yamin, bis nach dem Vorgebirge Guarda Fuy, die sich etwa dreyhundert und dreißig Meilen nordostwärts strecken, ist die muhammedanische Religion die herrschende, obwohl jedes Land noch Ueberbleibsel von seinen alten Gewohnheiten, Ceremonien und Herkommen behält. Die Araber aus Mokka und andern Gegenden des glücklichen Arabiens, die sich große Mühe gegeben haben, sie im Glauben zu erhalten, erklären sie für die größten Schismatiker und hartnäckigsten Ketzer von der Welt.

    |P_213
    £{Hol-301,23-25}
    [ wird erzählt, wie dort Engländer gefangen wurden. Die Einwohner der Küsten von Zeyla und Yaman werden beschrieben als:] "treulos, grausam und geizig"
    Vom Vorgebirge Guarda Fuy nach Zeyla, sind etwa hundert und zwanzig Meilen. Die Küste ist so ungeschlachtet und unwirthbar, als das Volk.

    |P_214 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-315,17}
    Verschiedene Schiffe von Indien, die an diese Plätze des Wassers wegen gehen mußten, sind abgeschnitten worden. Eines überlisteten sie mit seinem eigenen Boote, das nach Wasser geschickt war. Sie kamen den Leuten im Boote unversehens über den Hals. Weil dieselben ihre Fässer fülleten, so tödteten sie alle bis auf zween Jungen, und machten sich bey Nachte mit dem Boote fort. Weil die Leute im Schiffe sie nicht bey Zeiten untersucht hatten: so kamen sie an dessen Bord, und überfielen das Volk alles unbewaffnet. Sie machten die Leute alle nieder, führten das Schiff hart ans Ufer, luden es aus, und versenkten es. [...]
    Ueber Zeyla, innerhalb des rothen Meeres, in einer tiefen Bay, Babelmandel gegenüber ist ein großer Fluß. [...] An diesem Flusse fängt das abissinische Ufer an, welches sich bis nach Zuakin oder Swakin, zweyhundert Meilen weit erstrecket, und viele hohe Berge, die von der arabischen Küste leicht zu sehen sind, zeiget.
    [...]

    Der ii Abschnitt.
    £{Hol-019,13}
    Eine kurze Beschreibung der Inseln in den äthiopischen Seen.
    Madagaskar, oder nach der Portugiesen Bezeichnung St._Lorenz, ist eines der größten bekannten Eylanden, und liefert fast alle Lebensbedürfnisse.

    |P_218
    Das vi Capitel. Eine Nachricht von dem Reiche Monomotapa.

    |P_224
    £{Hol-303,02-03}
    Dieses Reich [Monomotapa] wird in fünf und zwanzig Königreiche eingetheilet, als [...],
    £{Hol-303,03-04}
    Die reichsten Bergwerke in diesem Königreiche sind die von Massapa, Asur genannt. In diesen Bergwerken ist ein Klump Goldes gefunden worden, zwölftausend Ducaten werth, und ein anderer von vier mal hunderttausend am Werthe.
    [ Es gibt auch Silberbergwerke -> Überschrift: "Barretos Unternehmung zur Eroberung der Gold- und Silberminen"]

    |P_225
    £{Hol-303,05}
    Lopez saget, das Reich Monomotapa sey sehr groß und habe ungemein viel Einwohner; sie wären schwarz, sehr beherzt im Kriege, von mittlerer Größe und schnell zu Fuße. [...] Sie [die Mokaranji, ein Volk in Monomotapa] haben keine Götzen oder Bilder, sondern erkennen nur den einigen Gott, und glauben einen Teufel.

    |P_227
    £{Hol-303,02-03} / £{Hol-303,06-09}
    Lopez saget, dieser Kaiser unterhielte in verschiedenen Provinzen viele Heere, welche in Legionen nach der Gewohnheit und Art der Römer eingetheilet würden; weil er, indem so viele Könige seine Vasallen sind, und sich oft wider ihn empören, genöthiget ist, beständig ein großes Heer auf den Beinen zu erhalten, um sie zu schrecken.
    /Die tapfersten von seinen Soldaten, wenn man eben diesem Schriftsteller glauben will, sind seine Weiberlegionen, welche sich ihre linke Brust abbrennen, nach Art der alten Amazonen, damit sie ihnen im Schießen nicht hinderlich sey.

    |P_Vacat
    £{Hol-303,05-06}
    /[ [von Zauberey ist nicht die Rede. Es könnten die Festlichkeiten zu Neumond gemeint sein. Hat aber mit Zauber nicht viel zu tun, sieht eher nach Herrschaftserneuerung des Königs aus.] ]


    |P_229
    Das xiv Buch. Reisen nach dem Reiche China.
    Kap. 1 [Nach Neuhof 1655/56]

    |P_254 [Tafel Nr. 37: Porcellan-Thurm zu Nanking]

    £{He8-72} Mitten auf diesem Platze stund ein hoher Thurm, welcher alle andere Arbeiten der Chinesen an Kostbarkeit und Schönheit übertraf. Er hatte neun Absätze, und hundert und vier und achtzig Stufen bis zu der Spitze. Ein jeder Absatz ist mit einer Gallerie voller Bilder und Gemälde, und mit sehr schönen Fenstern geschmückt. Auswendig ist das ganze Gebäude glasurt, und mit grün, roth und gelb gemalt. Die Stücke oder Materialien dieses Gebäudes sind so künstlich zusammen gesetzet, daß das Werk aus einem Stücke zu bestehen scheint. An den Ecken der Gallerie rund herum hängen kleine Klocken, welche ein liebliches Getöne machen, wenn der Wind sie bewegt.

    |P_259
    £{He8-72}
    Sie sahen auf diesem gelben Flusse, welcher beständig voller großen und kleinen Fahrzeuge ist, verschiedene schwimmende Eylande, die von Baumbusröhren sehr künstlich gebauet waren, welche so dicht zusammengeflochten werden, daß keine Feuchtigkeit durchdringen kann. [...]. Einige von diesen schwimmenden Dörfern sind groß genug, zweyhundert Familien zu erhalten, welche mehrentheils vom Handel leben, [...].

    |P_260-261
    £{Hol-176,03-10}
    Hier sahen sie mit einem Vogel, Lou_wa genannt, Fische fangen. Er war etwas größer als eine Gans und einem Raben nicht ungleich. Er hatte einen langen Hals und ein Schnabel wie ein Adler. Sie fahren mit kleinen Booten aus, die von Bambusröhren / gemacht sind, und setzen den Vogel draußen hin, welcher bey Erblickung eines Fisches niederschießt, und ihm unterm Wasser nachschwimmt. So bald er seinen Raub erhascht hat, kömmt er herauf, und die Fischer nehmen ihm solchen ab und schicken ihn von neuem aus, mehr zu suchen.
    Damit er den Raub nicht hinterschlinge[!], so legen sie ihm einen eisernen Ring um den Hals. Ist der Fisch für ihn zu groß, daß er ihn nicht herauf bringen kann, so machet er ein Geräusch im Wasser, damit ihm der Schiffer zu Hülfe komme. Wenn sie für ihre Eigenthümer genug gefischt haben: so wird ihnen der Ring abgenommen, und sie haben Erlaubniß, nun für sich selbst zu fischen. Im Fall sie keine Lust haben, unter zu tauchen, so werden sie durch Schläge dazu gebracht. Die Fischer bezahlen dem Kaiser für den Gebrauch dieser Vögel, welche bey den Chinesen sehr viel gelten, eine jährliche Steuer.

    |P_275
    [in einer Note] Die Eluthen oder Kalmuken lieben das Roth sehr.

    |P_292
    Den 9ten kamen sie an ein starkes Fort, wo sie drey Frauen mit sehr kleinen Füßen sahen. Der einen ihre waren mit den Schuhen nur sechs Zoll, der andern nur sechstehalb, und der dritten ihre nur fünf Zoll lang.
    [ Ogilby: China 167? Neuhof ]

    |P_353 [Gedan]
    Nilpferd [ Falsch! 12. Dezember 2001]

    |P_439
    £{Hol-228,25-229,02}
    Wäre China überall so bevölkert, als zwischen Shau_bing und Su_chew: so würde der Verfasser ohne Schwierigkeit glauben, es enthalte mehr Einwohner, als ganz Europa: aber man versichert sie, daß die nordlichen Landschaften bey weitem nicht so volkreich, als die südlichen, sind.

    |P_427
    Das viii Capitel / fünf französischer Jesuiten Reisen von Ning_po_fu nach Peking. Im Jahre 1687

    |P_469
    Das x Capitel / Joachim Bovet, eines Jesuiten, Reise von Peking nach Kanton, da ihn der Kaiser Kang_hi im Jahre 1693 nach Europa sandte.

    |P_478
    Das xi Capitel / Des Doctor Johann Franciscus Gemelli Carero Reisen in China, im Jahre 1695. / Aus dem Italienischen übersetzt


  5. __AHR-06_(1750)___
    [***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 2
    18. April 2002 / Januar 2017 / 08.11.2021
    ****************]

    |P_126ff.

    XV. Buch, i. Capitel. Der XVII Abschnitt.
    Von der großen Mauer, den Flüssen und den Seen in China (126-129)

    |P_130ff.

    Das ii Capitel / Von den Eigenschaften, Sitten und Gewohnheiten der Chinesen

    |P_131
    £{Hol-231,04} / £{He8°-072}
    »Dem weiblichen Geschlechte scheint die Sittsamkeit angebohren zu seyn. Denn dieses lebet beständig eingezogen, und sogar die Hände verdeckt, welche niemals aus ihren langen und weiten Aermeln zum Vorscheine kommen.«

    |P_132f.
    £{He8°-071}
    »Diese Spitzbüberey wird sonderlich unter den gemeinen Leuten angetroffen: diese nehmen ihre Zuflucht zu tausend losen Künsten, und verfälschen alles, was sie verkaufen. Einige wissen die Kunst, bey einem Kapaune die Brust zu öffnen, alles Fleisch herauszunehmen, die Hölung sodann wiederum auszufüllen, und das Loch so geschickt und künstlich zuzumachen, daß man den Betrug nicht eher entdecket, als bis der Kapaun auf die Tafel gebracht wird, und zerleget werden soll. Andere sind nicht weniger geschickt, einen Schinken nachzumachen: sie nehmen ein Stück Holz, umgeben es mit einer Art von Erde, und wickeln es sodann in Schweinshaut ein.«

    |P_135

    |P_137f.
    £{Hol-231,04} / £{Rin-378,28}
    »Bey dem weiblichen Geschlechte werden die natürlichen Reizungen, die man an dem chinesischen Frauenzimmer wahrnimmt, durch nichts mehr vergrößert, als durch das ungemein sittsame Wesen, welches aus ihren Blicken und aus ihrer Kleidung hervorleuchtet. [...] Sie gehen langsam und zümpferlich, schlagen die Augen zur Erde, und hängen den Kopf auf eine Seite.«

    |P_138
    Ihr Gang ist aber ungewiß, und ihre Stellung kann den Fremden nicht gefallen. Dieses rühret von der gezwungenen Kleinigkeit ihrer Füße her, welche sie sehr feste binden, um zu verhindern, daß sie nicht wachsen können. Diese Unbequemlichkeit suchen sie alsdann noch zu vermehren, wenn sie groß gewachsen sind: denn kleine Füßchen halten sie für eine außerordentliche Schönheit, und suchen sie beständig zu zeigen, wenn sie gehen.
    Die Chinesen wissen selbst nicht recht zu sagen, woher diese wunderliche Gewohnheit entstanden sey.

    |P_143f
    [Teetrinken als Gast in einer Gesellschaft]

    |P_147ff
    Der iii Abschnitt / Von ihren Gastereyen und Speisen.

    |P_148 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-231,22}
    Unmittelbar darauf bringt der Küchenmeister zweene kleine Griffel von Elfenbeine, die bey ihnen Quay_tse, und bey den Engländern Chopsticks oder Gabelstöcke genennet werden, mit Gold oder Silber ausgeleget sind, und an statt der Gabel dienen.

    |P_150
    Nachtisch

    |P_154
    £{He8°-65}
    Die Chinesen ziehen das Schweinefleisch dem Fleische von allen übrige Thieren vor, und machen daraus das Hauptwerk bey ihren Gastereyen. Fast ein jeder Hauswirth mästet in seinem Hause Schweine: denn Schweinefleisch wird das ganze Jahr hindurch gegessen. Es hat einen weit besseren Geschmack, als das europäische; und es kann in der Welt nichts wohlschmeckenderes seyn, als ein chinesischer Schinken. Wild Pferdefleisch wird auch sehr hoch geschätzet. [...]
    £{Hol-239,19-240,01} / £{Hes-194,11-15}
    Die Vogelnester werden längst der Küste von Tong_king, Java, Kochinchina u.s.w. hin, an den Felsen gefunden, wohin sie von den Vögeln gebauet werden, welche solche Federn haben, wie die Schwalben. Die Zusammensetzung derselben besteht, wie man glaubet, aus kleinen Fischen, welche sie in der See fangen, und vermittelst eines klebrichten Saftes, der von ihren Schnäbeln herab träufelt, an den Felsen befestigen. Man hat auch bemerkt, daß sie sich des Schaums bedienen, der auf der See schwimmet, wie die Schwalben Koth nehmen, um die Theile ihrer Nester an einander zu befestigen. Wenn diese Nester noch neu und frisch sind: so sehen sie weiß aus: wenn sie aber getrocknet sind, so werden sie hart, durchsichtig, und bekommen eine grünliche Farbe.

    |P_156
    Thee ist ihr gewöhnlicher Trank: doch trinken sie auch oft Wein, der aus einer Art Reiße verfertiget wird, welcher von demjenigen verschieden ist, den man zu essen pflegt.

    Kap. III. Nachricht von den verschiedenen Classen, in welche die Einwohner von China eingetheilt werden. (200ff.)

    |P_200
    £{Hol-228,25-229,02} / £{Rin-377,08-10}
    »Ehe wir von denen verschiedenen Classen handeln, in welche die Chinesen abgetheilt werden: so wird es nicht undienlich seyn, zu untersuchen, wie viele Einwohner das ganze Reich etwan enthält. Die Missionarien, welche durch die Provinzen Che_kyang, Kyang_nan, Fo_kyen, Quang_tong, und einige andere gereist sind, wo die Heerstraßen und Städte so gedrange voll Volks sind, daß man deswegen mit Beschwerlichkeit fortkömmt, haben sich sehr verrechnet, da einige die Zahl der Leute in China auf hundert, zweyhundert, ja bis auf dreyhundert Millionen, vergrößert haben a): ohne zu bedenken, daß sie in der Gegend von Peking nach Nan_chang_fu, der Hauptstadt von Kyang_si, und anderwo nicht so zahlreich sind. Gleichwohl behaupten die letztern Missionarien ohne Bedenken b), China enthalte viel mehr Einwohner, als ganz Europa zusammen; und Peking allein drey Millionen c).
    --------
    b) Du Haldes China auf der 240 Seite«

    |P_207-211
    £{Hol-236,17-20} / £{Hes-191,28-192,04}
    [Stufen / Grade der Gelehrsamkeit, Prüfungen]

    |P_210
    Der verstorbene Kaiser Kang_hi bemerkte, daß gegen das Ende seiner Regierung, weder so viel, noch so wohl geschriebene Bücher, als er zu Ehren seines Regiments und zum gemeinen Nutzen wünschte, gedruckt wurden, wie auch, daß diese vornehmsten Doctoren des Reichs, ihre Studien verabsäumten, um einträglichere Bedienungen zu erhalten, sobald das Examen geendiget war. Er übernahm deswegen, wider die Gewohnheit, diese Doctoren selbst zu examiniren, die sich so viel darauf einbildeten, daß sie andere examiniren und beurtheilen. Dieses Examen machte viel Aufsehens, und es folgte darauf ein Urtheil, darüber man sich noch mehr verwunderte. Denn es wurden verschiedene von ihnen schimpflich abgesetzt und nach den Provinzen zurück gesandt. Die Furcht vor einem solchen Examen, hält diese Häupter der Gelehrten scharf zu ihrem Studieren an. Der Kaiser bildete sich selbst etwas hiebey ein, weil einer von den gelehrtesten Leuten an seinem Hofe in seinem Urtheile genau mit ihm zusammentraf, und alle verurtheilte, die Se. Majestät verworfen hatte, ein einziges Stück ausgenommen, dessen Verdienste er für zweifelhaft erklärte.

    |P_213f
    Der ii Abschnitt / Die Hauswirthe und das Ansehen, in dem der Feldbau steht.
    £{Hol-234,21}
    [...] Daher ist es allezeit eine von der vornehmsten Bemühung der Regierung gewesen, den Feldbau zu unterhalten, und dieserwegen die Landleute und ihre Lebensart zu ehren. In dieser Absicht ist ein Festtag zu Ehren des Ackerbaues angestellt, und der Kaiser wird jährlich selbst einmal ein Ackersmann, zur Nachahmung der vorigen Monarchen, deren Geschichte, wie es scheint, zu dieser Absicht eingerichtet ist.

    |P_214
    £{Hol-234,21}
    »Der Kaiser geht jährlich im Frühlinge, der in den Hornung fällt, alter Gewohnheit nach, mit vielen Feyerlichkeiten einige Furchen zu pflügen, um durch sein Beyspiel die Landleute aufzumuntern.«

    |P_218
    £{Hol-237,13-15} / £{Rin-381,20-21}
    »Dieser erstaunlichen Arbeitsamkeit ist die Menge von Feldfrüchten und Kräutern zuzuschreiben, die in China größer ist, als in allen andern Ländern. Dem ungeachtet reichet das Land kaum zu, seine Einwohner alle zu unterhalten; und man kann sagen, sie hätten ein Land, das noch einmal so groß wäre, nöthig, um bequem zu leben.«

    |P_227
    £{Hol-234,03-05}
    Die Anker waren von Holze ... Das Tauwerk war alles von Rattanrohre oder Kokosschalen, die bei den Portugiesen Cadro heißen, gemacht.

    |P_235f
    £{Hol-213,25-214,02}
    Nur Silber und Kupfer wird in China als Geld zum Handel gebraucht. Gold ist auf eben dem Fuße, wie Edelsteine in Europa; man kaufet es, wie andere Waaren; und die Europäer, die hieher handeln, gewinnen viel an Handel mit Golde, weil / nach des le_Comte Berichte, ein Pfund Gold nur zehnmal höher als ein Pfund Silber, geschätzt wird, da es bey uns funfzehnmal mehr gilt; so daß der Kaufmann ordentlich ein Drittheil gewinnet.

    |P_242-243
    £{Hol-176,03-15} / £{Rin-345,13-23}
    »Außer, daß die Fischer bey großen Fischereyen Netze, und bey kleinen Angeln gebrauchen, bedienen sie sich auch in verschiedenen Provinzen einer Art von Raben, die sie darzu eben so, wie wir die Hunde zur Hasenjagd, abrichten. [...] Wenn man ihnen zum Zeichen das Wasser mit einem Ruder schlägt: so fliegen sie in den Fluß, einer hier, der andere da, tauchen unter, und führen die Fische in der Mitte angefaßt, in die Höhe, worauf sie solche in die Barke bringen. Der Fischer nimmt den Vogel, hält ihm seinen Kopf niederwärts, und streicht ihm alsdann den Hals mit der Hand, damit er die kleinen Fische, die er verschlungen hatte, wieder von sich giebt, ein Ring am Untertheile des Halses hatte verhindert, daß solche nicht in den Kropf giengen. Nachdem das Fischen vorbey ist: so nehmen sie diesen Ring ab, und geben dem Vogel zu fressen. Ist der Fisch für einen Vogel zu groß, so stehen sie einander bey; einer fasset den Kopf, der andere den Schwanz, und so bringen sie ihn in ihres Herrn Boot. / Auf eine andere Art Fische zu fangen, haben sie lange schmale Boote, an deren jede Seite sie von einem Ende zum andern, ein zwey Fuß breites Brett nageln. Diese Brett ist mit sehr weißem glänzenden Firnisse, nach japanischer Art, überzogen, und senket sich schief ganz gelinde, bis es fast das Wasser berühret. Sie brauchen es bey Nachtzeit, und wenden es gegen den Mond, damit dessen zurückprallende Stralen, seinen Glanz vermehren. Die Fische verkennen es also, indem sie spielen, und sehen es für Wasser an, daß sie oft nach selbem zuspringen, und auf dasselbe, oder in das Boot hinein fallen.«

    |P_274
    £{Hol-230,16-19}
    Ein Diamant schneidet Glas: also bedienen sie sich auch eines Diamants, zerbrochen Procellan wieder zusammen zu setzen. Sie machen damit, wie mit einer Nadel, kleine Löcher hinein, durch welche sie einen Kupferdraht ziehen, daß es wieder kann gebraucht werden, und der Bruch kaum mehr zu sehen ist. Es giebt Leute, die aus dieser Verrichtung ihr Handwerk machen.

    |P_277
    Man brauchet nur die innere Rinde von verschiedenen Bäumen zum Papiermachen; von dem Bambu und Baumwollenstrauche aber wird alles genutzt. [...]
    Auf Bergen und in unangebauten Oertern finden sie eine Pflanze, die lange und harte Ranken treibt, wie der Weinstock. Die Rinde ist sehr glatt und schlüpfrig, wie solches der Name Hau_teng ausdrücket. Man heißt sie auch Ko_teng, weil sie kleine säuerliche Birnen von einer weißlich grünen Farbe hervorbringt, die gut zu essen sind.

    |P_280
    Die Dinte, deren man sich in China bedienet, wird aus Lampenrusse gemacht, welchen sie durch Verbrennung verschiedener Arten von Materien erhält; besonders aber von Fichtenholze oder Oele. Den Geruch davon zu verbessern, mengen sie wohlrichende Sachen darunter.

    |P_283
    £{Hol-236,14-16}
    Die Missionarien bemerken, daß dieses folgendergestalt geschieht. Das Werk, welches soll gedruckt werden, wird von einem guten Schreiber auf ein durchscheinendes Papier geschrieben: der Formschneider klebet alsdann jedes Blatt auf eine Tafel, oder einen Stock von Apfelbaum, Birnbaum oder anderm harten Holze, und arbeitet die Schriftzüge aus, indem er den Rest des Holzes wegschneidet; welches er so genau zu thun weis, daß es schwer fällt, die Copie von dem Originale zu unterscheiden, es mögen ihre eigenen oder europäische Schriftzüge seyn, die sie eben so schneiden und drucken.

    Kap. IV: Von der Gelehrsamkeit der Chinesen (285ff.)

    |P_290-291
    £{Hol-235,09-17}
    Den Augenblick, da sie merken, daß die Sonne oder der Mond anfängt verfinstert zu werden, fallen sie auf ihre Knie und stoßen / mit ihrem Kopfe auf die Erde. Zu gleicher Zeit wird ein erschreckliches Rasseln der Trummel und Pauken durch die ganze Stadt gehöret, vermöge der lächerlichen Vorstellung, die noch bey ihnen die Oberhand hat, daß sie durch dieses Getöse diesem so nützlichen Planeten zu Hilfe kämen, und den himmlische Drachen verhinderten, solchen zu verschlingen. Denn obgleich die Gelehrten und Vornehmen die Finsternisse als bloße natürliche Wirkungen ansehen: so sind sie doch in ihre Gebräuche so verliebt, daß sie ihre alten Ceremonien noch immer fortsetzen.

    |P_294f. [Kalender]
    £{He8-72}
    [Verbiest] Aus der Länge des / Schattens wird man leicht die Höhe der Sonne bestimmen können, und aus der Höhe ihre Stelle im Thierkreise. Daraus kann man denn urtheilen, ob ihre wahre Stelle in dem Kalender auf jeden Tag richtig angegeben sey. [Weitere Ausführungen bis S. 299; W_St: 10.11.2021]

    |P_299
    [ad Landkarten]
    Der Atlas des Martini, nebst denen Karten, die er herausgegeben, und von den chinesischen Schriftstellern und von dem, was man irgend nur in Besichtigung der Provinzen und aus den besondern Topographien einer jeden Stadt genommen hat, zeiget auch, daß sie die Erdbeschreibung nicht hindangesetzet, in so weit sie ihr eigen Reich betrifft. Was aber die andern Königreiche betrifft, deren sie zwey und siebenzig an der Zahl machen: so setzen sie solche ungefähr rund um China in die See, als so viele kleine Eylande, ohne daß sie solche weder durch die Länge oder Breite unterscheiden. Sie belegen solche mit verächtlichen Namen, und beschreiben ihre Einwohner als Ungeheuer.

    |P_300
    Einsmals verlangten einige Gelehrte von dem Jesuiten Chavagnac, er möchte ihnen doch eine Karte von der Welt zeigen. Sie suchten eine lange Zeit China; und endlich nahmen sie die östliche Halbkugel dafür, in den Gedanken, America sey noch groß genug für die übrige Welt. Der Missionarius ließ sie eine Zeitlang in ihrem Irrthume, bis einer von ihnen ihn um eine Erklärung der Buchstaben und Namen ersuchte. Die Halbkugel, sagte er darauf, die ihr da ansehet, enthält Europa, Asia und Africa. In Asien hier ist Persien, Indien und die Tartarey. Wo ist den China? riefen sie. Es ist die kleine Ecke da von der Erde, versetzte er, und dieß sind die Gränzen davon. Hierauf sahen sie einander mit Erstaunen an, und sagten im Chinesischen: es ist sehr klein. Diese Ihre Unwissenheit kömmt daher, weil sie mit fremden Ländern keinen Handel treiben.

    Der Dritte Abschnitt. Geschicklichkeit der Chinesen in der Naturlehre und Arzneykunst (303-312)
    [Referenzautor ist (neben anderen)
    DuHalde; W_St: 10.11.2021]

    |P_303
    £{He8-72}
    Doch dem sey wie ihm wolle, so haben doch eben diese Fehler, wovon ihre Arzneybücher voll sind, verhindert, daß sie nichts sonderliches in der Arzneykunst gethan haben, wobey ihre wenige Erfahrung in der Zergliederungskunst, als der andere Grund der Heilungskunst, eine andere Hinderniß ist. Denn sie wissen kaum den Gebrauch der Theile des menschlichen Körpers, und folglich kennen sie auch die Ursachen der Krankheit nicht; indem sie ein zweifelhaftes Lehrgebäude von der Bildung der menschlichen Gestalt haben.

    |P_305
    Diese Körper sind die Elemente, deren nach ihrer Meynung fünfe an der Zahl sind; die Erde, das Metall, Wasser, Luft und Feuer. Aus diesen zusammen besteht der menschliche Körper, der auf solche Art eingerichtet ist, daß ein Element in einigen Theilen mehr herrscht, als in den andern.

    Der iv Abschnitt / Geschmack der Chinesen an der Musik, Dichtkunst und Historie. (312ff.)

    |P_312-313
    £{Hol-131,05-07}
    Die Chinesen geben vor, sie wären die ersten Erfinder der Musik gewesen und rühmen sich, sie hätten solche vormals zu der höchsten Vollkommenheit gebracht. [...] Die europäische Musik gefällt ihnen noch so ziemlich, wenn nur eine einzige Stimme die Instrumente begleitet: allein was die artigste Stücke in der Musik betrifft, ich meyne das Untereinanderlaufen verschiedener Stimmen von tiefem und hellem Klange, scharfer und gelinder Töne, die Semitonia, Fugen uns Syncopen, die sind ganz und gar nicht nach ihrem Geschmacke und scheinen ihnen nur eine verwirrte Unordnung zu seyn.

    Der v Abschnitt / Wissenschaften, die den Chinesen eigen sind. /
    1. Von ihrer Moral, ihren Gesetzen und ihrer Geschichte. (318ff.)

    |P_319
    Die chinesischen Weltweisen bringen ihre ganze Sittenlehre, wie man saget, unter fünf Hauptpflichten: als die Pflichten der Eltern und Kinder; des Fürsten und der Unterthanen; der Eheleute gegen einander; des älteren und jüngern Bruders; und zuletzt eines Freundes gegen einen Freund. Fast alle ihre Bücher handeln bloß von dem schuldigen Gehorsame der Kinder gegen die Eltern, und der Schüler gegen ihre Lehrmeister; von der Unterthänigkeit der Unterthanen gegen ihren Herrn; von der Ehrerbiethung der Frau gegen den Mann; von der Gewogenheit, die unter Brüdern herrschen soll; und von der gegenseitigen und unverbrüchlichen Ergebenheit unter Freunden.

    |P_320
    £{Hes-192,17-22} / £{Kae-019,14 - 020,06}
    Sollte aber ein Kind sich so weit vergehen, daß es gegen seinen Vater einige Schimpfworte ausstieße; oder wenn es in solchen Grimm geriethe, daß es ihn schlüge oder gar tödtete, so würde ein solches Verbrechen, ob es gleich sehr seltsam[!] geschieht, dennoch die ganze Provinz in Lärm setzen; seine Verwandten werden gestrafet und der Statthalter abgesetzt. [...] Für ein so anstößiges Verbrechen wird keine Strafe für strenge genug gehalten. Der Uebelthäter wird verdammt, in tausend Stücken zerhauen zu werden; sein Haus wird niedergerissen, und eine Schandsäule daselbst aufgerichtet, um einen Abscheu wider eine so verfluchte That zu erregen.


    4. Leben des großen chinesischen Weltweisen Kong-fu-tse, oder Confucius (328-334)

    |P_328
    Confucius war in einem Flecken des Königreichs Lu oder der heutigen Provinz Schan-tong, in dem ein und zwanzigsten Jahre des Ling-vang, des drey und zwanzigsten Kaisers aus dem Hause Chew, fünfhundert und ein und fünfzig Jahre vor Christi Geburt, und zwey Jahre vor dem Absterben des Thales, eines von den sieben griechischen Weisen, gebohren.

    |P_333
    £{He8-73}
    Das ganze Reich hat ihn, von der Zeit seines Todes an, als einien Heiligen verehret, und der Nachkommenschaft eine Verehrung gegen ihn beygebracht, welche aller Wahrscheinlichkeit nach sich nicht eher, als mit dem Untergange der Welt endigen wird. Könige haben nach seinem Tode in allen Landschaften Palläste für ihn gebaut. wo die Gelehrten zu gewissen Zeiten hingehen, ihm ihre Ehrerbietung zu bezeugen.

    Der vi Abschnitt / Von der chinesischen Sprache (334ff.)

    |P_334-336
    £{Hol-235,20-236,07} / £{Rin-380,26-32}
    »Die chinesische Sprache hat keine Gleichheit mit irgend einer uns bekannten todten oder lebendigen Sprache. [...] Diese hingegen hat kein Alphabeth, sondern so viele Charaktere und verschiedene Zeichen, als Wörter und Veränderungen sind; welches ihre Anzahl so groß machet, daß einige solche auf vier und funfzigtausend vierhundert und neune rechnen; andere aber auf achtzigtausend. Da doch die Anzahl ihrer Worte nicht über dreyhundert und dreißig sich beläuft, welches / lauter einsylbichte Wörter sind, die sich nicht decliniren lassen, und außer einigen wenigen sich mit einem Lautbuchstaben, oder dem Mitlauter N oder ng endigen. [...] So bedeuten auch die Wörter, wenn sie auf verschiedene Art zusammengesetzt werden, eine große Menge verschiedener Dinge. [...] Kurz, sie unterscheiden durch die Gewohnheit die vielen verschiedenen Töne einer einzigen Sylbe so gut, daß sie dessen verschiedene Bedeutungen gleich verstehen, ohne im geringsten auf die Accente zu denken, welche solche bestimmen. [...] Weil die Chinesen keine geschriebene Accente haben, den Klang zu verändern: so sind sie genöthiget, eben so viele verschiedene Zeichen und Schriftzüge für einerley Wort / zu haben, als es Töne hat, die dessen Bedeutung verändern. Außerdem giebt es Schriftzüge oder Charaktere, die für zwey oder drey Wörter und zuweilen für ganze Redensarten gelten. Z. E. wenn man diese Wörter schreiben will, guten Morgen, mein Herr, so muß man, an statt daß man die Schriftzüge von gut, und Morgen, mit dem für, mein Herr, zusammen setzet, einen ganz andern brauchen; welcher an sich selbst diese drey Worte bedeutet.«

    Kap. V: / Von der Religion in China (349-407)

    |P_349
    In China werden die Einwohner, wie in andern Ländern, nach ihren verschiedenen Religionen eingetheilet. Man findet daselbst vier Hauptreligionen. Die erste ist die natürliche, und eigentlich auch die herrschende Religion. Hiezu bekennen sich die Gelehrten und alle diejenigen, welche an der Regierung einigen Antheil haben. Die zweyte ist von dem Lau-kyun, einem Weltweisen, eingeführet worden, und scheint eine Verderbung des natürlichen Gesetzes zu seyn, welche Confucius nachgehends wieder hergestellet hat. Die dritte ist die Religion des Betrügers Fo. Diese bestehet in der gröbsten Abgötterey, und Verehrung der Heiligen und der Bilder; so daß man sie der katholischen fast an die Seite stellen kann. Die vierte wird Ju-kyau genennet. Sie scheint eine Ausputzung der ersten zu seyn, und hat einen Theil der Gelehrten zu ihren Anhängern. Hierzu kann man noch die jüdische, muhammedanische und katholische Religion rechnen, welche einigermaßen in dem Reiche festen Fuß gefasset haben.
    [Im Folgenden nähere Darstellung der genannten verbunden mit einer kritischen Absetzung von den jesuitischen Quellen; eingehende Darstellung der christlichen Mission und ihres Verbots.]

    |P_354f
    £{Hol-236,12-13}
    Der Kaiser Tsin-schi Whang-ti, der Bücherverbrenner ließ sich von diesen Betrügern überreden, daß sie in der That den Trank der Unsterblichkeit erfunden hätten. [...] Er bediente sich zu verschiedenen malen des Tranks der Unsterblichkeit. Endlich erfuhr er, daß er noch so sterblich war, als jemals, und beklagte sich über seine thörichte Leichtgläubigkeit.

    |P_368
    [Nicht die Quelle]

    |P_371 [Nicht die Quelle]
    Wir wollen eine ausführlichere Erzählung von den seltsamen Lehren der Secte des Fo liefern. In dem Buche seiner Schüler, welches der Nutzen des Hauses genennet wird, steht, daß der Körper unsere Wohnung ist; das die Seele ein unsterblicher Gast ist, welcher daselbst seinen Aufenthalt hat, und wie ein Reisender von einem Wirthshause in das andere geht; daß ein Kind eben so mit der Muttermilch genähret wird, wie die Einwohner eines Landes aus einem Bach trinken, der dadurch fließt. Diese Lehre von der Seelenwanderung, worinnen nach der Aussage der Weltweisen, Chin, der Körper nur als eine vergängliche Herberge vorgestellet wird, zielt dahin ab, daß aus den Gemüthern der Leute nicht nur die den Eltern schuldige Ehrerbiethung, sondern auch die erforderliche Sorgfalt für sich selbst, ausgerottet wird.

    |P_381-382 [Nicht die Quelle]
    Aus den obigen Erzählungen von der Religion des Fo kann der Leser leicht abnehmen, so unvollkommen oder verstellet sie auch seyn mögen, was für eine erstaunende Gleichförmigkeit zwischen dieser und der römischkatholischen Religion ist. [Ausführung dazu]

    |P_393-394
    [Juden in China]

    Kap. VI: Von der bürgerlichen Einrichtung und Regierung in China (408ff.)

    |P_417
    Kurz, die Gewalt des Kaisers [von China] erstrecket sich fast über alles. Er kann die Gestalt und Bildung ihrer Buchstaben verändern, die bereits eingeführten abschaffen, und neue bilden. Er kann auch die Namen der Provinzen, Städte und Häuser ändern. Er kann verbiethen, daß man sich gewisser Ausdrücke oder Redensarten nicht bediene, und andere hingegen wiederum einführen, die man als veraltet angesehen hat. Also gilt sein Ansehen noch mehr als die Gewohnheit selbst, welche doch bey den Griechen und Römern in Sachen von dieser Art allein herrschen sollte.

    |P_445
    £{Hol-237,16-18} / £{Rin-381,22-24}
    »Wenn die Sammlung der Zeugnisse zu Peking anlanget: so werden sie von dem höchsten Gerichte, an welches man sie schicket, untersuchet. Dieses schreibt die Belohnungen oder die Strafen darauf, welche für jeden Mandarin in der Provinz bestimmet werden, und schicket sie an den Unterkönig zurück.«
    [Offenbar eine Art Kontrolle von oben, die dann publiziert wird, also: jährlich!]

    |P_448
    £{Hol-237,14-16}
    Endlich kann nichts lehrreicher und geschickter seyn, die Mandarinen in Ordnung zu erhalten, als die Zeitungen, welche täglich in Peking gedruckt und in alle Provinzen ausgeschickt werden. Die Puncte, welche darinnen enthalten sind, betreffen nur die Regierung. Man findet daselbst die Namen derer Mandarinen, welche ihrer Aemter entsetzet woren, und die Ursachen dieses Verfahrens: [...]. Ist ein Mandarin zu einer ansehnlichern Stelle erhoben, oder zu einer schlechtern heruntergesetzt worden; oder hat man ihm wegen eines Versehens die jährliche Besoldung eingezogen, welche er von dem Kaiser erhält: so wird dieses sogleich in die Zeitung gesetzt.

    |P_483 [Strafverfahren]

    |P_491
    Die drey Todestrafen sind: erdrosseln, enthaupten, und in Stücken hauen. [...] Das Hängen wird, wider die Meynung der Europäer, für einen ehrlichen: das Enthaupten aber für den allerschmählichsten Tod gehalten. Wenn also der Kaiser einem großen Herrn, oder einem Mandarin, eine außerordentliche Gnade erzeigen will: so überschicket er ihm, wenn er zum Tode verurtheilt worden ist, anstatt des Strickes eine seidene Schnur, mit dem Befehle, daß er sich selbst hinrichten soll.
    Das Enthaupten ist bey größern und abscheulichern Verbrechen gewöhnlich; als, bey dem Meuchelmorde.

    Kap. VII: Die Naturgeschichte des chinesischen Reiches. (505ff.)

    |P_505 [Nicht die Quelle]
    Der i Abschnitt / Landesart, Luft und Boden von China
    Ein so weitläuftiges Reich, als China ist, muß in verschiedenen Theilen verschiedene Beschaffenheiten der Luft, des Wetters, der Jahreszeiten, und solche Begebenheiten, die von dem Einflusse der himmlischen Körper herrühren, zeigen. So sind die nordlichen Landschaften im Winter sehr kalt: die südlichen allezeit gemäßigt. Im Sommer sind diese letztern ungemein heiß, und die nordlichen, besonders by Nordwinden, erträglich kühle. Die Tage und Nächte sind auch in den nordlichen Ländern viel länger, als in den südlichen; hier aber alle Gewächse frühzeitiger und vollkommener.

    |P_514
    £{Hol-201,10}
    Ein Priester, der sich einige Zeit in Borneo aufgehalten hatte, meldete dem Navarette die Art, wie der Kampfer da gesammelt wird. Vor dem Aufgange der Sonne dringt ein Saft durch den Stamm des Baumes und die Aeste heraus, und bewegt sich, gleich wie Quecksilber herum. Wenn man die Aeste schüttelt, so fällt er auf untergebreitete Papiere und Tücher. Daselbst geht er in feste Klumpen zusammen, und wenn sie ihn aufgesammelt haben: so verwahren sie ihn in Röhren. Sobald die Sonne aufgeht, tritt alles, was noch am Baume ist, in ihn zurück.

    |P_515
    2. Vier merkwürdige Bäume.
    Unter den Bäumen, welche die Aufmerksamkeit des gemeinen Wesens verdienen, und vielleicht den Neid der Europäer am meisten erregen möchten, sind viere, welche den Vorzug besitzen. Der Firnißbaum, der Tong-shu oder Oelbaum, der Talgbaum und der weiße Wachsbaum.

    |P_516
    £{Hol-199,07ff.}
    ... stößt er mit der andern die Schärfe einer Muschelschaale so weit er kann, hinein; ...

    |P_519 [Nicht die Quelle]
    Den Talkbaum nennen die Chinesen U-kyew-mu. [...] Die Frucht wächst am Ende der Aeste in Trauben, an einem sehr kurzen holzichten Stengel. [...]

    |P_521 [Nicht die Quelle]
    Der vierte außerordentliche Baum heißt Pen-la-shu, oder der weiße Wachsbaum. Er ist nicht völlig so groß, als der Talgbaum, und von selbigem auch an der Farbe der Rinde unterschieden, welche weiß ist; auch sind seine Blätter anders beschaffen, und mehr lang als breit.

    |P_523-528
    [ Theestrauch und Kultur desselben: keine 'Wörtlichkeiten' im Blick auf Diktat-Text. ]
    £{Hol-206,19-207,07}

    |P_533
    ... das die Portugiesen Pao de ferro, das ist, Eisenholz, nennen.

    |P_534
    £{Hol-208,10-19} [Nicht die Quelle]
    Zu den nützlichen Bäumen kann das Rohr gerechnet werden, das die Chinesen Chutse, die Europäer aber Bambu nennen; es giebt verschiedene Arten. Es wächst so hoch als die meisten Bäume, und ist außerordentlich hart; so daß es große Lasten, und manchmal ganze hölzerne Häuser trägt, ob es gleich durchaus, die Knoten oder Gelenke ausgenommen, hohl ist. [...] China bringt auch den Rattan und das Zuckerrohr hervor. Der erste ist dünne, aber stark, und kriecht im Grunde achthundert bis tausend Fuß fort. Die südlichen Provinzen haben einen Ueberfluß von dem letztern.

    |P_535 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-209,03-05}
    Rhebarber. Diese Pflanze wächst in großer Menge in Sechwen und auf dem Gebirgen von Shen-si, die Swe-shan oder die Schneegebirge heißen, und sich von Lyang-chew bis Su-chew und Sin-ning-chew erstrecken. Weil die Missionarien an Aufnehmung dieser Gegenden im Weinmonate und Wintermonate arbeiteten: so trafen sie oft ganze Heerden, Kameele mit Netzsäcken voll Rhebarber beladen an. Die Bluhmen sind den Klocken ähnlich, die an beyden Rändern eingekerbt waren. Die Blätter sind lang und etwas rauh. Die innere Seite der Wurzel, so lange sie noch frisch ist, ist weißlicht; wenn sie aber trocknet, so nimmt sie die Farbe an, mit der sie zu uns kömmt.
    Diejenige Pflanze, die von den Aerzten am meisten gebraucht wird, heiß Fu-ling, und bey den europäischen Schriftstellern Radix Xina oder Chinawurzel.

    |P_536f. [Nicht die Quelle]
    £{Hol-209,06-16}
    Herr Cunnigham sah eine besondere Wurzel, Hu-chu-u genannt, in Chew-shan, der sie die Eigenschaft zuschrieben, daß sie das Leben verlängerte, und grauer Haare in schwarze verändere, wenn man ihre Infusion eine Zeitlang tränke, so daß sie eine einzelne Wurzel, nachdem sie groß ist, mit 10 Lyang oder Tael, u. auch wohl mit 1.000 oder 2.000 Tael bezahlen: denn je größer sie, ist desto mehr Kraft besitzt sie; der Verfasser wollte aber einen so kostbaren Versuch nicht anstellen. Dieß scheint die Jinseng zu seyn, die aus der östlichen Tartarey gebracht wird, oder die San-tsi, die von ihr wenig in der Gestalt verschieden ist.
    Diese San-tsi wird unter allen Pflanzen nach der Jinseng von den chinesischen Aerzten am höchsten geschätzt. Sie schreiben beyden einerley Kräfte zu, [...]. Eine Art von Ziege, die graulicht aussieht, liebet diese Pflanze gar sehr, daher das Blut derselben, nach den Gedanken der Chinesen, heilsame Kräfte bekömmt. Es ist wahr, daß dieses Blut, wenn man sich gestoßen oder gequetscht hat, erstaunliche Wirkungen thut, wie die Missionarien vielmals erfahren haben, wenn ihre Bedienten nach einem Falle von schlimmen Pferden oft sprachlos und ohne Bewegung lagen, und durch dieses Hülfsmittel in den Stand gesetzt wurden, die Reise den folgenden Tag fortzusetzen.

    |P_537f
    [ Bergbau und Metalle; nichts passendes ]

    |P_542
    £{Hol-193,11-23} / £{Hes-146,21-26} / £{Doh-172R}
    Diese und andere Wasservögel finden sich haufenweise um die Flüsse und Seen, besonders wilde Enten. Die Art wie sie gefangen werden, verdienet, daß man sie hie erzähle. Sie stecken die Köpfe in ausgehöhlte Kürbisse, in denen sich Löcher befinden, durchzusehen und Luft zu schöpfen. Alsdann begeben sie sich nakend ins Wasser, und gehen oder schwimmen so niedrig, daß sich nichts als die Kürbisse, von ihnen über dem Wasser zeiget. Weil die Enten gewohnt sind, Kürbisse auf dem Wasser schwimmen zu sehen, und um solche zu spielen, so nähern sie sich ohne Furcht. Der Entenjäger zieht sie alsdann bey den Füßen unter das Wasser, drehet ihnen gleich die Hälse um, damit sie keinen Lärmen machen, und hängt sie an seinen Gürtel, fährt alsdann damit fort, bis er ihrer eine ziemliche Anzahl erhalten hat.

    |P_542-543
    £{Hol-192,09-11} / £{Rin-354,05-08}
    »In den südlichen Landschaften, als Quang-tong, und besonders Quang-si, befinden sich Papageyen von allerley Arten, die denen, welche aus America gebracht werden, durchgehends ähnlich sind. Sie haben eben das Gefieder, und sind gleich gelehrig zum Schwatzen, aber sie kommen mit den Kin-ki oder goldenen Hühnern, die ihren Namen vermuthlich von ihrer Schönheit haben, in keine Vergleichung. Die letztern werden in den Landschaften Se-chwen, Yun-nan, und Shen-si gefunden. Kein Vogel in Europa kömmt ihnen gleich. Das lebhafte Rothe und Gelbe, nebst einem Federbusche auf dem Kopfe, die Schattirung des Schwanzes, und die Mannigfaltigkeit der Farben auf den Flügeln, nebst dem wohlgestalten Körper, scheinen ihm den Vorzug vor allen andern Vögeln zu ertheilen. Sein Fleisch ist zärtlicher, als das Fasanenfleisch, so daß dieser Vogel vielleicht unter allen Vögeln der Morgenländer, am meisten verdienet, nach Europa gebracht zu werden u). Vermuthlich ist das der schöne Vogel, den Navarette in der Landschaft Shen-si angetroffen hat, und erwähnet, Trigaltius hätte gesagt, die Schwanzfedern, die außerordentlich prächtig aussehen, wären einen Faden lang x).«

    |P_545
    £{Hol-132,13-15}
    In einigen Gegenden von China sind häufige Wanzen. Aber das scheint seltsam, daß die Einwohner sich ein Vergnügen daraus machen, diese ekelhafte Gewürme mit den Fingern zu zerdrücken, und es alsdann an die Nase halten. o)
    ------
    /o) Navarettens Beschreib. v. China, a. d. 34 S.

    |P_685
    Sandelholz ?????


  6. __AHR-07_(1750)_
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 3
    --------------
    12. Dezember 2001
    ****************]

    |P_9
    £{Hol-209,06-14} [Nicht die Quelle]
    Allein diejenige Pflanze, die, unter allen, am meisten geschätzet wird, und eine große Menge von Kräutersammlern in diese Wüsteneyen locket, ist die Jin-seng, welche die Manchewer Orhota, das ist, das Haupt, oder die Königinn der Pflanzen, nennen. Sie wird, wegen ihrer vortrefflichen Eigenschaften, sehr hoch gehalten. Sie heilte verschiedene Krankheiten, und stellet die Kräfte vollkommen wieder her, die durch eine übermäßige Anstrengung des Leibes, oder des Gemüthes, geschwächet worden sind. [...] Allein im Jahre 1709 wollte der Kaiser, daß vielmehr seine Manchewer, als die Chinesen, diesen Vortheil einerndten sollten, und befahl daher, daß 10.000 von seinen Soldaten, die außerhalb der großen Mauer ihr Lager hatten, ausgehen und alle Jin-seng, die sie finden könnten, einsammeln sollten; jedoch mit der Bedingung, daß ihm jeder 2 Unzen von der besten Art geben, und für das übrige eben so viel feines Silber am Gewichte bekommen sollte.

    |P_37
    Das Land der Mongolen, Mongulen oder Mongalen, welches die europäischen Erdbeschreiber Mongalia nennen, grenzet gegen Morgen an die ostliche Tartarey; gegen Mittag an die chinesische Mauer; gegen Abend an Kobi oder die große Wüste, und das Land Kalkaer; wovon es durch Karu oder Gränzen, welche der Kaiser gesetzt hat, geschieden wird; und gegen Mitternacht an die Kalkaer, und einen Theil der ostlichen Tartarey.

    |P_41
    £{Hol-293,03-04}
    Die Einwohner dieser Gegenden werden von den Schriftstellern verschiedentlich genennet: Mongolen, Mongulen, Mungalen, und Mogulen. Nach der Geschichte des Abulghazi Khan bekamen sie ihren Namen von dem Mogul, oder Mungl-Khan, einem sehr alten Beherscher ihres Volks, von dem nachgehend Meldung geschehen soll.
    Die Chinesen nennen die Mogolen, oder Mogulen, welches ihr rechter Name zu seyn scheint, zuweilen Si-t-tse, oder die westlichen Tartarn, und zu ihrer Verspottung Tsau-ta-tse, oder stinkende Tartarn, weil sie übel riechen.

    |P_42
    £{Hol-287,24ff.}
    Sie sind nicht alle eigentlich so genannte Mongulen: denn dieses war nur ein Stamm unter vielen andern. Weil aber Jenghiz Khan, der aus diesem Stamme war, die übrigen alle bezwungen hatte: so waren sie, von der Zeit an, unter dem allgemeinen Namen der Mongolen bekannt; wie man sie zuvor, in den westlichen Teilen von Asien, unter dem Namen der Tartarn gekannt hatte; welches damals die mächtigste Horde war, ehe sie noch von dem obengemeldeten Ueberwinder bezwungen wurde. [...] Was den Namen, Tartarn, anbetrifft: so kann es dienlich seyn, hier anzumerken, daß man eigentlich Tatarn schreiben sollte, wie sie in den Morgenländern, und in denen europäischen Ländern, die Deutschland gegen Morgen liegen, genennet werden.

    |P_43
    £{Hol-293,03-04}
    Ungeachtet aller dieser Sorgfalt aber riecht man sie doch, so bald man sich ihnen nähert. Daher haben sie, wie vorhin gemeldet worden ist, den Namen der stinkenden Tartarn bekommen.

    |P_53
    [In einer Anmerkung: Abulghazi Khan, Geschichte der Türken usw. ]

    |P_83
    Der vii Abschnitt. / Das Land der Eluther, oder Kalmuken.
    Die Länder, die den Eluthern zugehören, nehmen die Hälfte von dem ein, was die Europäer die große Tartarey nennen. Sie erstrecket sich von der kaspischen See (r), und dem Flusse Jaik, unter dem sieben und zwanzigsten Grade der Länge, bis an den vorgemeldeten Berg Altay, unter dem hundert und zehnten Grad; und von dem vierzigtsen bis unter den zwey und fünfzigtsen Grad der Breite.
    ----
    /(r) In diesen Raum schließen wir auch das Land ein, welches Turkestan genennet, und itzo von den muhammedanischen Tartarn besessen wird. Es liegt zwischen dem Lande der Eluther und der caspischen See.

    |P_100
    £{Hol-293,11-12}
    Die Elyther, oder Kalmuken, sind itzo in drey Aeste getheilet. Ihre Namen sind nach dem Bentink, 1. die dsongarischen, oder jongarischen Kalmuken; 2. die kotschotischen Kalmaken; und 3. die torgautischen Kalmaken. Darunter ist der erste Stamm der beträchtlichste. Er bestehet aus unzähligen kleinen Stämmen, und stehet unter einem Khan, welcher Kontaish genennet wird, und eigentlich der große Kahn aller Kalmuken oder Eluther ist.

    |P_195
    Das iv Capitel: Beschreibung von Tibet oder Tibbet.

    |P_201
    Das Land, das man insgemein unter dem Namen Tibet begreift, wird von den Schriftstellern verschiedentlich eingetheilet. Bernier setzet drey Königreiche innerhalb seiner Gränzen, als Klein-Tibel, Großtibet und Lassa. Desideri thut eben das, und nennet das erste Baltistan und das zweyte Butan. Unter dem letzteren Namen scheinen Tavernier und andere Groß-Tibet und Lassa zu begreifen.

    |P_206ff
    iii Abschnitt. Eine Beschreibung des Königreiches Lasa, oder Barantola

    δ_Karte im Inhaltsverzeichnis: Gesamte Erde / Bellin => Maurepas (1748)
    δ_Karte gegenüber S. 241: Kaspische Meer / Aral-See (1749)
    δ_Karte} gegenüber S. 373: Noerdliches Eurasien

    |P_434
    £{Hol-284,16-17} [Nicht die Quelle]
    Man findet hier auch die Tutia, welche gut für die Augen ist, und Spodium. Sie nehmen eine gewisse Erde, und legen sie in einen Schmelzofen. Daraus steigt ein zäher Dampf in die Höhe, und hängt sich oben an ein eisernes Gegitter. Diesen nennt man Tutia: das gröbere aber, welches in dem Feuer bleibt, Spodium.

    |P_708-712
    £{Hol-206,19-207,07}
    Thee: [Zubereitung, keine 'Wörtlichkeiten im Blick auf Diktat-Text]
    [ der Band ist's nicht: weder Kalmüken, noch Thibet nach diesem. ]


  7. __AHR-08_(1751)_
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 2
    --------------
    12. April 2002 / 05.09.2016
    ****************]

    |P_81
    £{Hol-272,12-13}
    Fünf und zwanzig Meilen von Japara, und fünf und vierzig von Bantam ist die große Stadt Mataran, die Residenz und das Eigenthum desselbigen Kaisers ohne Ansehen, mit welchem die Holländer bey ihrer ersten Reise allerley Zwistigkeiten hatten.

    |P_96
    £{Hol-201,15-17} [Nicht die Quelle]
    Der Benzoe ist ebenfalls eine herrliche Waare dieses Landes [Java]. Es ist eine Art Gummi, die dem Weihrauche oder der Myrrhen gleicht, aber wegen ihres lieblichen Geruches und Nutzens in der Arzeney, weit höher geachtet wird. Der Bezoe tropfet durch gewisse deswegen gemachte Oeffnungen aus dem Stamme eines gewissen großen und stark belaubten Baumes, dessen Blätter von dem Laube des Limonienbaumes wenig unterschieden sind. Die jüngsten Bäume geben den besten Bezoe, schwärzlich von Farbe, und von vortrefflichem Geruche. Die alten geben weißen, der aber jenem nicht beykömmt.

    |P_157
    [...], auf die Insel Male, welches die vornehmste unter allen maldivischen Inseln, und der ordentliche Aufenthalt des Königes ist.

    |P_195-211: Der VI Abschnitt. Beschreibung der maldivischen Eylande

    |P_195f.
    Diese Inseln, welchen ihre Einwohner den Namen Malerague geben, und andere Indianer hingegen Maledives und ihre Einwohner Dives nennen, fangen mit dem / achten Grade Norderbreite an, und endigen sich mit dem vierten Grade Süderbreite, [...].
    £{Hol-019,16-18} / £{Hol-279-281}
    Sie sind in dreyzehn Provinzen abgetheilet, die man Atollons nennet. Diese Abtheilung ist ein Werk der Natur: denn jeder Atollon ist von dem andern unterschieden und begreift eine Menge kleiner Inseln in sich. [...] Die Einwohner halten für gewiß, es belaufe sich die Anzahl aller Inseln der dreyzehn Atollons auf zwölf tausend, und der maldivische König führet den Titel eines Sultans der dreyzehn Provinzen, und der zwölf tausend Inseln. Allein Pyrard glaubet, man müsse durch diese Zahl nur eine sehr große Menge verstehen, insonderheit da ein ziemlicher Theil der also genannten Inseln aus nichts, als unbewohnten Sandbänken, besteht, die alle Tage durch starke Fluthen oder Ströme verringert, ja gar weggeführet werden. Vermuthlich sind alle diese kleine Inseln nebst dem Meere, das sie voneinander trennt, nichts anders, als eine kleine Bank, es sey denn, daß man glauben wollte, vor Zeiten hätten sie eine einige Insel ausgemacht, welche nachgehends durch die Gewalt der Wellen gleichsam in Stücke zerschnitten worden. [...] Pyrard lehret uns die Namen der dreyzehn Attolons, davon andere Reisende wenig sagen r).
    ---------------
    r) 1 Tilla-dumatis [...] 6 Male, wozu die Insel Male, die Hauptstadt aller maldivischen Eylande gehöret. [...]

    |P_197
    £{Hes-221,11} / £{Kae-500,19} / £{Mes-071,05}
    Obgleich sämtliche Atollons durch Canäle unterschieden werden: so können doch die Schiffe nur viere bis fünfe, und zwar nicht ohne Gefahr, wofern man die Klippen nicht sehr wohl kennet. [...] Der erste Canal ist gegen Norden, an dessen Mündung und auf der Bank des Atollons, Malos-Madu, des Pyrards Schiff scheiterte. Der zweyte zwischen Pulodu und Male, etwan sieben Meilen groß, das Seewasser scheint bey ihm so schwarz als Dinte, wiewohl es bey dem Schöpfen die gewöhnliche Farbe zeiget. [...] Der dritte Canal ist auf der südlichen Seite von Male; der vierte bey Suadu, ist zwanzig Seemeilen breit, und gerade unter der Linie.

    |P_200
    £{Hes-221,20}
    Wegen der abgeschnittenen Haare und Nägel sind sie sehr abergläubisch; sie scharren selbige mit großer Sorgfalt auf ihren Begräbnisplätzen ein, damit nicht verlohren gehen möge.

    |P_200
    Die Hauptinsel, welche Male heißt, und von welcher die übrigen den Namen mit dem Beysatze Dives, das ist, Inseln, bekommen, liegt ungefähr in der Mitte unter ihnen.

    |P_201
    £{Hol-280,11ff.} / £{Mes-025,30}
    Es wächst auf diesen Inseln ein gewisser Baum, Namens Candu, in der Größe eines Wallnußbaumes, an Weiße und am Laube dem Eschenbaum ähnlich, aber ungemein weich. [...] Ist er dürre, so schneidet man ihn zu Brettern, die wie Kork auf dem Wasser schwimmen. Will man nun einen großen Stein aus dem Wasser ziehen: so bindet man ein Tau daran, welches desto leichter geschieht, weil die Insulaner alle schwimmen und tauchen können. [...] Pyrard versichert, daß sie auf diese Weise alles, sogar das grobe Geschütz aus einem versunkenen Schiffe holen.

    |P_201
    Die Religion der Maldiver ist die Muhammedanische, mit all ihren Festen und Gebräuchen. Jede Insel hat ihre Tempel oder Moscheen. Wer zu Mecha und Medina gewesen ist, der wird in großen Ehren gehalten, [...].

    |P_204
    £{Hes-221,23}
    Wer seine guten Freunde bewirthen will, der läßt allerley Speisen zurichten, auf einen runden Tisch setzen, mit Taffend bedecken, und schicket ihnen die Mahlzeit ins Haus.

    |P_205
    £{Hol-281,02-04}
    »Gegen Augenschmerzen, damit sie sehr geplaget sind, wenn sie lange Zeit im Sonnenscheine bleiben, kochen sie eine Hahnenleber und essen sie. Als Pyrard und seine Gefährten von eben diesem Übel angegriffen wurden, folgten sie diesem Beispiele.«

    |P_208
    £{Hol-281,06}
    [...] insonderheit aber eine Gattung großer Nüsse an das Land schwemmen, die bey den Madivern Tawarcarte, bey den Portugiesen maldivische Cocosnüsse heißen. Man weis nicht, woher sie kommen: man rühmet aber ihre Kraft in der Arzeney, und Pyrard machet sie so groß als einen Menschenkopf.

    |P_208
    £{Hol-182,14-16} / £{Hol-281,08-11}
    Statt der Scheidemünze gebrauchet man die Bolys, eine Gattung kleiner Muscheln, worinnen der Reichthum dieser Inseln besteht. Sie sind nicht viel größer, als die Spitze des kleinen Fingers. Ihre Farbe ist weiß und glänzend. Man fischet sie alle Monate zweymal, drey Tage vor den Neumonden und drey Tage hernach. Diese Verrichtung gehöret für die Weiber, welche bis an den Gürtel ins Wasser steigen, und sie im Sande aufsuchen. Man verführet alle Jahre dreyßig bis vierzig Schiffsladungen voll, meistens nach Bengalen, wo sie unerachtet des Ueberflusses an Gold, Silber und andern Metallen, dennoch zur Scheidemünze dienen. [...] Man verkaufet sie in Päcken von zwölf tausend Stücken, welche einen Larin betragen. Sie werden in kleine Körbchen von Cocosblättern gepacket, die inwendig mit Zeuge von eben diesem Baume ausgefüttert sind. Diese Päcke giebt man einander wie in Europa die Geldsäcke, das ist ungezählt.


    |P_253Anm
    £{Hol-011,15-17} / £{Hol-075,18-076,02}
    Die Schiffe aus Portugall landen ordentlich im Herbstmonate zu Goa. Der nordwestliche Mousson fängt daselbst im April an, sowohl als auf der malabarischen Küste, und dauert fünf bis sechs Monate. Während dieses Moussons und besonders vom 10ten May bis zum letzten August können sich die Schiffe dieser Küste nicht nahen. Alle Flüsse sind mit Sand versetzt, nur Cap Comorin bleibt immer schiffbar, und noch Hafen übrig, in den man einlaufen kann.

    |P_301f
    [Nichts gefunden]

    |P_312 [Vor Südafrika]
    Man hält sich bey diesem geringen Zufalle aus keiner andern Absicht auf, als den Einfluß des Clima in die Schafe, die man aus Europa nach Africa bringt, zu zeigen. Die Engländer hatten deren acht in dieser Insel gelassen, davon sieben dem Admirale Spilberg die Stelle der Erfrischungen hatte vertreten müssen, da er dergleichen von den Wilden nicht hatte erhalten können. Noch eins war übrig, das Matelief antraf und tödten ließ. Es war so erstaunlich fett geworden, daß sein Schwanz fünf und zwanzig Zoll dick war, und neunzehn Pfund wog. Das Fett aus Därmen und Nieren wog vier und dreißig Pfund, und man mußte zehn bis zwölf Pfund über dem Fleische wegnehmen, solches zu essen. Matelief glaubte, er würde für seine Nation vortheilhaft seyn, dergleichen gute Hilfsmittel bisweilen an einem Orte anzutreffen, wo andere Lebensmittel nicht allzu häufig sind. Er ließ siebenzehn Schafe nebst drey Widern und vier Ziegen dahin setzen, [...].

    |P_314

    Das X Capitel.
    Beschreibung der moluckischen Inseln.

    [gegenüber δ_Karte: Ternate, Tidor, Pottebackers, Timor, Machian, Manen Bachian.]

    |P_315
    £{Hol-196,06-13}
    Die Molucken bringen eine erstaunenswürdige Mannichfaltigkeit von Spezereyen und gewürzartigen Pflanzen hervor; sonderlich sehr viel Würznelken, Zimmet, Muscatennüsse und Bluhmen, Sandel, Aloe, Pomeranzen, Limonien und Cocosnüsse. Sie tragen weder Korn noch Reiß: Natur und Fleiß ersetzen diesen Mangel. Die Einwohner stampfen das Holz von einem Baume, der dem wilden Palmbaume sehr ähnlich ist, und ein sehr weißes Mehl giebt. Daraus backen sie kleine Brodtchen, wie die spanischen Seifenkugeln. Diese Baum, oder diese Pflanze, welche sie Sagu nennen, wächst fünfzehn bis zwanzig Schuhe hoch, und treibt Aeste, welche den Palmenzweigen gleichkommen.

    |P_317f.
    £{Hol-268-270} [Nicht die Quelle]
    Von den Inseln Ternate, Tidor und Bachian, hat jegliche ihren besondern König. Der mächtigste unter diesen drey Fürsten aber ist der König von Ternate. Dieser zählet die / meisten benachbarten Inseln unter seine Staaten.

    |P_322 [Nicht die Quelle]
    Der II Abschnitt.
    Von Amboina und andern zu den Molucken gehörigen Eylanden.

    |P_336 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-196,06-13} / £{Phi-172R} / £{Hes-150,11-18}
    Der Sagu ersetzet, auf den moluckischen Inseln, den Mangel des Reißes, und des übrigen Getraides, welches ihnen die Natur versaget hat. Es ist ein Baum von mittelmäßiger Größe. Man spaltet den Stamm desselben, nimmt das Mark heraus, und machet es, mit einem hölzernen Schlägel, klar. Aus diesem klar gestoßenen Baummarke, welches beynahe wie Sägespäne aussieht, verfertigt man eine Art von Brodte, und dieses nennen die Indianer ebenfalls Sagu. Dieses Brodt ist sehr weiß. Man machet diese Brodte in der Größe einer flachen Hand.

    |P_337 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-192,04-07}
    Die Insel Ternate hat sehr viele Paradiesvögel. [...] Einige Reisebeschreiber versichern aber, mit mehrerer Wahrscheinlichkeit, und gründen sich auf das Zeugniß der Einwohner, daß sie zween Füße haben, wie andere Vögel, und daß die gegenseitige Meynung von der Gewohnheit herrühre, welche diejenigen, die sie fangen, unter einander eingeführet haben, daß sie ihnen die Füße abschneiden, und ihnen nur den Kopf, den Leib, und den Schwanz lassen, der aus bewunderungswürdigen Federn besteht.

    |P_483 [Nicht die Quelle]

    Der VI Abschnitt.
    Beschreibung der Insel Ceylan.

    |P_485
    £{Hol-278,16-18} [Nicht die Quelle]
    Im südlichen Theile der Insel steht ein Berg, den man für den höchsten in der ganzen Insel hält; er hat die Gestalt eines Zuckerhutes, und wird auf eine große Ferne gesehen. Im Lande trägt er den Namen Hamalel, die Portugiesen aber haben ihm den Namen Adamsberg beygeleget. Auf dem Gipfel liegt ein platter Stein, mit einem eingedruckten menschlichen Fusse, der aber zweymal so groß als ein ordentlicher Menschenfuß ist. Die Einwohner halten es für ein verdienstliches Werk, diesen Fuß zu verehren, zumal den ersten Tag im Jahre, welcher bey ihnen in den Märzen fällt, und sodann steigt eine unbeschreibliche Menge Männer, Weiber und Kinder auf den Berg.

    Der VII Abschnitt.
    Naturgeschichte der Insel Ceylan.

    |P_507f.
    £{Hol-277,09-278,03}
    Auf der Insel Ceylan wachsen dreyerley ungemein nützliche Bäume, obgleich ihre Frucht nicht zum Essen tauget. Der erste heißt Tallipot, wächst schnur gerade, und gleicht an Höhe und Dicke einem Maste. Seine Blätter sind so groß, daß ein einziges fünfzehn bis zwanzig Personen vor dem Regen bedecken kann. Wenn sie trocken sind, so bekommen sie eine größere Festigkeit, bleiben aber sehr geschmeidig und beugsam. Besser hätte die Natur dieses Land nicht versorgen können. Ob sie gleich einen großen Platz einnehmen, wenn sie frisch sind: so kannn man sie doch falten wie einen Windfächer, und sodann sind sie nicht dicker, als ein Arm, und dabey sehr leicht. [...] Die Soldaten machen Zelte daraus. [...]
    Der zweyte Baum, welchen Knox bewundert, ist der Ketule. Er wächst eben so gerade, aber nicht so hoch, und bey weitem nicht so dick, als der Cocosbaum. Seine beste Eigenschaft ist, daß er einen süßen, gesunden und angenehmen Saft giebt, der Tellerge heißt, und nicht die geringste Stärcke hat. [...] Man kochet ihn dick, wornach er einer schwarzen Latwerge gleicht, und Jaggory heißt. Wollen sie einige Mühe daran wenden, so wird er weiß, als Zucker, dem er / übrigens an Güte nicht im geringsten weicht. [...]
    Der dritte ist der Zimmetbaum, welcher die Insel in der Holländer Augen so werth machet. [...] Der Zimmet ist nichts anders, als eine Rinde, welche am Baume weiß sieht, aber abgescheelet und in der Sonne getrocknet wird. Die Insulaner bescheelen nur die jungen Bäume, obgleich die großen eine ebenso lieblich riechende, und gut schmeckende Rinde haben. Das Holz hat keinen Geruch, ist weiß, und so hart, als Tannenholz.

    |P_509
    Die Staude, welche die Betelblätter trägt, schlingt sich um andere, zumal junge Bäume, die man deswegen pflanzet, und die in eben dem Verhältnisse fortwachsen. Das Blatt ist lang, aber am Stiele breit, und am Ende spitzig. [...]
    Die Areckanuß, die man nebst dem Betel zugleich genießt, wächst nur auf der Süd- und Westseite der Insel. Ihr Baum ist gerade und hoch, aber selten dicker, als die Wade. [...] Die Nüsse stehen klumpweise oben am Gipfel, und machen, wenn sie reif sind, mit ihrer röthlichten Farbe einen schönen Anblick. Man leget sie an die Sonne, bis die Schale etwas morsch wird, wornach man sie mir einem hölzernen Messer abschabet.

    |P_514
    £{Hol-279,04-05}
    Einem heißen regnichten, und mit Teichen und Gehölzen angefülleten Lande kann es nicht fehlen, eine große Anzahl von Schlangen hervor zu bringen. Diejenige Schlange, welche die Einwohner Pimberah nennen, ist von der Dicke eines Menschen, und von einer gemäßen Länge. Sie frist ordentlich das Vieh und die wilden Thiere: [...]. Sie verschlingt zuweilen einen ganzen Rehbock, dessen Geweihe ihr den Bauch durchstechen, und sie selbst tödten.

    |P_515
    £{Hol-279,05-07}
    Man stellet nicht ohne Schrecken eine große Spinne in Ceylan vor, welche Democulo genannt wird, lang, schwarz, rauch, fleckigt, durchsichtig und glänzend ist, welche einen Leib, so dick als eine Faust, und Füße nach Verhältnisse hat. [...] Ihr Biß ist zwar nicht tödtlich: allein, die Eigenschaft ihres Giftes verwirrt einem den Kopf, und machet, daß man die Vernunft verliehrt. [...] Die Menschen finden an gewissen Kräutern und Rinden Hilfe, wenn sie solche geschwind brauchen.

    |P_552
    £{Hol-168,08-09}
    Die Fahrt gieng sieben Tage lang, recht erwünscht von statten, wornach man auf der Nordseite der Himmelfahrtsinsel oder Ascension [...] Anker warf. [...] Man hielt deswegen an der Insel stille, weil man Schildkröten fangen wollte. Die Fischer wurden folglich an zwo Buchten ausgestellet, wo sie die erste Nacht eilfe fingen, jede zwo bis drey Zentner schwer. [...] Aus andern Beschreibungen weis man bereits, daß die Insel nur sieben Seemeilen im Umkreise hat, und sonst nicht das geringste daselbst zu finden ist, als Schildkröten, Vögel und Salz, doch jedes allemal im Ueberflusse.


    |P_566-597

    Der V Abschnitt. Beschreibung der Insel Madagascar

    |P_567
    £{Hol-301,26-302,01}
    /Sie [Madagascar] ist die größeste unter allen bekannten Inseln, [...]

    |P_567-569
    £{Hol-302,02-06}
    /Es giebt Städte, Flecken und Dörfer: doch ist die Menge der Einwohner dem weiten Bezirke des Landes nicht gemäß. Man rechnet sie auf nicht mehr, als sechzehn hundert tausend, lauter Schwarze, ausgenommen eine kleine Landschaft über den Matatanern, und die meisten Oberhäupter, welche von den Arabern herstammen, [../.] Die Madagascaren oder Madecasser sind groß, hurtig und von stolzen Geberden. Sie wissen ein lächelndes Gesicht anzunehmen, und eine weitaussehende Absicht oder andere Gedanken eben so listig damit zu vermänteln, als die größten europäischen Betrüger. Sie sind zu Künsten und Wissenschaften geneigt. [...]
    Die Weibspersonen sind wohlgestaltet, und von einem sehr verliebten Geiste. Der Verfasser schreibt ihnen angenehmes Wesen, Schönheit, feurige Augen, unvergleichliche Zähne, eine sanfte aber sehr schwarze Haut zu, [...]. / [...] Man bekümmert sich wenig um die Aufführung der Mägdchen, wenn man eine heirathen will. Sie können ihre Gunst bezeuget haben, wem sie wollen.

    |P_569
    £{Hol-302,07-09}
    Der Unterthan muß seinem Oberhaupte allemal in den Krieg folgen. Flieht selbiges, oder fällt zu Boden: so läuft er davon. Sie gehen mit großer Herzhaftigkeit zum Schlagen, wenn der Anführer unverzagt voran geht.

    |P_571
    £{Hol-302,11-13}
    Nebst dem haben sie weder einen Tempel noch einige andere Gottheit, als die sich jeder in seinem Hause selbst machet, und eine Gattung von Grillen ist. Die Grille sitzt in einem Korbe; sie wird darinnen gefüttert, und hat die kostbaresten Sachen des Hausherrn neben sich liegen. Das ganze Wesen zusammen, nennen sie ihr Oly. [...]
    £{Hol-302,09-10}
    /Unterdessen schließt man aus der Beschneidung, welche, so viel man weis, auf der ganzen Insel im Schwange geht, daß ihnen entweder die Juden oder die Muhammedaner einige Religionsbegriffe müssen beygebracht haben. Es wird diese Ceremonie nur alle drey Jahre vorgenommen.

    |P_572
    £{Hol-302,13-15}
    In keinem einigen bekannten Lande giebt es so viele Ochsen und Kühe, als zu Madagascar. Man theilet sie in dreyerley Gattungen; eine hat eben solche Hörner, als das Rindvieh in Frankreich; der zweyten hängen sie herab; die dritte hat gar keine. Alle drey Gattungen haben einen Höcker von Fette zwischen den Schultern und dem Halse. Die Schafe haben Schwänze, einen halben Schuh breit, die ihnen nachschleppen.

    |P_575
    £{Hol-302,18-20}
    Die Anacandef ist eine kleine Schlange, in der Dicke eines Federkiels, welche in das Gesäß der Menschen hinein schleicht. Denn indem man mit seiner Nothdurft beschäfftiget ist, so schießt sie dermaßen geschwind auf die Oeffnung des Leibes los, daß man keinen Augenblick versäumen darf, sie heraus zu ziehen, ehe sie völlig einkriecht; sonst zerfrißt sie die Gedärme, und verursachet einen schmerzlichen Tod.
    £{Hol-302,15-18}
    Die Herechereche ist eine leuchtende Fliege, davon alle Wälder so voll sind, als wenn Feuerfunken herum stöben, welches bey der Nacht einen angenehmen Anblick verursachet. Zuweilen setzen sie sich in erstaunlicher Anzahl an die Häuser. Flacour dachte eines Tages, das seinige stünde in vollem Feuer; da er aber die wahre Beschaffenheit erfuhr, so verursachte ihm dieser Anblick Verwunderung und Lust. Es giebt auf Madagascar so unzählig viele Fliegengattungen, daß er das Vorhaben fahren ließ, sie zu beschreiben.

    |P_577
    £{Hol-302,21-22}
    Unter denen Fischen, die man außerhalb Madagascar nicht findet, gedenket Flacour keines seltzamern, als des wilden Meerschweines. Er sah eines von Ochsengröße, und ohne Schuppen, aber borstig, wie ein wildes Schwein, mit einem Loche auf dem Kopfe, Flossen auf dem Rücken, Crocodilfüßen, zwey sehr kleinen Augen, etwan funfzig Zähnen auf jeder Seite des Rachens, in der Größe eines Fingers, einem zottigen Schwanze, einer Klafter lang, der allmälig spitzig zulief. Dieses Ungeheuer war von der See nahe an das Fort Dauphin geworfen worden, und daselbst gestorben, stank aber so übel, daß es niemand abziehen wollte.

    |P_590
    £{Hol-302,23-24}
    Sie haben auch Gold und Silber: man weis aber nicht, an welchem Orte sie es finden. Der Verfasser glaubet, sie hätten Bergwerke. Unterdessen offenbaren sie den Ausländern nicht das geringste davon; ja, sie versichern über dieses, sie hätten alles bey ihnen befindliche Gold und Silber von einer arabischen Flotte bekommen, die sich zu Anfange des vierzehnten Jahrhundertes der Insel bemächtigte, und in alle Gegenden derselbigen Befehlshaber aus ihrem Mittel einsetzte. [...]
    £{Hol-302,24-25}
    An Edelgesteinen liefert Madagascar blasse Rubinen (rubis-balais), Aquamarine, Topase, Opale und Amethysten.


  8. __AHR-09_(1751)_
    [***************
    des Don Georg Juan und des
    Don Antonio de Ulloa
    Reise nach Süd-America
    ===================
    Marburger Exzerpt / nacvh Adickes 1911
    version 4 / 28. Mai 2002 / Ergänzung: 27.08.2021 / 26.04.2022
    ****************]


    Erste Abtheilung: Von der Reise nach dem Königreiche Peru

    • Erstes Buch: Cadix - Cartagena (1-66)
    • Zweytes Buch: Reise von Cartagena nach dem Königreiche Terra firma und von der Stadt Portobello
      Cap. 1: Schiffahrt von der Bay von Cartagena nach dem Hafen Portobello.
      Nachricht von den Passatwinden, die an- den dasigen Küsten herrschen. Lauf der Ströme, und Zeit der Fluth. (67-69)

      |P_068
      £{He8-41} / £{Ak, II: 011,19}
      Die Passatwinde an diesen Küsten sind von zweyerley Art. Die erstern, welche man Brisen nennet, kommen von Nordosten, und die von der andern Art, mit Namen Vendavalen, von Westen nach Südwesten. Die Brisen fangen in der Mitte Wintermonats an zu wehen; doch richten sie sich nicht eher vollkommen ein, als zu Anfange oder der Mitte des Christmonats, welche Zeit man den Sommer nennet. Nachgehends dauren sie, in gleicher Stärke, fort bis in die Mitte des Maymonats. Um diese Zeit hören sie auf, und an ihrer Statt stellen sich die Vendavalen ein. [...]
      Wenn die Brisen im April anfangen schwächer zu werden: so wenden sich die Ströme gegen Osten, bis auf die Entfernung von acht, zehn, bis zwölf Meilen von der Küste; und diesen Lauf halten sie die ganze Zeit über, so lange die Vendavalen währen.

      ...

    • Sechstes Buch: Quito (227-35#)

    Zweite Abtheilung: Reise nach dem Königreiche Peru, in der Absicht die Grade des Mittagszirkels auf der Erde zu finden (353-)

    • Erstes Buch. Von unserer Reise nach Lima (355-)
    • Zweytes Buch. Rückreise von Lima nach Quito. ... Rückreise nach dem Hafen Callao (495-)
    • Drittes Buch. Reisen von dem Hafen Callao ... bis nach Brest in Frankreich (567-656)
    • Register (ohne Pagina)


    |P_3-66
    Erstes Buch. Ursachen, weswegen die Reise unternommen worden ist. Schiffahrt aus dem Hafen von Cadix nach der Stadt Carthagena in Indien. Beschreibung derselben Nachrichten von ihr.

    |P_25 [Ebenso SbnR, Bd. 11 (1773), S. 6f.
    £{Hol-118,05-10} / £{Rin-313,08-13}
    Wir fahren in den übrigen Arten der Geschlechter fort, die aus einer Vermischung der Weißen, und Schwarzen, oder Neger, entstehen. Zuerst können wir die Mulatten nehmen, die aber überall schon bekannt sind, daß sie keine weitere Erläuterung nöthig haben. Von Mulatten und Weißen kommen die Terceronen. [...] Die Quarteronen kommen nach den vorhergehenden, und stammen, wie man leicht urtheilen kann, von Weißen und Terceronen her. Von Weißen und und Quarteronen werden die Quinteronen gezeuget. Dieses ist die letzte Classe von denen, welche an den Negergeschlechten einigen Antheil nehmen; und wenn sie diese Stufe erreichet haben, so findet man keinen Unterschied zwischen ihnen, und den Weißen, weder in Ansehung der Farbe, noch in Betrachtung der Gesichtszüge; ja sie pflegen noch weißer zu seyn als die Spanier selbst. [...] Wenn sich die Quarteronen, oder Quinterronen, mit den Mulatten, oder Terceronen, oder diese mit den Negern, oder Schwarzen, vermischen: so bekommen ihre Kinder den Namen Salto atras, oder Rücksprungskinder, weil sie an statt zu den Weißen weiter fortzurücken, zurück gehen, und sich dem Geschlechte der Schwarzen nähern. [...]

    |P_28
    £{Hol-123,18-124,01} / £{Rin-316,18-29}
    An beyderley Geschlechte bemerket man ordentlich einen guten natürlichen Verstand. [...]. Sie bringen es, durch ihren scharfsinnigen und aufgeheiterten Verstand, in sehr kurzer Zeit so weit, als es diejenigen, die in andern Ländern wohnen, kaum durch viele Arbeit, und in reifern Jahren, bringen können. Ihr Fleiß dauert so glücklich fort, bis sie ein Alter von fünf und zwanzig oder dreyßig Jahren erreichet haben. Von dieser Zeit an nimmt er in gleichem Verhältnisse, und eben so geschwind, wiederum ab, als er zugenommen hatte.

    |P_32
    Die Chocolate, welche man hier unter dem Namen Cacao kennet, wird so stark gebrauchet, daß auch die leibeigenen Negern alle Tage Chocolate trinken, so bald sie gefrühstückt haben. [...] Dieses ist aber nicht lauter Cacao, sondern solche gemeine Chocolate besteht größtentheils aus Maiz, und nur etwas wenigem Cacao. Vornehme Personen hingegen trinken Chocolate von lauter Cacao, und richten sie zu, wie in Spanien gewöhnlich ist.
    £{Hol-332,21-22}
    Der Gebrauch des Tobaks ist durchgängig eingeführet, ohne Ausnahme des Geschlechts oder Standes. Vornehmes Frauenzimmer aber und weiße Weiber rauchen ihn in ihren Häusern. Weiber von andern Klassen hingegen, und Männer, schränken sich nicht so ein, und machen keinen Unterschied unter dem Orte und der Zeit.

    Kap. 5: Luft und Witterung in der Stadt Cartagena in Westindien (34-39)

    |P_34
    £{Hol-085,06-07} / £{Rin-295,12-18}
    Vom Maymonate bis zu Ende des Wintermonats wird die Witterung mehr empfindlich, weil dieses die Zeit ist, welche man daselbst den Winter nennt. [...] Von der Hälfte des Christmonats an, bis zu Ende des Aprils, regnet es nicht mehr so heftig, und die Witterung wird gesünder, weil die Hitze nicht mehr so unerträglich ist.

    |P_35
    £{Hol-065,07-08} / £{Rin-286,04}
    [ (folgendes Zitat steht direkt im Anschluß an o.g. Quelle (Rink 295:12)): ]
    Die Ursache dieser Veränderung ist, weil alsdenn der Wind von Nordosten wehet, und das Land einigermaßen abkühlet. Diese Zeit nennt man den Sommer. Über dieses genießt man hier noch einen andern Sommer, welchen man Veranillo de San Juan, oder das St. Johannes Sömmerchen nennet. Denn um die Zeit, in welcher die Kirche die Geburt des heiligen Johannes feyret, höret der Regen auf, und es pflegen alsdenn einige Nordwinde zu wehen. In diesem Zustande bleibt die Witterung ungefähr vier Wochen lang.
    [ Pflanzen um Cartagena ]

    |P_40
    £{Hol-200,11-13} / £{Rin-358,32-358,33}
    Die Marien- und Balsambäume sind nicht nur wegen ihres Holzes schätzbar; sondern liefern auch die kostbaren harzichten Säfte, das Marienöl, und den Balsam, welche aus ihnen herauströpfeln. Dieser Balsam wird der Toluische genennet, weil man ihn unmittelbar in der Gegend des Dorfes Tolu am häufigsten findet, und weil er daselbst am kräftigsten ist.

    |P_41
    £{Hol-206,02-04} / £{Rin-361,31-33}
    Man saget ferner, um zu zeigen, wie schädlich dieser Baum [Manzanillo oder Aepfelbäumchen] sey, der sonsten mit seinen schönen und dichten Aesten anlocken könnte, wenn man sich in den schönen Schatten, den die Blätter macheten, schlafen legete: so wäre dieses so schädlich, daß es eine gleiche Geschwulst bey den Menschen verursachete [...].

    |P_42
    £{Hol-210,12-15}
    Unter den mannigfaltigen kleinen Pflanzen, die unter dem Schatten der größern wachsen, und in den Gebüschen, und auf niedrigen Plätzen, häufig gefunden werden, ist die Sensitiva, oder die empfindliche Pflanze, sehr gemein. Ihre Eigenschaften würden allein zureichen, uns zu überführen, daß die Pflanzen Sinne haben, und empfinden können, [...]. So bald eines von den kleinen Blättern dieser Pflanze angerühret wird: so ziehen sich alle die übrigen an demselben Stengel zusammen, und drängen sich so hurtig an einander an, daß es nicht anders scheint, als ob die Triebfedern bey ihnen allen ausdrücklich auf den Augenblick gewartet hätten, um in demselben alle zugleich zu spielen.

    |P_42f.
    £{Hol-210,07-11 & 16-19} / £{Rin-364,21-25}
    Auf den dasigen Bergen findet man sehr viele Bejucos, eine Art von Bindeweiden. [...]. Eine Art davon ist sonderlich wegen / der Frucht sehr merkwürdig, die sie hervorbringt, und welche Habilla de Cartagena, oder die kleine Bohne von Cartagena, genennet wird. [...] Sie hat eine etwas harte, aber doch dünne, weißliche, und von außen rauhe Schale. Inwendig stecket ein Kern, wie ein ordentlicher Mandelkern: aber nicht so weiß, und über die maßen bitter. Dieser Kern ist, so viel man hier weis, das kräftigste Gegengift wider den giftigen Biß der Ottern und Schlangen. Wenn man nur ein wenig davon unmittelbar nach dem Bisse genießt: so werden so gleich die schädlichen Folgen des Giftes gehemmt, so, daß derselbe nicht weiter wirken kann. Alle diejenigen, die auf den Bergen zu thun haben, und daselbst entweder Holz fällen, oder jäten, oder jagen wollen, essen daher erstlich ein Stückchen von dieser kleinen Bohne; und wenn sie dieses gethan haben, so sorgen sie weiter für nichts. [...]"

    |P_43
    £{Hol-202,22} [ Nicht die Quelle ]
    Cacao [ ist falsch!]
    [ Naturgeschichte von Cartagena, Adickes 1911, S. 118]

    |P_44
    £{Hol-193,11-13} / £{Rin-354,32-34}
    Weil die Art, wie man die Gänse zu fangen pfleget, einiger maßen merkwürdig ist: so habe ich nicht unterlassen wollen, hier einige Nachricht davon zu ertheilen. Wir erfuhren sie von ungefähr, da wir bemerkten, für was für einen geringen Preis die Gänse ordentlich verkauft wurden. Wir fragten, woher dieses rührete? und bekamen folgendes zur Nachricht. In der Gegend von Cartagena, auf der Morgenseite des Berges la Popa, ist ein sehr geraumer und großer Teich, oder See, mit Namen Cienga de Tescas. Dieser ist sehr fischreich, ob schon die Fische in demselben nicht für gesund gehalten werden, und enthält auch ordentlich eine große Menge von Gänsen. Das Wasser in diesem See ist gesalzen, weil es mit dem Meere zusammenhängt. Es bleibt also beständig einerley, die geringe Veränderung ausgenommen, welche die Ebbe und Fluth verursachet. In diesem See sammeln sich alle Abende große Haufen Gänse, welche sich den Tag über auf den Feldern herum zerstreuen, und sich alsdenn hierher zur Ruhe begeben. Diejenigen, die sich mit der Gänsejagd beschäfftigen, welche man eher eine Fischerey nennen könnte, werfen in den See funfzehn bis zwanzig große Kürbisschalen, die sie Totumos nennen. Weil nun die Gänse diese Kürbisse beständig im Gesichte haben: so scheuen sie sich nicht davor, und fliehen auch nicht vor ihnen. Nach drey oder vier Tagen, wenn die Gänse die herum schwimmenden Kürbisse recht gewohnt sind, begiebt sich der Gänsejäger, mit Anbruche des Tages, auf den See, und nimmt eine andere Kürbißschale mit sich, welche Löcher hat, wodurch man sehen, und Odem holen kann. In dieselbe stecket er seinen Kopf, und geht so weit in das Wasser, daß nur der Kopf mit der Kürbißschale hervorraget. Also nähert er sich den Gänsen, ohne das geringste Geräusch; ergreift sie mit der einen Hand bey den Beinen, und zieht sie unter das Wasser, und nimmt sie hernach in die andere Hand, bis keine mehr hinein geht. [...]

    |P_48
    £{Hol-332,20-21}
    Die Fledermäuse sind zwar überall bekannt genug: hier aber wegen ihrer Menge zu merken; [...]. Sie sind hier geschickte Aderlässer, so wohl für Menschen als für Thiere. Weil die Hitze so übermäßig groß ist: so läßt man deswegen in den Zimmern, wo man zu schlafen pfleget, Türen und Fenster aufstehen. Bei dieser Gelegenheit fliegen die Fledermäuse in die Schlafzimmer hinein; und sie bei jemandem den Fuß aufgedeckt finden: so beißen sie ganz sachte hinein, bis sie eine Ader antreffen, und saugen das Blut heraus. Sobald sie damit ihren Durst gestillet haben: so fliegen sie davon, und lassen das Blut immer laufen. [...]

    |P_50
    £{Hol-255,16} [ Quelle ???]
    Es werden wenige Landschaften in Europa seyn, wo man nicht die Hundertfüße, oder Tausendfüße kennen sollte. In Cartagena sind sie ebenfalls bekannt genug, nicht nur wegen ihrer Menge, sondern auch wegen ihrer ungeheuren Größe, und wegen der Gefahr, der man ihretwegen ausgesetzte ist, indem sie sich noch häufiger in den Häusern vermehren als auf den Feldern [...].

    |P_50-51
    £{Hol-189,24-27} / £{Rin-352,13-21}
    Ebenso gemein als die vorhergehenden Thiere sind auch die Scorpionen. Man findet verschiedene Gattungen davon. [...] Ihre Gestalt und Größe ist nicht überall einerley. Die größten sind drey Zoll lang, ohne den Schwanz dazu zu rechnen. Ihr Stich und Gift ist bey einigen gefährlicher, als bey anderen. Der Stich der schwarzen Scorpionen zieht wegen ihres Giftes, nach der Meynung der Einwohner, die gefährlichsten Folgen nach sich: doch ist er nicht tödtlich, wenn man beyzeiten Mittel dawider brauchet. Die Wirkung der übrigen ist, daß der von ihnen gestochene mit einem Fieber befallen wird. [...] Wir haben einen Versuch gemacht, und einen Scorpion in ein Glas gesperret, worinnen ein wenig Tobaksrauch war. Der Geruch davon war ihm so unerträglich, daß er sich selbst mit dem Stachel, wo er den Gift hatte, auf den Kopf stach, und davon starb. Nach dieser Erfahrung, die man bey verschiedenen Gelegenheiten angestellet hat, ist es kein Zweifel, daß nicht der Gift an seinem eben die Wirkung thun sollte, die er an andern thut.

    |P_52-53 [Quelle ??]
    £{Hol-187,06-11} / £{Rin-350,23-27}
    Unter dem vielen Ungeziefer, welches man in diesem Lande, und überhaupt in den meisten indianischen Landschaften wahrnimmt, ist sonderlich diejenige Gattung davon merkwürdig, die man in Cartagena, Niguen, und in Peru, Piken zu nennen pfleget. Dieselben gleichen den Flöhen, sind aber so klein, daß man sie kaum mit den Augen erkennen kann. Sie können auch mit ihren Beinen nicht so hüpfen, wie die Flöhe. [...] Es [Das Ungeziefer] kriecht an den Füßen herum, uns setzet sich entweder an die Fußsolen, oder zwischen die Zähen. Darauf dringt es so unvermerkt in die Haut ein, daß Leute, welche dieser Thierchen schon gewohnt sind, und daher den zarten Stich nicht gleich merken, damit angefüllet werden, und nicht wissen, wie sie dazu gekommen sind. Wenn sie anfangen sich einzugraben, und man es gleich gewahr wird: so kann man sie ohne großen Schmerzen herausziehen. [...] Wenn man es aber nicht gleich im Anfange gewahr wird: so dringt es ungehindert durch die Haut, und setzet sich zwischen dieser und den und den ersten Häuten des Fleisches. Daselbst sauget es das Blut in sich, und machet nach und nach ein Eyersäckchen, welches mit einer weißen und zarten Haut umgeben ist, und die Gestalt einer platten Perle hat. [...] Unter diesem Ungeziefer, so klein es auch ist, kann man zwo Gattungen unterscheiden. Einige sind giftig, und andere nicht. Diejenigen, welche, in der Farbe, den Flöhen vollkommen gleichen, machen das Säckchen, worein sie den Saamen legen, weiß; und von gleicher Farbe sind auch die Eyerchen oder, oder Nisse. Diese bringen weiter keine Wirkung hervor, als Schmerz, und die Unbequemlichkeit, welche natürlich ist. Die andere Gattung hat eine gelbe Farbe. Ihr Säckchen ist etwas dunkel, und aschenfarbig. Bey diesen ist die Wirkung sonderbarer. Wenn sie sich ganz vorne an den Zähen eingegraben haben: so verursachen sie eine Entzündung der Drüsen in den Weichen, am untern Theile des Bauches, und erregen daselbst einen empfindlichen Schmerz, der auch nicht eher nachläßt, als bis die Nigue heraus ist. [...]

    |P_54
    £{Hol-187,15-19} / £{Rin-350,30-32}
    Wie die verschiedenen Arten von Ungeziefer, und Thieren, von denen bisher geredet worden ist, den Menschen durch ihren schädlichen Gift schaden, oder durch ihren Stich, beschwerlich fallen: so findet man hingegen ein anderes Ungeziefer, welches das Hausgeräthe, und überhaupt alle Waaren, Tücher, und kostbare Zeuge von Leinwand, Seide, Gold und Silber verderbet, und zerfrißt. [...] Man kennet hier dieses Ungeziefer unter dem Namen Comegen. Es ist eine Art von einer Schabe, oder von einem Holzwurme. [...] Dieses Geschmeis ist so klein, daß man es kaum mit den Augen erkennen kann; und dennoch ist es so hurtig, daß es in einer einzigen Nacht ein ganzes Gewölbe verderbet, wenn es sich desselben bemächtigen kann.

    |P_59-60 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-208,24-209,02}
    Die Tannzapfen oder Ananas haben diesen Namen von den Spaniern wegen der großen Aehnlichkeit erhalten, die sie mit den europäischen haben. Sie wachsen aus einer Pflanze, welche der Aloe sehr gleich ist, außer daß die Blätter bey den Tannzapfen breiter und nicht so dicke sind, wie bey der Aloe. [...] Aufs höchste wächst diese Pflanze drey Schuh groß. [...] Der Geruch, den sie ausduftet, ist so stark, daß man ihn nicht nur an dem Orte empfindet, wo sie steht, sondern auch in der Gegend rund herum. In Ansehung der Größe ist diese Frucht ordentlich fünf bis sieben Zoll lang, und der Durchschnitt unten am Boden beträgt drey bis vier Zoll. [...] Ihr Geschmack ist süß, und zugleich etwas annehmlich scharf.

    |P_61
    £{Hol-197,04-06} / £{Rin-356,28-357,05}
    Die Cocosnuß ist eine so gemeine Frucht, und von so geringem Nutzen, daß man sie nur alsdenn achtet, wenn man den Saft oder das Wasser daraus trinken kann, wenn es noch flüßig ist, und ehe es zu gerinnen anfängt. Die Nüsse sind nämlich alsdenn mit einem weißlichem Safte angefüllet. Dieser ist so flüßig wie Wasser, schmackhaft, und kühlend.


    |P_67-82
    Das II Buch: Reise nach dem Königreiche Terra firma nach dem Hafen Portobello. Nachricht von den Passatwinden, die an dasigen Küsten herrschen. Lauf der Ströme, und Zeit der Fluth.

    |P_73-74
    £{Hol-332,14-18} / £{Hes-060,11}
    Es ist schon in ganz Europa bekannt genug, wie schädlich die Witterung zu Portobello der Gesundheit sei. Nicht nur die Fremden, die hier ankommen, leiden dadurch: sondern die Landes-Einwohner selbst, welche doch in solcher Witterung gebohren worden sind, befinden sich verschiedenen Zufällen ausgesetzet, die ihre Natur schwächen, und sie vielmahls in das Grab bringen. Es geht hier stark die Rede, in den vorigen Zeiten, und nur vor zwanzig Jahren, wären die Geburten so gefährlich gewesen, daß selten eine Gebärende davon gekommen wäre; man hätte daher Vorsicht gebrauchet, sie, im vierten oder fünften Monate ihrer Schwangerschaft, nach Panama zu bringen; man hätte sie auch nicht eher wieder hieher kommen lassen, als bis die Zufälle vorbei gewesen wären, die sich ordentlich nach der Geburt einzufinden pflegen. Seit einiger Zeit haben es zwar einige gewagt, hier zu bleiben, und die Geburt abzuwarten: ordentlich aber pflegen sich die meisten dieser Gefahr nicht auszusetzen, und halten die Weite des Weges zwischen diesen beiden Städten für nicht so beschwerlich, als daß sie ihr Leben in eine solche Gefahr setzen sollten, wider welche nachgehends kein Mittel vorhanden wäre. [...] / [...] Die Hitze, die man hier erduldet ist außerordentlich groß. Dazu trägt vieles bei, das der ganze Ort mit sehr hohen Bergen umgeben ist, und also kein Wind die Hitze abkühlen und mäßigen kann. Die dicken Wälder die auf den dasigen Bergen wachsen, lassen die Sonnenstrahlen nicht durch, und verhindern also, das ihre Wärme den Boden nicht austrocknen kann, den ihre Wipfel verdecken. Daher dunsten beständig starke Feuchtigkeiten aus, und bilden dicke Wolken. Diese verwandeln sich wiederum in heftige Platzregen; und sobald diese vorbei sind, so bekömmt man die Sonne zu sehen. Kaum aber hat sie die dasigen Gegenden, und die Gassen in der Stadt, in kurzer Zeit oben etwas getrocknet: so hat sie wiederum eine neue Decke vor sich, hinter welche sie sich verbirgt. So geht es Tag und Nacht fort. Bald regnet es plötzlich, bald wird es ebenso geschwind wiederum helle; und bei keinem von beiden spüret man einige Mäßigung der Hitze.

    |P_75
    Man nennt diese Stadt [Portobello], nicht ohne vielen Grund, den Kirchhof der Spanier.

    |P_78
    Unter die vielen besondern Thiere, die in diesem Lande gefunden werden, gehöret auch das faule Thier, [...]. Es hat die Gestalt eines mittelmäßen Affen, und ein häßliches Ansehen, weil es überall voller Runzeln ist. Es hat eine dunkelgrauliche Aschenfarbe, und die Pfoten sind größtentheils glatt und ohne Haare. Es ist so träge, daß man, wenn es einmal an seinem Orte liegt, weder Ketten noch Käfichte nöthig hat, um es zu verhindern, daß es nicht davon laufe. [...] Bey jedlicher Bewegung erreget es ein so unangenehmes und erbärmliches Geschrey, daß es bey demjenigen, der es höret, zugleich Mitleiden und Verdruß erregt.


    |P_83-106
    Das III Buch: Reise von Portobello nach Panama. Beschreibung dieser Stadt nebst den übrigen Nachrichten von dem Königreiche Terra firma.

    |P_95
    £{Fri-454,03} [Nicht die Quelle]
    Man pfleget hier häufig das Fleisch von einem gewissen Thiere, mit dem Namen Iguana zu speisen. Dieses lebt so wohl im Wasser, als auf der Erde. In der Gestalt gleicht es einer Eidechse: doch ist es etwas größer.

    |P_99
    £{Hol-171,20-172,03} / £{Rin-343,01-05}
    [...] Die Mantas, oder Plattfische, wickeln sie [die Perlenfischer] in ihren Körper ein, und erdrücken sie, oder pressen sie, mit ihrem schweren Körper, an den Grund. Es scheint, daß dieser Fisch mit gutem Grunde, nämlich wegen seiner Gestalt, und Eigenschaft, den Namen Manta, oder Mantelfisch, erhalten habe; denn er sieht nicht nur, in seiner ganzen Ausdehnung und Größe, einem Mantel einiger maßen gleich; sondern er thut auch dasjenige, was man sonst mit einem Mantel zu thun pfleget, oder thun könnte. Er wickelt sich nämlich um den Menschen, oder ein anderes Thier, welches er ergreift, und drückt es dergestalt zusammen, daß es, bey dieser gewaltigen Pressung ersticken und umkommen muß. In der Gestalt gleicht dieser Fisch einem Rochen, außer daß er ungleich größer ist.

    |P_100
    £{Hol-178,20-21}
    Die Perlen, welche hier gefischet werden, haben ordentlich ein schönes Wasser; und einige davon nehmen sich sonderlich in der Gestalt und Größe aus. Es ist aber zu merken, daß, wie einige eine bessere Gestalt haben, oder größer sind, als andere [...].

    |P_101
    £{Hol-024,02-04}
    Durch diese Erdenge gehen die hohen Cordilleras, oder das Gebirge Andes. Dieses Gebirge nimmt seinen Anfang in der Terra Magallanica, dem Königreiche Chile, und der Provinz Buenos Ayres, und geht durch die ganze Weite, welche die Länder Peru und Quito einnehmen.


    |P_107-158
    Das IV Buch: Reise non dem Hafen Perico nach der Stadt Guayaquil. Nachricht von dieser Schiffahrt. Beschreibung dieser Stadt, und ihrer Obrigkeit.

    |P_138 [ Nicht die Quelle! Grün ?? ]
    £{Hol-178,13-15} / £{Rin-349,15} / £{Rin-346,25-31}
    [...] Auf den Küsten, die zu dieser Statthalterschaft [Guayaquil] gehören, wird der feinste Purpur gefunden, den die Alten so hoch geschätzet haben, und welcher nachgehends in Vergessenheit gerathen, oder von vielen Neuern für verlohren gehalten worden ist, weil man das Thier nicht kannte, von welchem er kömmt. Diese Thiere stecken in Schneckenhäusern, die den gemeinen Schneckenhäusern gleich kommen, und an denen Klippen wachsen, an welche die See spület. Die Häuser sind ungefähr so groß, wie wälsche Nüsse, oder etwas größer. Diese Thiere haben einen Saft, oder eine Feuchtigkeit in sich, welche herausgezogen wird, und der wahrhafte Purpur ist. Allem Ansehen nach dienet diese Feuchtigkeit dem Thiere an statt des Blutes. Man färbet damit die Baumwollfäden, oder andere zarte Dinge. Dieses giebt eine so lebhafte Farbe, daß sie weder durch das öftere Waschen ihren Glanz verliert; sondern vielmehr noch feiner wird; [...].

    |P_139
    [ (nicht von Gedan erfaßt, Textpassage enthält Hinweis auf Muschelhaftigkeit der Purpurschnecke, diente wohl jedoch nicht als Q Rink 2 346:25-31. die Stelle sei dennoch zitiert...): ]
    Einige haben vorgegeben, das Thier, von welchem man diese Farbe bekömmt, wachse in einer Muschel. Es kann seyn, daß man unter diesem Namen so wohl platte, als schneckenförmige und gedrehte Schalen versteht. Damit nun alle Zweydeutigkeit vermieden werde: so will ich daran erinnern, daß man die letztere Art verstehen müsse. Daher nennet man auch die Fäden, die mit diesem Safte gefärbet sind, Caracolillos.

    |P_143
    £{Rin-360,20-24}
    [ Gedan gibt fälschlicherweise die Q an. In der steht nichts vom unangenehmen Geschmack des Cacaos, im Gegenteil: ]
    Sie [die Frucht] ist schmackhaft, und hat einen nicht unangenehmen sauersüßlichen Geschmack.

    |P_143
    £{Hol-202,22-203,03} / £{Rin-360,10-14}
    Der Cacaobaum, welcher, wie ich schon gesagt habe, in diesem Bezirke so häufig gefunden wird, erhebet sich mit seinem Wipfel ordentlich achtzehn bis zwanzig Schuh von der Erde, und nicht nur vier bis fünf Schuh, wie einige Schriftsteller vorgegeben haben. [...] Dieser Baum wächst in vier bis fünf Stämmen, oder Aesten, von der Erde auf. [...] Aus dem Stamme, und auch aus allen Aesten wächst die Frucht hervor, worinnen der Cacao enthalten ist. Vorher geht eine weiße, nicht allzugroße, Blüte; und mitten in derselben ist die Frucht im Kleinen enthalten. [...] Sie hat die Gestalt einer spitzigen Melone, und ist in Fächer abgetheilet, die vom Stiele bis an die Spitze, nach der Länge hinunter gehen, aber doch etwas tiefer sind, als bey den Melonen. Nicht alle Früchte sind gerade von der angezeigten Größe. Ihre Größe richtet sich auch nicht allemal nach der Dicke des Astes, oder Stammes, woraus sie hervorwachsen, und an welchen sie so hart anliegen, daß sie Knorren oder Warzen derselben zu seyn scheinen; sondern man findet viel kleinere. [...] Die Schale, womit sie bedecket wird, ist dünne, glatt, und glänzend. Wenn man die Frucht zu solcher Zeit abschneidet, und quer hindurch in runde Schnitte theilet: so findet man inwendig ein weißes und saftiges Mark, und Kerne, die nach den Fächern eingetheilet, und mit dem Marke umgeben, oder daraus entstanden sind. [...]
    [ vgl. AHR-17 p. 700 und AHR-13 p. 633f, Fußnote S. 634 ]

    |P_152-153 [Nichts über Muscus oder den Schwanz]
    £{Hol-167,19-168,01} / £{Rin-340,16-17}
    [...] Der Cayman ist ein Thier, welches so wohl im Wasser, als auf dem Lande lebt. Es hält sich in den Flüssen, und auf den Feldern am Flusse auf. [...] Es ist vieles von diesen Thieren geschrieben worden. Was aber ich, nebst unserer ganzen Gesellschaft , davon erfahren habe, besteht darinnen, daß sie vor den Menschen auf dem Lande fliehen. So bald sie jemanden merken: so fahren sie in das Wasser. [...] / Die Fortpflanzung dieser Thiere geschieht durch Eyer. Wenn das Weibchen im Stande ist, Eyer zu legen: so geht es an ein Ufer des Flusses, machet ein großes Loch in den Sand und leget sie dahinein. [...] Indessen aber kommen die Gallinassen, welche diese Gelegenheit nicht versäumen, und rauben einige davon. [...]
    Gallinassen Feinde der Caymanen. / Die Gallinassen, von denen schon in der Beschreibung von Carthagena geredet worden ist, sind die größten und vornehmsten Feinde der Caymanen. Sie gehen den Eyern derselben mit einer besondern List nach. Einer von ihnen beobachtet das Weibchen, zu der Zeit, wenn es leget. [...] Kaum aber hat sich das Weibchen, wiederum in das Wasser begeben: so überfällt der Gallinasse das Nest, [...].

    |P_154f.
    £{Hol-168,01}
    Die Besitzer derer Häuser, in deren Gegenden sie sich am häufigsten finden lassen, suchen daher dieselben zu fangen, und zu tödten. Dieses geschiehet auf folgende Weise. Sie werfen ihnen ein so genanntes Casonete hin, das ist, ein Stück hartes Holz, welches an beyden Enden zugespitzet / und mit der Lunge von einem Thiere umwickelt ist. Dieses Casonete wird an einen ledernen Riemen gebunden, und in der Erde befestiget. Wenn nun der Cayman die betrügliche Lunge verschlucken will, und sie mit offenem Rachen angreift: so drücket er sich beyde Spitzen in die Kinnbacken ein, und ist nicht vermögend, das Maul auf oder zu zu machen, oder irgend einen Schaden anzurichten. Alsdenn zieht man ihn ans Land.

    |P_156
    £{Hol-199,03-05} / £{Rin-358,05-07}
    Die Ceibowolle ist die Frucht eines sehr großen Baumes, der einen breiten Wipfel hat, und gleichen Namen führet. [...] An demselben wachsen schöne weiße Blütchen in Sträußern, oder Büscheln. Daraus kömmt ein Knopf hervor [...]. In demselben ist dasjenige enthalten, was man die Wolle zu nennen pfleget. [...] Unter den dasigen Einwohnern hält man daher gemeiniglich dafür, daß sie [die Wolle] nicht gesponnen werden könne. Ich glaube aber, dieses rühre nur davon her, weil man nicht fleißig genug bemühet gewesen ist, solches zu bewerkstelligen. Brächte man es dahin: so würde man diese Frucht, ohne Zweifel, weil sie so weich und zart ist, noch eigentlicher Ceboseide, als Cebowolle, nennen können.

    |P_159-226
    Das V Buch: Reise von Guayaquil nach der Stadt Quito. Messung der Mittagslinie in dieser Provinz; Beschwerlichkeit bey den Stadtplätzen für die Puncte zu den Triangeln. Beschreibung der Merkwürdigkeiten dieser Stadt

    |P_159-160 [ Quelle ??]
    £{Hol-332,18-19}
    [Schilderung einer Mückenplage auf der Reise von Guayaquil nach Quito]
    [ [sh--> vgl AHR IX, S. 42, wie oben zitiert: Die kleine Bohne von Cartagena ist Frucht der Bejucos] ]

    |P_163-166
    £{Hol-332,07-10}
    Man kann die Rauhigkeit des Weges, von Tariguana an, wenn man auf diesen Berg [San Antonio] hinauf steigt, kaum genugsam beschreiben. Die Beschwerlichkeit desselben ist mit unserer Reise in den vorigen Tagen gar nicht zu vergleichen. Er ist so abgängig, daß sich die Maulesel kaum darauf halten können. An einigen Orten ist der Weg so enge, daß man Mühe hat hindurch zu reuten. An andern Orten sind so häufige Abstürze, daß man bey allen Schritten einen antrifft. [...] Dieser ganze Weg ist also, [...] sehr gefährlich und beschwerlich: doch ist die Gefahr an denen Orten noch größer, wo keine solche Löcher vorhanden sind.

    |P_168
    £{Hol-331,25ff.} ###############Wind aus dem Osten##; auch S.174-8, 184-7, 190, 318.

    |P_171
    £{Hol-210,16-19} / £{Rin-364,26-28} / £{Kae-456,06-07}
    Die Bejuken sind eine Art von hölzernen Seilen. Man hat davon zwo Gattungen zu merken. Einige wachsen aus der Erde hervor, und schlingen sich um die Bäume. Andere kommen von den Aesten jener hervor, welche von einer hierzu bequemen Beschaffenheit sind. [...] Ihr eigentlicher Nutzen ist, daß man sie zu allem brauchet, was an- und zusammen gebunden werden soll. Wenn mehrere zusammen gedrehet, oder geflochten werden: so erhält man daraus Seile, oder Taue [...].


    |P_172-183
    Das II Capitel: Unsre Beschäfftigung mit den mathematischen Arbeiten und Wahrnehmungen wegen der Mittagslinie; Lebensart, zu welcher wir uns bis zu Endigung dieser Arbeiten bequemen mußten

    |P_175
    £{Hol-026,06-09} / £{HeQ-175,07-15}
    Unsere ordentliche Wohnung war die oben gedachte Hütte, sowohl weil es die übermäßige Kälte, und die heftigen Winde, nicht anders gestatteten; als auch deswegen, weil wir beständig mit einer so dicken Wolke umgeben waren, daß wir sechs bis acht Schritte weit nichts erkennen konnten. Wenn dieser Ort einmal davon befreyet, und der Himmel heiter wurde: so senkten sich die Wolken, durch ihre natürliche Schwere, herunter, umgaben den Berg etwas weiter unten; erstreckten sich manchmal sehr weit im Umfange von ihm hinaus; und stellten ein weites Meer vor, in dessen Mitten unser Berg eine Insel zu seyn schien. Alsdenn höreten wir die Stürme, die sich nicht nur über Quito, sondern auch über die übrigen Gegenden dieses weiten Landes, erstreckten, und empfanden also mit unsern Ohren die Wirkung der Wolken, wie sie sich gegen unten zu ergossen. Mit den Augen sahen wir die kühnen Blitze, welche aus den obern Wolken hervorbrachen. Und indem die untern Gegenden von den Wetterstralen getroffen, und von den Platzregen überschwemmet wurden: so hatten wir oben die stilleste Witterung, und den heitersten Himmel. Alsdenn legte sich die Wuth des Windes; der Himmel wurde von Wolken befreyet; und die Kälte wurde durch die Wärme der Sonnenstralen gemäßiget. Wenn sich hingegen die Wolken wiederum erhoben: so empfanden wir überall die Wirkungen ihrer Dicke. Es fielen beständig große Schneeflocken, oder Hagel; wir erduldeten heftige Winde, und schwebten dabey in beständiger Gefahr, daß sie einmal unsere Wohnung umreißen, und sie samt uns, in die nahe Tiefe hinabstürzen würden; oder daß das Eis, und der Schnee, der sich, in kurzer Zeit, über unsere Hütte aufthürmete, dieselbe endlich einmal überwältigen, und uns lebendig vergraben möchte.

    |P_178
    £{HeM-174',17}
    Wir blieben an diesem Orte drey und zwanzig Tage lang [...]
    [ --> Gedan: Quelle AHR IX 9, S. 214: Witterung in Quito
    S. 404: Witterung in Lima S. 412 "]

    |P_204
    £{Hol-331,18-19} [ Nicht die Quelle ]
    [Von den Mestizen] sind einige so schwarz, wie die Indianer selbst, und werden von diesen dadurch unterschieden, daß ihnen der Bart wächst.

    |P_208
    £{Hol-331,18-19}
    Die Indianer sind von Natur unbärtig. Wenn es viel ist: so wächst ihnen, nachdem sie erwachsen sind, hier und da ein Haar am Kinne hervor. Diese Haare bleiben aber so kurz, und stehen so dünne, daß sie niemals nötig haben, sie abzuschneiden. Weder bei den Indianern, noch bei den Indianerinnen, kömmt das Milchhaar zum Vorscheine; wie doch, nachdem sie erwachsen, und mannbar sind, geschehen sollte.

    |P_214 [ Gedan, Nicht die Quelle ]
    £{Hol-082,12-083,01} / £{Rin-294,06-11}
    [...] Die Tage sind hier, von früh an bis nachmittage um ein oder zwey Uhr, gemeiniglich schön und angenehm. Man hat alsdenn einen heitern Himmel, schönen Sonnenschein, und eine von Dünsten befreite Luft. Von der Zeit an aber steigen Dünste auf; der Himmel wird mit schwarzen Wolken überzogen, und diese verwandeln sich in grausames Wetterleuchten, Donner, und Blitze. [...] Endlich ergießen sich die Wolken in einen gewaltigen Regen, so daß die Straßen in sehr kurzer Zeit zu Strömen, und die Märkte zu Teichen werden, ungeachtet sie so abhängig sind. In diesem Zustande bleibt alles, bis gegen Untergang der Sonne. Alsdenn fängt es an, wieder heiter zu werden, die Luft kläret sich auf, und man erblicket den Himmel eben so schön, als zuvor. Indessen ist es wahr, daß der Regen zuweilen die ganze Nacht hindurch fortdauret, bis früh, und drey bis vier Tage länger anhält, ohne aufzuhören. [...] Im Winter regnet es immer, und im Sommer pflegen schöne Tage mit Regenwetter abzuwechseln. [...]"


    |p_227-352
    Das VI Buch: Beschreibung der Provinz Quito; so weit sich die Gerichtsbarkeit ihrer Audiencia erstrecket, nebst verschiedenen Nachrichten, die zu der Erdbeschreibung, der Staatseinrichtung, und der natürlichen Geschichte dieses Landes, und seiner Einwohner, gehören.

    |P_244
    [Beschreibung der Provinz Quito]
    [...] Unter den vielen und verschiedenen Bergarten, womit der Bezirk Cuenca gesegnet ist, und wovon ich nachgehendes mit der erforderlichen Weitläufigkeit handeln werde, sind die Gold- und Silberadern nicht die geringsten. [...]"

    |P_246
    £{Hol-202,02-06} [Nicht die Quelle]
    In dem Bezirke dieses Corregiments wächst das berufene Mittel wider das dreytägige Fieber, nämlich die Fieberrinde, welche unter dem Namen Cascarilla de Loja, oder China_Chinae, bekannt ist.

    |P_247-248
    £{Hol-185,02-09} / £{Rin-349,04-09}
    [...] Dieser Bezirk [Cuenca] hat den Vorzug, daß hier die Cochenille, oder die Scharlachbeere wachsen. Nach der Meynung der Kenner sind die hiesigen von eben der Art und Güte, wie diejenigen, welche man in der Provinz Oaxaca, in Neuspanien findet. Die Einwohner in Loja sind aber nicht so sehr, wie jene, bemühet, viel davon einzusammeln, und eine besondere Handlung damit zu treiben. Sie erbauen davon nur so viel, als sie glauben, daß hier, und in dem bezirke Cuenca, zum Färben nöthig seyn werde. [...] Die Cochenille wachsen auf einer Pflanze, die in Oaxaca, und in allen denen Gegenden, wo sie häufig gefunden wird, unter dem Namen Nopal, oder Nopalera, bekannt ist. Von dieser Pflanze erhalten sie ihre Nahrung, und auf derselben gelangen sie zu ihrer Vollkommenheit. Diese Pflanze hat, was die Gestalt der Blätter anlanget, einige Aehnlichkeit mit den indianischen Feigenbäumen, die in dem Königreiche Andalusia häufig wachsen. [...] Alsdenn fängt das Nopal an zu blühen. Die Blüthe ist klein, und hat die Gestalt einer fleischfarbenen Knospe. Mitten aus derselben wächst die Tuna hervor; welchen Namen auch die Frucht führet. Je mehr diese wächst, um so viel bleicher wird die Blüthe; sie verliert ihre Farbe, und fällt endlich ab; so, daß nur die Frucht allein übrig bleibt. Wenn die Feige, oder Tuna, reif ist: so hat sie auswendig eine weiße Schale. Das Mark ist hochroth, und hat die Eigenschaft, daß es den Urin bey denenjenigen, welche die Frucht genießen, so roth, wie Blut, färbet. Bey denenjenigen, denen diese Eigenschaft nicht bekannt ist, verursachet dieser seltsame Umstand allerdings einige Bestürzung. Indessen ist sie doch sehr schmackhaft und gesund. [...] Sonsten hat man Scharlachbeere, oder Cochenille für eine Frucht, oder für den Saamen gewisser Bäume oder Pflanzen gehalten. [...] Jetzo weis jedermann, daß diese Frucht etwas lebendiges ist. [...] Die Art wie diese Thierchen auf den Nopalen gezeuget werden, wachsen, und zu ihrer ordentlichen Größe gelangen, ist folgende. [...]
    [ [--> sh: Pulver Carmin wird nicht erwähnt.] ]

    |P_261-262
    £{Hol-187,20-22} / £{Rin-350,33-351,02} / £{Hes-139,11-15}
    In den Thälern von Neyba, und andern, die unter Popayan gehören, wird ein höchst besonderes Ungeziefer gefunden, [...]. Es hat einiger maßen die Gestalt einer Spinne, oder Hundslaus: ist aber so klein, daß es einer mittelmäßigen Wandlaus, am[!] Größe, noch nicht gleich kömmt. Es ist unter dem Namen Coya bekannt. Andere nennen es Coyba: Es hat eine hochrothe Farbe, und hält sich ordentlich, wie die Spinnen, in den Winkeln der Gemäurer, und im Grase auf. Die Feuchtigkeit, die es in seinem kleinen Körper enthält, hat eine so besondere Wirkung, daß sie, wenn das Thier zerdrücket wird, und etwas davon auf die Haut eines Menschen, oder Thieres, sprützet, sogleich durch die Schweißlöcher eindringt, sich mit dem Blute und den übrigen Säften des Körpers, vermischet; und eine schleunige und erschreckliche Geschwulst verursachet, worauf in kurzer Zeit der Tod folget. [...] Trifft es nun zu, daß es eine Coya ist: so bläst er sie herunter; und alsdenn ist man außer Gefahr. [...]
    [ [-->sh: Rink nennt das Thierchen "Loge"; Hesse nennt es "Coja"] ]

    |P_298
    [ Beschreibung der Provinz Quito ]
    £{Hol-127,18-128,01} / £{Rin-318,14-30}
    [...] Die Omaguas zwängen die Köpfe ihrer Kinder zwischen Bretter, oder Täfelchen ein, und lassen sie so fortwachsen, wie sie dieselben haben wollen. Eine andere indianische Nation suchet darinnen etwas besonders, daß sie die Ober- und Unterlippe, die Nase unten auf beyden Seiten, das Kinn und die Backen, voller Nadeln stecken, und daran Federn, oder dünne Pfeile hängen, die acht bis zehn Zoll lang sind. Solches giebt ihnen das fürchterlichste Ansehen, welches man sich nur vorstellen kann. [...] Andere thun sich durch ihre ungeheuren Ohren hervor, welche sie so lang, nach und nach, herunter zerren, daß der untere Ohrlappen fast auf der Schulter aufliegt. Daher nennt man auch diese Leute, zum Unterschiede, Großohren. Sie stechen erstlich ein kleines Loch in das Ohr hinein, hängen nach und nach immer etwas schwereres daran, und dehnen es also dergestalt aus, bis es die gemeldete Länge erreichet; und in gleichem Verhältnisse wird auch der Ohrlappen um und um immer dicker. [...]

    |P_301-305
    Gemüthsart, Gewohnheiten und Eigenschaften der Indianer, oder eingebohrenen Einwohner der Provinz Quito.

    |P_301f.
    £{Hol-331,11-12} / £{Rin-317,06-08}
    Zwischen den alten Geschichten, und demjenigen, was hier vorkommen wird, ist ein so merklicher Unterschied, daß ich selbst, wenn ich in die vergangenen Zeiten zurück sehe, mit Erstaunen und Bewunderung erfüllet werde, und die Ursache davon nicht begreifen kann; vornehmlich, da es nicht möglich ist, die ersten Nachrichten von dem Fleiße, der Staatseinrichtung, und den Gesetzen der peruanischen Indianer gänzlich für erdichtet zu halten, indem sie zum Theile, durch die noch vorhandenen Spuren und Ueberbleibsel ihrer ungeheuren und bewunderungswürdigen Werke unterstützet werden; wobey man sich aber doch eben so wenig überwinden kann, solchen Nachrichten völlig Glauben beyzumessen, da man jetzo nur solche Völker und Leute findet, die völlig unwissend, ganz ungesittet, und von einer rohen Barbarey wenig entfernt sind: denn so sind die hiesigen Indianer beschaffen; sie wohnen wie die unvernünftigen Thiere zerstreuet auf den Feldern herum, und erwählen ein Gebüsche, und die rauhesten Gegenden, zu ihrem Aufenthalte.

    |P_303
    £{Hol-331,16}
    In ihrer Gemütsverfassung können sie durch nichts gestöret, oder zum Wanken gebracht werden. Der Eigennutz hat über sie so geringe Gewalt, daß sie sich dadurch am allerwenigsten bewegen lassen. Man kann manchmal einen kleinen Dienst von ihnen nicht verlangen, ob man ihnen schon eine große Belohnung vorleget. Die Furcht rühret sie nicht. [...] Ueberhaupt sind alle Indianer von ihrer Natur langsam, und können außerordentlich lange mit einer Sache zubringen. [...] Mit der langweiligen Gemütsart der Indianer ist eine so große Trägheit und Faulheit unzertrennlich verbunden, daß weder ihre eigene Bequemlichkeit, noch ihre Pflicht, die Geschäfte ihrer Herren auszurichten, sie zur Erfüllung solcher Pflichten bewegen, oder zur Arbeit ermuntern kann.

    |P_310-311
    £{Hol-125,07-09} / £{Hol-331,16-18} / £{Kae-371,03-07}
    Die natürliche Furcht, welche das Andenken an den Tod, oder die Herannahung desselben, sonst bey jedermann zu erregen pfleget, ist bey den Indianern nicht so merklich, als bey irgend einem andern Volke. Sie sehen dasjenige, was sonst in dem Gemüthe den größten Eindruck machet, mit solcher Verachtung an, daß die Nähe des Todes gar keine Veränderung in ihnen hervorbringt. [...] Eben dieses sieht man an denenjenigen, welche wegen ihrer Verbrechen, zur Todesstrafe geführet werden. Ich habe dieses von vielen gehöret, und einmal die Gelegenheit gehabt, solches mit Augen anzusehen. In Quito sollten einsmals zwo Personen abgethan werden, nämlich ein Mestize, oder Mulatte, und ein Indianer. Den Abend vor der Hinrichtung, da sie beyde bereits in der Capelle waren, gieng ich zu ihnen, um sie zu sehen. Der erstere, den verschiedene Priester in spanischer Sprache ermahneten, ließ viel Zeichen der Liebe Gottes, des Glaubens, und der Reue von sich spüren; und man sah, daß er durch dasjenige, was ihm bevorstund, heftig gerühret wurde. Bey dem Indianer befanden sich hier ebenfalls einige Geistliche, die ihm in seiner Sprache zuredeten. Allein die Gemüthsruhe, die er von sich blicken ließ, war so groß, das die Umstehenden selbst nicht einmal so ruhig seyn konnten. [...] In dieser Verfassung blieb er, bis man ihn an den Galgen führete, wo der andere Missethäter bereits angelanget war. Und auch hier änderte er sich nicht, so lange noch ein Leben in ihm war. Ein gleiches hat man an allen Indianern in diesen Gegenden bemerket.
    Ein gleiches erhellet aus andern Umständen, und sonderlich daraus, daß sie sich einer so kühnen Herzhaftigkeit einem Stiere entgegen stellen. [...] Wenn sich die Indianer in ganze Haufen zusammenschlagen, und wider andere zu Felde ziehen: so greifen sie ihre Feinde auf das unerschrokenste an, ohne auf die überlegene Macht derselben zu sehen, oder sich dadurch abschrecken zu lassen, daß einige von ihnen fallen, oder verwundet werden. Bey einem andern gestitteten Volke könnte dieses für eine große Tapferkeit gehalten werden: bey ihnen aber muß man es für eine Barbarey, und einem Mangel der Ueberlegung zuschreiben.

    |P_312
    £{Hol-330,26-331,01}
    [...] die Missionen in Paraguay, die von den eifrigen und wachsamen Jesuiten besorget werden, welche daselbst durch ihre anhaltenden Bemühungen, die erwünschten Früchte einerndten, und in wenig Jahren, aus diesen zuvor barbarischen und herumschweifenden Völkern einen gesitteten und wohl eingerichteten Staat vernünftiger Menschen gemachet haben. [...] Diese Indianer sind von denenjenigen, von welchen ich zuvor gehandelt habe, in Ansehung ihrer Sitten und Gemütsbeschaffenheit, dermaßen unterschieden, daß keine Vergleichung zwischen beiden ist. Sie haben eine Kenntnis von vielen Dingen, sie besitzen so viel Einsicht, daß sie sich den barbarischen Sitten ihrer Vorfahren nicht überlassen, und so viel Vernunft, daß sie wie Menschen leben können.

    |P_318
    £{Doh-040,12-14}
    Der Berg Cotopacsi, der ungefähr fünf Meilen von dem Assiento Latacunga gegen Norden liegt, raget über die übrigen gegen Nordwesten und Süden hervor, als ob er den Raum zwischen den beyden Cordilleras recht enge machen wollte. Ich habe schon angemerkt, daß er Feuer gespien hat, da die Spanier hierher kamen. Im Jahre 1743 geschah solches wieder; einige Tage zuvor hörete man in den Hölungen innewendig ein starkes Getöse, nachgehends entstund eine Oeffnung oben auf der Spitze, und drey andere auf der Mitte des Berges, wo er beschneyet war, fast in gleicher Höhe; hierauf spie er eine große Menge Asche aus, damit vermengte sich das viele Eis, welches von den fürchterlichen Flammen geschmolzen wurde, und herab stürzete, solchergestalt die weite Ebene von Callo bis nach Latacunga überschwemmete, und überall eine See von trübem Wasser bildete, worinnen unzählige Menschen umkamen: denn die Gewalt des reißenden Stromes ließ auch den geschwindesten und furchtsamsten nicht Zeit, zu entfliehen.

    |P_320 [Mit Abbildung]
    £{Hol-332,03-07}
    Wenn die Flüsse so stark sind, daß man nicht hindurch waden kann: so bauet man da, wo es nöthig ist Brücken darüber. Diese sind entweder von Steinen, wovon man aber sehr wenig findet, oder von Holze, wie die meisten, oder von Bejuken. [...] Der Bejuken bedienet man sich alsdenn, wenn der Fluß so breit ist, das man auf beyden Ufern auch lange Pfähle nicht auflegen kann. Es werden deswegen viele Bejuken zusammmen gedrehet, oder geflochten, so daß dicke Seile daraus entstehen, so lang, als man sie haben will. Sechse davon werden über den Fluß, von dem einen Ufer zum andern, gespannet: die beyden äußersten aber etwas höher als die vier übrigen. [...] Es giebt Flüsse, worüber man nicht auf einer Brücke von Bejuken, sondern vermittelst einer Tarabite, zu gehen pfleget. Vermittelst der Tarabite, die über den Alchipichi geht, werden nicht nur Personen und Ladungen, sondern auch Vieh, hinüber gesetzet: [...]. Die Tarabite besteht in einem Stricke von Bejuken, oder Riemen von Rindsleder. Sie sind so dicke geflochten, bis sie sechs bis acht Zoll im Durchschnitte hat. [...]

    |P_327
    £{Hol-121,23-26} [Nicht die Quelle]
    In den Gärten da herum werden gewisse Vögelchen häufig gefunden, die sowohl wegen ihres kleinen Körpers, als wegen ihrer schönen buntfarbigen Federn, merkwürdig sind. Man nennet sie gemeiniglich Picaflores, oder Bluhmenhacker: denn sie finden sich immer bey den Blumen ein; schweben, mit ihren kleinen Flügeln darüber; und saugen, mit ihrem Schnabel, den Saft so fein heraus, daß die Bluhme dadurch nicht verletzet, oder beschädiget wird. Der eigentliche Name dieses Vogels ist Quindo; man kennet ihn aber auch unter dem Namen Rabilargo, und Lisongero. Die ganze Größe seines Körpers kömmt noch nicht einer kleinen Nuß, oder einer Muskatennuß, gleich. Der Schwanz ist lang, und manchmal dreymal so lang, als der ganze Körper: er hat aber wenig Federn.
    [ [nicht Pichinka, sondern Pambamarca] ]

    |P_329-330
    £{Hol-026,10-11} / £{He8-15} / £{HeM-175,09-12}
    Die erstere Erscheinung bemerkten wir zum erstenmale auf dem Pambamarca, da wir auf diesem Paramo hinauf stiegen. Sie bestund aus einem ganzen und dreyfachen Regenbogen, der auf folgende Art gebildet war.
    Bey Anbruche des Tages fanden wir den ganzen Berg mit sehr dicken Wolken umhüllet. Mit Aufgange der Sonne zertheileten sich dieselben, und es blieben nur noch einige dünne Dünste übrig, welche man mit den Augen nicht recht unterscheiden konnte. Der Seite, wo die Sonne aufgieng, gegen über, sah ein jeglicher, auf eben dem Berge, worauf wir uns befanden, wie in einem Spiegel, sein Bildniß, und das Haupt mit drey Regenbogen, die alle einerley Mittelpunct hatten, umgeben. Die letzten oder äußersten Farben von dem einen Regenbogen berührten die ersten von dem folgenden, und außen um alle drey Kreise herum, aber in einiger Entfernung von ihnen, sah man einen vierten Bogen, der nur weiß war. Alle diese Bogen hatten eine senkrechte Stellung gegen den / Gesichtskreis: und wenn sich einer von uns von einer Seite auf die andere bewegte: so folgte die ganze Erscheinung in gleicher Gestalt und Ordnung mit ihm. Das merkwürdigste dabey war aber dieses, daß, ob wir schon, an der Zahl sechs bis sieben ganz nahe beysammen stunden, doch ein jeglicher nur sein eigenes Bild, und nicht auch die Erscheinungen von den übrigen sehen konnte. Die Größe des Durchschnittes dieser Bögen veränderte sich immer nach und nach, je mehr die Sonne über dem Gesichtskreise herauf stieg. Zu gleicher Zeit verschwanden alle Farben, das Bild des Leibes wurde unmerklich und nach einer guten Weile verschwand die Erscheinung völlig. Anfangs war der Durchmesser des innersten Regenbogens, von seiner letzten Farbe an gerechnet, ungefähr 5_1/2 Grad groß. Bey dem äußersten Zirkel aber, der von allen übrigen etwas entfernet war, betrug der Durchmesser 67 Grad. Bey dem Anfange der Erscheinung zeigeten sich die Bögen eyrund, oder länglichtrund, wie die Sonnenscheibe. Nachgehends wurden sie immer runder, und endlich völlig zirkelrund. Ein jeglicher von den kleinen Bögen bestund erstlich aus einem rothen Kreise. Dieser wurde immer schwächer, vergieng, und machete einem pomeranzenfarbenen Raum. Darauf folgete ein gelber, hierauf ein blaßgelber, und nach diesem ein grüner. Der rothe war unter allen der äußerste. Aus dem folgenden Kupfer wird man sich dieses alles deutlich vorstellen können.
    [ [Abbildung zwischen S. 332 und 333, zeigt auch 'Cotapaxi, als er sich im J. 1743 spaltete'] ]

    |P_331-332
    £{Hol-331,05} [Nicht die Quelle]
    [Schilderung der Geschicklichkeit der Pferde bei der Jagd; ohne Lenkung durch den Reiter,]

    |P_333-341

    Das x Capitel.
    Kurze Nachricht von den häufigen Silber-und Goldbergwerken in der Provinz Quito, und von der Art, wie man Gold aus dem Ertze schmelzet.

    /£{Rin-366,05-07}
    [ Hinweise auf Goldbergwerke: S. 244, 333f, 448, 456, 465ff, 550f. ]

    |P_335f.
    [...] Von allen in der Provinz Quito ehemals so gemeinen Schätzen haben nur diejenigen keinen Verfall erlitten, welche in der Statthalterschaft Popayan gefunden werden. Hierinnen findet man überall Goldbergwerke, worinnen gearbeitet wird. [...] Die Art, das Gold aus der Erde herauszuholen, ist, in der ganzen Statthalterschaft Popayan, folgende. Man gräbet die Erzterde aus, und bringt sie in einen dazu / verfertigten großen Teich, oder Wasserbehälter, den man Cocha nennet. [...]

    |P_336
    Manchmal findet man Erzte, wo die Platina, oder das Gesteine, so hart ist, daß man es auf einem stählernen Ambose nicht klein pochen kann, und daher wegwerfen muß. Denn man kann es weder durch Feuer zwingen, noch sonst, ohne viel Mühe und Arbeit, das Metall heraus bekommen.
    [...] In dem Bezirke der kleinen stadt Zaruma, die zu dem Corregimiente Loxa gehöret, findet man verschiedene Goldbergwerke. [...]

    |P_341-352
    Denkmaale der alten Indianer in Quito, die noch von ihnen übrig sind. Einige besondere Nachrichten von Steinen, die man in der Erde findet.

    |P_343
    £{Hol-331,14-15}
    Die küpfernen Aexte der Indianer sind, in Ansehung ihrer Gestalt, von unsern gemeinen Aexten nicht viel unterschieden. Es scheint, daß sie dieselben zu vielen, oder zu den meisten von ihren Werken und Arbeiten gebrauchet haben. Dieses sind die einzigen und gemeinsten Werkzeuge zum schneiden und behauen, die man ordentlich in Gräbern findet.

    |P_350
    £{Hol-331,14-15} £{Rin-367,16-17}
    Da sie [die alten Indianer] so wenig, und so schlechte Werkzeuge hatten: so kann man sich nicht einbilden, daß sie damit so viel haben bewerkstelligen können. Da ihre Kenntniß von mechanischen Dingen so geringe war: so scheint ihnen auch die Kunst in Eisen zu arbeiten unbekannt gewesen zu seyn. Man findet Eisenbergwerke in den hiesigen Gegenden: aber keine Spur, daß die Indianer darinnen gearbeitet, oder jemals etwas daraus bekommen haben, bis die Spanier hierher gekommen sind.


    |P_353ff
    Reise nach dem Königreiche Peru. Zweyte Abtheilung, worinnen eine Erzählung der gethanen Reisen nach Lima, der Hauptstadt in Peru, und nach dem Königreiche Chile, nebst deren Beschreibung, eine Nachricht von den dasigen Küsten und der Schiffahrt, und der Rückreise nach Spanien über Horns Vorgebirge antrifft.


    |P_355-494 Erstes Buch: Von unserer Reise nach Lima. Bewegungsgründe dazu [...]

    |P_358
    £{Hol-332,18-19} / £{Hol-331,08}
    Die Mücken verursachen den Reisenden zwar unbeschreibliche Noth: indessen haben sie doch den Nutzen davon, daß sie weil sie nicht einschlafen können, um so viel mehr wider die nahe Gefahr der Tyger auf ihrer Hut sind. [...]. Die ganze Gegend bis dahin ist unbewohnt, und besteht theils aus dem Seeufer, welches leichtlich von der Fluth überschwemmet wird, theils auch aus ganz unfruchtbaren Sandplätzen, welche den Tag über von der Sonnen ungemein erhitzt werden. Daher pflegt man ordentlich in der Nacht zu reisen, [...].

    |P_362 [etwa]
    £{Hol-332,07-10}
    In Peru bedient man sich zwar ordentlich der Maulesel, wenn man eine Reise thun will; denn die bösen und gefährlichen Wege gestatten keine andere Bequemlichkeit. Aber von Piura bis nach Lima hat man die Erleichterung, daß man sich in Sänften forttragen lassen kann.

    |P_366-367
    £{Hol-331,08-10}
    Man erzählet hier, als etwas in dieser Gegend sehr besonders, daß es ihm Jahre 1726 vierzig Tage geregnet, Nachmittage um vier oder fünf Uhr angefangen, und den folgenden Morgen um eben die Stunde wiederum aufgehöret habe: die ganze übrige Zeit des Tages aber sei die Luft klar, und der Himmel / heiter gewesen. Durch diesen unvermutheten Zufall wurden sie Häuser gänzlich verwüstet, und es blieben nur noch einige kleine Stücken von den Wänden der Kirche übrig, welche von ungebrannten Ziegeln waren, und etwas mehr Widerstand thun konnten.

    |P_403-413
    Das vi Capitel. Von der Luft und Witterung der Stadt Lima, und in den ganzen Thälern, und von der Eintheilung der Jahreszeiten

    |P_403-404
    [...] Hierauf folget der Sommer. Alsdenn ist es zwar, wegen der mehr stechenden Sonnenstrahlen, ziemlich warm, aber doch nicht dermaßen, daß man allzu große Unbequemlichkeit davon spüren sollte. Denn die Hitze wird durch die Südwinde gemäßiget, die beständig wehen; obgleich zu dieser Zeit nicht allzustark. [...]

    |P_405f.
    £{Hol-082,12-17}
    In den peruanischen Thälern ist dieses etwas besonders, daß es daselbst niemals regnet; oder eigentlicher zu reden, daß sich die Wolken niemals in einen ordentlichen Regen auflösen. Dieses hat vielen Naturforschern Gelegenheit gegeben, die Ursache hiervon zu untersuchen. Nachdem sie nun verschiedene mögliche Ursachen von einer solchen Wirkung gefunden haben: so haben sie auch eine verschiedenen Auflösung davon gegeben. Einige halten den beständigen Südwind für die Ursache davon. Weil dieselben niemals zu wehen aufhören: so schließen sie daher, daß die Dünste, die entweder von der Erde, oder aus der See empor steigen, sich beständig nach einerley Gegend zu bewegen. [...] so machet man daher folgenden Schluß: die Dünste haben nicht die erforderliche Zeit, sich zu verdicken, und mit einander zu verbinden: folglich haben sie auch nicht die erforderliche Zeit, sich, durch die Vereinigung vieler Theilchen, in Wassertropfen, zusammen zu thun; und folglich können diese Dünste nicht in Regen verwandelt werden, und also durch ihre eigene Last auf die Erde herabstürzen. Andere haben dieses der natürlichen Kälte zugeschrieben, welche den Südwinden eigen ist. [...] Ich will mich keiner von diesen, oder andern solchen Auflösungen entgegen setzen, [...]; denn ich bin nicht versichert, daß ich die wahre Ursache gefunden habe. [...]
    Erstlich muß man voraussetzen, daß in den ganzen Thälern, das ganze Jahr hindurch, keine andern Winde herrschen, als die Südwinde; das ist, diejenigen, die zwischen Süden und Südosten wehen; so wohl auf dem Lande, als auch in einer gewissen Weite in die See hinein. [Folgen fünf weitere Umstände.]

    |P_412
    £{Hol-082,12-17}
    Wie es in Lima nicht ordentlich zu regnen pfleget: so ist auch diese Gegend den Stürmen und Ungewittern wenig ausgesetzet. Wenn also die hiesigen Einwohner nicht gereiset, und entweder auf das Gebirge, oder an andere Orte, als Guayaquil und Chile, gekommen sind: so wissen sie nicht, was Donner und Blitze sind: denn keines von beyden wird hier gespüret.
    [ --> auf die flachen Dächer gibt es keine Hinweise in diesem Zusammenhang ]

    |P_413-424
    Das vii Capitel. Plagen, denen die Stadt Lima unterworfen ist; sonderlich das Erdbeben. Krankheiten der hiesigen Einwohner.

    |P_415-416
    [chronologische Aufstellung von Erdbeben, zuletzt Nr. XVI: den 28sten des Weinmonats, 1746, abends um eilftehalb Uhr [...] Bis den 24sten Hornungs im folgenden Jahre 1747, [...] ]

    |P_417
    £{He8°-22,01} / £{Bar-050,08-09}
    Der Ort Callao erduldete zu gleicher Zeit, und in eben der Stunde eine gleich große Verwüstung. Allein so groß auch die durch das Erdbeben angerichtete Zerstörung seyn mochte: so war sie doch sehr kleine, in Ansehung desjenigen, was dem Orte noch bevorstund. Das Meer trat zurück, wie sonst bey dergleichen Gelegenheiten geschehen war; und zwar ziemlich weit. Hernach kam die aufgeschwollene See zurück; und ihre wüthenden Wellen, welche schäumende Berge vorstelleten, verwandelten dasjenige in ein Meer, was zuvor Callao, und festes Land gewesen war.

    |P_418f.
    Die Art, wie die feuerspeyenden Berge entstehen, ist eine in den neuern Zeiten ganz bekannte Sache. Man weis genugsam, daß die Ursache davon in schweflichten salpetrichten und andern verbrennlichen Theilchen besteht, welche die Erde in sich begreift. Wenn sich diese Theilchen mit einander vereiniget haben, und vermittelst des unterirdischen Wassers in einen Teig verwandelt worden sind: so gerathen sie in eine Gährung. [...]
    Wir müssen uns nun die Vulcane, wie man sie zu nennen pfleget, auf zweyerley Art vorstellen. Einige davon sind in einen engen Raum eingeschränket: andere aber breiten sich weiter aus. Jene enthalten in einem kleinen Umfange eine große Menge von verbrennlichen Sachen; bey diesen aber sind dieselben in einem sehr weiten Raume zertheilet. [Folgt Darstellung von diesen Bergen als mit brennlichen Sachen angefüllt]

    |P_425
    £{Hol-331,19-21}
    Vor dem Erdbeben, welches im Jahre 1687 entstund, und wodurch die Stadt Lima so vieles erduldete, wurde in diesem ganzen Lande sehr viel Weizen und Gerste erbauet, und man hatte nicht nötig, Getreide, sonderlich Weizen, von fremden Orten einzuführen. Nach dem gedachten Erdbeben aber wurde das Erdreich dermaßen verändert, daß der daselbst ausgesäete Weizen verwesete. Man schreibt diese den häufigen schweflichten Dünsten, und den vielen Salpeterteilchen, die hier überall zerstreuet waren, zu.

    |P_429
    £{Hes-147,11} / £{Fri-447,02}
    In dem Bezirke von Chancay, wie auch an andern Orten auf den Küsten von Peru, dünget man die Felder mit dem Kothe gewisser Seevögel, die überaus häufig hierherum gefunden werden. Man nennet sie Guanaes, und ihren Koth Guano. Dieses letztere Wort ist in der indianischen Sprache der allgemeine Name, womit man den Koth überhaupt andeutet.

    |P_431 [Nicht die Quelle]
    £{He8°-24}
    [Leichtbauweise der Häuser in Caxamarca ]
    Das ix Capitel. Ueberfluß an Lebensmitteln zu Lima; Gattungen davon; Art sich damit zu versehen.

    |P_433
    £{Hol-027,13-16} / £{HeM-176,24-26}
    Aus dem Gebirge pfleget man, bey verschiedenen Gelegenheiten gefrornes Kalbfleisch nach Lima zu bringen. Man betrachtet es hier als etwas sehr sonderbares und wohlschmeckendes; und es befindet sich auch in der That also. Die ganze Sache kömmt darauf hinaus. Die Kälber werden auf dem Gebirge geschlachtet, und das Fleisch wird ein oder zween Tage lang auf dem Paramo unter freyen Himmel hingeleget, bis es gefrieret. Wenn es nun gefroren ist: so wird es nach Lima verführet; und es hält sich alsdenn, ohne zu verderben, so lange, als man es haben will.

    |P_448
    [ (Eintheilung von Peru; das erste Bisthum der Audienca Lima, Truxillo): ]
    "[...] Das letzte Corregimient dieses Bisthums ist Pataz, oder Caxamarquilla. Die Witterung ist, wegen der verschiedenen Lage nicht einerley; und dieses gilt daher auch von denen Früchten, welche hier erbauet werden. Man hier Goldbergwerke; und vornehmste Handlung besteht darinnen, daß man solches Metall für gangbare, und sonderlich, Silbermünze, einkaufet. [...]"

    |P_456
    (Das dritte Bisthum der Audienca Lima, el Cuzco): "[...] VII. Auf der südwestlichen Seite von Cuzco, ungefähr zwanzig Meilen weit von dieser Stadt, fängt sich das Corregimient Cotabamba an, und erstrecket sich hernach zwischen den beyden Flüssen Arancay und Apurimas, über dreyßig Meilen hin. [...] Dieses Corregimient besitzt auch häufige Silber- und Goldbergwerke. [...]
    IX. Ungefähr vierzig Meilen weit von Cuzco, folget das Corregimient Aymaraes, und erstrecket sich etwan dreißig Meilen weit. Die Witterung ist verschieden, wie in den vorhergehenden. In dem Lande erbauet man viel Zucker und Getraide. Man findet auch in demselben viel Vieh. Hierzu kommen noch die Silber- und Goldbergwerke, die zwar sonst reiche Ausbeute gegeben haben: jetzo aber gar nicht ergiebig sind, weil es an Leuten darzu fehlet, indem die Provinz überhaupt nicht stark bewohnet ist.

    |P_457
    X. Auf der westlichen Seite von Cuzco, ungefähr vierzig Meilen weit von dieser Stadt, fängt sich das Corregimient Chumbi-Vilcas an, und erstrecket sich an einigen Orten über dreyßig Meilen weit. [...] Man trifft hier auch einige Silber- und Goldbergwerke an. [...]
    XII. Das Corregimient Caravaya fängt sich sechzig Meilen weit gegen Südosten an und erstrecket sich über fünfzig Meilen weit. [...] In dem ganzen Corregimiente trifft man häufige Goldbergwerke an.

    |P_460
    [ (nicht von Gedan aufgeführt; Das vierte Bisthum der Audienca Lima, Arequipa): ]
    [...] Gegen Norden von Arequipa, ungefähr dreyßig Meilen weit von dieser Stadt, liegt das Corregimient Condesuyos de Arequipa, und erstrecket sich ebenfalls dreyßig Meilen weit. [...] Dieses Land hat viel Gold- und Silberbergwerke.

    |P_465
    £{Hol-213,18-20} / £{Rin-366,21-22}
    I. Das Corregimient der Stadt la Plata erstrecket sich so weit gegen Westen, daß es die Reichstadt Potosi mit in sich begreift. [...] Der berühmte Berg Potosi, an dessen Fuße die Stadt gleiches Namens, auf der südlichen Seite, liegt, ist in der Welt bekannt genug, wegen des häufigen Silbers, welches man daraus bekommen hat, und wodurch die Reichthümer, und der Ruf dieses Berges bis in die entferntesten Gegenden ausgebreitet worden sind.

    |P_467
    [ Über die Audienca Charcas, Erzbisthum la Plata]
    [...] IV. Auf der südlichen Seite der Stadt la Plata, ungefähr dreyßig Meilen weit von ihr, liegt das Corregimient Tarija, oder Chichas, dessen größte Länge fünf und dreyßig Meilen beträgt. [...] In den zu diesem Corregimiente gehörigen Landschaften findet man überall Gold-und Silberadern.

    |P_468
    [...] V. Auf eben der Seite, etwas weiter gegen Südwesten zu, lieget das Corregimient Lipes, und erstrecket sich ebenfalls fünf und dreyßig Meilen weit. [...] Man findet hier einige Goldadern, worinnen aber nicht gearbeitet wird; [...].
    VII. Gegen Nordwesten von la Plata liegt die Provinz Oruro. [...] Es finden sich hier häufige Gold- und Silberadern.

    |P_469
    X. Ungefähr funfzig Meilen weit von der Stadt la Plata, auf der nordwestlichen Seite folgt das Corregimient Chayanta, welches an einigen Orten ungefähr vierzig Meilen lang ist. Dieses Land ist wegen der vielen Gold- und Silberbergwerke berühmt, welche sich in demselben befinden. [...]

    |P_469-470
    £{Hol-213,20-24}
    XII. Das Corregimient Carangas fängt siebenzig Meilen weit von der Stadt la Plata an, lieget derselben gegen Westen, und erstrecket sich über funfzig Meilen weit in die Länge. [...] In dem Lande findet man viele Silberadern, worinnen beständig gearbeitet wird. Eine darunter, welche den Namen Turco führet, ist deswegen berühmt, weil sie weißgüldenes Erzt in sich enthält, welchen Namen die Bergleute solchem Erzte beylegen, woran sich die Silberadern deutlich zeigen, so daß sie in dem Steine, worinnen sie sich befinden, ein artiges ineinander laufendes Gewebe vorstellen. Solches Erzt ist ordentlich das reichhaltigste. Andere Bergwerke, die zwar nicht so ergiebig, aber doch besonderer und merkwürdiger sind, werden in den Sandwüsten dieses Landes gefunden, welche gegen die Küsten der Südsee zuliegen. Wenn man hier in den Sand hinein gräbt: so findet man Stücken Silber, die ganz allein liegen; so daß man hier sonst weder eine Ader, noch andere Steine antrifft, außer dem wenigen, welches an dem Silber hängt, oder damit vermischet ist. Man nennet solche Stücken Papas, weil man sie fast auf eben die Art heraus holet, oder entdecket, wie man die also genannten Wurzeln ausgräbt. In der That verursachet solches nicht wenig Nachdenken, wie diese Stücken Silber, ohne Saalbänder, in den losen und nicht an einander hängenden Sand haben kommen können, wo keine eigentlichen Adern gefunden werden. Meines Erachtens sind zwo Möglichkeiten vorhanden, wie dieses hat geschehen können. Erstlich kann man annehmen, daß die Metalle immer von neuem gezeuget werden. Davon hat man auch viele Beweise, welche solches bestätigen. Hierher gehören die so genannten Criaderos de Oro, und de Plata, dergleichen man an vielen Orten diese Königreichs findet. Manche Adern und Bergwerke sind auf einige Zeitlang eingegangen gewesen, in den folgenden Zeiten aber wiederum sehr ergiebig geworden. Sonderlich sieht man dieses aus den Gebeinen der Indianer, die man in den alten Bergwerken gefunden hat. Diese Gebeine waren mit lauter Silberfasern überzogen, und das Silber war auch in die Löcher und Hölungen der Gebeine hineingedrungen. [...]

    |P_481-494
    Das xv Capitel. Nachricht von den beyden letzten Statthalterschaften in der Audienca Charcas Paraguay und Buenos Ayres; von den daselbst befindlichen Missionen der Jesuiten, und ihrer Einrichtung


    |P_495-566
    Das II Buch. Rückreise von Lima nach Quito. Schiffarth aus dem Hafen Callao in den Hafen Guayaquil und Nachricht davon. [...]

    |P_497
    [Ströme und Winde vor der West-Küste von Südamerika ]

    |P_511-512
    £{Hol-072,08-11} / £{Hol-076,12-15} / £{Rin-1_293,09-11} / £{He8, p. 42}
    [...] Wenn der Wind in diesem Meere sich von Norden gegen Nordosten drehet: so ist es ein Zeichen, daß er heftig blasen werde. denn er richtet sich niemals in Nordosten ein, und wendet sich auch nicht von hier gegen Osten. Ordentlich drehet er sich gegen Westen und Südwesten; und dieses ist das Gegentheil von dem, was man auf der nordlichen Halbkugel beobachtet. In beyden Fällen richtet sich die Wendung des Windes gemeiniglich nach dem Wege der Sonne. Dieses ist die Ursache, weswegen er sich auf der / einen Halbkugel von Osten gegen Süden und Westen drehet, und auf der andern von Osten gegen Norden und Westen; weil nämlich die Sonne einen solchen Lauf nimmt.

    |P_517
    Beschreibung der Insel Juan Fernandez

    |P_524ff

    Das v Capitel.

    Beschreibung der Stadt Concepcion in dem Königreiche Chile; Nachricht von ihrer ersten Erbauung; Verwüstungen, die sie von den Indianern erduldet hat; ihre Lage, Einwohner und Witterung; Fruchtbarkeit der umliegenden Gegend; Handlung daselbst.
    £{Hol-331,02} [Nicht die Quelle]

    |P_527f.
    £{Hol-331,02-04}
    Die Guasos sind über alle Maßen geschickt, mit Fangriemen und Lanzen umzugehen; und es geschieht sehr selten, daß sie auch in vollem Rennen damit fehlen. Dieses sind also die vornehmsten Waffen; sie treffen mit ihrem Fangstricke eben so hurtig einen wilden Stier, als den hurtigsten und behutsamsten Menschen. [...] Sie wissen also den Fangstrick so geschickt zu werfen, daß sie sehr selten fehlen, und der Strick muß notwendig an demjenigen, auf welchen sie damit zielen, hängen oder kleben bleiben, wie sie sich auszudrücken pflegen. [...] Bei ihren besondern Streitigkeiten, oder Zweikämpfen bedienen sie sich ebenfalls solcher Fangstricke.

    |P_533
    £{Hol-331,04-05}
    Alle Pferde, die jetzo in ganz Amerika gefunden werden, sind zuerst aus Spanien gebracht worden. In Chile aber haben sie nachgehends einen neuen und bessern Schritt angenommen, und sie übertreffen deswegen nicht nur die übrigen Pferde in diesem Teile von Amerika, sondern auch die spanischen selber, von denen sie herstammen. [...] Die Pferde in Chile sind daher weit vollkommener, als die spanischen. Denn sie laufen von Natur, und ohne weitere Abrichtung, so geschwind, daß sie ein jegliches anderes Pferd, das sich neben ihnen befindet, nimmermehr ihnen zuvor kommen lassen. [...] Diese Pferde haben auch ein so schönes Ansehen, als die berufensten andalusischen; sie haben eine gute Größe, und Feuer.

    |P_544 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-331,06-07}

    |P_550
    [ Von der Handlung des Königreichs Chile mit dem Königreiche Peru]
    Zu denen Früchten, mit welchen Chile und Peru Handlung treibt, kommen auch die Metalle, die man daher bekömmt: denn dieses Königreich hat einen Überfluß an allerley Bergarten und Bergwerken. In einigen von diesen wird gearbeitet. Die vornehmsten darunter sind die Gold- und Kupfergruben. [...] Das berühmteste Goldbergwerk in dem Königreiche Chile ist unter dem Namen Petarca bekannt gewesen. Es befand sich an einem Orte gegen Osten von Santjago. [...] In Vapel auf eben dieser Seite, an der Cordillera gegen Norden hin, findet man Goldbergwerke, worinnen noch immer gearbeitet wird, und woraus man so schönen Gold bekömmt, daß es bis drey und zwanzig Karat hält. In Lampanqui, einem Berge, nicht weit von der Cordillera, entdeckte man im Jahr 1710 verschiedene Adern von Golde, Silber, Kupfer, Bley, Zinn, und Eisen. Das Gold hält ein und zwanzig bis zwey und zwanzig Karat. Weil aber das Metall in einem sehr harten Gesteine befindlich ist: so ist es schwer, dasselbe zu bearbeiten, und zu nützen. Mit den Adern in dem Berge, nicht weit von Llaoni hat es nicht gleiche Bewandniß. Das Gestein ist daselbst weich; und man findet das Erzt nicht in geringerem Überflusse. [...] Zu Tiltil, einem Orte nicht weit von Santjago, findet man andere Goldbergwerke, worinnen ebenfalls gearbeitet wird, und welche genug Ausbeute geben. Zwischen Quillota und Valparayso, an einem Orte, mit Namen Liqua, findet man ein sehr ergiebiges Goldbergwerk; [...]. In Coquimbo wird ebenfalls in einigen Goldbergwerken gearbeitet; und so auch in Copiago und in Guasco. [...]

    |P_554
    £{Hol-331,06-07}
    Alle diese Indianer in Arauco, Tucapel, und von dem Blusse Bibio gegen Süden zu, wie auch gegen die Cordillera zu, auf dieser Seite sind von der Gerichtsbarkeit der spanischen Statthalter völlig unabhängig; und man hat sie noch nicht unter das Joch bringen können. Denn das Land ist sehr weitläuftig.


    |P_567-656
    Das III Buch: Reise aus dem Hafen Callao nach Europa; Nachrichten von der Schiffahrt von Concepcion in Chile nach der Insel Fernando de Noronja; nach Cap Breton, nach Terra Nova, und nach Portsmouth in England; Schiffahrt aus diesem Hafen in die Südsee nach dem Hafen Guarico in der Insel Santo Domingo, und von hier nach dem Hafen Brest, in Frankreich.

    |P_625-635
    Das viii Capitel. Nachricht von dem Hafen, und Platze Ludwigsburg, und vom Cap. Breton, von seiner Eroberung durch die Engländer; ...]
    P_630: In Neuengland war Herr Charley [...]

    |P_641
    Das x Capitel. Reise von der Königsinsel nach Terreneuf; Nachricht von diesem Lande und von dem Stockfischfange; Schiffarth von hier nach England

    |P_643 [ Nicht die Quelle ]
    £{Hol-176,18} / £{Rin-239,27}
    Die Insel Terreneuf, die wegen der Stockfische, welche an allen ihren Küsten, und an Terra firma, oder in den angränzenden Gewässern, so häufig gefangen werden, berühmt ist, erkennet die Stadt und Festung Plasencia für ihre Hauptstadt.

    |P_644
    Die ganze Insel hat eine Menge von Bayen, welche sehr geraume Häfen bilden, und dazu dienen, daß sich die Fahrzeuge sehr ruhig darinnen aufhalten können. Denn sie haben zu beyden Seiten Berge zu ihrer Bedeckung [...].

    |P_645
    Die größte Länge dieser Insel von Norden gegen Süden beträgt fünf und neunzig Meilen von dem Vorgebirge Santa Maria an, welches in 46 Gr. 55 Min. liegt, bis an das nordliche Vorgebirge, oder die Meerenge Belle Isle, die sich in 51 Gr. 20 Min. befindet. Von Osten gegen Westen erstrecket sie sich auf achzig Meilen, von dem Vorgebirge Raso bis an das Vorgebirge Raye.

    |P_646 [ Nicht die Quelle ]
    £{Hol-176,18}
    Ueberhaupt trifft man zwar an allen Küsten von Terreneuf viel Stockfische an: indessen findet man doch Orte, wo er in besonderm Ueberflusse gefunden wird; und hingegen andere, wo entweder gar keine, oder doch sehr wenige, solche Fische gefangen werden. Dieses rührt von der Beschaffenheit des Grundes her. Wo derselbe sandig ist, da findet man mehr, als auf felsichtem; und hier wiederum mehr, als auf schlammichtem Grunde: denn auf solchem wird ordentlich fast gar nichts davon angetroffen. Gleichergestalt kommen da, wo der Grund sehr tief ist, nicht soviel Fische hin, als wenn seine Tiefe nicht über dreyßig bis vierzig Klaftern beträgt. [...]


  9. __AHR-10_(1752)_
    [
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 1
    --------------
    14. Mai 2002 / 25.03.2008 / 20.01.2017
    ****************]

    |P_1
    Allgemeine Sammlung von Reisebeschreibungen seit dem Anfange des xv Jahrhunderts. ii Theil. Fortsetzung des ii Buches desselben. Reisen der Franzosen und anderer nach Ostindien

    |P_2
    Das iii Capitel. Reisen des Carre und l'Estra

    |P_8
    Als Carre aus Persien abreisen wollte, so gieng er in dem Hafen zu Bander Abassy als dem besten und bequemsten in diesem Lande, zu Schiffe. Er fuhr den Euphrat hinauf bis nach Bassora, einer berühmten Stadt in Arabien, wo er einen Theil von dem Vorfalle, dadurch der Platz in türkische Gewalt gerieth, selbst mit ansah. Der Ort war allezeit in der Araber Händen gewesen, ungeachtet sowohl der Sophi von Persien, als der Großherr sich seinetwegen in die Wette bemüheten.

    |P_10: [Perlentaucher: Schilderung]

    |P_12-13
    £{He8°-029 / 078} / £{HeM-195}
    [Begegnung mit einer Sklavenkaravane, die unter erheblichem Wassermangel leidet]
    Carre bestieg hierauf den Hügel nebst seinem Wegweiser. Hier sahen sie eine Caravane, die aus einem Dutzend Knechten, und etwa hundert Cameelen bestund, welche ein paar hundert junge Mägdchen von zwölf bis funfzehn Jahren fortbringen sollten. Diese waren meistentheils sehr schön, aber in einem Zustande, den man ohne Mitleiden nicht ansehen konnte. [...]
    Ich habe sie fuhr er fort, theuer gekauft, und seit zehn Jahren mit großer Mühe und Aufwande erzogen. Es sind die schönsten Personen, die ich in ganz Griechenland, Georgien und Armenien finden konnte, und nun, da ich sie zu Bagdad verkaufen wollte, [...], muß ich sie zu meinem größten Unglücke Durst sterben sehen, und zwar bloß deswegen, weil ich den Weg durch die Wüste als den sichersten erwählte. [...] Er fuhr demnach unbesorgt fort, zeigete uns frisch zugeworfene Gräber, und sagte: Ich habe schon zwanzig Mägdchen und zehn Verschnittene einscharren lassen, die sich den Tod am Brunnenwasser tranken. Denn dieses ist ein Gift für Menschen und Vieh.
    [Die Zahl 50 fällt nicht. ]

    |P_63
    Das VI Capitel. Beschreibung des Königreiches Arrakan.

    |P_67
    Der II Abschnitt. Lebensart und Gebräuche im Königreich Arrakan.
    £{Hol-128,01-04} / £{Hol-128,14-15} / £{Hol-249,03-07}
    Was andere Völker für ungestalt achten, das halten die Einwohner für eine Schönheit in ihrer Leibesgestalt. Sie lieben eine breite und glatte Stirne, und um ihr besagte Gestalt zu geben, beschweren sie dieselbige mit einer Bleyplatte, sobald ein Kind auf die Welt kömmt. Ihre Nasenlöcher sind weit und offen; die Augen klein, aber lebhaft; die Ohren hängen bis auf die Schultern herab, wie bey den Malabaren. [...]
    £{Hol-131,11-14}
    [...] Sie essen niemals Fische, ehe sie faulen. Hernach machen sie eine Tunke daraus, und mischen solche unter andere Speisen. Arme Leute gebrauchen hierzu einen dermaßen stinkenden Fisch, daß ein Ausländer in Ohnmacht sinken möchte.

    b

    |P_90ff.
    Das VIII. Capitel. Beschreibung von Tunkin

    |P_122ff.
    Das IX. Capitel. Reise des Guido Tachard nach Siam.

    |P_126
    £{Hol-069,14}
    Den 12ten März zu Mittage entdeckten sie eines von den Naturspielen, das man seiner Gestalt wegen das Ochsenauge, oder das Bocksauge, genannt hat. Man sieht es ordentlich für eine gewisse Vorbedeutung eines nahen Sturmes an. Es ist eine große runde Wolke, welche der Sonne entgegen steht, und etwa 80 oder 90 Grad von ihr entfernt ist. Man sieht auf ihr die Regenbogenfarbe, aber sehr lebhaft. [Auch: Trompeten, Wasserhosen oder Wasserdrachen, nach Tachard 1685].

    |P_136
    [...] Bancock [...], welches der erste Ort im Königreiche ist, und am Ufer des Flusses, zehn Meilen von der Mündung liegt, [...].
    Eigentlich hieß er Constantin Phaulkon, und so unterschrieb er sich. Er war ein Grieche von Nation, und zu Cephalonien geboren. Sein Vater war ein venetianischer Kaufmann, ein Sohn des Statthalters dieser Insel, und seine Mutter aus einer der ältesten Familien des Landes.

    |P_139
    [...] Bancock [...]. Dieses ist der wichtigste Platz des Reiches, [...]

    |P_162
    Das X Capitel. / Reise des Ritters von Chaumont nach Siam.

    |P_175ff.
    Das XI Capitel. Zweyte Reise des P. Tachard nach Ostindien (1687)
    £{Hol-243,10}

    |P_234ff.
    Das XIII Capitel. Beschreibung des Königreichs Siam

    |P_248
    £{Hol-131,11-14}
    Siamische Tunken. [...] Sie machen viel Wesens von einer gewissen Tunke, die sie Capi nennen, und aus kleinen verfaulten Krebsen bereiten. Man versicherte den Loubere mit solchen Umständen, die ihm allen Zweifel benahmen, es gäbe zwo Gattungen Fische, wenn man solche in ihrem Salzwasser in Töpfen verwahre: so zerflößen sie nach kurzer Zeit zu einem Breye, und richteten sich in ihrem Topfe nach Ebbe und Fluth, dergestalt, daß sie mehr oder weniger Platz einnähmen, nachdem das Meer an-oder abfliese.

    |P_356ff.
    Das XV Capitel. Reisen des Ferdinand Mendez Pinto.

    |P_491
    Ich reisete demnach mit ihnen ab, und wir erreichten innerhalb sechs und zwanzig Tagen Odia, die Hauptstadt des Reiches Sornau, welches die Europäer mit dem Namen Siam belegen.

    |P_523
    Das xvii Capitel. Reisen nach den Diamantgruben in Golconda, Visapur und Bengalen

    |P_525
    £{Hol-252,12-14}
    Die Grube liegt am Fuße eines großen Berges, nicht weit von einem Flusse, Christena genannt. [...] Bald darauf mußte auf des Königes Befehl die Grube zugeschüttet werden, und alle Einwohner die Gegend verlassen. Man meynte anfänglich, er wollte etwa den Preis der Diamante steigern: es erfuhr aber Methold von einigen Indianern, welche besser Bescheid wußten, dieser Befehl sey durch eine Gesandtschaft des großen Moguls veranlasset worden, welcher von dem golkondischen Könige drey Pfunde von seinen schönsten Diamanten verlangete. Sobald beyde Höfe wieder einige waren, fing man die Arbeit von neuem an, und bey des Verfassers Abreise von Massulipatan, war die Grube meistens erschöpfet.

    Der II Abschnitt. / Reisen des Tavernier nach den Diamantgruben

    |P_534
    £{Hol-284,06-07} [ Nicht die Quelle ]
    Tavernier fand das Heer des Nababs unten am Berge gelagert. Einige Engländer sahen ihn ankommen, erkannten ihn für einen Europäer, und bothen ihm eine Nachtherberge an. Aber den andern Tag nahm ihn ein französischer Constabler, Namens Claude Maille, zu sich, welcher einige Stücke, damit der Nabab den Ort besetzen wollte, gießen sollte. Tavernier hatte diesen Künstler zuvor als einen Gärtner in der Holländer Diensten gekannt. Vorjetzo schaffte er ihm allerley Bequemlichkeit, führete ihn auch zu des Nababs Gezelten, die auf der vorerwähnten Ebene aufgeschlagen waren. Der Feldherr nahm es so wohl auf, als der Verfasser die Ursache seiner Ankunft meldete, daß er ihm nicht nur ungemein höflich begegnete, sondern auch auf den folgenden Tag an seine Tafel lud, ja noch diesen Abend, als Tavernier mit allen europäischen Constablern bey dem Maille zu Tische saß, ihm einige Flaschen Schirasser und spanischen Wein schickte, welches in einem Lande, da man wenig starke Getränke, als Reiß- oder Zuckerbranntwein, kennet, ein herrliches Geschenk war.

    |P_539-541: [Gewinnung und erste Verarbeitung von Diamanten in Raolkonda
    |P_540
    £{Hes-176,02}
    Der Handel geschieht bey der Grube, [...]. Nebst dem zwey von Huntert müssen die Kaufleute dem Könige für die Erlaubniß, graben zu lassen, etwas gewisses bezahlen. [...] Die Gräber selbst sind am übelsten dran; denn ihr Sold beträgt das ganze Jahr über nur drey Pagoden. Daher machen sie sich auch kein Gewissen daraus, einen Stein, den sie im Auge verbergen können, währenden Suchens unterzuschlagen. Weil sie auch, einen Streifen Leinwand um den Leib ausgegenommen, übrigens ganz nackend sind: so suchen sie irgend einen Stein unvermerkt zu verschlingen.
    |P_544f.:
    Allein diese großen Steine sind selten rein; sondern ihr Wasser hat allezeit etwas von der Beschaffenheit des Bodens in sich. Ist solcher feucht und morastig: so spielet der Stein ins Schwarze. Ist selbiger röthlich: so spielet auch dieser ins rothe, und so ferner, nach Beschaffenheit anderer Plätze, bald ins Grüne, bald ins Gelbe. [...]
    Was ihr Wasser betrifft: so bemerket der Verfasser, anstatt daß wir in Europa die rohen Steine bey dem Tageslichte besähen, so brauchen die Indianer die Nacht darzu. Sie machen ein viereckichtes Loch, ungefähr eines Schuhes groß in die Wand, setzen eine Lampe mit einem starken Dachte hinein, und beurtheilen bey ihrem Lichte das Wasser und die Reinheit des Steines [...] Hat man ihn [sc. den Stein] aber nur eingermaßen auf der Mühle abgeschliffen, so geht es unfehlbar an, wofern man ihn unter einem dickbelaubten Baume besieht; denn der Schatten des grünen Laubes läßt es leicht merken, ob er blau spiele.
    Man suchet an diesem Orte die Diamante auf eine ganz andere Art, als zu Raolkonda. Hat man sich einen Platz zum Graben ausgesucht: so ebnen die Gräber einen andern beynahe eben so großen Platz sehr fleiß ab, und ziehen einen Damm von etwa zween Schuhen hoch herum. [...] Sodann treten sämmtliche Arbeitsleute auf / den abgeebneten Sand, und stoßen ihn, so weit der Platz geht, mit großen hölzernen und am untern Ende anderthalb Schuhe breiten Stempeln, also, daß die auf jedweden Fleck zwey bis dreymal mit aller Macht stoßen. Hierauf kommt der Sand abermals in die Wanne, wird geschwungen, und wie zuvor abgeebnet, aber nicht mehr gestoßen, sondern geht jetzo nur durch die Hände.
    |P_546f.
    Die erfahrensten darunter wissen aus der Beschaffenheit des Sandes zu urtheilen, ob man an dieser Stelle Diamante finden werde, oder nicht? Ein solcher Platz wird sodann mit Pfählen, Flechtwerke und Erde umdämmet, damit man das Wasser herausbringen, und ihn völlig trocken manchen könne. [../.] Man schwemmet hernach den Sand mit Wasser, und verfährt übrigens auf eben dieselbe Weise, als bey der Grube zu Golkonda.

    Der IV Abschnitt. Königreich Tipra. (p. 553-554)

    £{Hes-198}

    Der V Abschnitt. Königreich Asem (p. 554-557)

    |P_610ff.
    Das XX Capitel. Reise des Luilliers nach dem bengalischen Seebusen

    |P_615Anm.
    Das Opium, saget der Verfasser, ist ein dem Mohne sehr ähnliches Gewächse. Dasjenige, was man zu uns bringt, wird folgendermaßen bereitet. Man schneidet den Stengel ab, an selbigem tropfet eine weiße Milch, die man an der Sonne trocknen läß, darnach sammlet und verkauft.

    |P_648ff.
    Das XXI Capitel. Zusätze zu der Beschreibung der Eylande Bourbon und Frankreich

    |P_653-656 [ über Caffee, nicht die Quelle]
    £{Hol-203,21-204,07}
    [Hinweis auf die Geschichte des Kaffeebaues: Ende des III Theiles der Histoire des Indes anciennes et modernes ]


  10. __AHR-11_(1753)___
    [***************
    Reisen der Franzosen und anderer
    nach Ostindien
    ============
    Marburger Exzerpt version 2
    --------------
    24. April 2002 / 02.07.2008 / 26.04.2022
    ****************]

    |P_117
    £{Hol-253,09}
    Bernier thut kühn den Ausspruch, kein Land in der Welt habe in einem so kleinen Umfange soviel Schönheiten, als das Königreich Kachemir. "Es verdiente noch, setzet er hinzu, alle Gebirge zu beherrschen, die es umgeben, bis an die Tartarey, und ganz Indostan, bis an die Insel Ceylan. Die Mongolen nennen es nicht ohne Ursache das irrdische Paradies von Indien; [...]".

    |P_118
    £{Hol-253,07-08} [Nicht die Quelle]
    Auch die Schönheit des Leibes rühmet man an den Kachemiriern. Meistens sind sie so wohl gebildet, als die Europäer, ohne etwas von der tartarischen Gesichtsbildung, und der gequetschten Nase und den kleinen Schweinsaugen zu haben, die man in Kachegar und Großthiebet findet.

    |P_128-204
    Das xxv Capitel. Reisen des Taverniers im Indostanischen.

     

    |P_205-291
    Das xxvi Capitel. Beschreibung von Indostan.

    |P_283
    Ob Bernier wohl das Hanscrit[!] nicht verstund: so hatte er doch eine vortreffliche Gelegenheit, die Bücher, die in dieser Sprache geschrieben sind, kennen zu lernen. [...] Wir lernten von ihm, Gott, den er allezeit Acgar, d.i. unbeweglich oder unveränderlich, nennte, habe den Indianern vier Bücher gegeben, die sie Beth hießen; dieser Name bedeutet Wissenschaft, weil sie glauben, in denselben wären alle Wissenschaften enthalten. Das erste hieß Atherbaded, das zweyte Zagerbed, das dritte Reckbed, und das vierte Samabed. Nach der Lehre dieser Bücher müssen sie, wie es sich denn auch wirklich so verhält, in vier Stämme unterschieden werden: solche sind die Braminen oder Gesetzgelehrten, die Quetteryen oder Kriegsleute, die Bescue oder Kaufleute, die man eigentlich Banianen nennet, und die Seydra oder Handwerker und Bauren. Diese Stämme können sich nicht untereinander verbinden; ein Bramine kann keine Frau aus den Quetteryen nehmen.
    £{Hol-258,09-11}
    Sie sind alle wegen einer Lehre, die mit der Pythagorischen übereinstimmt, eins, nämlich wegen der Seelenwanderung, und daß sie kein Thier tödten oder essen. [...] Die unglaubliche Hochachtung, die sie für die Kuh haben, rühret daher, weil sie glauben, sie sollen in jenem Leben über einen Fluß schwimmen, und sich dabey an einer Kuh ihren Schwanz halten.

    |P_284
    £{Hol-259,14-260,06} [ Nicht die Quelle ]
    Die Banianen, mit allen ihren verschiedenen Secten, sind nicht die einzigen Abgöttischen des Reiches. Besonders findet man in Guazarate eine Art Heiden, Parsis genannt, meistens Persianer, aus den Landschaften Fars und Korasan, die ihr Vaterland in dem siebenten Jahrhundert verlassen haben, sich den Verfolgungen der Muhammedaner zu entziehen. Als Abubeker unternahm, Muhammeds Religion in Persien durch die Waffen einzuführen: so befand sich der damals herrschende König zu schwach, ihm zu widerstehen, [...].
    Die Parsis halten nichts so heilig, als das Feuer, weil solches, wie sie sagen, die Gottheit am vollkommensten vorstellet. Sie unterhalten es sorgfältigst.

    |P_291ff.
    Das xxvii Capitel. Erste Reisen der Franzosen nach dem glücklichen Arabien, durch das morgenländische Meer.

    |P_300
    £{Kae-453,04-05}
    Das einzige Yemen bringt mit Ausschließung aller andern Gegenden in Arabien, den Caffebaum hervor.

    |P_312-319 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-203,21-204,07}
    Der iv Abschnitt. Beobachtungen von dem Caffebaume und seiner Frucht in dem glücklichen Arabien

    |P_314 [Nicht die Quelle]
    £{Kae-454,03-05} / £{Fri-451,07-10}
    Vornehme Personen bedienen sich einer andern Art, die ihnen eigen ist. Sie nehmen nicht die Caffebohnen, sondern nur die Schale, die ihnen zur Einhüllung dienet, und mischen auch das feine Häutchen darunter, welches die Bohne unmittelbar bedecket. Diese Getränk wird in Arabien für einen unvergleichlichen Trank gehalten, und heißt Caffe auf sultanisch, oder Sultaninnencaffe.

    |P_340 [Nicht die Quelle]
    Der ii Abschnitt. / Wo Asien das Gold und Silber hernimmt.
    [...] Es kömmt auch aus China Gold, welches die Chineser gegen das Silber umsetzen, das man ihnen bringt. Weil sie keine Silberbergwerke haben: so ziehen sie, eins gegen das andere gerechnet, das Silber dem Golde vor; und das um so vielmehr, weil das chinesische Gold unter allen asiatischen fast von dem schlechtesten Gehalte ist.

    [...]


    Das XXXIII Capitel: Beschreibung der philippinischen Inseln (390-449)

    [...]

    |P_425-427
    Der VIII. Abschnitt. Witterung und natürliche Vortheile der philippinischen Inseln. (425-427)

    |P_425
    £{Ak, II: 011,19} / £{He8-41}
    Vom Weinmonate bis in die Mitte des Christmonats regieret der Nordwind, und überläßt hernach seine Stelle bis in den Mayen dem Ost- und Ostsüdostwinde. Dergestallt hat das Meer der philippinischen Inseln seine zween Mussons eben so wohl, als andere indianische Meere, einen trocknen und schönen, den die Spanier Brise nennen, und einen nassen stürmischen, der bey ihnen Vandaral[!] heißt.

    |P_427-437
    Der ix Abschnitt. Thiere, Pflanzen und Früchte der philippinischen Inseln.

    |P_427
    £{Doe-136',06}
    Finden die Affen [auf den Philippinen] eine solche Auster geöffnet: so werfen sie erstlich einen Stein hinein, damit sie sich nicht schließen, und ihnen die Pfote einklemmen kann, und fressen sie hernach, ohne die geringste Sorge.

    |P_433
    £{Hol-196,02}
    Der Baum, den die Tagalen Yoro, und die Gebirgswilden Landau nennen, heißt in den moluckischen Inseln Sagu. Er wächst von selbst und ohne die geringste Pflege an den Ufern der Flüsse. Sein ganzes Wesen von unten bis oben ist eben so weich, als eine Rübe. Seine Rinde ist zwar Fingers dick, aber weder sonderlich hart, noch glatt. Die Weise, wie man das Brot daraus bereitet, ist in den phlippinischen Inseln ganz anders beschaffen, als in den moluckischen.
    Eine andere Palmgattung giebt Wein und Essig. [...]
    Der Burias ist die dritte Palmgattung der philippinischen Inseln, und hat denen an der Meerenge des heiligen Bernardins gelegenen Eylanden ihre Benennung gegeben. Der Baum ist größer, als derjenige, welcher die Cocos trägt. Seine Früchte sind eigentlich Datteln, [...]. Das Mark dieses Palmbaumes verwandelt sich ebenfalls in Brodt. Auch machet man ein Mehl davon, und vermischet es mit der Frucht, welche gleichfalls zerstoßen wird. Es ist aber diese Speise nicht so gesund, als der Sagu.
    [|P_432f. In einer Note: Beschreibung der Zubereitung des Sagu auf den philippischen Inseln.]

    |P_478-500
    Das xxxv Capitel. / Beschreibung der Insel Celebes oder Macassar.

    |P_493
    £{Doe-181,14}
    Es scheint viel gewisser zu seyn, daß der heilige Franz Xavier [d. i. Francisco de Xavier, 1506-1552], der kurz darauf nach Indien gekommen, von diesem unglücklichen Fortgange des Evangelii unterrichtet gewesen, und sich entschlossen habe, durch seinen brünstigen Eifer etwas dazu beyzutragen. Alle seine Bemühungen aber konnten ihm keine Gelegenheit verschaffen, nach der Insel Celebes zu gehen; und andere Heidenbekehrer, welche die Portugiesen, auf Bitte des Königes von Schoppen vielmals abgehen ließen, kamen daselbst eben so wenig glücklich an. Dieser Verzug hielt das Werk des Himmels auf. Einige Muhammedaner von der Insel Sumatra, die sich an dem Hofe des Königes von Macassar befanden, nahmen daher Gelegenheit, ihm den Koran vorzutragen. [...]; und in Monatsfrist erstickete die muhammedanische Religion vollends allen Samen des Christenthums.

    |P_501-560
    Das xxxvi Capitel. / Engelbert Kämpfers Reise nach Japan.
    [Zu Beginn ein kurzer biographischer Abriß / Nicht die Quelle]]

    |P_502f.
    [Text]
    [...] Er gieng sogleich nach Bander Abassi ab, wo ihn einige Unpäßlichkeit bis an des Ende des Brachmonats 1688 zurück hielt. Auch die Zeit, welche er seiner Krankheit entziehen konnte, wandte er zu lehrreichen Untersuchungen an.h) [...]
    ----------
    h) Wir haben derselben, saget der Uebersetzer seiner Beschreibungen des Berges Benna, in der Landschaft Laar, zu danken, auch die Beschreibung der dasigen Pflanzen und Thiere; des Bezoar, des Thieres in dessen Magen man ihn findet, der warmen Bäder, eines besondern Balsams, und tausend anderer Merkwürdigkeiten, die man auf diesem Berge antrifft; der natürlichen Mumie, nämlich des kostbaren Balsams, der aus einem Felsen in der Landschaft Doar tröpfelt, und jährlich einmal mit viel Pracht und Feyerlichkeit, allein zum Gebrauch des Königs von Persien gesammlet wird. Seine Beobachtungen, die Assa Fötida, und die Pflanze, welche diese Waare hervorbringen, nebst der Art sie zu sammlen, und zuzubereiten. Seine Anmerkungen über die Vena Medinensis der arabischen Schriftsteller, oder über den besondern Wurm, den er Dracunculus nennet, welcher sich in den Zwischenräumchen oder Mäuslein in verschiedenen Theile des menschlichen Leibes nähret: seine Beschreibung des morgenländischen Drachenblutes, das von einem zapfentragenden Palmbaume kömmt; seine merkwürdige Geschichte der persischen Dattelpalme, derselben verschiedene Arten, Baues und Gebrauches, endlich viel andere Beobachtungen, die noch ungedruckt sind. [...]
    [Text]
    Nach seiner japanischen Reise, die etwan drittehalb Jahr betrug, kam er im Weinmonate 1693 wieder nach Europa. Das Jahr darauf ward er zu Leyden Doctor der Arzneykunst. Bey dieser Gelegenheit machte er zehn der sonderbarsten Beobachtungen von seinen Reisen bekannt.i) [...]
    ----------
    £{Hol-212,12-13}
    i) Uber das berühmte scythische Lamm oder Borromez, welches für eine Thierpflanze ausgegeben wird, und wie er erweist, eine Erdichtung ist, die vielleicht die Aehnlichkeit des Namens Borrometz, mit dem rußischen Borannetz, und dem pohlnischen Borannek veranlasset hat, welches eine besondere Art Schöpse um das caspische Meer, in der Bulgarey und in Korasan bedeutet; über den bittern Geschmack des caspischen Meerwassers, die wahre persische Mumie, Muminahi, den Fisch Torpedo, welcher die Finger den ihn anrührenden einschlafend machet, das Andrum, einen Wasserbruch, und Perical eine Geschwulst an den Schenkeln, welche beyde Krankheiten bey den Malabaren gemein sind. Die japanische Art, durch Stechen mit einer Nadel die Colik zu heilen, die Moxa, der Chineser und Japaner gewöhnliches Brennmittel.

    |P_561-712.
    Das xxxvii Capitel. / Beschreibung der japonischen Inseln

    |P_561
    Das großReich, welches die Europäer Japon, seine eigene Einwohner aber Nipon oder Niphon nennen; [...]

    |P_682
    £{Hol-207,06-07} [Nicht die Quelle]
    Das gemeine Getränk der Japoner, ist heißes Wasser, das man über die großen Theeblätter gegossen hat. Die jüngsten und zärtesten Blätter dörret man, machet sie zu Pulver, und wirft es nachgehends in eine Schale heißes Wasser; auf diese Weise pflegen nur vornehme Personen Thee zu trinken.

    |P_691
    Das Ungeziefer, dem die Japoner insgemein den Namen Mukade beylegen, und das in der hohen Sprache Goko heißt, ist keine Assel oder Kellerwurm, sondern es ist der indianische Tausendfuß, ein dünner, brauner, zwey bis drey Zolle langer Wurm, der an jeder Seite eine gewaltige Menge Füße, und eben davon seine Benennung erlanget hat. In Indien ist er sehr giftig, aber in Japon ist er nicht allein selten, sondern er stiftet auch bey weitem nicht so viel Unheil, indem man seine Bisse mit bloßem Speichel heilet.

    |P_704 [Nicht die Quelle]
    Unter den Anmerkungen daraus der Anhang zu Kämpfers Werke besteht, ist insonderheit eine sehr merkwürdige, den japonischen Thee betreffend, davon mir an diesem Orte wenigstens einen Auszug beybringen müssen. Das Laub des japonischen Theestäudchens gleicht dem Laube des Kirschbaumes, und seine Blüthe den Feldrosen. Die Frucht hat nur eine bis zwey, oder auf das höchste drey Hülsen. In China hat es den Namen Theh, in Japon heißt es Tsaa oder Tsjanoki.

    |P_708 [Nicht die Quelle]
    Die Zubereitung des Thee ist eine von den merkwürdigsten Sachen, die in diesem Abschnitte vorkommen. Sobald die Blätter abgelesen sind, breitet man sie in einer eisernen Pfanne aus, und setzet solche über das Feuer. Sind sie nun recht heiß geworen, so rollet man sie mit der flachen Hand auf einer sehr feinen rothen Matte, bis sie sich recht kräuseln. Das Rösten benimmt ihnen ihre betäubende böse Eigenschaft, welche dem Kopfe schadet.

    |P_711 [Nicht die Quelle]
    Den Beschluß dieses Abschnittes wollen wir mit einigen nützlichen Anmerkungen von den guten und schlimmen Eigenschaften des Thees machen. Seine Blätter haben, wie Kämpfer saget, eine betäubende Eigenschaft, und bringen die Lebensgeister in solche Unordnung, daß man wie betrunken zu seyn scheint.


  11. __AHR, Bd. 12_(1754)_
    [ (Prevost)
    ***************
    Marburger Exzerpt
    ---------------
    version 2
    --------------
    29. April 2002 / 13.06.2006 / 05.09.2016
    ****************]

    |P_25
    £{Hol-330,16-17}
    [Der Unteradmiral] versicherte auch, daß das Feuerland, so wie man es auf den Karten sähe, in viele Inseln geteilet wäre.

    |P_38-39
    [Eingeborene im Süden erwähnt]

    |P_52
    £{Hol-191,22-26}
    [...], wenn nicht alle seine Beobachtungen sich auf den Colibri gelenkt hätten, welches Vögelchen von der Größe eines Maykäfers, und ein grünes Gefieder hat. Es ist eines von den schönsten Werken der Natur. Er nähret sich von Bluhmen, wie die Bienen: sein Nest ist so groß als eine Ey, und desto merkwürdiger, weil es aus sehr feiner Baumwolle gemacht ist, und an dünnen Aesten hängt.


    |P_118-206
    Das xlvi Capitel. Georg Ansons Reise um die Welt durch Südwest.
    [Gegenüber]
    Ins Kleine gebrachte δ_Karte von dem Mittaeglichen Meere. Zur allgemeinen Historie der Reisen. vom Hrn. Bellin. Ingr. de la marine, und Mitgl. der Soc. zu London 1753.

    1. Abschnitt: Ansons Verrichtungen im Jahre 1740 / 119-124

    2. Abschnitt: Verrichtungen des englischen Geschwaders im Jahre 1741 / 125-149

      |P_128
      Das Land der Patagonen heißt derjenige Theil des mittägigen America, welcher südlich unter den spanischen Pflanzorten liegt, und von solchen bis an die Meerenge reichet. Das östliche Stück nur besagten Landes hat eine besondere Eigenschaft an sich, die, so viel man weis, in gar keiner andern Gegend der Erdkugel angetroffen wird; nämlich, ob gleich das nordlich um den Parafluß liegende Land überall mit Waldungen und hohen Bäumen bewachsen ist, so hat doch die südlich an besagtem Flusse gelegene Gegend nicht den geringsten Baum aufzuweisen, wofern man die wenigen Pfirsischbäume ausnimmt, welche von den Spaniern bey Buenos_aires gepflanzet worden. Man findet weder auf der ganzen Küste, deren Länge vierhundert Meilen beträgt, noch innewendig im Lande, soweit als man selbiges bisher entdecket hat, sonst etwas als hin und her zerstreuet niedriges Gebüsche. Doch da es diesem Lande an Holze fehlet: so hat es an Weide genug.

      |P_130-131
      £{Hol-330,16-20}
      So schrecklich als der Anblick des Feuerlandes ist: so hat doch der Anblick des Staatenlandes noch etwas Gräßlicheres an sich. Man sieht nichts als eine Reihe unzugänglicher Felsen, auf allen Seiten mit spitzigen Klippen von erstaunlicher Höhe, besetzt, mit ewigem Schnee bedecket, und mit Abgründen umgeben. Einige von besagten Klippen scheinen auf eine recht fürchterliche Weise gleichsam in der Luft zu schweben. Man sollte die Felsen, die ihnen zur Grundlage dienen für ein Ganzes ansehen, das aber von der Gewalt eines heftigen Erdbebens an vielen Orten von einander geborsten ist und Klüfte bekommen hat. Ihre Wände sind beinahe schnurgerade. Sie scheinen in das Wesen der Felsen und bis an ihre Wurzel einzudringen. Mit einem Worte, diese Küste ist gibt den wildesten und gräßlichsten Anblick, den man sich vorstellen kann. [...] [Die Stürme] waren mit kaltem Regen und Schnee vergesellschaftet; unser Tauwerk war mit Eis überzogen, und unsere Segel froren steif.

      |P_132f.
      £{Hol-330,20-21}
      [In einer Anm. Schilderung der Schwierigkeiten entlang der Ostküste von Südamerika Kap Horn zu umsegeln]
      Den Weg um das Vorgebirge Horn betreffend giebt er [Anson] eine Lehre von äußerster Wichtigkeit, welche, wie er saget, sowohl auf seine eigene Erfahrung als auf die Vergleichung vieler Tagebücher mit einander gegründet ist. Wer nämlich in die Südsee verlanget, der muß nicht durch die le_mairische Straße laufen, sondern vielmehr die Ostseite des Staatenlandes gewinnen, und erstlich bis auf die Höhe von ein und sechzig bis zwey und sechzig Grad südlich, sodann aber gegen Westen steuern, auch in dieser Breite so lange, bis er genugsam versichert ist, nun sey er weit genug nach Westen fortgerückt, bleiben; hernach erst muß er sich gegen Norden wenden. Zu Bewegursachen bringt der Verfasser folgendes bey: [...].

    3. Abschnitt: Fernere Verrichtungen des englischen Geschwaders im Jahre 1741 / 150-163

    4. Abschnitt: Ansons Unternehmungen im Jahre 1742 / 163-175

      |P_165
      £{Hol-268,05}
      [....], suchet der Verfasser an diesem Orte einen richtigen Begriff von der zwischen Mexico und den manillischen Inseln im Schwange gehenden Handlung zu geben, weil, wie er saget, noch niemand so gute Gelegenheit als er, gehabt hat, die Sache von Grund aus zu erforschen. Er geht mit seinen Untersuchungen bis auf die Reise des Magellans zurück. Allein, weil wir in dem Artikel von den philippinischen Inseln schon alles, was die Entdeckung, Eroberung und Regierung derselbigen betrifft, sorgfältig gesammelt haben: so dürfen wir voritzt nur dasjenige beybringen, was besagtem Artikel ein größeres Licht geben kann.
      Vorzeiten wurde die spanische Handlung der philippinischen Eylande zwischen Callao und Manilla getrieben. Die Passatwinde waren dieser Fahrt allemal günstig, und man legte gar oft zwey bis drey tausend Seemeilen in zween Monaten zurück. Allein, die Rückreise von Manilla nach Callao war desto beschwerlicher und langweiliger. Man brachte zuweilen wohl ein ganzes Jahr damit zu, weil die ersten, welche diese Fahrt unternahmen, aus grosser Unwissenheit, auf ihrem ganzen Weg immer innerhalb des Bezirkes der Passatwinde blieben. Endlich belehrte sie ein gewisser Jesuit eines bessern, indem er sie beredete, so lange bis sie dem Passatwinde entgangen wären, ihren Lauf nordlich zu nehmen, und mit Hülfe der Westwinde, als welche mit zunehmender Breite gemeiniglich regieren, gegen California zu segel. Nachgehends verlegete man, um die Hin- und Herreise abzukürzen, den Handelssitz von Callao in Peru, nach Acapulco, welches in Mexico liegt.

      |P_167-168
      £{Hol-268,05}
      Es wird also jährlich ein Schiff, oder aufs höchste zwey, von Manilla nach Acapulco abgeschickt. Die Zeit der Abfahrt ist der Heumonat. Die Ankunft zu Acapulco geschieht meistens im Christmonate, zuweilen auch im Jenner, oder im Hornung. Sind die Waaren an Mann gebracht, so geht man ordentlicher Weise im Märzmonate nach Manilla unter Segel, und kömmt im Brachmonate dahin. Demnach erfordert die ganze Reise ungefähr ein Jahr. [...]
      £{He8°-05,27-28}
      Es hat diese Schiffahrt ihre gewissen Regeln, oder Gebräuche, davon kein Haar breit abgewichen wird. Die Galion geht um die Mitte des Heumonats aus dem Hafen Cavite unter Segel, und sticht mit Hülfe des West-Mussons, der um diese Zeit zu blasen anfängt, in die östliche See. [...] Da nun die Reise selten unter einem halben Jahr geendiget wird, und die Galion mit Waaren und Leuten vollgepropfet ist, so hat man nichts gewissers als Mangel an süßem Wasser zu gewarten. Gleichwohl weis die Geschicklichkeit der Spanier Rath dafür. [...] Unterdessen, da der allerstärkste Vorrath dennoch über drey Monate nicht hinreicht, so muß man seine Zuflucht zum Regenwasser nehmen, daran es auch zwischen dreyßig und vierzig Graden Norderbreite gewöhnlicher Weise nicht fehlet. Es wird mit einer großen Menge von Matten aufgefangen, [...].

      |P_169
      £{Hol-268,05}
      £{Kae-078,01-06} [Nicht die Quelle]
      Merkmale daran die Galion die Nähe des Landes erkennet.
      Ist die Galion einmal so weit gegen Norden gekommen, daß sie die Westwinde angetroffen hat: so bleibt sie beständig auf derselben Breite, und man richtet ihren Lauf nach der californischen Küste. Hat man von dem Vorgebirge Spiritu Santo zu rechnen, sechs und neunzig Grade der Länge zurück geleget: so findet man gemeiniglich ein gewisses Kraut, das die Spanier Porra p) nennen, in großer Menge auf der See schwimmen. Dieser Anblick ist ein gewißes Merkmaal für sie, daß sie nicht weit von California entfernt sind. Sogleich stimmen sie nicht anders, als ob alle Mühe und Gefahr nun ein Ende hätte, das Te Deum an, und steuern gegen Süden, indem sie das Land nicht eher, als unter einer niedrigen Breite, im Gesichte zu haben verlangen.

    5. Abschnitt: Fahrt des englischen Geschwaders nach China / 175-191

      |P_178
      £{Hol-268,18}
      Die Insel Tinian, welche der Verfasser kaum genug rühmen kann, liegt auf funfzehn Grade, acht Minuten Norderbreite und hundert und vierzehn Grade acht Minuten westlicher Länge von Acapulco. In der Länge hat sie etwa zwölf englische Meilen, und in der Breite halb so viel.

    6. Abschnitt: Ansons Verrichtungen im Jahre 1743 / 191-203

    7. Abschnitt: Critische Anmerkungen über die Chineser / 204-206

    |P_207-
    Das III. Buch. Reise nach den Südländern

    |P_269-740
    Das iv Buch.
    Irrende Reisen, oder solche, die kein gewisses vorgesetztes Ziel haben.

    |P_388f
    £{Hol-207,26-208,09} [Nicht die Quelle]
    Dampier bemerkete, daß sie eine große Menge Vanille l) an der Sonne trocknen ließen; [...].
    -------
    l) Er nennet es Vinello, und sieht es in seiner Beschreibung als einen kleinen Weinstock an. 'Dieses Vinello, saget er, ist eine kleine Schote, voller kleiner schwarzer Körner, ungefähr vier oder fünf Daumen lang, und so dick, als die Stiele an den Tabacksblättern, welchen es, wenn es trocken ist, ganz ähnlich sieht; [...]. Diese Schote wächst auf einem Stamme, der wie ein kleiner Weinstock aussieht; und an den nächstanstehenden Bäumen sich anhängt, und um dieselben umwindet. [...] Dergleichen Weinstöcke habe ich zu Bocca-Torro viel gefunden, und versuchet, sie fortzupflanzen, es aber nie zuwege bringen können, woraus ich schließe, daß die Indianer was geheimes dazu gebrauchen, das ich nicht weis, auch noch niemanden, der es mir hätte sagen können, angetroffen habe.'

    |P_424ff. [Anm.] [Nicht die Quelle]
    Die Wasserhose, [...].

    |P_428f.
    £{Hol-276,02-05}
    Es sind diese Leute [die Einwohner von Neuholland] die elendesten von der ganzen Welt. Die Cafern und Hottentotten sind in Vergleichung mit ihnen reiche Schlemmer; [...]. Zwischen den Einwohnern dieser Gegend von Neuholland, und zwischen einem Viehe, ist die menschlische Gestalt ausgenommen, ein schlechter Unterschied. Sie sind groß, gerade und schlank, haben lange und behende Gliedmaßen, dicke Köpfe, runde Stirnen und dicke Augenbrahmen. Sie blinzeln beständig, um die Augen gegen die Mücken, die ihnen ohne Unterlaß vor Augen, Mund und Nase herumschwärmen. zu verwahren. [...] Ihre Haare sind schwarz, kraus und kurz wie die Negerhaare. Mit einem Worte sie gleichen am Gesichte und ganzem Leibe, welcher gleichfalls kohlschwarz aussieht, mehr den guineischen Negern, als den Indianern.

    |P_448
    [Einwohner der malabarischen Küste] Dagegen sind die Ringe und Ohrgehänge sowohl bey Männern als Weibern im Gebrauche. [...]
    Es giebt zweyerley Malabaren, nämlich Muhammedaner und Heiden. Die erstern sind in großer Menge vorhanden, und stammen nach ihrem Berichte aus Arabien her, indem ihr Vorältern sich auf dieser Küste niederließen. Diese haben hier zu Lande die ganze Handlung in der Hand; denn die Heiden, absonderlich die Nairen, welche den Adel ausmachen, halten nicht nur diese Lebensart für allzu schlecht, sondern sie unternehmen auch niemals eine langwierige Seereise. [...].

    |P_538
    [Gegenüber δ_Karte des Pacifik mit eingezeichneten Seewinden]

    Cap. V: La Barbinais le Gentils Reise um die Welt (576-625)

    |P_589
    £{Ak, I: 421,01} / £{He8-20}
    Erstlich [...]. Zweytens, die vor Anker liegenden Schiffe wurden so heftig hin und her geschleudert, daß man dachte, es würde alles an ihnen aus einander gehen. Die Stücke sprangen von den Lavetten herab und die Mastseile rissen entzwey. Barbinais würde dieses nicht geglaubet haben, wenn es nicht durch einhällige Zeugnisse bekräftiget worden wäre. Zwar begreift er wohl, saget er, daß der Boden der See mit dem Lande ein Ganzes ausmache, und daß folglich der Stoß, welcher das Land erschüttert, seine Wirkung auch an dem Seewasser erzeigen könne. Nur scheint es ihm schwer zu begreifen, warum die Schiffe eine solche unordentliche Bewegung an sich zeigeten, also, daß alle ihre Theile, jedwedes für sich ins besondere Antheil daran nahmen, nicht anders als ob sie mit zum Lande gehört hätten, nicht aber in einer flüßigen Materie geschwommen wären. Denn sie hatten keine andere Bewegung, als zum höchsten eine solche, dergleichen sie bey irgend einem Sturme bekommen sollen. [...] Endlich, so versicherten die Einwohner, daß bey dergleichen Zufällen alle Häuser zu Boden stürzeten, wenn die unterirrdische Höhle, darinnen das Feuer verschlossen ist, von Mitternacht gegen Mittag streiche, und die Stadt eben dieselbige Lage habe; dahingegen, wenn das unterirrdische Feuer eine Stadt nach der Breite ergreife, das Erdbeben keinen so großen Schaden verursache. Barbinais pflichtete diese Meynung ohne Bedenken bey, als er Nachricht bekam, das Erdbeben sey fünf französische Meilen weit von Pisco gegen Westen fast gar nicht mehr zu spüren gewesen; hingegen habe es in einem über hundert Meilen langen Striche vom Mittage gegen Mitternacht zu rechnen, alle Städte und Dörfer von Grunde aus umgekehret.

    |P_628ff [Nicht die Quelle]
    iv Buch. Das vi Capitel. / Naturgeschichte von Ostindien
    Der i Abschnitt. Die Jahreszeiten
    [eine schöne Klimatheorie]


    |P_634-648

    Der ii Abschnitt. / Allgemeine und andere Winde
    [Nach Dampier - W_St]

    £{Hol-071,17-074,07}

    |P_634ff.
    Diejenigen Winde, welche die Franzosen Alises, bey den Engländern Handlungswinde, sonst aber allgemeine oder ordentliche oder Passatwinde heißen, / blasen beständig von einem gewissen Striche des Compasses, oder welches einerley ist, von einer gewissen Gegend des Gesichtskreises, absonderlich aber, zwischen dem dreyßigsten Grade Norderbreite, und zwischen dem dreyßigsten Grade Süderbreite. Dieser Winde giebt es nun verschiedene; [...]
    Allein, der Passatwind auf der See ist ein allgemeiner Wind, und verdient diesen Namen aus einem ganz anderen Grunde, als alle übrige sowohl beständige als abwechselnde Zeitwinde, indem diese letzteren alle mit einander von einer zufälligen Ursache. er hingegen von einer unbekannten, m) doch wie es scheint beständigen Ursache herrühren. [...]
    -------
    /m) Allem vermuthen zu Folge rühret der ostliche Passatwind, welcher zwischen den beyden Wendekreisen ohne Unterlaß bläst, von dem Umschwunge der Erde um ihre Achse her, wozu noch die gewaltige und unaufhörliche Verdünnung der Luft im heißen Erdstriche kömmt. Den vermöge beyder nurgemeldeter Umstände muß die Luft einen / Zug von Osten gegen Westen bekommen. Der allgemeine Ostwind muß Veränderungen leiden, woraus in dem heißen Erdstriche ein ordentlicher Nordost und Südost entsteht, und eben diese beyden sind die eigentlich so genannten Passatwinde. Hierzu kann noch der Westwind gerechnet werden, welcher außerhalb beyder Wendekreise, bis auf den vierzigsten Grad der Breite ganz ordentlich bläst, und wie man glaubet, hauptsächlich von dem Zurückfließen der Luft, das von dem zwischen beyden Wendekreisen herrschenden Ostwinde verursachet werden muß, herrühret. Es blasen aber diese Winde sonst nirgend ordentlich, als auf großen Meeren; indem sie auf dem Lande, oder in einer großen Nähe desselbigen, unzählige Veränderungen leiden, woran die Ausdünstungen des Erdbodens, die Lage der Küsten, und andere besondere Ursachen Schuld sind.

    |P_641f.
    In Ostindien nennet man diese abwechselnden Winde die Mussonen. Einer heißt der Ostmusson, beginnt im Herbstmonate, und regieret bis in den April, da er dem Westmusson Platz macht, welcher sodann bis in den folgenden Herbstmonat regieret. Sowohl der eine, als der andere bläst schief an der Küste. Der Ostmusson bringt schönes Wetter mit, der Westmusson hingegen / hat Regen und Wirbelwinde zur Gesellschaft.

    |P_643
    Die nur erwähnten Brisen, oder kühlen Lüftchen, das ist die frischen Land- und Seewinde, bedürfen gleichfalls eine Erläuterung. Ueberhaupt zu reden, so ist ein frischer Seewind nichts anders als ein ordentlicher Küstenwind, nur ist er von andern ordentlichen Winden in dieem Stücke unterschieden, daß die letztern Tag und Nacht mit gleicher Stärke blasen, dahingegen ein frischer Seewind nur bey Tage bläst, bey Nacht aber sich leget.

    |P_645
    Terrenos

    |P_646
    Harmatan

    |P_647
    Typhon
    Tornados


    |P_648ff
    Der iii Abschnitt. / Fluth und Ströme

    |P_653-692
    Der iv Abschnitt. / Bäume Gewächse, Früchte, und andere natürliche Reichthümer.
    [alphabetisch!]

    |P_664
    Der Caopoiba ist ein gemeiner Baum, [...].

    |P_667
    Austern [ ## falsch]

    |P_669f
    Der Indig wächst in Indien hin und wieder

    |P_677-678 [Banane]
    £{Hol-202,13-15} / £{Hol-267,09-16}
    Der ostindische Plantain gleicht dem Bananasbaume und der einzige Unterschied bestehet in der Frucht, welche weit dicker, auch um die Hälfte länger ist, als bey dem letztern. Einige Reisende beehren die Frucht mit dem Titel einer Königinn aller Früchte, ohne einmal die Cocosnuß auszunehmen. Dampier gehöret mit unter diese Zahl, und giebt eine lesenswerte Beschreibung davon. [...] Indem er aus dem Boden heraus sticht, treibt er zwey Blätter: hat er die Höhe eines Schuhes erreicht, so treibt er innerhalb der ersten zwey andere, bald darauf noch zwey, und so fort bis zum Ende des Monates noch mehrere, in eben dergleichen Ordnung, bis endlich, wenn der Monat zu Ende ist, man einen Armdicken Körper mit acht bis zehn Blättern umgeben siehet. [...] Sodann ist ihr Stengel einen Arm dick, meist rund, und zwischen dem Blatte, und dem Baumstamme etwa einen Schuh lang. [...] Dergestalt scheint der ganze Stamm dieses Baumes, eben wie der Stamm des Bananasbaumes, aus lauter Rindenstücken, davon immer eines aus dem andern herauswächst, zu bestehen. Hat er seine vollkommene Größe erlanget: so treibt er aus dem Wipfel einen starken Stengel heraus, der weit mehr Festigkeit besitzt, als der Stamm an irgend einem adern Orte hat. [...] An eben ihm, schlägt erstlich die Blüthe aus, worauf die Früchte klumpweise beysammen hängend, zum Vorscheine kommen, Die wachsen in eine bis sieben Zoll langen, und Armsdicken Schote. Nach erlangter Reife wird diese Hülle weich und gelb. Sie gleicht einer dicken Wurst, und die in ihr liegende Frucht hat keine größere Festigkeit, als etwa die Butter im Winter annimmt. Ihr Geschmack ist etwas vortreffliches. Sie schmelzet im Munde, wie die beste Marmelade, und besteht ganz und gar aus Mark, ohne den geringsten Kern. [...] Dampier erzählet, weil die Engländer von dieser Frucht eben so viel Wesens machen, als die Indianer: so pflegeten sie ein halb Dutzend zeitige Plantainen klein zu hacken, einen Klump daraus zu machen, und ihn wie Pudding zu grün, zu Scheiben, und trocknet sie an der Sonne: so halten sie sich lange kochen. [...] Man machet auch sehr gute Kuchen davon. Schneidet man sie, noch Zeit, und schmecken wie Feigen. Einige Indianer braten erstlich reife Plantainen, schneiden sie hernach in Stücken, pressen den Saft aus, und gießen ein gewisses Maaß Wasser darunter, da denn ein sehr angenehmer Trank daraus wird, welcher süße schmecket, nähret und dem Lambswool, einem englischen Getränke von Aepfeln und Biere, das Ale heißet, einigermaßen gleicht.

    |P_679
    £{Hol-207,09ff}
    Die Pfefferstaude ist mit Lust anzusehen: [...] das Laub gleicht dem Laube des Efeu. Die Staude wird allemal, entweder an eine Mauer, oder bey irgend einem Baume gepflanzet, damit sie bey dem Aufwachsen einen Halt finde. Das Laub hat einen starken Geruch und Geschmack, wie die Frucht. Wenn der Pfeffer geblühet hat: so kömmt er in kleinen Trauben, wie etwa die Johannisbeeren, aus der Knospe zum Vorscheine. Die Beeren sind anfänglich grün, färben sich aber unvermerkt immer röther und röther, bis sie endlich zur Zeit des Reifwerdens eine ungemein hohe Farbe bekommen. [...] Unterdessen hat der Pfeffer nicht in jedwedem Lande, darinnen er wächst, einerley Güte. Der malabarische wird für den schlechtesten geachtet. Pfeffer der von Natur weiß wäre, giebt es gar keinen, ungeachtet es viele Schriftsteller vorgeben. Im Gegentheile sind alle und jede Pfeffergattungen nach dem Trocknen schwarz, doch wenigstens dunkelbraun, es sey dann, daß man den Pfeffer währenden Trocknens beklopfe, damit die runzlichte schwarze Haut abspringe, wornach er weiß erscheint.

    |P_683-
    Die Reißpflanze, wovon die Morgenländer hauptsächlich leben, wächst drey bis vier Schuhe hoch.

    |P_685
    Der Sandal hat die Größe eines Nußbaumes. Seine Frucht gleicht den Kirschen, wird aber grün, hernach schwarz, und hat gar keinen Geruch. [...] Das Holz wird zu Mehle gestoßen, mit Wasser zu Breye gemacht, und der Leib damit bestrichen.

    |P_690
    Vom Zimmet müssen wir bemerken, daß er heutiges Tages bloß aus Ceylan komme. Es ist in der Beschreibung besagten Insel schon erzählet worden, es sehe der Zimmetbaum unsern Wasserweiden nicht unähnlich, [...].

    |P_691f.
    Muskatenbaum / Nußesser

    |P_692f
    Wir geben dieses Verzeichniß von ostindischen Gewächsen keinesweges für vollständig aus. Unsere Absicht war nur, diejenigen, davon die Reisebeschreiber Erwähnung thun, zu sammeln. Der Hortus Malabaricus, den jedermann nachschlagen kann, enthält ganz allein eine weit größere Menge. Es ist dieses Werk von dem Cascarius und Van_Reede, aus den Nachrichten eines Carmeliterbarfüßers, Namens Pater Mathias vom heil. Joseph, in zwölf Folianten mit vielen Kupfern, abgefasset worden. Zu dem ersten Bande hat Arnold Syen, ein berühmter Kräuterkenner zu Leyden, zu den übrigen aber, Commelin, Anmerkungen gemacht. [...]

    |P_693ff
    Der v Abschnitt / Ostindische Specereyen, Edelgesteine und Seide.

    |P_694
    £{Hes-137,10} / £{Kae-436,13} / £{Doe-141',23}
    Der Gummilack heißt bey den Mohren Lack, und bey den Peguanern, welche starken Handel damit treiben Tick. Er verschaffet den Indianern die schöne Scharlachfarbe, damit sie ihre Zeuge färben und bemalen. Dem Vorgeben nach ist er nicht sowohl ein Werk der Natur, als beflügelter Ameisen, welche das Gummi, so wie es aus dem Baume fließt, verschlucken, und es nachgehends fast auf eben die Weise, wie die Bienen ihr Honig auf die Blätter eben desselbigen Baumes von sich geben. Wenn nun die Aeste mit dieser Materie ganz überzogen sind: so bricht man sie ab, und läßt sie dürr werden. Sobald sie verdorren, geht der Lack von selbst los, und behält vermöge seines zähen Wesens, die Gestalt eines Rohres. In diesem Zustand hat er nach dem Berichte eben dieser Schriftsteller eine dunkelrothe Farbe. Tavernier erzählet die Sache anders. Er behauptet in Pegu würde der Lack von den geflügelten Ameisen auf dem bloßen Erdboden bereitet, und in Häufchen, die zuweilen einem Fasse an Dicke gleichen, zusammengetragen, nicht aber, wie in Bengalen um die Astspitzen von allerlei Stauden geklebet. Daher kommt es, saget er weiter, daß der bengalische Lack allemal schöner und reiner, als der peguanische, dieser letztere hingegen allemal mit einer Menge Unrath vermischet ist; [...].

    |P_696
    £{Phi-186,25-26}
    Salpeter giebt es in Bengalen die Menge. Der geläuterte kostet dreymal so viel, als der ungeläuterte. Die Holländer haben eine Salpeterniederlage zu Chupar vierzehen Meilen über Patna und verführen den geläuterten von da zu Wasser, bis nach Ougly, wo sie einen Handelssitz haben.
    -------
    [Fußnote:] Walther Schouten berichtet, der meiste Salpeter komme aus der mitternächtigen Gegend von Großindien; [...].

    Man hält keinen Bezoar für besser, als der aus dem Königreiche Golkonda kömmt.

    |P_697-698
    £{Hol-155,05-19} [Nicht die Quelle]
    Man findet im Morgenlande sowohl in Kühen, als in andern Thieren ebenfalls Bezoar, ja, einige von siebenzehn bis achtzehn Unzen am Gewichte: es wird aber wenig Wesens davon gemachet, indem sechs Gran vom Ziegenbezoar in dergleichen Zufällen, dafür man sie brauchet, mehr Wirkung zeigen, als dreyßig von einem andern. Gleichwohl muß man die Affensteine hiervon ausnehmen, weil man sie dem Ziegensteine noch vorzieht. Sie sind äußerst selten. Man bekömmt sie absonderlich von einer gewißen Affengattung, die sonst nirgends als auf der Insel Celebes, bekannt ist. Besagte Steine sind allemal rund; dahingegen der andere Bezoar nicht einerley Gestalt hat; gleicht einer an Größe einer Wallnuß, so zahlen die Portugiesen wohl hundert Thaler dafür; denn sie sind deswegen, mehr als irgend eine Nation darauf erpicht, weil sie diesen Stein für ein unvergleichliches Gegengift, folglich bey seinem Besitze sich selbst gegen dem Vergiften, das immer einer vom andern besorget, für gesichert halten.
    Noch höher als den Bezoar schätzet man den Stein, der im Kopfe der Stachelschweine gefunden wird. Man bezahlet vier bis fünfhundert Thaler dafür. Läßt man ihn nur eine Vierthelstunde im Wasser liegen: so bekömmt er[!] eine Bitterkeit, die ihres Gleichen in der Welt nicht hat. Eben dieses Thier hat zuweilen auch in seinem Leibe einen Stein von nicht geringerer Kraft; nur zeiget sich zwischen beyden dieser Unterschied, daß der letztere, wenn er in Wasser geleget wird, nicht das geringste, weder am Gewichte, noch an der Größe verliert, jener hingegen einigen Abgang leidet.
    £{Hol-189,04-05}
    Der Schlangenstein hat ungefähr die Größe eines französischen Liards. [...] Die Indianer haben zwo Proben, daran sie erkennen, ob ein Schlangenstein die gehörige Güte habe, oder nicht. Sie nehmen ihn entweder in den Mund, worauf er, wenn er gut ist, sogleich an den Gaumen springt, und sich daran hängt, oder sie werfen ihn in ein Glas voll Wasser, welches von einem unverfälschten Steine sogleich aufbrauset, indem der Stein, ob er gleich zu Grunde liegt, bis an die Oberfläche des Wassers Blasen aufwirft.

    |P_699
    Eigentlich giebt es im ganzen Morgenlande nicht mehr, als zwo Landschaften, darinnen man allerley Edelgesteingattungen in großer Menge findet, nämlich das Königreich Pegu und die Insel Ceylan.

    |P_701
    £{Hol-178,18-19} / £{Hol-179,06-08}
    Wir haben zwar von den Diamantgruben und der Perlenfischrey an mehr als einem Orte bereits eine so vollständige Erläuterung beygebracht, daß sie keine Zusätze bedarf. Gleichwohl müssen wir anjetzt noch folgendes anführen. Die besten Perlenfischereyen sind 1. zu Bahren im persischen Meerbusen. Diese gehöret dem Könige von Persien, und hält er, um seine Gerechtsamen zu behaupten, eine Besatzung von zwey bis dreyhundert Mann auf besagter Insel. 2. Zu Catifa im glückseligen Arabien. Bahren gegenüber.
    [...] Bey Gelegenheit nur erwähnter beyder Fischereyen wird zugleich angeführt, es hätte der arabische Fürst, welcher den Portugiesen Mascate wegnahm und für sich behielt, eine der allerschönsten Perlen in der ganzen Welt in seinem Schatze. Ihre Schätzbarkeit besteht nicht sowohl in ihrer Größe, als welche nur etwas über zwölf Karath beträgt, sondern vielmehr in ihrer vollkommenen Rundung und dem vortrefflichen Wasser, das ihr beynahe gänzliche Durchsichtigkeit beyleget. Der große Mogul hat ihm dafür bis hundert und zwanzig tausend Livres, obgleich vergeblich, angebothen. [...]
    3. Die Fischerey zu Manar auf der Insel Ceylan. Die dasigen Perlen sind, was die Rundung und das Wasser betrifft, die allerschönsten, die man kennet, sie wiegen aber selten mehr, als drey bis vier Karath.
    4. Die Fischerey am Vorgebirge Comorin, welche diesen Namen schlechtweg, und gleichsam aus einem Vorzuge führet. Gleichwohl ist sie heutiges Tages in geringerm Ansehen, als die beyden in Ceylan und im persischen Meerbusen.
    5. Endlich so ist zwar in Japon mehr als eine Fischerey, es sind auch die dasigen Perlen groß genug und von schönem Wasser, aber weistens eckigt.


  12. __AHR-13_(1755)__
    Erste Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen der Europäer in America
    ***************
    Marburger Exzerpt / auch: Adickes 1911
    version 3/ 9. Juni 2006
    ****************

    |P_220-254
    Das vi Capitel / Beschreibung der Insel Hispaniola, insgemein St. Domingo genannt

    |P_233f.
    £{Hol-202,07-08} /
    £{Herder## +} / £{Hes-063,09-18} / £{Doh-180,11}
    Kaum hatten sich die Castilianer auf den Küsten von Hispaniola gezeiget: so wurden sie damit [sc. der Lustseuche] angesteckt. Diejenigen, welche sie nach Europa gebracht haben, sind noch so glücklich gewesen, ihre Namen dieser Schande zu entziehen: aber ihr Geschlecht haben / sie, besonders in America so wenig davor bewahret, daß fast keine Familie der Nation ist, die es nicht empfinden sollte. Die Eyländer halfen sich mit dem Gayacholze, oder verschaffeten sich wenigstens viel Linderung damit.
    [Ohne Hinweis auf eine Ursache für die Entstehung der Krankheit; sie sei unter den Einwohner von Hispaniola verbreitet.]

    |P_240-247
    Der iii Abschnitt. / Von den Thieren auf der Insel

    |P_241-242
    £{Hol-191,22-26}
    Der Colobri[!], den die Spanier Tominejo nennen, weil er so klein ist, daß er mit seinem Neste nur ungefähr zweymal das spanische Gewicht Tominos wiegt, ist doch etwas größer, als der in Canada, den die Franzosen Vogelfliege (oiseau mouche) nennen, und dessen Körper mit den Federn nicht größer als ein Maykäfer. Seine Farben auf Hispaniola sind roth, schwarz, grün und weiß, mit goldfarenen, grünlichten und röthlichten Schattirungen. Auf dem Kopfe hat er einen kleinen schwarzen Federbusch. Seine Kehle ist lebhaft roth, sein Bauch / schön weiß, und alles übrige an ihm grün wie ein Rosenstrauch.

    |P_243
    £{Fri-445,03-05} [Nicht die Quelle]
    In der Insel Hispaniola hat man angefangen, ein Thier kennen zu lernen, das auf dem Lande, wie auf dem Wasser lebet, und bey den alten Einwohnern der Insel Ivana oder Iguana hieß, [...]. Es hat etwas ähnliches mit der Eydexe und dem Krokodile, aber vor beyden den Vorzug, daß sein Fleisch eine sehr angenehme Speise ist. Doch saget man, es sey denen schädlich, die mit schändlichen Krankheiten angesteckt sind.

    |P_244f.
    £{Hol-232,25-26}
    Der Geschichtschreiber bemerket, daß der einzige Lamentin, nach einigen Schriftstellern, die meisten Merkwürdigkeiten vereinigt besitze, die man vor alters der Sirene und dem Delphine zugeschrieben hat. Aber setze er hinzu, es sei nicht leicht, sie daselbst zu erkennen. Der Lamentin, saget er, hat niemals gesungen. Er weinet, und winselt, wenn man ihn auf das Land zieht, und daher kömmt der Name, den er von den Franzosen erhalten hat. Seine Gestalt gleicht derjenigen nicht, unter der man den Delphin sich vorstellt, und die einzige Aehnlichkeit, die er mit ihm hat, ist, daß er den Menschen ziemlich Freund zu sein scheint. Zwo Flossen, die er unter seinen Schultern hat, und die ungefähr wie ein Paar Hände aussehen, haben ihm den Namen Manati bei den Spaniern erworben. [...] /
    Von ihrer Fähigkeit, sich zähmen zu lassen, hat man seltsame Erzählungen.

    |P_252
    £{Hol-206,02-04} / £{Hol-332,23-25}
    Auf der östlichen Küste der Insel zwischen den Klippen und Bergen der Spitze von Tiburon, und an einigen andern Oertern findet man unzählig viel von den kleinen Aepfelbäumen, aus denen die Caraiben, mit Beimischung anderer Säfte, das Gift ziehen, in welches sie ihre Pfeile tauchen. Die Höhe der Bäume beträgt ungefähr funfzehn Fuß. Sie sind sehr buschicht. Ihr Blatt ist dem Birnbaum ähnlich. Zur Frucht tragen sie kleine Aepfel, manche rund, manche länglicht, so schön rot, und von so angenehmem Geruche, daß man sie schwerlich ansehen kann, ohne in Versuchung zu geraten, von ihnen zu essen. Aber ihr Saft ist für Menschen und Tiere ein Gift. Selbst die unter dem Schatten dieser Bäume schlafen, sollen mit großen Kopfschmerzen und geschwollenen Augen, Augenlidern und Kinnbacken wieder aufwachen. Wenn der Tau von den Blättern in das Gesicht fällt: so verbrennt er die Haut; kömmt er in die Augen, so hemmet er der Gebrauch des Gesichtes, und benimmt es gar. Das angezündete Holz gibt einen unerträglichen Dampf von sich, welcher Kopfschmerzen verursacht, die man schwerlich heilen kann.

    |P_342 [gegenüber]
    £{Hol-007,17}
    Karte von dem See von Mexico und deßen umliegenden Gegenden zur Zeit der Spanischen Eroberung
    [Die δ_Karte zeigt einen durch einen Damm in einen süßen und salzigen Teil getrennten See; auf einer Insel liegt Mexico]

    |P_506
    £{Hol-200,03} [Nicht ganz als Quelle ]
    Es wachsen zwar mancherley, aber weder hohe noch dicke Bäume darauf; doch kommen die zum Färben dienliche, oder das sogenannte Campecheholz noch am besten fort, gleichwie man sie in fetterm Boden gar nicht antrifft. [...] Dampier glaubet, das wahre Campecheholz wachse sonst nirgend, als in Yucatan.

    |P_623-696
    Das ix Capitel. / Witterung, Winde, Ebbe, Bäume, Kräuter, Früchte, Bluhmen, Thiere, Mineralien und andere natürliche Reichthümer von Neuspanien

    |P_625f.
    £{Hol-332,26-333,02}
    Auf der mexikanischen Küste am Südmeere bläst der Landwind beinahe in gerader Linie vom Lande, und schaffet dadurch den Fischern Gelegenheit, daß sie mit ihren Canoten von Baumrinden ohne Mühe in die See gelangen können. Weil nun in dieser Gegend der Seewind nicht weniger ordentlich bläst, so fahren sie mit dem Landwinde auf das Fischen, und mit dem Seewinde nach Hause. [...] In diesen Gegenden da die allgemeinen Winde mit eben solcher Stärke, als in Ostindien die Moussons regieren, sind die nur erwähnten Land- und Seewinde von so großem Nutzen, daß ohne ihre Hülfe die Schiffahrt platterdings unmöglich fallen würde. Hingegen ist man auf diese Weise im stande, zwei bis dreihundert Meilen weit gegen den allgemeinen Wind zu fahren.

    |P_626f.
    £{Hol-068,04ff.}
    Es giebt in dem mexicanischen Seebusen dreyerley Stürme, die man durch die Benennung des Nords, Süds und Orcane von einander unterscheidet. Sie stellen sich gemeiniglich zu ihrer gewöhnlichen Jahrszeit allemal ein, und es hat die gemeine Erfahrung einige Merkmaale gelehret; daraus man ihre Ankunft einige Stunden vorher sagen kann. [...] Doch, das allermerkwürdigst unter allen Anzeigen ist eine pechschwarze Wolke im Nordwesten, welche etwan zehn bis zwölfe Grade über den Gesichtskreis empor steigt. Ihr oberer Rand scheint glatt zu seyn. Ist die Wolke bis auf sechs, acht, zehn oder zwölf Grade hoch gestiegen: so bleibt sie in besagter Gestalt mit dem Gesichtskreise beständig parallel, und ohne die geringste Bewegung stehen. Dieser Zustand dauert zuweilen zween bis drey Tage lang, ehe der Sturm ausbricht, zuweilen auch nur dreyzehn Stunden, weniger aber niemals. Die Wolke [c) Die Engländer nennen sie die Nordbank.] erscheint niemals so nahe am Gesichtskreise. als nur entweder des Morgens oder des Abends; [...].

    |P_630-659
    Der II Abschnitt / Bäume, Gewächse, Bluhmen und Früchte

    |P_632 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-202,22-203,06}
    Wie die Mexicaner Chocolate machen.
    Aus den bisher beschriebenen drey Kerngattungen [Kakao, Vanille, Achiote], bereiten die Mexicaner hauptsächlich das berühmte Getränk, welches die Spanier benebst seiner Benennung von ihnen gelernet, und in ganz Europa bekannt gemacht haben. Man leitet diesen Namen her, theils von dem indianischen Wort Atl oder Atte, welches Wasser bedeutet, theils von dem Gebrause des Wassers, wenn es in dem Chocolatetopfe gequirlet, und zum Schäumen gebracht wird. Es wird nicht undienlich seyn, wenn wir die Zubereitungsweise der Mexicaner aus dem Gage, welcher sie zwölf Jahre lang vor Augen hatte, hierher setzen. Er saget, das hauptsächlichste Stück ist der Cacao, das ist eine haselnußähnliche Frucht, etwas größer als eine Mandel. Sie wächst auf einem Baume, der Cacaobaum genannt, in einer großen Schote, darinnen öfters wohl dreyßig bis vierzig Mandeln liegen. Ungeachtet der Cacao, gleichwie alle übrige Gewächse von allen vier Elementen etwas an sich hat, so ist er doch, der gemeinen Meinung zu Folge, kalt und trocken, wie das Element Erde, folglich von zusammenziehender Eigenschaft: allein, da er an den übrigen Elementen eben sowohl einigen Antheil nimmt, so hat er auch fette Theilchen, und man bringt etwas Butterähnliches aus ihm heraus, womit, wie ich gesehen habe, das creolische Frauenzimmer um eine desto glattere Haut zu bekommen, sich das Gesicht bestreicht. [...]

    |P_634f. Anm. o)
    Es wird unserer Schuldigkeit gemäß seyn, die spanische Weise der Zubereitung gleichfalls anzuführen. Man röstet die Cacaokerne in einer durchlöcherten Pfanne, gleichwie man in Europa mit den Maronen zu thun pflegt. Nachgehends zieht man ihnen das Häutchen ab, darinnen sie liegen, und stößt sie in einem Mörser zu einem Teige. Zu diesem setzt man noch einmal so viel Zucker, imgleichen Pfeffer, Vanilla, Muscus und Ambra. Man mischet alles durcheinander, machet kleine den Zuckerhüten ähnliche Stangen daraus, und verwahret sie. Will man sie gebrauchen, so reibt man die Stangen, wie eine Muscatennuß. Nachgehends läßt man in einem küpfernen oder silbernen Gefäße Wasser siedend werden, und gießt es also kochend in Porcellan oder Cocosbecherchen. Dabey hat man etwas Zwieback in Bereitschaft, und tauchet ihn in das Getränk. Wir haben bereits angemerket, daß die Mexicaner vor der Eroberung die Vanilla nicht gebrauchten, sondern diese Erfindung des Spaniern zugehöre.

    |P_637
    Cochenille

    |P_646
    £{Hol-201,07}
    Copal ist eine allgemeine Benennung welche einem jedweden Harze oder wohlriechenden Gummi von den Mexicanern beygeleget; hingegen aber, indem es bey ihnen eine große Anzahl dergleichen Bäume giebt, die eigentliche Gattung durch einen angehängten Zusatz unterschieden wird.

    |P_654
    £{Hol-197,23-26}
    Der mexicanische Seifenbaum. / Der Seifenbaum, welcher eine Art kleiner Nüsse hervorbringt, deren Schaum eine vortreffliche Seife zum Waschen ist, [...].

    |P_660-684
    Der III Abschnitt / Von den Thieren

    |P_679-680
    £{Hol-168,13-18}
    Obgleich das zweyleibige Thier, welches die meisten Berichte Alligator nennen, dem größten Theile von America gemein ist: [...]. Hier ist eigentlich die Gelegenheit, einen Punct aufzuklären, bey welchem viele Naturkündiger getheilt zu seyn scheinen. Es ist die Frage, ob zwischen dem Alligator und dem Crocodile, der Gestalt und der Natur nach so viele Gleichheit ist, daß man sie für zwey Thiere von einerley Art halten und voraussetzen muß, das eine sey das Weibchen, das andere das Männchen. [...] / Wenn er gehet, so schleppet er seinen Schwanz hinter sich her. Das Fleisch dieser Thiere giebt einen starken Geruch von Muscus von sich; vornehmlich thun es vier Drüsen, wovon zwo in dem Unterleibe bey jeder Hüfte, die beyden andern aber gegen die Brust zu an jedem Vorderbeine, eine liegen. [...] Die Crocodile haben keine von diesen Drüsen, und ihr Fleisch giebt keinen Muscusgeruch von sich. [...] Wenn sie laufen, so halten sie den Schwanz in die Höhe und am Ende wie einen Bogen gekrümmt. [...] In der Campechebay z.E wo die Anzahl der Alligatoren unendlich ist, hat man niemals Crocodile gesehen. Hingegen giebt es Crocodile an einigen Orten in eben dem Meere, wo man keine Alligatoren sieht. Die Spanier nennen beyde Caymanen, welches sie von den Indianern gelernet; und vermuthlich hat diese gemeinschaftliche Benennung den Irrthum veranlasset.
    Auf der andern Seite räumet Dampier ein, daß die Eyer dieser beyden Amphibien einander vollkommen gleichen, und man sie dem Ansehen nach nicht unterscheiden kann. Sie sind so groß, wie Gänseeyer, aber viel länger. Beyde sind eine gute Speise, obgleich der Alligatoren ihre einen Muscusgeruch haben. Diese Thiere leben beydes auf der Erde und in dem Wasser, es mag süße oder salzicht seyn. [...] Nichts bewegt aber Dampiern mehr, den Crocodil und Alligator als zwey Thiere von verschiedener Art anzusehen, als daß der erste weit wilder und kühner ist als der andere.

    |P_684ff.
    Der IV Abschnitt / Bergwerke, Erze, Edelgesteine und andere Sachen und Seltenheiten in Neuspanien.


  13. __AHR-14_(1756)_
    Allgemeine Geschichte und Beschreibung
    von Neu-Frankreich; [...], was die Entdeckungen
    und Eroberungen der Franzosen in dem nordlichen
    America betrifft; durch den
    P. Fr. X de Charlevoix [...]
    --------
    Marburger Exzerpt / 6. Juni 2002]

    |P_1
    [δ_Karte von 1743 / Film!]

    |P_21
    Er [Sassafras] wächst nie höher, als eine mittelmäßige Fichte, wirft keine Aeste, hat einen glatten Stamm, und seine stark belaubte Krone bildet gleichsam einen Becher. Sein Laub hat, wie des Feigenbaumes, drey Spitzen, ist dunkelgrün, und riecht, absonderlich, wenn es dürre wird, sehr angenehm.

    |P_274
    Beschreibung von der Hudsonsbay

    |P_275
    £{He8°-07,15} [Nicht die Quelle]
    Mit Salpeter muß dieses Meer freylich angefüllet seyn, wenn man die erstaunliche Menge des geschmolzenen Schnees und Eises, die es zu sich nimmt, erwägen will. Nebstdem hat man bemerket, daß die Bleyplatten, damit man die Mündung der Stücke verdecket, alle Morgen voll Salpeter sitzen.


  14. __AHR-15_(1757)_
    [Prevost]
    Das VI Buch
    Fortsetzung der Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen in America
    ---------
    MR-Exzerpt / 22. Mai 2002 // WSt: 20.04.2017]

    1. Kap. 1 (005-): Entdeckungen von Cumana und Nordamerica
    2. Kap. 2 (034-): Reisen und Entdeckungen gegen Süden von America
    3. Kap. 3 (253-): Beschreibungen der ersten entdeckten Länder in dem mittäglichen America
    4. Kap. 4 (316-): Verschiedene Reisen nach Peru
    5. Kap. 5 (375-): Ursprung, Regierung, Religion, Sitten, Gebräuche, Wissenschaften, Denkmale, Merkwürdigkeiten, u. d. gl. des alten Reiches Peru
      • 11. Abschnitt (603-): Erläuterungen wegen der in Peru angestelleten Beobachtungen zur Bestimmung der Gestalt der Erde
      • 12. Abschnitt (612-): Tagebuch des Herrn de la Condamine
      • 13. Abschnitt (621-): Geschichte der Pyramiden in Quito
      • 14. Abschnitt (633-): Rückkehr der französischen Mitglieder der Academie der Wissenschaften

    |P_450f
    £{Hol-331,06-07} [Nicht die Quelle]
    Araucaner

    |P_588 [Nicht die Quelle]
    Bejuquen

    |P_613-621
    Der xii Abschnitt. Tagebuch des Herrn de la Condamine
    [1737, 1738: Betrifft nur die Höhenmessungen ]

    |P_616
    £{Hol-024,18ff}
    Die mittlere Höhe des Thales, worinnen die Städte Quito, Cuenza, Riobamba, Latacunca, Ibarra und eine Menge Flecken und Dörfer liegen, ist funfzehn bis sechzehnhundert Toisen über das Meer erhaben, das ist, es übertrifft die höchsten pyrenäischen Gebirge an Höhe; und dieser Boden dienet noch einmal so hohen Bergen zum Grunde. Der Cayamburo, welcher unter dem Aequator selbst liegt, der Antisona, welcher nur fünf Meilen gegen Süden davon entfernet ist, haben über dreytausend Toisen, wenn man sie von der Fläche des Meeres an rechnen will; und der Chimborazo, welcher dreytausend zweyhundert und zwanzig Toisen hoch ist, übertrifft den Pico auf der Insel Teneriffa, den höchsten unter den Bergen der alten Welt, über ein Drittel. Das bloße Stück des Chimborazo, welches stets mit Schnee bedecket ist, hat achthundert Toisen in gerader Höhe. Der Pichincha und der Corazon, auf deren Gipfel wir Barometer gebracht, haben nur zweytausend vierhundert und dreyßig und zweytausend vierhundert und siebenzig Toisen Höhe in allem; und das ist die größte, auf die man jemals gestiegen ist. Der beständig liegen bleibende Schnee hat die höchsten Gipfel bisher unersteiglich gemacht.

    [Der Bd. scheint nicht von IK benutzt für das Ms Holstein, W-St (2007)]


  15. __AHR-16_(1758)_
    [ Fortsetzung der Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen in dem südlichen America
    ***************************
    Ausgehend von Adickes' Untersuchungen zu Kants physischer Geographie (Tübingen 1911) S. 310ff.
    *********************]

    |P_0
    Allgemeine Sammlung von Reisebeschreibungen. Dritter Theil.
    Verfolg des vi Buches. Fortsetzung der Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen in dem südlichen America.


    |P_1
    Das vi Capitel. Reisen auf dem Maranjon oder Amazonenflusse.

    |P_25
    Der iii Abschnitt. / Reise des Herrn de la Condamine.

    |P_39-42 [Nicht die Quelle]
    [ und p. 322, 337ff., 342, 344 ]
    £{Hol-333,05-08}

    |P_44
    Bey den Topayoern findet man noch heutiges Tages leichter, als sonst anderswo, diejenigen grünen Steine, welche unter dem Namen der Amazonensteine bekannt sind, deren Ursprung man nicht weis, und welche lange Zeit wegen derer Kräfte gesuchet wurden, die man ihnen wider den Stein, wider die Nierenschmerzen und wider die fallende Sucht zuschrieb. Sie sind weder an Härte noch an Farbe von den orientalischen Achaten unterschieden. Sie widerstehen der Feile, und man kann sich kaum einbilden, wie die alten Einwohner des Landes sie haben hauen und ihnen verschiedene Gestalten der Thiere geben können.

    |P_49
    Ein wilder Indianer, der erst kürzlich aus den Gehölzen gekommen ist, ist ordentlicher Weise so gut, als todt, wenn er von dieser Krankheit [Pocken] angegriffen wird. Indessen hat eine glückliche Erfahrung zu erkennen gegeben, daß es mit den künstlichen Blattern nicht eben so seyn würde, wenn diese Art Art einmal in die Missionen eingeführet wäre; und die Ursache dieses Unterschiedes ist nicht leicht zu finden. De la Condamine erzählet, daß funfzehn oder sechzehn Jahre vor seiner Ankunft zu Para ein Carmeliter Missionarius, da er gesehen, daß alle seine Indianer einer nach dem anderen gestorben, und da er aus einer Zeitung von dem Geheimisse der Einpfropfung etwas vernommen, welches damals viel Lärmen in Europa verursachete, dafür hielt, sie könnte wenigstens den Tod zweifelhaft machen, der bey den ordentlichen Hülfsmitteln nur gar zu gewiß wäre. Ein solcher natürlicher Vernunftschluß hätte allen denjenigen einfallen sollen, welche von der neuen Wirkung reden höreten. Dieser Ordensmann war der erste in America, welcher das Herz hatte, die Einpfropfung zu versuchen. Er ließ denen Indianern in der Mission, welche noch nicht davon waren angegriffen worden, solche einpfropfen; und von diesem Augenblick an verlor er nicht einen einzigen.

    |P_54-55
    De la Condamine hatte die Neugier, zu Cayenne zu versuchen, ob das Gift der vergifteten Pfeile, die er über ein Jahr verwahrete, seine Wirksamkeit behielt; und ob der Zucker ein so kräftiges Gegengift sey, als man ihn versichert hatte. Diese beyden Erfahrungen wurden vor den Augen des Herrn d'Ovilliers, Commandanten der Colonie, vieler Befehlshaber von der Besatzung des Arztes und des Königes gemacht. Eine Henne, die mit einem kleinen Pfeile, dessen Spitze seit dreyzehn Monaten mit Gifte überzogen war, und den man durch ein Blaserohr auf sie schoß, leicht verwundet wurde, lebete noch eine Vierthelstunde. Eine andere, die mit einem dergleichen Pfeile, der nun erst neulich in das durch Wasser verdünnete Gift getunket worden, und den man so gleich aus der Wunde wieder herauszog, in den Flügel gestochen wurde, schien eine Minute lang betäubet zu seyn. Bald darauf folgten die Verzuckungen; und ob man sie gleich Zucker verschlingen ließ, so starb sie dennoch. Eine dritte, die mit eben dem Pfeile, welcher wieder in das Gift getunket worden, gestochen wurde, der man aber so gleich mit eben dem Gegenmittel zu Hülfe kam, gab nicht das geringste Zeichen von sich, daß ihr das Gift etwas schadete. p)
    --------
    /p) De la Condamine stellete den 23ten des Jenners eben desselben Jahres zu Leyden, in Gegenwart der berühmten Professoren, Herren Mueschenbroeck, van Swieten, und Albinus, eben die Versuche an. Das Gift, welches durch die Länge der Zeit und durch die Kälte schwache geworden seyn mußte, tat nur erste nach fünf oder sechs Minuten seine Wirkung: der Zucker wurde aber ohne Erfolg gegeben. Die Henne, welche den Zucker verschlucket hatte, schien nur etwas länger, als die andere, zu leben. Der Versuch wurde nicht wiederhohlet.
    Ebendas. a. d. 209 S. (Connoissance des Tems)


    |P_57
    Das vii Capitel. Reisen auf dem Flusse de la Plata, und an der magellanischen Küste.

    |P_78
    £{Hol-335,19-20}
    /"Ueberhaupt sind die Indianer in Chaco von einer vortheilhaften Gestalt. Sie haben ganz andere Gesichtszüge, als die meisten Menschen gemeiniglich haben; und die Farben, womit sie sich malen, geben ihnen vollends ein schreckliches Ansehen. Ein spanischer Hauptmann, welcher mit Ehren in Europa gedienet hatte, wurde beordert, wider eine Völkerschaft aus Chaco zu marschieren, die nicht weit von Santa Fe war: er wurde aber durch den bloßen Anblick dieser Barbaren so beunruhiget, daß er in Ohnmacht fiel."

    |P_79
    £{Hol-335,18-19}
    /"Fast alle diese Indianer sind Menschenfresser, und haben keine andere Beschäfftigung, als den Krieg und das Plündern. Sie haben sich bey den Spaniern wegen ihrer grimmigen Blutbegierde in dem Gefechte, und noch mehr wegen ihrer Ränke, deren sie sich bedienen, sie zu überfallen, sehr furchtbar gemacht."

    |P_80
    £{Hol-335,19-20}
    /"Die Weibespersonen in Chaco zerstechen sich das Gesicht, die Brust und die Arme, wie die Mohrinnen in Africa. Die Mütter zerstechen ihre Töchter auf diese Art, so bald sie gebohren worden."
    [Vgl. IX: P_481ff.,]

    |P_84-86 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-335,21-22}

    |P_87-88
    Der vi Abschnitt /
    Erläuterungen wegen des magellanischen Landes. Keine Küste gegen Süden von Buenos Ayres ist bewohnet. Zeugniß des P. Feuillee von dem Lande und der Republik der Cäsareer. Sie sind von den Spaniern gebildet.
    £{Hol-335,15-18} / £{Hes-024,19-24} / £{Wol-040,09} / £{HeM-168'}
    /Er berichtet, [...], nach ältern Zeugnissen, es habe Kaiser Karl_der_V im 1539sten Jahre dem ....[!] damaligen Bischofe zu Placentia erlaubet, vier Schiffe nach den moluckischen Eylanden durch die magellanische Straße zu schicken. Sie liefen auch den 20sten Jenner des folgenden Jahres durch eine glückliche Schiffahrt in die Straße ein. Als sie ungefähr fünf und zwanzig Seemeilen weit darinnen fortgerücket waren: so warf ein Westwind drey davon an die Küste und scheiterte sie, jedoch aber mit solchem Glücke, daß ihr Schiffsvolk, worunter man einige Priester und achtzehn bis zwanzig Frauenspersonen zählete, sich noch retteten. Der Hauptmann des vierten Schiffes, welches auf der hohen See geblieben war, ohne von dem Sturme etwas gelitten zu haben, wurde durch das Heulen und Schreyen seiner Gefährten nicht gerühret. Die Furcht, es möchte ihm an Lebensmitteln gebrechen, und er sein Schiff zu sehr überladen, machete daß er diesen Haufen Unglückseliger verließ, und seine Fahrt bis an den Eingang in das Südmeer fortsetzete, von da er die Zeitung von ihrer Begebenheit nach Lima bringen wollte.
    Man glaubet, saget der P. Feuillee, diejenigen, welche an der Straße geblieben, seyn der Ursprung eines Volkes geworden, die Cäsareer genannt, welche ein Land im drey und vierzig oder vier und vierzigsten Grade der Höhe des Südpoles mitten auf dem festen Lande bewohnen, welches das Nordmeer von dem Südmeere absondert; welches Land ungemein fruchtbar und sehr angenehm, und an der Westseite durch einen großen und schnellen Fluß verschlossen wird. Diejenigen, welche die Ufer desselben besuchet, haben auf deren andern Seite Menschen gesehen, die von den eingebohrenen Völkern des Landes sehr unterschieden gewesen, und weißes Leinenzeug zum Trocknen aufgehängt haben. Sie haben sogar Glocken läuten hören. Ich habe zu Chili vernommen, fährt dieser geistliche Mathematiker fort, daß es allen Fremden, die Spanier nicht ausgenommen, bey Lebensstrafe verbothen ist, in das Land der Cäsareer zu gehen.

    |P_88-105
    Der vii Abschnitt. / Reise des P. Quiroga nach der Küste des magellanischen Landes.
    [1745/46]

    |P_88-89
    £{Hol-336,03-06}
    /Im 1745sten Jahre sah man zu Buenos Ayres eine spanische Fregatte, der heil. Anton genannt, von hundert und funfzig Tonnen ankommen [...]. Die Fregatte war bestimmet, so nahe, als es möglich seyn würde, an der westlichen Küste des magellanischen Meeres von Buenos Ayres bis nach der magellanischen Straße hinzufahren; und dem P. Quiroga war aufgetragen, Beobachtungen zu machen [...]. Die erste Absicht des Königes in Spanien bey diesem Unternehmen war, auf dieser Küste Leute suchen zu lassen, die geneigt wären, sich unter die Führung der Jesuiten zu begeben, um das Christenthum anzunehmen, und Reduktionen nach dem Muster von Paraguay zu bilden; die zweyte war, einen bequemen Hafen ausfündig zu machen, welcher könnte befestiget werden, damit er den spanischen Schiffen zur Zuflucht dienete; damit man sich eines leichten Einganges in das feste Land versicherte; und damit man andere Völkerschaften verhinderte, sich daselbst zu setzen.
    [ Am 5. Dezember 1745 beginnt die Expedition. ]

    |P_95f.
    Den 1sten des Hornungs wurde die Fahrt gegen Westen fortgesetzet: die Ströme trieben gegen Süden. [...] Diese ganze Küste ist niedrig dürr und das Land flach, einige Felsen oder kleine Hügel ausgenommen, die man / von einer Weite zu andern entdecket. den 6ten im acht und vierzigsten Grad, vier und dreißig Minuten, bildet die Küste zwo große Buchten, deren Spitzen gegen Süd ein Vierthel Süd sind. [...]
    Nach sorgfältigen Beobachtungen kam man wieder an Bord, wo man bis auf den andern Tag ein wenig ausruhete. Um acht Uhr strandete die Schalupe, und man machete sich dieses Zugfalls zu Nutze, um die Bay vollends zu besuchen. Man konnte weder süsses Waser, noch anderes Holz, als einige mit Dornen bewaffnete Sträuche daselbst antreffen.

    |P_97f.
    £{He8-59 :??}
    Dieser Missioniarius [P. Cardiel] legete den ersten Tag sechs Meilen gegen Abend zurück und fand süsses Wasser. Er brachte die Nacht an dem Orte zu, den andern Morgen begab er sich wieder auf den Marsch. Nachdem er eine Stunde des Weges weit gegangen war: so hatte er einen Anblick, welcher ihm in dieser Einsamkeit viel Verwunderung erwecken mußte. Dieses war ein Haus, auf dessen einer Seite sechs Fahnen von verschiedenen Farben flatterten, die an sehr hohe und in die Erde gesteckete Pfähle angemacht waren. Auf der andern Seite fünf todte mit Strohe umwickelte Pferde, deren jedes auf drey sehr hohen und ebenfalls in die Erde gestecketen Pfählen steckete. Als der Missionarius mit seinen Soldaten in das Haus gegangen war: so fand er daselbst ausgebreitete Decken, welche jede einen todten Körper bedeckete. Diese waren zwo Frauen und eine Mannsperson, die noch nicht verweset waren. Eine von denen Frauenspersonen hatte ein messingenes Blech auf dem Kopfe und Ohrenringe von eben dem Metalle. Auf den Bericht, welchen der P. Cardiel und seine Gefährten bey ihrer Zurückkunft davon abstatteten, erkannte man, daß die drey Todten / von der Völkerschaft der Puelcher waren; und dieser Missionarius schmeichelte sich, weiter hin einiges bewohntes Land zu finden. Nachdem er aber über drey Seemeilen weiter gegangen war, und keine Spur von Menschen entdeckete, sein Vorrath von Lebensmitteln auch alle war: so ergriff er die Parthey, stille zu halten.

    |P_103
    £{Hol-336,03-07}
    /"Der P. Quiroga endiget [seinen Bericht] mit einer allgemeinen Vorstellung der Küste von der Bay de Rio de la Plata an bis an die magellanische Straße."

    |P_104
    £{Hol-336,05-07}
    /Die Kälte läßt sich an dieser ganzen Küste und so gar im Sommer fühlen; und man hält dafür, sie müsse im Winter überaus stark seyn, wenn man die große Menge Schnee bedenkt, die auf der Cordilliera und dem platten Lande fällt, welches er nicht fruchtbar machet, und welches wegen seiner beständigen Dürre nichts hervorbringen kann. Daher kömmt es, daß diese ganze Küste unbewohnet ist [...]. Man muß schließen, daß dieser letzte Besuch einer so wenig besucheten Küste eine weit richtigere Kenntniß davon gegeben, als man bisher noch gehabt hat. Es ist gewiß geworden, daß sie weder Einwohner hat, noch haben kann, und die Missionarien haben der Hoffnung entsaget, daselbst ihren Eifer auszuüben.

    |P_105
    £{Hol-336,07-08}
    /"Man sagete dem P. Cardiel, es theilete sich der Weidenbäumefluß, wenn er nahe an das Meer käme, in zween Arme, und auf der Insel, welche durch diese Theilung gemacht würde, fänden sich Spanier, das ist Europäer; denn die Indianer des Landes nennen alle Europäer Spanier. Man bemerket gleichwohl, daß die Jesuiten in Paraguay nicht wissen, ob dieses Eyland bewohnet sey. Diejenigen, welche diese Erzählung macheten, setzeten hinzu, ihre Vorfahren hätten mit diesen Spaniern gehandelt: da sie aber einige von ihnen getödtet, so wäre ihre Gemeinschaft unterbrochen worden; man sähe sie gleichwohl noch zuweilen mit Schaluppen in das große Land gehen; und die ältesten Indianer hätten niemals gewußt, wie, und zu welcher Zeit sie sich in dieser Insel gesetzet hätten."


    |P_108ff
    Das viii Capitel. / Naturgeschichte der spanischen Landschaften in dem südlichen America.
    Der i Abschnitt / Naturgeschichte der americanischen Landenge. / 1) Bäume, Früchte und Pflanzen.
    [Verweis auf einen "Lionel Waffer" als Quelle]

    |P_110
    £{Hol-208,24-209,01} [ Nicht die Quelle ]
    Die Ananas, welche alle englische Reisebeschreiber Fichtenapfel (Pomme de Pin) a) nennen, ist auf der Landenge sehr gemein, und wird in allen Jahreszeiten reif. Man findet daselbst eben so überflüßig eine andere Frucht, welche die Indianer nicht weniger begierig essen, und Waffer die beißende Birne nennet.
    -----
    /a) Vermutlich von der Spanier Pinna, welchen Namen sie ihr anfänglich gaben. Man kann sich in Waffers Beschreibung nicht irren

    |P_110f
    £{Hes-160,07-10}
    Anmerkungen über die Mazanillen. Waffer füget zu der Beschreibung, die man bereits von der Mazanilla gegeben hat, noch hinzu, dieser schädliche Apfel verbinde mit der Schönheit seiner Farbe einen sehr angenehmen Geruch; der Baum wachse in einem mit dem schönsten Grüne bedeckten Lande; er sey niedrig und mit Blättern wohl bekleidet, der Stamm aber sey so stark und das Holz so körnericht, daß man es zu eingelegten Arbeiten stark brauchet; indessen könne man es doch nicht ohne Gefahr abhauen und der geringste Tropfen von seinem Safte bringe eine Blase auf dem Gliede hervor, das er berühret. "Ein Franzose von unserer Gesellschaft, saget eben der Reisende, hatte sich nach einem kleinen Regen unter einen von diesen Bäumen gesetzet. Es fielen ihm auf seinen Kopf und auf seine Brust einige Tropfen Wasser, welche daselbst so gefährliche Blasen macheten, daß man Mühe hatte, ihm das Leben zu erhalten. Es blieben ihm davon noch Narben, so wie von den Blattern."

    |P_113
    £{Hol-200,11-12}
    Die größten Bäume des Landes Carthagena.
    [...] Der Balsambaum und der Marienbaum tröpfeln einen harzigten Saft von verschiedener Art. Der eine heißt Marienöhl und der andere Toluer Balsam, von einem Dorfe, wo dieser Baum im Ueberflusse wächst.

    |P_121
    Der iii Abschnitt. / Naturgeschichte von Peru und den benachbarten Landschaften.
    [Vgl. XV, P_486 und]

    |P_122-123
    £{Hol-335,09-12}
    Kraut von Paraguay. Man hat vielmals von dem Paraguaykraute, als dem vornehmsten Reichthume der Spanier und Indianer geredet [Verweis auf Bd. V, 209 Ulloa ], welche zu der Provinz Paraguay entweder durch ihren Aufenthalt daselbst, oder durch ihren Handel dahin, gehören. [...]
    Dieses Kraut, welches in dem mittäglichen America so berühmt ist, ist das Blatt von einem Baume, welcher die Größe eines Apfelbaumes hat. Sie Geschmack kömmt dem Geschmacke der Pappeln nahe, und seine Gestalt ist fast wie eine Orangeblatt. Es hat auch einige Aehnlichkeit mit dem Blatte der peruanischen Coca; [...]. Es wird trocken und fast in Staub zerrieben, verführet. Man läßt das darüber gegossene Wasser niemals lange stehen, weil es solches so schwarz, wie Dinte machen würde. [...] / [...]
    Die Spanier glauben, in diesem Kraute ein Hülfsmittel, oder ein Verwahrungsmittel wider alle ihre Krankheiten zu finden. Niemand leugnet, daß es nicht öffne, und den Harn treibe. Man erzählet, daß in den ersten Zeiten, da es einige übermäßig zu sich genommen, es ihnen eine gänzliche Beraubung aller Sinne verursachet habe, wovon sie nur erst viele Tage nachher wieder zurück gekommen, es scheint aber gewiß zu seyn, daß es oftmals einander sehr entgegen gesetzete Wirkungen hervorbringt, als z. B. daß es bey denjenigen, die nicht schlafen können, den Schlaf erreget, und diejenigen aufwecket, die in eine Schlafsucht gerathen; daß es nährend und abführend ist. Die Gewohnheit, dasselbe zu brauchen, machet es nothwendig; und oftmals hat man viel Mühe, sich in einem mäßigen Gebrauche desselben zu erhalten, ob man gleich versichert, daß die Uebermaaße berausche, und die meisten Unbequemlichkeiten verursache, welche man den hitzigen Getränken beyleget.

    |P_124
    [XII, P_129, XIII, P_671 ]
    £{Hol-334,14-18} / £{Hol-342,07-08}
    /"In denen weitläuftigen Ebenen, saget er, welche sich von Buenos Ayres bis nach Chili und gegen Süden erstrecken, haben sich einige Pferde und einige Kühe, welche die Spanier auf den Gefilden ließen, da sie bald nach Anlegung dieser Stadt solche wieder verließen, so überflüssig vermehret, daß man im 1628sten Jahre ein sehr gutes Pferd für zwo Nähnadeln und einen Ochsen nach Verhältnis bekommen konnte. Heutiges Tages muß einer ziemlich weit gehen, wenn man welche finden will. Vor dreyßig Jahren aber fuhr doch noch kein Schiff aus dem Hafen von Buenos Ayres, welches nicht mit vierzig bis funfzig tausend Rindshäuten beladen war. Man mußte ihrer auf achtzigtausend getödtet haben, um diese Anzahl zu liefern, weil alle Felle, die nicht gut, das ist von Thieren und von einem gewissen Maaße sind, nicht mit in den Handel kamen. Ein Theil von den Jägern nimmt auch nur, wenn es diese Thiere erleget hat, die Zungen und das Fett, welches in diesem Lande statt der Butter, des Oeles, des Speckes und des Schmalzes dienet.
    Dieser Bericht giebt noch keinen richtigen Begriff von ihrer Vermehrung. Die Hunde, wovon eine sehr große Anzahl wild geworden ist, die Tiger und die Löwen reiben ihrer mehr auf, als man es sich einbilden kann [...]. Die größten Feinde dieser Thiere aber sind die Hunde. Es hat sich seit mehr als zwanzig Jahren des Preis des Leders und des Talches zu Buenos Ayres um zwey Drittheile erhöhet; und der Geschichtschreiber urtheilet, wenn die Rinder jemals aus diesem Lande verschwinden, so werde solches vornehmlich durch den Krieg der Hunde wider sie geschehen, welche die Menschen, saget er, verzehren werden, wenn sie keine Thiere mehr finden.

    |P_125-127
    £{Hol-335,13-14}
    /"Tucuman und Paraguay ernähren eine außerordentliche Anzahl verschiedener Arten von kriechenden Gewürmen: es sind aber nicht alle Schlangen daselbst giftig [...]. Man findet welche von zwey und zwanzig Fuß lang, und nach Verhältnis dick, welche ganze Hirsche verschlingen, wenn man den Spaniern glauben will, welche vorgeben, daß sie davon Zeugen gewesen. Die Indianer versichern, sie paareten sich durch den Rachen, und die Jungen zernageten den Bauch der Mutter, damit sie herauskämen; worauf die stärksten die schwächern auffräßen. Wenn solches nicht geschähe, saget ein berühmter Missionarius [P. de Montoya], so würde man unaufhörlich den Angriffen dieser ungeheuern Gewürme ausgesetzet seyn. Unter denjenigen, welche aus Eyern gebohren werden, legen einige sehr große Eyer, welche die Mütter ausbrüten. Die Klapperschlange ist nirgends so gemein, als in Paraguay [...]. Paraguay hat Schlangen, welche man Jäger nennet, die auf die Bäume steigen, um ihren Raub zu entdecken, und wenn sich solcher nähert, auf ihn herabschießen, ihn mit solcher Stärke drücken, daß er sich nicht bewegen kann, und ihn lebendig auffressen. Wenn sie aber ganze Thiere verschlungen haben: so werden sie so schwer, daß sie sich nicht mehr fortschleppen können. Man setzet hinzu, da sie nicht stets natürliche Hitze genug haben, so große Stücke zu verdauen, so würden sie umkommen, wenn ihnen die Natur nicht ein sehr sonderbares Hülfsmittel eingegeben hätte. Sie kehren den Bauch gegen die Sonne, deren Hitze ihn zum Faulen bringt. Es kommen Würmer hinein; und die Vögel, welche sich darauf setzen, nähren sich von dem, was sie wegbringen können. Die Schlange ermangelt nicht, zu verhindern, daß sie nicht zu weit gehen, und ihre Haut wird bald wieder hergestellet. Es geschieht aber zuweilen, saget man, daß sie bey ihrer Wiederherstellung die Baumzweige mit einschließt, auf welchen das Thier gelegen hat: doch belehret man uns nicht, wie es sich von dieser neuen Beschwerlichkeit befreye. [Der Herausgeber setzt hinzu: "Dieser Umstand hat so, wie das Folgende, ohne Zweifel das Zeugnis eines solchen Mannes nöthig, als der angeführte ist. Denn, wer wollte sich unterstehen, ein Mistrauen in die Glaubwürdigkeit eines Missionars zu setzen, welcher hier nur dasjenige berichtet, was er gesehen hat?"] Viele von diesen ungeheuern Gewürmen leben von Fischen; und der P. von Montoya, von welchem diese Nachricht genommen ist, erzählet, er habe eines Tages eine Schlange gesehen, deren Kopf so dick, als ein Kalbeskopf, gewesen, und die an dem Ufer eines Flusses gefischet. Anfänglich, saget er, warf sie aus ihrem Rachen vielen Schaum, in das Wasser; darauf tauchete sie den Kopf hinein, und blieb einige Zeitlang unbeweglich. Auf einmal öffnete sie den Rachen, um eine Menge Fische zu verschlucken, die der Schaum herbey zu ziehen schien. Ein andermal sah eben der Missionarius einen Indianer von der größten Gestalt, welcher bis an den Gürtel im Wasser stund, und fischete, von einer Schlange verschlingen, die ihn den andern Tag wieder ganz von sich gab. Es waren ihm alle Knochen zermalmet, als wenn er zwischen zweenen Mühlsteinen gewesen wäre. Die Schlangen von dieser Art kommen niemals aus dem Wasser; und man sieht sie an denen Orten, wo der Strom schnell schießt, welche in dem Flusse Parana sehr häufig sind, mit dem Kopfe in der Höhe schwimmen, welcher bey ihnen sehr groß ist, wobey sie einen sehr breiten Schwanz haben. Die Indianer geben vor, sie begatteten sich, wie die Landthiere, und die Männchen griffen die Weibchen so an, wie man es von den Affen meldet. Der P. von Montoya wurde eines Tages gerufen, eine Indianerin beichten zu hören, welche von einem dieser Thiere, da sie am Ufer eines Flusses beschäfftiget gewesen, Leinen zu waschen, war angefallen worden und eine verliebte Gewaltthätigkeit von ihm erlitten hatte. Der Missionarius fand sie an eben dem Orte liegen. Sie sagete zu ihm, sie fühlete es, daß sie nur noch einige Augenblicke leben würde; und sie hatte ihre Beichte kaum vollendet, so starb sie."

    |P_136
    £{Hes-143,23} [Nicht die Quelle]
    Der berühmte Vogel, welchen man in Peru Contur und verderbt Condor nennet, [...].

    |P_140
    £{Hol-191,24-25} [Nicht die Quelle]
    Nach einem so genauen Beobachter, als der P. Feuillee ist, muß man auch die Beschreibung des Quinde oder Colibri geben, so wie er ihn in dem heißen Erdgürtel gesehen hat. [...] Die Vögel sind lange noch nicht so groß, als die Zaunkönige in Europa. [...] [Schilderung des Farbenspiels der Federn]
    £{Hol-191,26}
    Diese Vögel schweben beständig mit einer wundersamen Geschwindigkeit umher. Sie fliegen von Bluhmen zu Bluhmen, und suchen in deren Grunde, mit ihrer sehr zarten Zunge, den Saft, der ihnen zur Nahrung dienet.

    |P_143
    £{Hol-044,08-10} / £{He8°-28,16-21} / £{Kae-230,14-21} / £{Bar-056,26-28} / £{Vol-043,27-30}
    Die Arbeit der Natur ist bey der folgenden Beobachtung nicht weniger merkwürdig. Man sieht zu Guanca Velica, einer Stadt in Peru, die wegen ihrer Quecksilbergruben berühmt ist, sechzig Seemeilen von Lima, eine Quelle, die mitten aus einem viereckichten Becken herausgeht, dessen Seiten ungefähr zehn Toisen haben, und dessen Wasser, wenn es heraus kömmt, überaus heiß ist, sich aber auf den Feldern, wo es sich ausbreitet, nicht weit von seiner Quelle versteinert. Die Farbe dieses versteinerten Wassers ist weiß, welches in Gelbliche fällt, [...]. Man hat sich dieser Steine bedienet, um den größten Theil der Häuser zu Guanca Velica zu bauen. Es kostet den Arbeitsleuten nicht viel Mühe sie zu hauen. Sie dürfen nur Formen von der Gestalt, die sie ihren Steinen geben wollen, mit diesem Wasser anfüllen, und wenige Tage danach werden sie ohne Winkelmaß und Hammer solche Steine finden, wie sie verlangen. Die Bildhauer selbst sind von der langen Arbeit befreyet, die sie anwenden müssen, die Kleidung und Züge ihrer Bildsäulen recht auszuarbeiten. Wenn ihre Forme gut gemacht ist: so dürfen sie solche nur voll Wasser aus dieser Quelle gießen, welches nicht unterläßt, zu Steine zu werden. Alsdann ziehen sie ihre Bildsäulen ganz fertig aus ihren Formen heraus, und es fehlet ihnen nichts mehr, als daß sie solchen eine schöne Polirung geben, um sie durchsichtig zu machen. "Ich habe, saget der P. Feuillee, unendlich viel solche Bildsäulen gesehen. [...]"

    |P_147
    £{Hol-334,18-21}
    /"Die Früchte dieses Landes wachsen auch ohne alle Wartung. Man pfropfet daselbst die Bäume nicht erst. Aepfel und Birnen hängen von Natur in den Wäldern; und wenn man die Menge derselben ansieht: so ist es schwer zu begreifen, wie diese Bäume seit der Ankunft des Spanier sich so haben vermehren und an so viele Oerter ausbreiten können, wenn es anders wahr ist, wie man doch für gewiß versichern will, daß keine vorher da gewesen sind."


    |P_155ff.
    Das ix Capitel. Reisen nach Brasilien
    Einleitung
    Man begreift unter dem Namen von Brasilien weitläuftige Provinzen des mittäglichen America, welche gegen Osten an das atlantische Meer stoßen und wegen deren Gränzen die Spanier und Portugiesen nicht mit einander übereinkommen.

    |P_197f
    £{Kae-257,01-05} [ Nicht die Quelle ]
    Niederlassung der Holländer in Surinam.
    Im 1640sten Jahre hatten die Franzosen einen Sitz an dem Flusse Surinam angeleget. Weil aber der Boden daselbst sumpficht und ungesund war: so verließen sie solchen bald wieder. [...] Die Holländer, deren Vaterland nur ein Morast ist, bequemeten sich besser dazu; [...]. Es scheint, daß die holländische Nation gebohren sey, Sümpfe schätzbar zu machen, woselbst andere Völker nur ein undankbares Erdreich und einen unfruchtbaren Boden finden. [...] Einige Privatpersonen haben Wohnungen an der Berbice gegen Westen von Surinam angeleget.

    |P_199ff.
    £{Hol-333,20-22}
    Der iv Abschnitt. Beschreibung von Brasilien

    |P_211f.
    £{Hol-333,22-24} [ Nicht die Quelle ]
    Neun oder zehn Meilen von Olinda findet man den überaus sehr bevölkerten Flecken, Amatto do Brasil, dessen Einwohner sich vornehmlich beschäfftigen Färbeholz zu fällen; und es weit nach der See zu verführen.

    |P_212 [gegenüber:] δ_Karte
    Verfolg von Brasilien von der aller Heiligen bis nach St._Paul
    £{HeM-171'}
    [Darauf:] Abrolhos das ist die Felsen

    |P_229
    £{Hol-335,22-336,03}
    /Er sahe die Stadt St. Paul nicht, [...]. Sie ist eine Art von Republik, die bey ihrem Ursprunge aus einem Mischmasche von Einwohnern ohne Glauben und Gesetz bestanden, die aus Noth, sich zu erhalten, gezwungen worden, eine Regierungsform anzunehmen. Es finden sich daselbst Flüchtlinge von allen Ständen und Völkern, Priester, Ordensleute, Soldaten, Handwerksleute, Portugiesen, Spanier, Creolen, Mestizen, Caribocten, welches Indianer sind, die von einem Brasilianer, und einer Negerinn gezeuget worden, und Mulatten.
    Sie bestund anfänglich nur aus hundert Familien, die sich etwan auf drey oder vierhundert Personen belaufen mochten, die Sclaven und einige Brasilianer aus den benachbarten Gegenden mit darunter begriffen. Innerhalb funfzehn oder zwanzig Jahren aber wuchs diese Anzahl zehn bis zwölfmal so stark. [...] So oft sie hinschickten, ihren Tribut zu bezahlen, lassen sie die Erklärung thun, es habe die Schuldigkeit und Furcht keinen Antheil daran, und ihr einziger Bewegungsgrund sey eine alte Empfindung der Ehrfurcht gegen den König von Portugall. [...]: allein wie soll man eine Bande Räuber zwingen, die mit unzugänglichen Felsen umringt sind, und die unaufhörlich neue Befestigungen an denen Pässen hinzusetzen, von denen sie glauben, daß solche durch die Natur noch nicht befestget genug sind?

    |P_230f.
    £{Hol-336,01-336,03}
    /Banditen aus verschiedenen Völkern, Portugiesen, Spanier, Italiener und Holländer, welche vor den Verfolgungen der Gerechtigkeit der Menschen flohen, und sich vor der Gerechtigkeit des Himmels nicht fürchteten, ließen sich zu St. Paul nieder. Das kürzeste, beobachtet dieser Schriftsteller, würde gewesen seyn, die Erde davon zu reinigen; und es war den beyden Kronen Spanien und Portugal, die damals auf einem Haupte vereiniget waren, auf gleiche Art daran gelegen. Allein, die Stadt, welche auf der Spitze eines Felsen lag, konnte nicht anders, als durch Hunger, überwältiget werden. Man brauchete zahlreiche Kriegesheere, welche Brasilien zu erhalten nicht im Stande war; ohne zu gedenken, daß eine kleine Anzahl herzhafter Leute die Zugänge dazu vertheidigen konnte, und daß man, um sie zu Paaren zu treiben, eine Uebereinstimmung beyder Nationen gebrauchet hätte, die man niemals gefunden hat.

    |P_237-238
    £{Hol-333,26-334,01}
    /"Man findet auf allen Seiten eine Menge Zweige von einer Völkerschaft, die Tapüyaer genannt, welche verschiedene Namen bey ihren mannichfältigen Niederlassungen angenommen haben [...]. Man kennet keine Dörfer, oder andere ordentliche Wohnplätze von ihnen. Sie führen ein herumschweifendes Leben, und verheeren alle Oerter, wo sie hinkommen können. Sie nähren sich von Wurzeln und rohen Früchten, oder dem Fleische derer Menschen, die ihnen in die Hände gerathen [...]. Ihre Grausamkeit hat sie bey allen Einwohnern in Brasilien, die Portugiesen selbst nicht ausgenommen, furchtbar gemacht."

    |P_242
    £{Hol-334,01-02}
    /"Man hat aus dem Vorhergehenden schon bemerken können, daß die Religion wenig Antheil an den Begriffen der Brasilianer hat. Sie kennen keine Art von Gottheit; sie beten nichts an, und ihre Sprache hat so gar nicht einmal ein Wort, welches den Namen Gottes ausdrücket. In ihren Fabeln findet man nichts, welches sich im geringsten auf ihren Ursprung oder auf die Schöpfung der Welt bezieht."

    |P_243
    £{Hol-334,02-08}
    /"Ueberhaupt essen, nach Lerys Berichte, alle Brasilianer die Feinde, die sie im Kriege bekommen. Sie gehen nackend, und reiben sich den Leib mit einem schwarzen Safte. Die Mannspersonen tragen ihre Haare, wie die Pfaffen, mit einer Krone, und durchbohren sich die Unterlippe, in die sie einen Stein stecken, der eine Art von grünem Jaspis ist. Dieses machet sie so ungestalt, daß sie zwey Mäuler zu haben scheinen. Die Weibespersonen lassen ihre Haare wachsen, und durchbohren sich die Lippen nicht: sie haben aber in den Ohren eine Oeffnung, wodurch man einen Finger stecken könnte, und welche dienet, einen Mischmasch von weißen Knöchelchen und Steinen zu tragen, der ihnen bis auf die Schultern hängt."

    |P_244-245
    £{Hol-334,02-08}
    /"Was man von der Gewohnheit gesaget hat, die sie haben, sich die Unterlippe zu durchbohren, ist gleich von ihrer Kindheit an wahr: in diesem zarten Alter aber tragen sie nur einen kleinen Knochen, so weiß wie Elfenbeyn, darinnen. In dem männlichen Alter stecken sie einen Stein hinein, der oftmals eines Fingers lang ist; und den sie ohne das geringste Band darinnen fest zu halten wissen. Einige stecken sich auch so gar welche in die Backen [...]. Weil sie einen Menge Hühner haben, die sie zuerst aus Europa bekommen: so suchen sie die weißesten darunter aus, und rupfen ihnen die Pflaumfedern ab, welche sie rot färben, und sich mit einem sehr klebrichten Gummi auf den Leib streuen. In ihren Kriegen und an ihren hohen Festtagen kleben sie sich mit Wachse auf die Stirne, und auf die Backen kleine Federn von einem schwarzen Vogel, den sie Tücan nennen. Zu den Schmausereyen von Menschenfleische, welche ihre größten Lustbarkeiten sind, machen sie sich Aermeln von grünen, rothen und gelben Federn, die mit so vieler Kunst unter einander gewebet sind, daß man sie für einen Sammet von allen diesen Farben ansehen sollte."

    |P_245-246
    £{Hol-334,02-08}
    /Die Weiber "lassen sich auch nicht die Lippen und Backen durchstechen, und tragen folglich keine Steine im Gesichte. Was aber die Ohren betrifft, so sind ihnen solche entsetzlich weit durchstochen, und die Ohrenringe, welche sie hinein machen, sind von großen Seemuscheln, Vignolen genannt [...]. Was das Gesicht betrifft, so sehe man hier, wie sie solches aufputzen. Nachdem die Nachbarin oder Gespielinn mit einem kleinen Pinsel in der Hand, einen kleinen Kreis gerade mitten auf der Backe derjenigen angefangen hat, die sich malen läßt, indem sie solchen rund herum wie eine Rolle und Schneckengestalt drehet, so wird sie nicht allein fortfahren, bis sie ihr mit blauer, gelber und rother Farbe das ganze Gesicht verstellet hat, sondern machet auch noch an der Stelle der Augenlider und ausgerissenen Augenrahmen den Hauptstrich mit dem Pinsel."

    |P_247
    £{Hol-334,25-335,02} [Nicht die Quelle]
    Die Brasilianer nähren sich ordentlicher Weise mit zweyerley Art der Wurzeln, der Aipy und Manioc. [ von einer Giftigkeit der rohen Pflanze ist keine Rede]

    |P_249
    £{Hol-334,08-10}
    /"Ihr vornehmster Gegenstand [im Krieg] aber ist stets, Gefangene zu machen. Diejenigen, die sie ergreifen, und bey dieser Gelegenheit wegführen können, werden sorgfältig verwahret; damit sie nach dem Kriege können gebraten und verzehret werden."

    |P_251f.
    £{Hol-334,08-10}
    Man versichert, die meisten Brasilianer mästen ihre Gefangenen, um ihr Fleisch schmackhafter zu machen, und unter der Zeit, daß sie solche leben lassen, geben sie den Mannspersonen Weiber, den Weibern aber geben sie keine Mannspersonen. Der Stockmeister, saget man, machet keine Schwierigkeit, ihnen seine Tochter oder seine Schwester zu überlassen. Dieses Weib leistet ihm übrigens allerley Dienste, bis zu dem Tage, da er soll geschlachtet und gegessen werden. Inzwischen bringt er seine Zeit mit Jagen und Fischen zu. Der Tag des Todes ist niemals fest gesetzet; er kömmt darauf an, wenn der Gefangene wohl bey Leibe ist. [Anschließend Schilderung des Vorgehens, eine Marter findet nicht statt.]

    |P_251ff. [Nicht die Quelle]
    £{Hol-334,11-12}
    [Nichts zu finden ad Amazonas / Yupura]

    |P_261
    £{Hol-334,10-11}
    /"Nimmt man einige Völkerschaften aus, deren Wildheit von der Thiere ihrer wenig unterschieden ist: so nehmen die meisten Brasilianer die Fremden leutselig auf. Man erstaunet so gar, daß man bey ihrer Bewirthung eine Aehnlichkeit von einem Dorfe zum andern findet, welches von einem gesellschaftlichen Leben herzurühren scheint."

    |P_271
    £{Hol-334,21-22}
    /"Es ist kein Ort in der Welt, wo die Affen in größerm Ueberflusse und von so mancherley Art sind."

    |P_275
    £{Hol-334,21-22}
    /"Die Reisenden machen eine abscheuliche Abschilderung von denen Martern, denen man in Brasilien durch den Biß dieser fürchterlichen Thiere [sc. Schlangen] ausgesetzet ist, und von der großen Anzahl der Unglückseligen, welche solchem nicht entgehen können. Es finden sich Schlangen bey einem jeden Schritte auf den Feldern, in den Gehölzen, inwendig in den Häusern, und so gar in den Betten oder Hamacken. Man wird des Nachts, wie des Tages, gestochen; und wenn man nicht so gleich durch Aderlassen, durch Erweiterung der Wunde, und durch die kräftigsten Gegengifte dawider zu Hülfe kömmt, so hat man den Tod in den grausamsten Schmerzen zu erwarten."

    |P_276
    £{Hol-334,22-23}
    /"Die brasilianischen Papageyen [sind] die berühmtesten aus beyden Indien."

    |P_278
    £{Hol-334,13-14}
    /"Man saget hier nichts von dem Kolibri, welcher in Brasilien sehr gemein ist, und wegen dessen Beschreibung man auf Clusii Exotica verweist. Man muß aber anmerken, daß ihm Thevet und Lery einen sehr angenehmen Gesang in Brasilien zuschreiben, so gar, daß sie solchen mit der Nachtigall ihrem vergleichen, obgleich alle andere Reisende davon nur als von einem sehr gemeinen Summen reden."

    |P_284
    £{Hol-334,23-25}
    /Das Vieh "vermehret sich wundersam, sonderlich das Schweinvieh, wovon das Fleisch über dieses so lieblich und gesund ist, daß man solches den Kranken zu essen vorschreibt."

    |P_286
    £{Hol-200,14}
    Der Cüpayba, welcher an Gestalt einem Feigenbaum gleicht, aber viel höher, viel gerader und viel dicker ist, enthält eine sonderbare Menge Oel, welches eben so hell ist, als das von Oliven, und man braucht ihn nur ein wenig einzuschneiden, um sehr viel davon zu bekommen. Es dienet nicht allein zur Heilung der Wunden, sondern nimmt auch sogar die Narben weg. Man unterscheidet es von Copal Yva, welcher diese Eigenschaft ausdrücket. Der Ueberfluß davon ist so groß, daß man es in den Lampen brauchet.

    |P_288
    £{Hol-333,22-25} / £{Hes-154,11-12}
    /"Der berühmteste Baum in Brasilien, und von welchem, wie man glaubet, das Land seinen Namen hat, führet unter den Einwohnern den Namen Arabutan, nach dem Lery, und Orabutan nach Thevets Anzeige. Er ist so hoch, als unsere Eichen, und treibt eben so viel Zweige. Man findet ihrer, die so groß sind, daß drey Menschen Mühe haben würden, sie zu umklaftern. Seine Blätter gleichen des Buchsbaumes seinen, und er trägt nicht die geringste Frucht. Das Holz desselben ist roth und von Natur so trocken, daß es wenig Rauch machet, wenn man es verbrennet. Seine Kraft zum Färben ist so stark, daß, nach Lerys Erfahrung, so gar seine Asche, wenn sie zu einer Lauge gemacht wird, dem Leinen eine Farbe giebt, die es niemals verliert."

    |P_296
    £{Hol-335,02-04}
    /"In diesem Eylande [der Insel Maragnan] bildet die Regenzeit eine große Anzahl Teiche, bey denen man bemerket, daß darinnen ohne Gemeinschaft mit andern Gewässern eine Menge kleiner Fische erzeuget wird, welche die Indianer begierig wegfangen. In der schönen Jahreszeit bleibt keiner davon übrig; und man sieht leicht ein, daß die Hitze, welche das Erdreich austrocknet, sie zernichtet. Indessen wachsen doch ihrer eben so viele alle Jahre wieder, welches der P. Claudius als ein jährliches Wunderwerk der Natur ansieht."
    £{Hol-335,05-06}
    /"Unter den Vögeln ist der Uyra, welcher in dem Eylande Maragnon gemein ist, fast zweymal größer, als der Adler. Sein Gefieder, welches man sehr rühmet, machet ihn von dem Condor sehr unterschieden: er gleicht ihm aber an Stärke und Wildheit. Er führet ein Schaf fort, und zerreißt es; er greift so gar Menschen und Hirsche an. [...]. Der Uyra thut sich auch durch die Stärke seines Schnabels, und seiner Klauen hervor, deren Nägel überaus spitzig sind."
    £{Hol-335,06-08}
    /"Der Salian ist ein Vogel von der Größe eines calecutischen Hahnes, welcher einen Storchsschnabel und Storchsbeine hat, und sich seiner Flügel nicht besser, als der Strauß, bedienet. Er ist aber so schnell im Laufen, daß er den Jagdhunden entgeht, und man ihn nur mit Fallstricken fängt."

    |P_297ff.
    £{Hol-333,12-14} / £{Hes-254,17-20}
    Der viii Abschnitt. / Insecten und Pflanzen in Surinam.
    Man hat bis zu dem letzten Abschnitte dieses Capitels einen kurzen Auszug aus der Sammlung von den Insecten in Surinam versparet, welche mit einer außerordentlichen Zierlichkeit von einem jungen deutschen Frauenzimmer z) gezeichnet worden, welches ausdrücklich deswegen 1699 eine Reise nach dieser holländischen Colonie that. Es wurde solche in zwey und siebenzig Kupferplatten an das Licht gestellet, wovon man itzo keine Abdrücke mehr, als nur in den Cabinettern der Liebhaber und Naturforscher, findet.
    -----
    /z) Maria Sibylla Merianin, aus Frankfurth am Mayn.

    |P_307
    £{Hol-333,18-20}
    /Der Kopf der "Lantarendragers, oder Laternenträger", "oder besser zu sagen, eine lange Kappe, welche ihn endiget, glänzet im Finstern. Bey Tage ist sie durchsichtig, wie eine Blase, und roth und grün gestreifet. Der Schein, welcher bey Nacht daraus kömmt, ist dem aus einer Laterne so ähnlich, daß man leichtlich dabey würde lesen können. Ich habe noch eine von diesen Fliegen, die auf dem Puncte steht, sich zu verwandeln. Sie hat noch ihre ganze Fliegengestalt, ohne die Flügel ausgenommen: die Blase aber fängt an, ihr an dem Ende des Kopfes zu wachsen."

    |P_311
    £{Hol-333,14-17}
    /"Die Merianinn beobachtet, daß viele Reisebeschreiber in einen groben Irrthum gerathen sind, wenn sie geglaubet und so gar versichert haben, daß das Thier, welchem die Holländer in ihrer Sprache den Namen des wandelnden Blattes gegeben, auf einem Baume wüchse, wovon es als eine Frucht bey seiner Reife abfiele, damit es gleich anfinge zu gehen oder zu fliegen. Sie versichert, es komme aus einem Eye, wie die andern Insecten, deren Erzeugung sie in zweyen Worten erkläret [...].
    Das wandelnde Blatt ist nur eine Heuschrecke, welche eben so wächst. Diese Erkenntnis hat die Merianinn ihren Beobachtungen zu danken. Eines Tages überreichete ihr ihr Neger, welcher Befehl hatte, ihr alle die Würmer, die Raupen, und die andern Insecten zu bringen, die er in den Gehölzen fände, ein zusammen gelegetes Blatt. Sie öffnete es sehr geschickt, um in ihrer natürlichen Lage einige meergrüne Eyer von der Größe eines Corianderkornes darinnen zu finden. Wenig Tage darnach kamen kleine schwarze Ungeziefer, wie Ameisen, heraus. Als sie wuchsen, so nahmen sie fast die Gestalt der Seekrebse an; und da sie ihre natürliche Größe erhalten hatten, so bekamen sie Flügel, ohne daß sie sich in Bohnen verwandelt hatten, wie die Schmetterlinge. Diese Flügel waren einem grünen Blatte ähnlich, und man sah eben die Fasern darauf, bey einigen sind sie hellgrün, bey andern dunkelgrün. Es finden sich so gar gemarmelte, graue und welche, die wie trockene Blätter aussehen. Wenn das Insect die Gestalt in seinem Neste angenommen hat, welches an einem Baumzweige hängt, so bedecket es sich daselbst ein wenig mit einer Art von Gewebe; darauf beweget es sich heftig, so lange bis seine Flügel frey werden. Alsdann fehlet ihm nichts mehr an seiner Lebhaftigkeit; es zerreißt sein Gewebe und fällt oder fliegt von dem Baume. Weil seine Flügel grün sind und die Gestalt eines Blattes haben: so haben sich die unwissenden Reisebeschreiber eingebildet, es sey von dem Baume hervorgebracht, von welchem sie es haben herunter fallen oder fliegen sehen."

    |P_312
    £{Hol-333,18}
    /"Endlich endiget die Merianinn ihre Sammlung mit besonders merkwürdigen Zeichnungen und noch merkwürdigern Erklärungen aller Verwandlungen der Frösche in dem mittäglichen America. Sie zeiget anfänglich einen vollkommenen Frosch von einem grünlichen Gelb, welches etwas ins Braune fällt, auf dem Rücken und an den Seiten geflecket ist. Die Farbe des Bauches ist ein wenig blaß. Die Hinterpfoten sind der Enten ihren ähnlich, und die Vorderpfoten wie der ordentlichen Frösche ihre. Es finden sich viele in dem Flusse Surinam, vornehmlich in den Buchten Cornacciana und Pirica. Wenn sie zu ihrer natürlichen Größe gelanget sind: so fangen sie ihre Verwandlungen an. Es wächst ihnen unvermerkt ein kleiner Schwanz auf Unkosten ihrer Vorderpfoten, die nach und nach abnehmen, bis sie endlich ganz verschwinden. Eben das geschieht auch den Hinterpfoten, worauf sie kein Ansehen mehr von einem Frosche haben, welcher sich in einen Fisch verwandelt hat, wovon die Merianinn die Abbildung mit allen den Stücken dieser seltsamen Verwandlung gibt. Die Landeseingebohrenen und die daselbst wohnenden Europäer nennen diesen Fisch Jarkjes, und finden ihn so leckerhaft, daß sie ihn mit der Lamprete vergleichen, deren Geschmack er auch, ihrem Vorgeben nach, haben soll. Alle ihre Gräten, ohne die Rückgräte auszunehmen, sind zart, knorpelhaft und durch gemäße Gelenke abgetheilet. Seine Haut ist sanft und mit kleinen Schuppen bedecket. Kleine sehr zarte Floßfedern, die ihm statt der Pfoten dienen, welche er verloren hat, erstrecken sich hinten vom Kopfe an bis an den Schwanz und von da bis mitten an den Bauch. Es verändert sich auch seine Farbe, und was dunkelbraun war, wird grau."


    |P_314

    Das x Capitel. / Reisen auf dem Orinoko und weiter an den Küsten von Südamerica.
    £{Hol-333,03-05}
    /"Das Innere von Guiana wird heutiges Tages nicht häufiger besuchet, und ist vielleicht noch nicht besser bekannt, als es vor zweyhundert Jahren war." [Kurz darauf ist die Rede von der] "Unfruchtbarkeit der heutigen Kenntnisse von dem Innern von Guiana".

    |P_315-340.
    Der i Abschnitt. / Sir Walther Raleighs Reise auf der Guiana
    £{Hol-333,03-05}

    |P_321-322
    Zweytens hatte er [Raleigh] erzählen hören, daß Huayna Capac, Kaiser in Peru, nur drey Söhne hinterlassen hatte; und daß nach dem Tode der beyden erstern, Huascar und Atahualipa, der dritte den Grausamkeiten der Spanier entgangen war; daß er mit allem seinem Reichthume und einigen tausend Menschen, welche durch die Vereinigung mit einer Menge anderer Indianer, Orejonen genannt, angewachsen waren, aus Peru gegangen; daß er sich in derjenigen Strecke Landes, welche zwischen dem Amazonenflusse und dem Orinoko ist, gesetzet hätte; daß er daselbst weit blühendere Städte angeleget, als die peruanischen bey dem größten Wohlstande der Yncae gewesen; und daß man daselbst ihrer Regierungsform und ihren Gesetzen folgete. Wir müssen anmerken, daß Raleigh wenig Wahrscheinlichkeit bey dieser Erzählung würde gefunden / haben, wenn er gewußt hätte, daß Manco Ynca, Huascars und Atahualipas Bruder, in Peru nach der Eroberung ermordet worden; daß Paulu Ynca, ein anderer von ihren Brüdern den Spaniern treulich dienete, und daß alle die andern Prinzen von eben dem Geblüte, das klägliche Ende gehabt hätten, welches wir in dem vorhergehenden Bande angeführet haben. Drittens, so hatte man ihm auch wundersame Dinge von der vorgegebenen Stadt Manoa erzäHlet, die bey den Spaniern under dem Namen El Dorado bekannt ist, und von einigen Reisenden dieser Nation besuchet worden. Er wußte [...].

    |P_323
    £{Hes-254,16}
    [Mündungsgebiet des Orinoko] Diese Indianer, welche in zwey Völker getheilet sind, haben jedes seinen Caciquen, welche beständig mit eindaner im Kriege sind.. Im Sommer haben sie ihre Wohnungen auf der Erde: den Winter über aber wohnen sie auf Bäumen, wo ihre kleinen Hütten, die mit wundersamer Geschicklichkeit angebracht sind, sie vor den großen Ueberschwemmungen des Orinoko schützen, welcher vom May bis in den Herbstmonat, ungefähr zwanzig Fuß hoch über die Felder steigt.

    |P_330-331
    £{Hol-333,08-12}
    /"Der Fluß Arvi, hat [nach Raleigh] noch zween andere ziemlich nahe bey sich, welche Atoica und Caora heißen. An den Ufern des zweyten findet man eine Völkerschaft von Indianern, welche den Kopf mit den Schultern ganz aus einem Stücke haben, welches misgeburtsmäßig aussehen muß, und welches ich dennoch für gewiß glaube. Diese außerordentlichen Indianer heißen die Euaipanomaer. Man giebt vor, sie hätten die Augen auf ihren Schultern, den Mund in der Brust, und die Haare auf dem Rücken [...]. Als er wieder an die Küste von Cumana zurück gekommen war: so fragete ihn ein Spanier, ein vernünftiger und erfahrener Mann, da er vernahm, daß er in Guiana bis an den Fluß Caroli gekommen wäre, ob er Euaipanomaer angetroffen hätte, und versicherte ihn, er hätte viele von diesen Ohnköpfen gesehen. Raleigh ruft hierüber Kaufleute, die in der ganzen Stadt London bekannt waren s), zu Zeugen an."
    --------
    /s) "Man hat sich nicht enthalten können, diese Erzählung aus einem solchen Reisebeschreiber, als der Ritter Raleigh ist, anzuführen: es wird aber ein Teil von diesem Wunderbaren verschwinden, wenn man voraussetzet, daß diese Völkerschaft die Gewohnheit hat, ihren Kindern einen sehr kurzen Hals zu machen, indem sie eben so etwas thun, als was andere Völker in America zu thun pflegen, die ihren Kindern den Kopf mit beständig darauf gelegten und zusammengezogenen Brettern platt machen. Ueber dieses kann man die Indianer aus Guiana und die Spanier aus Cumana in dem Verdachte haben, daß sie die Sache ein wenig übertrieben."

    |P_341-353
    Der ii Abschnitt. Reise des Lorenz Keymis nach Guiana (1596)

    |P_341
    £{He8-59}
    Darauf gab er [der Cacique] den Engländern freywillig einem Lootsmann, um sie nach dem Orinoko zu führen.

    |P_344
    £{Hol-333,08-12}
    /"Keymis fragete den Cacique um neue Erläuterungen wegen der Ohnköpfe, wovon man die Beschreibung in Raleighs Tagebuche gesehen hat; und sie wurde nicht allein mit Umständen bestätiget, welche alle seine Zweifel vollendes hoben; sondern der Cacique setzete auch hinzu, es hätte eine andere Völkerschaft der Caraiben die Kunst gefunden, den Kopf ihrer Kinder durch Drücken sehr lang, und fast einem Hundeskopfe gleich zu machen. Keymis thut die Erklärung, er fordere nicht, daß ihm seine Leser wegen dergleichen Erzählungen glauben sollen; indessen bestätigte er doch mit seinen Augen die Wahrheit, daß viele von diesen Völkerschaften, um sich entweder von andern zu unterscheiden, oder sich bey ihren Nachbaren fürchterlich zu machen, sich befleißigen, ihren Kopf zu verunstalten, und sich ihrer Häßlichkeit rühmen. Die Jaoer zum Exempel haben den Gebrauch, daß sie sich in die Backen seltsame Schmarren mit dem Zahne eines Thieres machen, den sie wie einen Grabstichel führen."


    |P_353-372
    Der iii Abschnitt. Französisches Guiana


    |P_372-384
    Der iv Abschnitt. Niederlassungen in Neu-Andalusien von dem Orinoko bis an Rio de la Hacha


    |P_394ff
    Das xi Capitel. Reisen und Niederlassungen in dem nordlichen America.
    [...] Der i Abschnitt. Ferdinand von Soto Reise nach Florida.

    |P_417 [431, 505ff.]
    £{Hol-341,27-28}
    Allein sie wehreten sich tapfer, und verschossen alle ihr Pfeile auf die Spanier.

    |P_420ff
    Der iii Abschnitt. / Begebenheiten des Soto in der Provinz Apalache

    |P_433
    £{Hol-341,27-28}
    /"Garcilasso de la Vega erzählet diese Begebenheiten, um zu zeigen, daß diese Wilden [sc. die Floridas] ihrem Manne stehen, daß sie muthig, herzhaft und trotzig sind; daß sie stets auf ihrer Hut und zum Fechten bereit gewesen, auch den Spaniern bey ihrem Aufenthalte in Apalache viel zu schaffen gemacht haben."

    |P_445-446
    £{Hol-342,01-02}
    Der v Abschnitt, / Aufnahme der Spanier in den verschiedenen Provinzen von Florida.
    [...]
    Art der Indianer, die Perlen aus den Muscheln zu bringen.
    Den andern Morgen besuchete der Cacique den General, und gab ihm eine Schnur Perlen, ungefähr zwo Klafter lang. Dieses Geschenk hätte ohne Zweifel für schön können gehalten werden, wenn die Perlen nicht gebohret gewesen wären. Denn sie waren insgesammt gleich, und so groß, wie die Nüsse. [Von Carolina keine Rede.]

    |P_498
    Der ix Abschnitt. Sitten und Gebräuche der alter Floridaner

    |P_502
    £{Hol-342,01-02}
    Alle diese Kisten waren voller Perlen; so daß die größten auch die größten Perlen enthielten, [...]. [Von Carolina keine Rede.]

    |P_503
    £{Hol-341,28}
    /"Einige Völker in Florida opfern der Sonne oder vielmehr ihren Oberherren ihre Erstgeburt auf."


    |P_511
    Das xii Capitel. / Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen der Engländer in dem nordlichen America.

    |P_521ff
    Pocahontas

    |P_549f.
    Das die Gemüthsart, die Sitten und Gebräuche der Indianer in Virginien und Maryland mit denen in dem ganzen übrigen nordlichen America fast einerley sind: so verschiebt man die Abschilderung bis nach der Beschreibung der andern Colonien.

    |P_561
    £{Hol-340,19-20}
    /"Die Winter in Virginien sind sehr kurz. Sie dauern nur ungefähr drey Monate; und dreyßig Tage darnach genießt man daselbst einer reinen Sonne und heitern Luft. Wenn der Frost allda zuweilen sehr streng und scharf ist: so dauert er nicht über drey bis vier Tage, das ist, so lange bis sich der Wind ändert." [Ueber die Annehmlichkeit des Sommers ebenda S. 560 bis 561]

    |P_562-563
    £{Hol-341,05-06}
    [Kalm 177, 246, 254, 259, 350 ff., 421 ff., 429, 450 ff., 562 ff.]
    ## [Völlig unklar ]

    |P_565-567
    £{Hol-340,21-22}
    [ Kalm 1757 523 ff., Allgemeines Magazin der Natur, Kunst und Wissenschaften (Leipzig) 1755 VI 314-5.]
    Beobachtungen, wegen der Weinstöcke in Virginien.
    Die Beobachtungen des Ungenannten von den Trauben sind merkwürdig. [...] Von den erstern dieser beyden Arten hat haben die Franzosen zu Monacan rothen Wein zu machen versuchet. Man hat gefunden, daß er Stärke und Feuer hatte, ob er gleich von Trauben gekeltert worden, die man in Gehölzen gelesen; [...]. [Anschl. Zitat aus der vorliegenden Quelle, wo über verschiedene vergebliche Versuche importierte Stöcke zu kultivieren.]

    |P_567
    £{Hol-340,22-341,03}
    /"Der Baum, welcher den Honig trägt, und derjenige, welcher den Zucker gibt, wachsen in Virginien um die Quellen der Flüsse. Der Honig ist in einer dicken und sehr aufgeblasenen Hülse enthalten, die man von fern für eine Erbsschote oder Bohnenschote halten würde. Der Baumzucker ist nur ein Saft, welcher aus dem durchbohrten Stamme abfließt, und den man beym Feuer kochen läßt. Aus acht Pfund von diesem Safte machet man ein Pfund Zucker." [Eine Anmerkung verweist auf die] "Art und Weise, wie man den Jagra in Ostindien siedet und raffinieret, welcher ein Zucker aus den Cocosbäumen ist."

    |P_569
    Die Landeseingebohrenen in Virginien sind gemeiniglich von der längsten Gestalt der Engländer. Sie sind gerade und wohlproportioniret. Die meisten haben recht wundersam schöne Arme und Beine. Man sieht nicht die geringste Unvollkommenheit an ihrem Körper; und die Engländer haben niemals weder Zwerge, noch Bucklichte oder andere ungestaltete gesehen. Ihre Weiber begeben sich allein in die Gehölze, um sich von ihren Kindern zu entbinden; und man versichert, sie begrüben diejenigen auf der Stelle, welche mit einem Gebrechen auf die Welt kämen.

    |P_614
    £{Hol-341,03-05}
    /"Dasjenige, was das Land [Pensylvanien] hervor bringt, ist mit dem einerley, was in den vorhergehenden Colonien hervor kömmt, nur mit dem Unterschiede, daß es hier besser und stärker zu seyn scheint."

    |P_615
    Der vii Abschnitt. / Niederlassung der Engländer in Carolina und dessen Beschreibung.

    |P_622 [Nicht die Quelle]
    £{Hol-341,07-09}
    Die Seidenwürmer fangen daselbst auch an gut fortzukommen.

    |P_624
    Der viii Abschnitt. / Spanisches Florida und Reise des P. Charlevoix an dessen Küste.

    |P_631
    Der ix Abschnitt. Niederlassung in Neu-Georgien, und dessen Beschreibung.


    |P_641-736
    Das xiii Capitel. Fortsetzung der Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen der Franzosen in Nord-America.
    Alles dasjenige, was uns Herr Prevot im Anfange dieses Capitels vorleget, ist aus des P. Charlevoix Geschichte von Neufrankreich genommen, die wir bereits in dem vierzehnten Bande mitgetheilet haben. Zuletzt aber hat er bey Gelegenheit der Streitigkeiten zwischen den Franzosen und Engländern wegen der Hudsonsbay, die man eben daselbst erzählet findet, doch noch einige Nachrichten beygebracht, die man nicht daselbst antrifft, und wir hier unter folgenden Abschnitt zusammen fassen.

    Der i Abschnitt. Beschreibung der Hudsonsbay und dasiger Wilden
    [...]
    Die engländischen Nachrichten halten sich nur bey der geographischen Beschreibung der Hudsonsbay auf, da uns der P. Charlevoix schon eine allgemeine Beschreibung gegeben hat. d)
    --------
    /d) Man sehe sie in dem xiv Bande dieser Samml. a. d. 274 S.

    |P_645-646
    £{Hol-336,15-17}
    £{Hol-337,11-12} [Nicht die Quelle]
    £{Hol-340,07-08} [Nicht die Quelle]
    Dieser Fluß [Bourbon], welcher sein Wasser majestätisch fortwälzet, kommt durch einen so langen Lauf herunter, daß er durch viele Seen geht, wovon der nächste am Meer, welches hundert und funfzig Seemeilen davon entfernet ist, hundert solche Meilen im Umfange hat. Die Indianer nennen ihn Tatusquoyau Secahigan, das ist der Starken_See. Ein Fluß, Namens Quisisquatschium [=Saskatchewan, W-St], ergießt sich an der Nordseite da hinein. Er nimmt seinen Ursprung aus einem andern See, welchen man über dreyhundert Meilen von dem erstern setzet, und Minchinipi[!], oder groß Wasser nennet, weil er in der That der größte und tiefste von allen Seen in diesem Lande ist. [...], und längst an allen diesen Flüssen findet man eine Menge Wilde, wovon sich einige Leute des großen Wassers, und andere Assinibuelen nennen. Die meisten sind von leutseliger Gemüthsart, da hingegen die Esquimaux, die eigentlichen Bewohner der Hudsonsbay, wild und rauh sind. [...] Die westliche Seite hat sehr schöne Wiesen, woselbst eine Menge Vieh weidet. Alle die Länder sind von Assinibuelen bewohnet.

    |P_647 [XVII, P_220-3, 268-72 ]
    £{Hol-337,06-08} [Nicht die Quelle]

    |P_648 [ 656-7, Ellis a. a. O. S. 206-11]
    £{Hol-337,02-05}
    Wenn sie das Alter außer Stand setzet, zu arbeiten, so stellen sie einen Schmaus an, wozu sie ihre ganze Familie einladen. Nach einer langen Rede, worinnen sie die Einigkeit anpreisen, überreichen sie demjenigen von ihren Kindern, welches sie am liebsten haben, einen Strick, den sie sich selbst um den Hals fest machen, und bitten es, sie zu erdrosseln, damit sie vom Leben befreyet würden, welches ihnen und andern zur Marter ist. Jedermann lobet ihren Entschluß; und der Sohn eilet, ihnen zu gehorchen. Man wird Gelegenheit haben, in einem andern Abschnitte ihre Gebräuche beyzubringen.

    |P_649
    Wir vernehmen von einem berühmten Engländer [Ellis] in dem Berichte seiner Reise nach der Hudsonsbay in den Jahren 1746 und 1747 h), daß das Fort Bourbon seinen alten Namen Fort York wiederum angenommen, und daß die Engländer in der Bay noch drey andere Posten haben, welche heutiges Tages die Namen Churchill, St_Alban und Moosefluß führen. Die Abschilderung, welche er von diesen Niederlassungen machet, und die Anmerkungen, welche er wegen der Handlung seiner Nation beyfüget, gehören mit zu diesem Abschnitte.
    --------------
    /h) Sie ist in das Französische übersetzet und in zwey Duodezbänden, im 1749sten Jahre zu Paris heraus gekommen.

    |P_653
    £{Hol-336,11}
    Die Bewohner der Hudsonsbay, welche die Engländer Nodwais und die Franzosen Esquimaux nennen, sind von einer mittelmäßigen Statur, gemeiniglich handfest, ganz wohl bey Leibe und schwarzbraun. Sie haben einen breiten Kopf, ein rundes und plattes Gesicht, kleine schwarze und funkelnde Augen, eine flache Nase, dicke Lippen, schwarze und lange Haare, breite Schultern und überaus kleine Füßes. Sie sind munter und lustig: aber fein, listig und betrügerisch. [...]

    |P_653f
    Sie hängen ihren Gebräuchen überaus fest an. 'Ich weis, saget Herr Ellis, daß viele von diesen Indianern, die in ihrer Jugend gefangen genommen, und in die englischen Comtoire gethan worden, stets ihr Vaterland bedauert haben. Eine von ihnen, welcher lange Zeit unter den Engländern gelebet, und stets nach ihrer Art gegessen hatte, sah von einem unserer Matrosen ein Seekalb eröffnen. Er fiel über den Thran her, welcher sehr häufig herausfloß, und verschlang eiligst mit einer erstaunlichen Begierde alles, was er in seinen Händen davon aufsammeln konnte. Darauf rief er in eben der Entzückung: ach! wie gut bin ich doch meinem Vaterlande, wo ich mir so oft ich wollte, von diesem Oele den Bauch vollsaufen könnte.'

    |P_654
    £{Hol-336,19-20}
    /"Sie sind sehr geschickt, ihre Canote zu regieren. Ellis [a. a. O. S. 140, 257] gibt deren Abbildung, die man mit anderer dergleichen Fahrzeugen ihrer in Berichten von Nordwest und Nordost wird vergleichen können. Sie sind entweder von Holze oder Wallfischrippen gemacht, sehr dünn, und ganz mit der Haut von Seekälbern bedecket" [Ellis a. a. O. S. 140: "mit gegerbten Seehunde-Häuten überzogen"). Vgl. auch Büsching I 275.]

    |P_655
    £{Hol-336,20-21}
    /"Man sieht bey einigen Mannspersonen Hemden von den Blasen der Seekälber [(Ellis a. a. O. S. 142-3: "von Seehunde-Blasen"], die zusammen genähet sind, und fast eben die Gestalt haben, wie unsere Hemden".
    £{Hol-336,21-337,01}
    /"Nichts machete dem Herrn Ellis einen höhern Begriff von ihrer Geschicklichkeit, als dasjenige, was sie in ihrer Sprache Schneeaugen nennen. Dieses sind kleine Stückchen Holz oder Elfenbein, die zur Erhaltung der Augen gemacht, und hinter dem Kopfe zugebunden werden. Ihre Spalte ist gerade so lang, als die Augen, aber sehr schmal [...]. Diese Erfindung verwahret sie vor der Verblindung." [Vgl. Ellis a. a. O. S. 143-4.]

    |P_656
    £{Hol-337,02-05}
    Die Gewohnheit, die Alten zu erdrosseln, die man nach Jeremies Zeugnisse angeführet hat, wird von Ellis bestätiget, aber mit Umständen, die solche noch seltsamer machen.

    |P_657-658
    £{Hol-336,17-19}
    /"Sie nehmen zu allerhand Mitteln ihre Zuflucht, sich mit ihren Familien zu erhalten; und in der äußersten Noth ist ihre Geduld unbeweglich. Oftmals reisen sie zwey bis dreyhundert Seemeilen in dem strengsten Winter durch kahle und gefrorene Länder, ohne Zelte, sich vor dem rauhen und ungestümen Wetter zu schützen, oder des Nachts zu ruhen [...]. Sie gestehen aber selbst, daß die größte Strenge der Kälte mit demjenigen nicht zu vergleichen ist, was sie oftmals vom Hunger auszustehen haben. Bey diesen Gelegenheiten werden sie dahin gebracht, daß sie ihre Weiber und Kinder fressen." [Vgl. Ellis a. a. O. S. 219-20.]

    |P_658
    £{Hol-237,08-10} /
    Die Männer erlauben auch ihren Weibern oder nöthigen sie vielmehr oft dazu, daß sie sich durch den Gebrauch eines Krautes, welches die Bay hervorbringt, und anderswo nicht unbekannt ist, das Kind abzutreiben. Uebrigens ist diese letzte Gewohnheit nicht barbarischer, als in China, wo die Gesetze denjenigen, die ihre Kinder nicht ernähren können, erlauben, sie zu tödten, wenn sie auf die Welt kommen.


    |P_659f. [ XVII, P_9, 92-3]
    £{Hol-341,11ff.}
    Der ii Abschnitt. Beschreibung von Canada oder Neu-Frankreich.
    [...]
    Ungeachtet wir bereits in einem eigenen Bande die Geschichte von Neufrankreich geliefert haben: so können wir uns doch nicht entbrechen, dasjenige allhier beyzufügen, was / noch zu dessen geographischen Beschreibung gehöret, und vornehmlich aus dem Baron de la Hontan genommen ist.

    |P_661f. [ 700ff., 706, ]
    [Nicht die Quelle]

    |P_664-9 [675-7, 681-6]
    £{Hol-341,11-15} [Nicht die Quelle]


    |P_666-694
    Der iii Abschnitt.: Reisen und Beobachtungen des P. de Charlevoix

    |P_684
    Der Fall des St._Laurenzflusses in dieser Straße bildet einen von den schönsten Wasserfällen in der Natur.
    Waßerfall von Niagara [Abbildung gegenüber]
    [Von dem Vorkommen der Ginseng-Wurzel in Kanada berichten]

    |P_691
    £{Hol-341,09-10} [und XVII, P_253]
    [/nach der letzteren Stelle findet sie sich ]
    "an vielen Orten in Kanada, welche fast unter eben den Parallelen sind wie Corea, woher der beste Ginseng aus China kömmt."
    Es finden sich hier eine Menge Kräuter, unter denen man den Ginseng bemerket, der im Ueberflusse an den Ufern des schwarzen Flusses wächst. Man weis, was der P. Laffiteau von dieser Pflanze bekannt gemacht hat, die er Aurelinanam Canadensem nennet. Man bemerket hier nur, daß der schwarze Fluß in einerley Höhe mit Corea ist, wo man den Ginseng für den Kaiser in China hohlet; welche Gleichförmigkeit der Himmelsluft denn ein großes Vorurtheil für den in Neufrankreich ist.


    |P_694-703
    Der iv Abschnitt. / Reise des Barons de la Hontan auf dem langen Flusse.
    Er geht von der Stinkerbay ab; kömmt in den langen Fluß; wird von vielen Leuten am Ufer begleitet; läßt viele Hasen jagen; seine Aufnahme bey den Essanapern; er beschweret sich bey ihrem Oberhaupte; wird bis zu den Gnacsitaren begleitet; daselbst wohl aufgenommen. Beschreibung des Landes der Mozenleken. Allgemeine Beschreibung des langen Flusses. Was noch für Entdeckungen zu machen sind.
    £{Hol-341,15-21}
    Wir müssen den Verfolg dieser Erzählung ein wenig aussetzen, und des Barons de la Hontan Reise auf dem langen Flusse dazwischen einrücken, die sich gleichsam von dem üblen Rufe gerettet hat, worein dieser Reisebeschreiber gerathen ist. In der That scheint hier seine Treue durch so viele Zeugen bewähret zu seyn; als er Franzosen in seinem Gefolge gehabt hat; und dieses Stück seiner Nachrichten ist um so viel merkwürdiger, weil noch niemand vor ihm so weit gegen Westen in das Innere des festen Landes gedrungen ist.

    |P_699
    £{Hol-341,15-21}
    [/sagt La Hontan von den Essanapern:] "Hier endiget sich das Ansehen der Friedenspfeife. Die Gnacsitaren kannten dieses Zeichen des Bündnisses und der Freundschaft nicht."

    |P_700-701
    £{Hol-341,15-21}
    [/haben vier Mozenleken La Hontan mitgeteilt,] "auf hundert und funfzig Seemeilen ergösse sich ein großer Fluß, welcher der vornehmste in diesem Lande ist, in einen großen salzichten See [...]: unten an diesem Flusse fände man sechs schöne Städte, mit einer steinernen Mauer umgeben [...]: die Einwohner des Landes macheten Zeuge, kupferne Beile und andere Werke [...]: sie nenneten sich die Tahuglanken [...]. Einer von ihnen [den Mozenleken] hatte ein Kupferblech, das ins Röthliche fiel, am Halse hängen. Er machete keine Schwierigkeit, es mir zu geben, [...]. [...]: so sagete er: die Tahuglanken, von denen er diese Art von Medaille hätte, verfertigten solche; diese Leute trügen zween Finger lange Bärte; ihre Röcke giengen ihnen bis auf die Knie; sie trügen eine spitzige Mütze auf dem Kopfe; sie hätten unaufhörlich einen langen Stab, der beynahe wie die unserigen beschlagen wäre; sie hätten Stiefeln an, die ihnen bis an die Knie giengen; ihre Weiber ließen sich nicht sehen; ungeachtet ihres kriegerischen Gemüthes aber, welches sie beständig mit den mächtigen Völkerschaften, die jenseits des Sees wären, im Kriege erhielte, beunruhigten sie doch die schwachen Völkerschaften nicht, die sie auf ihren Streifereien anträfen, oder die um sie herum lebeten.


    |P_703-718 Der V Abschnitt: Reise des P. Charlevoix nach Luisiana auf dem Mississipi
    £{Hol-341,21-23} / £{Hol-340,12f.}
    ###

    |P_705
    Eine Weibsperson von den Missuriten versicherte den P. Charlevoix, der Mussuri komme aus einer Kette kahler und sehr hoher Gebirge, hinter welchen man einen großen Fluß findet, welcher auch da herausgehen muß, und gegen Westen fließt. Dieses Zeugniß, saget er, ist von einigem Gewichte, weil man von allen Wilden keine kennet, die weiter reisen, als die Missuriten.

    |P_708
    £{Hol-341,23-24}
    Die folgenden Tage brachten eine so strenge Kälte, daß man den spanischen Wein in der Piroge gefroren; und den Brantewein eben so dick, als geronnen Oel, fand. Charlevoix bewundert diese strenge Luft in einer Himmelsgegend, deren Lieblichkeit er erkannt hatte, und konnte solche bloß den Nord- und Nordwestwinden zuschreiben, die noch immer weheten, ob sie gleich auf verschiedene Art durch das Land gebrochen wurden, so wie man sich mit dem Flusse wandte.


    |P_719-729 Der vi Abschnitt: Verfolg der Küste des festen Landes und große Bank vor Neuland.


    |P_729-736 Der VII Abschnitt. Erläuterung wegen der Zwistigkeiten der Franzosen und Engländer in Nord-America.


  16. __AHR-17_(1759)_
    ***************************
    Ausgehend von den Nachweisen in Erich Adickes 'Untersuchungen zu Kants physischer Geographie'
    ----------------------------
    (Tübingen 1911), S. 310ff.
    MR: 2002 / Juni / Juli 2006 / Nachgang: 07.10.2021
    *********************]


    |P_1-378 / Verfolg des VI Buches. Fortsetzung der Reisen, Entdeckungen und Niederlassungen in Nordamerica
    [In sieben Abschnitten]


    |P_379-726 / Das VII Buch. Reisen und Niederlassungen auf den Antillen

    |P_1-93 / Das XIV Capitel. Von den Gebräuchen, Sitten und der Gemüthsart der Indianer in dem nordlichen America

    |P_8-18: Der i. Abschnitt: Allgemeine Vorstellung der Eigenschaften und mancherley Arten der Wilden in America

    |P_8f.
    £{Hol-343,08-11}
    Indessen war sie doch um so viel weiter von der Wahrheit entfernet, da die Wilden, das Haupthaar und die Augenrahmen ausgenommen, welche einige sich noch darzu sorgfältig ausreißen, kein Haar auf dem Leibe haben, und wenn ihnen dergleichen an irgend einem Theile wächst, so reißen sie solches geschwind bis auf die Wurzel aus.
    Man liest in allen Nachrichten, daß, als sie zum erstenmale Europäer sahen, ihre größte Verwunderung allezeit auf die großen Bärte fiel, die man damals in Europa trug, und daß sie darauf über solche als eine seltsame Häßlichkeit lacheten. Die Eskimaux und noch zwo oder drey andere Völkerschaften in dem mittäglichen America haben von Natur Bärte. Ueberhaupt werden diejenigen Americaner, von denen hier die Rede ist, weiß geboren, wie wir. Ihr Nackendgehen, die Oele und Säfte aus den Kräutern, womit sie sich schmieren, die Sonne und die freye Luft verändern ihre Farbe; so wie sie an Alter zunehmen. Sonst aber geben sie uns, was die Beschaffenheit des Körpers betrifft, in nichts nach, und die Vergleichung würde in vielen Stücken nicht zu unserm Vortheile ausfallen. Die meisten sind größer, als wir, wohl gewachsen, gut gebildet, von einer gesunden Leibesbeschaffenheit, wohl bey dem Leibe, geschickt und stark. [Vgl. ebenda S. 13.]

    |P_9 [und p. 17, 68-69, 92 ]
    [XVI |P_627]
    £{Hol-341,24-25}
    ###

    |P_9, 17, 92
    £{Hol-338,08-09}
    ###

    |P_9-10
    £{Hol-337,16-337,21}
    /"Dem P. von Charlevoix scheint es gewiß zu seyn, daß die Wilden in Neu-Frankreich große Vorzüge vor uns haben. Als den ersten rechnet er die Vollkommenheit ihrer Sinne. Ungeachtet des Schnees, welcher sie blendet, und des Rauches, welcher sie sechs Monate lang des Jahres plaget, schwächet sich ihr Gesicht doch nicht. Sie haben ein überaus zartes Gehör und einen so feinen Geruch, daß sie lange vorher Feuer riechen, ehe sie es entdecken können. Dieser Ursache ohne Zweifel muß man ihre Abneigung vor dem Muscusgeruche und vor allem, was stark riecht, zuschreiben. Man behauptet so gar, sie fänden keinen angenehmer, als den von eßbaren Sachen. Ihre Einbildungskraft hat etwas wundersames. Sie brauchen nur einmal an einem Orte gewesen zu seyn, um eine richtige Vorstellung davon zu behalten, die niemals vergeht."

    |P_11
    £{Hol-339,16-17}
    /"Ihre Beständigkeit in den Schmerzen ist nicht auszudrücken und scheint beyden Geschlechtern gemein zu seyn. Ein junges Weib würde ganz Tage in den Geburtsschmerzen zubringen, ohne einen Schrey zu thun [...]. Die Wilden üben sich ihr ganzes Leben lang [in der Unempfindlichkeit] und unterlassen nicht, ihre Kinder von den zartesten Jahren an dazu zu gewöhnen. Man sieht kleine Jungen und Mägdchen sich an einem Arme zusammen binden und zwischen beyden eine glühende Kohle legen, um zu sehen, wer am ersten zucken wird."
    £{Hol-339,03-05}
    /"Der P. Charlevoix räumet ein, daß sie [die Wilden] sich der Gefahr so wenig aussetzen, als sie können, weil sie ihren Ruhm, saget er, darinnen suchen, daß sie ihren Sieg niemals zu theuer kaufen; und daß sie zum Grundsatze haben, sich nicht zu schwächen, weil ihre Völkerschaften nicht gar zu zahlreich sind. Sie schlagen sich aber als die Löwen, und der Anblick ihres Blutes ermuntert sie nur."

    |P_12
    £{Hol-339,18}
    ###

    |P_12-13
    £{Hol-337,12-16}
    /Die Indianer sind "sehr schwarzbraun und von einem schmutzigen und dunkeln Rothe [...]. Es ist nicht leicht zu erklären, woher es kömmt, daß sie außer denen Haaren auf dem Kopfe, die sie insgesamt sehr schwarz haben und an den Augenwimpern und Augenrahmen, die einige sich so gar ausreißen, sonst kein Haar auf dem ganzen Leibe haben; und in diesem Stücke sind fast alle Americaner einander ähnlich."

    |P_13f.
    [...]; und hier ist der Ort, alles dasjenige zusammen zu nehmen, was man den Missionarien von der Kenntniß derjenigen Völkerschaften zu danken hat, welche dieses große Stück des festen Landes bewohnen. [...] Wenn man von Norden anfängt, so sind die Eskimaux, wovon man schon eine besondere Abschilderung hat, die einzigen bekannten Einwohner desjenigen weiten Landes, welches zwischen dem St. Lorenzflusse, Canada, und dem Nordmeere liegt. [...] Der Ursprung ihres Namens ist nicht gewiß man behauptet aber, er hieße Rohfleischesser; [...].
    £{Hol-336,15-17}
    Es giebt keine [Völker], welche den ersten Begriff besser erfüllen, den man sich in Europa von den Wilden gemacht hat: man hat bereits angemerket, daß sie das einzige Volk in America sind, welches einen Bart hat. Er geht ihnen bis an die Augen und ist so dick, daß man Mühe hat, einige Züge von ihrem Gesichte darunter zu entdecken. Sie haben über dieses etwas Abscheuliches in ihrem Gesichte, kleine wilde Augen, breite und sehr garstige Zähne, ordentlicher Weise schwarze, zuweilen / aber auch weiße Haare, und ihr ganzes äußerliches Wesen ist sehr viehmäßig. Ihre Sitten und Gemüthsart widersprechen dieser Gesichtsbildung nicht.

    |P_15-16
    £{Hol-337,11-12}
    Diejenigen, welche sich rühmen, Assiniboilen gesehen zu haben, und Jeremie, der auf verschiedene Zeugnisse von ihnen redet, erzählen, diese Leute wären groß, stark, behend, zur Kälte und allerhand Beschwerlichkeiten abgehärtet; sie zerritzeten sich an allen Theilen / des Leibes, und zeichneten sich darauf Figuren von Schlangen und andern Thieren; sie unternähmen auch große Reisen.

    |P_16
    £{Hol-337,11-12}
    Das wahre Land der Assiniboilen ist um die Gegend eines Sees, welcher ihren Namen führet; und welcher noch wenig bekannt ist. [...]
    £{Hol-338,01-04}
    /Die algonquinische und huronische Sprache theilen alle die wilden Völkerschaften in Canada, die mit den Franzosen handeln. Man versichert, es könne ein Reisender, wenn er diese beyden Sprachen verstehe, ohne Dolmetscher über funfzehnhundert Meilen im Lande reisen, und von mehr als hundert Völkern verstanden werden, die doch gleichwohl ihre eigene Sprache hätten.


    |P_19-35: Der ii. Abschnitt: Von der Sprache, der Regierung und Religion der Wilden.

    |P_19
    £{Hol-338,01-04}
    /"Die huronische Sprache hat einen Ueberfluß, einen Nachdruck und etwas Edles, welches sich vielleicht in keiner von den schönsten Sprachen, die wir kennen, zusammen vereiniget findet [...]. Die algonquinische Sprache hat nicht so viel Nachdruck, als die huronische: sie hat aber mehr Lieblichkeit und Zierlichkeit. Sie haben alle beyde einen Reichthum von Ausdrücken, eine Mannichfaltigkeit in Redensarten, eine eigentliche Bedeutung der Wörter, eine Regelmäßigkeit, die erstaunlich ist. Das Erstaunlichste aber ist, daß sich unter Barbaren, bey denen man nichts vom Studieren weiß, und die niemals den Gebrauch der Schrift gehabt haben, kein schlechtes Wort, kein uneigentlicher Ausdruck, keine fehlerhafte Wortfügung einschleicht, und daß sogar die Kinder selbst, in dem gemeinen Reden, alle Reinigkeit ihrer Sprache beybehalten."

    |P_24
    £{Hol-338,04-05}
    /"In Norden und überall, wo die algonquinische Sprache herrschet, kömmt die Würde eines Oberhauptes auf die Wahl an."

    |P_25
    £{Hol-338,05-07}
    /"Die Weiber haben bey allen Völkern von der huronischen Sprache die vornehmste Gewalt [...]. Die Mannspersonen aber lassen den Weibespersonen nur den Schatten davon; und selten eröffnen sie ihnen eine Sache von Wichtigkeit, obgleich alles in ihrem Namen geschieht, und die Häupter nur ihre Verweser sind."

    |P_26
    £{Hol-338,08}
    /"Die Völkerschaft in Canada, welche daselbst seit zweyhundert Jahren den ersten Rang zu haben scheint, ist die iroquesische."
    £{Hol-338,09-10}
    /"Man merket an, der größte Fehler dieser Regierungsart sey, daß sie niemals ein peinliches Halsgericht gehabt haben."

    |P_27
    £{Hol-338,13-15}
    /"Die gemeinste Gewohnheit ist, daß man zur Schadloshaltung der Anverwandten des Todten die Stelle desselben durch einen Kriegesgefangenen ersetzet. Wird dieser Gefangene angenommen: so tritt er in alle Gerechtsamen desjenigen, an dessen Stelle er kömmt."

    |P_27-28
    £{Hol-338,15-17} / £{Hol-338,10-13}
    /"Man nennet einige verhaßte Verbrechen, die auf der Stelle mit dem Tode bestrafet werden, wenigstens unter vielen Völkerschaften; dergleichen sind die Hexereyen. Diejenigen, welche dieserwegen in Verdacht kommen, sind nirgend sicher. Man läßt sie so gar eine Art von peinlicher Frage ausstehen, damit sie ihre Mitgenossen entdecken sollen. Nach diesem werden sie zur Strafe der Kriegesgefangenen verdammet. Vorher aber bittet man ihre Familien um deren Einwilligung, die sich nicht weigern, solche abzuschlagen. Man machet diejenigen, die am wenigsten gethan haben, vorher todt, ehe man sie verbrennet. Diejenigen, welche ihre Familien durch eine Zaghaftigkeit verunehren, werden eben so bestrafet; und gemeiniglich richtet sie die Familie selbst. Bey den Huronen, die sehr geneigt zum Stehlen waren, und es mit vieler Geschicklichkeit thaten, ist es erlaubet, dem Diebe nicht allein alles abzunehmen, was er gestohlen hat, sondern auch alles, was man in seiner Hütte findet, so daß man ihn, seine Frau und Kinder ganz nackend lassen kann: ohne daß sie den geringsten Widerstand thun dürfen."

    |P_28
    £{Hol-338,17-20}
    /"Haben Wilde, die keine bessere Gesetze haben, auch wohl eine Religion? [...] Nichts ist gewisser, nach dem Berichte der Missionarien, und zugleich auch dunkler, als der Begriff, den sie von einem obersten Wesen haben [...]. Fast alle algonquinische Völkerschaften haben dem obersten Geiste den Namen des großen Hasen gegeben [...]. Andere reden von einem Gotte des Wassers, der sich den Absichten des großen Hasen widersetzete, oder sich wenigstens weigerte, solchen beförderlich zu seyn. Diesen Gott nennen sie den großen Tiger."

    |P_29
    £{Hol-338,22-339,01} / £{Hol-339R,01-02}
    In der huronischen Sprache nennet man sie [die bösen Geister] Okkisik, und in der algonquinischen Manitue.

    |P_32
    £{Hol-338,20-21}
    /Nichts kömmt ihrer Ausschweifung und ihrem Aberglauben in allem demjenigen bey, was die Träume betrifft [...]. Die Sache ist noch weit ernsthafter, wenn es jemanden einfällt, zu träumen, er schlage einen andern todt; denn er schlägt ihn wirklich todt, wenn er kann.

    |P_33
    Man weis nicht, ob die Religion jemals mit einem Feste etwas zu thun gehabt hat, welches die meisten von diesen Wilden das Träumefest nennen, und andere weit besser in ihrer Sprache die Umkehrung des Gehirnes genannt haben. Es ist eine Art von Bacchanalien, welches ordentlicher Weise vierzehen Tage dauert, und zu Ende des Winters gefeyert wird. Alle Einfälle der Thorheit sind alsdann erlaubet.


    |P_35-47: Der iii. Abschnitt: Von dem Ehestande und Hauswesen der Wilden

    |P_40
    £{Hol-339,22-340,04}
    /"Die Aeltern bemühen sich, [den Kindern] gewisse Grundsätze der Ehre beyzubringen, die in jeder Völkerschaft eingeführet sind; und dieß ist die einzige Erziehung, die sie ihnen geben [...]. Zuweilen brauchet man Bitten und Ermahnungen, um sie von ihren Fehlern zu bessern, niemals aber Drohungen oder Züchtigungen, nach dem Grundsatze, es habe kein Mensch das Recht, einen andern zu zwingen [...]. Die schärfste Bestrafung welche die Wilden zur Verbesserung ihrer Kinder anwenden, ist, daß sie ihnen ein wenig Wasser ins Gesicht gießen; und die Kinder sind darüber sehr empfindlich" [vgl. ebenda S. 39]


    |P_47-68: Der iv. Abschnitt: Von dem Kriege und Frieden der Wilden

    |P_48
    Wenn man einen Bundesgenossen mit in seinen Streit ziehen will: so schicket man ihm eine Porcellaine, das ist, eine große Muschelschaale i), um ihn einzuladen, Blut, oder nach den eingeführten Redensarten, Brühe von dem Feindesfleisch zu trinken.

    £{Hol-339,02}
    /"Die Begierde, die Todten wieder durch Gefangene zu ersetzen, oder ihre Schatten zu besänftigen, der Eigensinn einer Privatperson, ein Traum und anderer Vorwand machen oftmals, daß ein Haufen Abentheurer in dem Krieg zieht, die den Tag vorher an nichts weniger gedacht haben."
    ---------
    £{Kae-437,07}
    Note i) Diese Muschelschaalen, welche vornehmlich an den Küsten von Neuengland und Virginien gefunden werden, sind hohlkehlicht, länglich, ein wenig spitzig und ohne Ohren, man machet kleine cylindrische [p_49] Körner daraus, die man durchbohret und anreihet, um dasjenige daraus zu machen, was man Zweige und Halsbänder von Porcelalleine nennet, derer Gebrauch man an einem andern Ort sehen wird.

    |P_54-55
    £{Hol-339,03-05}
    /"Der Angriff geschieht gemeiniglich mit anbrechendem Tage, zu einer Zeit, wo man vermuthet, daß der Feind im tiefsten Schlafe liege; und man liegt die ganze Nacht auf dem Bauche, ohne die Stelle zu verändern. Die Annäherung geschieht in eben der Stellung und man kriecht auf Händen und Füßen bis auf einen Flintenschuß weit fort. Alsdann stehen sie alle auf. Das Haupt giebt die Losung, worauf der ganze Haufen mit entsetzlichem Geheule antwortet. Zu gleicher Zeit schießt er zum erstenmale los; und damit er dem Feinde keine Zeit lasse, sich zu erholen, so fällt er ihn mit dem Kopfschläger [vgl. A. H. XVII 52] in der Faust an. Seit einiger Zeit haben diese Wilden für die hölzernen Klopfschläger kleine Aexte genommen, denen man eben den Namen giebt, und die Gefechte werden dadurch blutiger [...]. Alle Berichte machen uns eine fürchterliche Abbildung von einem mit Gewalt bezwungenen Lager. Die grausame Wildheit der Sieger und die Verzweifelung der Besiegten, welche wissen, was für eine Begegnung sie zu gewarten haben, wenn sie ihren Feinden in die Hände fallen, machen, daß beyde so kämpfen, daß man bey der bloßen Erzählung davon zittert und bebet."

    |P_55
    £{Hol-339,03-05}
    /[Die Wilden] "rücken nicht in freyem Felde zusammen und fechten da, außer wenn sie es nicht Umgang haben können. Man giebt zur Ursache an, daß sie das für keinen Sieg rechnen, wo der Ueberwinder sein Blut vergossen hat, und daß der vornehmste Ruhm des Oberhauptes darinnen besteht, wenn er seine Soldaten ohne Wunden und unvermindert wieder zurückführen kann [...]. Ihre Kriege, saget der P. Charlevoix, werden fast allezeit durch Ueberfallungen geführet. So sehr man die Vorsichtigkeit verabsäumet, die sie sichern könnte, so viel wendet man auch Geschicklichkeit und Sorgfalt an, sie zu überfallen."
    £{Hol-337,21-338,01}
    /"Sie haben eine Gabe, die dem natürlichen Triebe beykömmt, um zu wissen, ob man an einem Orte gegangen ist. Auf dem kürzesten Grase, auf der härtesten Erde, auf den Steinen so gar, entdecken sie gewisse Spuhren, und aus den geringsten Figuren, aus ihrem Abstande unterscheiden sie nicht allein die Fußtapfen der Männer von der Weiber ihren, sondern auch der verschiedenen Nationen."

    |P_58-62
    £{Hol-339,06-16} [ Nicht die Quelle ]
    [es fehlet dort nur der Zug des Kannibalismus, über den Kant jedoch in verschiedenen Reisebeschreibungen Berichte finden konnte. Hierauf bezügliche Quellenangaben aus älterer Zeit bringen W. Robertson in seiner Geschichte von Amerika (übersetzt von J. Fr. Schiller) 1777 I 418-9 und de Pauw in seinen Recherches philosophiques sur les Américains 1770 I 207 ff. Vgl. ferner J. Hübners Vollständige Geographie 4. Aufl. 1743 II 752, wo es von den Wilden in Canada heißt: "Die Gefangenen martern sie erst abscheulich, sie binden sie an vier Pfähle, daß sie sich nicht regen können, sie schneiden ihnen Stücke Fleisch aus dem Leibe, sie durchstechen sie mit glühendem Eisen, [...] sie schneiden ihnen Riemen aus dem Leibe, [...] und wenn sie noch nicht sterben, so müssen sie noch erst durch die Spießruten laufen, und endlich fressen sie dieselben bis auf die Knochen."]

    |P_63
    £{Hol-339,19-22}
    Man hat von den Bündnissen geredet, die des Krieges wegen gemacht werden. Obgleich das Calumet ebenfalls dazu dienet: so ist doch dessen Gebrauch viel gemeiner bey den Friedensverhandlungen, vornehmlich bey den südlichen und westlichen Völkerschaften. Es wird für ein Geschenk der Sonne gehalten. Eigentlich ist es eine Tobakspfeife, deren Röhre sehr lang ist, und deren Kopf die Gestalt unserer alten Streithämmer hat. Dieses Kopf ist gewöhnlich von einer Art röthlichem Marmor gemacht, der sich leicht verarbeiten läßt, und in dem Lande der Ajouer häufig gefunden wird. Die Röhre ist von leichtem Holze, bunt gemalte, und mit den Köpfen, Schwänzen und Federn der schönsten Vögel gezieret.


    |P_68-78: Der v. Abschnitt: Von den Leichenbegängnissen, Tänzen und Spielen der Wilden


    |P_79-91: Der vi. Abschnitt: Von den Jagden der Wilden und ihrer Fischerey


    |P_92-94: Der vii. Abschnitt: Allgemeine Beobachtungen über das Leben der Wilden

    |P_93
    £{He8-66} / £{Ak, V: 204,33} / £{an-par, p. 46}
    Sie sind glücklich, erstlich weil sie es glauben; zum andern weil sie das kostbarste Geschenk unter allen natürlichen Geschenken ruhig genießen, endlich weil sie die falschen Güter nicht kennen und auch nicht einmal verlangen, die in Europa in so hohem Ansehen stehen, daß man sie für die wahren einkaufet, und ihrer so wenig genießt. Ein unstreitiger Beweis, daß sie wahre Philosophen sind, ist, daß der Anblick unserer Bequemlichkeiten, unserer Reichthümer, und unserer Pracht sie wenig berühret haben. Einige Iroquesen, welche im 1666 Jahre eine Reise nach Paris thaten, und die man nicht allein in dieser großen Stadt, sondern auch in allen königlichen Häusern herumführete, bewunderten daselbst nichts. Sie würden ihre Dörfer der Hauptstadt des mächtigsten Königreiches in Europa vorgezogen haben, wenn sie nicht daselbst Garküchen gesehen hätten, die ihnen am besten gefielen, weil sie solche stets mit allerhand Speisen versehen fanden.
    £{Hol-340,04-07}
    /"Eine Menge Franzosen haben so, wie [die Indianer], gelebet und sich so wohl dabey befunden, daß viele, ob sie gleich sehr bequem in der Colonie zu leben gehabt, sich doch nicht haben entschließen können, wieder dahin zu kehren. Hingegen hat man nicht ein einziges Beyspiel, daß ein Wilder sich nach unserer Lebensart gewöhnen können."


    |P_94-219 Das XV Capitel. Reisen gegen Nordwest und Nordost zur Entdeckung einer Fahrt nach Ostindien

    |P_94
    £{Hol-340,08-12}
    /"In dem nordlichen Teile des festen Landes von Amerika befinden sich Völkerschaften, die man Plattköpfe nennet; weil sie in der That eine sehr flache Stirne und einen etwas länglichen Oberkopf haben. Diese Bildung ist kein Werk der Natur. Man meldet uns, daß die Mütter solche den Kindern geben, sobald sie auf die Welt kommen, indem sie denselben zween Klumpen Thon, oder von einer andern schweren Materie, auf die Stirne und hinten auf den Kopf legen, und solche immer nach und nach ein wenig mehr zusammen ziehen, bis der Hirnschädel die Gestalt angenommen hat, die sie ihm geben wollen [...]. Dagegen suchen einige Stämme von den Algonquinen, die man Kugelköpfe nennet, die Schönheit in der Rundung des Kopfes; und die Mütter sorgen auch dafür, daß sie ihren Kindern diese Gestalt geben." [vgl. ebenda S.17]

    |P_141-143
    /Ueber Heemskerk
    £{Hol-343,14-17}

    |P_156ff. Der V Abschnitt. Reisen der Dänen und Spanier zur Entdeckung einer Fahrt durch Norden.
    Johann Munks Reise. D'Aquilars Reise, Reise des Admirals de Fonte. Anmerkungen über dessen Bericht davon.

    |P_156/7 Eingebundene δ_Karte Nr. 4}
    Zusammengezogene Karte von den nordlichen Theilen der Erdkugel, zwischen Asia und America, Bellin 1758
    [Mitten darauf der Vermerk:] In diesem Theile haben einige Erdbeschreiber vorgegebenen Entdeckungen des Admirales Fuente gesetzet: allein ich habe den Bericht davon gar zu verdaechtig und nicht genau genug gefunden, als dass ich ihn brauchen können.

    |P_ 159
    [Hinweis auf de l'Isle: Nouvelle Carte des Descouvertes ... (Paris 1753); greift den Bericht eines 'de Fonte' und seine 1640 ausgeführte Fahrt wieder auf. ==> eine schiffbare Verbindung in Nordamerika zwischen den Großen Seen und dem Pazifik]

    |P_172ff Der VII Abschnitt: Reisen der Russen nach Norden. Beerings erste Reise; dessen zweyte Reise. Spanbergs Fahrt. Tschirikows Reise.
    |P_172
    £{Hol-344,16-19}
    /[berichtet Wood von "Neu-Zembla"]: "Das Wasser des Meeres bey dem Eise und dem Lande ist das salzigste, das schwerste, und das hellste in der Welt. Man sieht auf achtzig Faden Wasser, welche vier hundert und achtzig Fuß ausmachen, vollkommen den Grund und das Schalenwerk." [Vgl. ebenda S. 217.]

    |P_186-223 Der IX Abschnitt. Reise des Herrn Heinrich Ellis

    |P_193
    £{Hol-344,05-08}
    [Südwestlich von Grönland] : so mußten sie darauf durch eine ungeheure Menge Flößholz hindurch fahren. Dies waren große Stücke, die man für Zimmerholz würde gehalten haben. Weil sie sich nun auf allen Seiten zeigeten: so ließen sie den Agenten von der Commite die Ursache eines so sonderbaren Anblickes aufsuchen. Alle Berichte, saget er, die man von Grönland, von den Küsten der Straße Davis und der Hudsonbay hat, welche zwar in verschiedenen Puncten einander sehr entgegen sind, stimmen doch alle darinnen überein, daß sie uns versichern, es wachse kein dergleichen Holz in allen diesen Ländern. Hieraus muß man schließen, es möge nun herkommen, woher es wolle, so sey es doch nicht von den nur erst genannten Orten. Einige vermuthen, es komme von den norwegischen Küsten her, und andere lassen es von der morgenländischen Küste des Landes Labrador herkommen. Ellis aber verwirft diese beyden Meynungen. Auf der einen Seite würden die Nordwestwinde, welche in diesen Gegenden am meisten wehen, verhindern, daß es nicht von Norwegen hierher kommen könne; und auf der andern Seite würden die gewaltigen Ströme, welche aus Davis und Hudsons Straßen kommen, und gegen Norden streichen, es unterwegens aufhalten, und ihm niemals erlauben, von der americanischen Küste in diese Meere zu kommen. Egedens Erklärung, welcher viele Jahre in der dänischen Colonie zugebracht hat, kömmt dem englischen Reisenden viel wahrscheinlicher vor. Egede hatte auf der ostlichen Küste [Grönlands] in ein und sechzig Grad der Breite, Birken, Rüstern und andere Arten von Bäumen, achtzehn Fuß hoch und so dick wie ein Schenkel, gesehen. Er hatte beobachtet, daß in Norwegen, wie in Grönland, die Ostküste viel wärmer ist, als die Westküste; und daß folglich die Bäume daselbst viel leichter wachsen und viel dicker werden. Dieses bewegte einen, zu glauben, daß dies Flößholz von Grönland kömmt.
    £{Hol-344,09-11}
    /"Den 5ten des Heumonates fingen die Engländer von beyden Schiffen an, diejenigen Eisberge zu entdecken, die man zu allen Zeiten nahe bey der Hudsonsstraße antrifft. Sie sind von einer so ungeheuern Größe, daß man ihnen hier funfzehn bis achtzehnhundert Fuß Dicke zuschreibt."

    |P_194
    [Die Berge sind] "mit dünnerm Eise viele Meilen weit umgeben [...].
    Das dünnere Eis, welches die Straßen und Bayen fast ganz anfüllet, und außer denselben das Meer längst der Küste auf viele Meilen weit bedecket, ist vier bis zehn Faden dicke." [...]
    £{Hol-344,11-13}
    "Da diese Gebirge viel tiefer im Wasser sind, als sie über der Fläche des Meeres in die Höhe stehen: so kann die Stärke des Windes nicht viel Kraft haben, sie zu bewegen; wenn er gleich neun Monate lang des Jahres aus Nordwest bläst, und sie also gegen eine viel wärmere Himmelsgegend zutreibt. Ihre Bewegung ist so langsam, daß ganze Jahrhunderte dazu gehören, um fünf oder sechshundert Meilen gegen Süden zu thun. Sie können also nicht eher aufgehen und zerschmelzen, als wenn sie zwischen fünfzig und achtzig [lies: vierzig; vg. Ellis a. a. O. S. 135] Grad der Breite kommen, wo sie sich nach und nach ein wenig erheben, indem sie leichter werden, so wie die Sonne denjenigen Theil verzehret und ausdünsten läßt, welcher ihren Stralen ausgesetzet ist."

    |P_198
    £{Hol-336,12-13}
    /"Die Schiffleute fingen zu Ende des Christmonates an, mancherley Vorrath aus den beyden Schiffen zu holen, den sie zu Anfange des Winters wenig gebrauchet hatten. Sie bedieneten sich, um solchen auf kleinen Schlitten fortzubringen, der Hunde des Landes, die unsern großen Bauernhunden ziemlich ähnlich sind, aber niemals bellen, sondern nur gnurren, wenn man sie böse machet."

    |P_201
    £{Hol-336,10-11}
    /"Alles, was man also von dieser Leute Gemüthsart in den französischen Reisebeschreibungen und auch in einigen von den unserigen liest, stimmet mit dem Zeugnisse nicht überein, welches wir ihrer Leutseligkeit zu geben verbunden sind. Wir bewunderten ihre Geschicklichkeit nicht weniger [...]. Man würde Mühe haben, sich vorzustellen, mit was für Geschicklichkeit sie Materialien bearbeiten können, die zu diesem Gebrauche so wenig geschickt sind."
    £{Hol-336,10-11}
    [Adickes: Ellis nennt sie] /"weit geschickter, gesprächiger und gesitteter" [als die Eskimos, die er an der Hudsons-Straße kennen lernte. Vgl. H. Ellis: Reise nach Hudsons Meerbusen (in der Göttinger "Sammlung neuer und merkwürdiger Reisen zu Wasser und zu Lande" Th.II) 1750 S. 255 ff., wo die Bezeichnung "leutselig" zweimal von diesen Eskimos gebraucht wird.]
    £{Hol-336,13-14}
    /"Wenn sie sich zum Fischen in das Meer begeben: so nehmen sie eine Blase voller Thran mit sich, wovon sie ruckweise mit eben so vielem Vergnügen trinken, als unsere Seeleute Branntewein trinken. Wir haben zuweilen gesehen, nachdem sie ihre Blase ausgeleeret hatten, daß sie solche mit Wollust zwischen ihre Lippen durchzogen."

    |P_207
    £{Hol-336,14-15}
    /"Wir bemerketen mit Erstaunen, daß so wie wir von dem Fort York weiter gegen Norden rücketen, alles [auch die Esquimaux] an Größe abnahm. Die Bäume selbst wurden endlich nichts, als Stauden."
    £{Hol-337,05-06}
    /"Endlich über sieben und sechzig Grad der Breite hinaus sahen wir keine Spuren mehr von Menschen."


    £{Hol-344,19-21}
    ####Treibholz in der Hudson str. ???

    |P_213
    £{Hol-340,12}
    Man giebt über dieses vor, es stimmeten diese Beobachtungen mit den verschiedenen Zeugnissen der südlichen Esquimaux vollkommen überein, welche alle zusammen einmüthig in den englischen Comptoren versichern, es sey nicht weit von ihrem Lande gegen Untergang der Sonnen ein großes Meer, auf welchem sie Schiffe mit Menschen gesehen, welche einen langen Bart und große Mützen tragen.


    |P_220-404 Das XVI Capitel. Naturgeschichte von Nordamerica


    |P_221
    £{Hol-337,09}
    /"Wenn der Himmel heiter ist: so bläst von Westen ein Wind, der einem das Gesicht zerschneidet."
    [vgl. ebenda S. 322, XVI: S. 708]

    |P_253
    £{Hol-341,09f.} / £{Hol-234R} [anders!]
    Man ist dem P. Laffitau verbunden, daß er zuerst den Ginseng o) aus Canada gebracht hat. Die Iroquesen, welche ihm solchen bekannt macheten, nennen sie Garent-Onguen, welches Wort, wie man saget, von Orenta, welche die Schenkel und Beine bedeutet, und von Oguen, welches abgesonderte Dinge heißt, gemacht seyn soll; wobey man anmerket, daß sich diese Erklärung auf das chinesische Wort beziehe, welches nach den Uebersetzern Menschenschenkel heißt. Der Ginseng wird an vielen Orten in Canada gefunden, welche fast unter eben den Parallelen sind wie Corea, woher der beste Ginseng aus China kömmt. Man versichert uns, daß die Chinesen eben die Kräfte daran erkennen, und daß man sie in Canada alle Tage prüfet, wie in China.
    -----------
    /o) Er hat sie Aureliam Canadensis genannt. Ihre Kräfte werden in einem Briefe des P. Jartour, eines Jesuitenmissionars in China in X Bande der erbaulichen und merkwürdigen Briefe, und in einer kleinen gedruckten Nachricht des. P. Laffitau erklärt.

    |P_274-275
    £{Hol-344,13-16}
    /"Alles, was man von Spitzbergen kennet, ist steinicht, und voller hohen Berge oder Klippen. An dem Fuße der natürlichen Berge, deren Abhänge mit Schnee bedecket sind, sieht man die Eisberge, die sich so hoch, als die andern, erheben. Martens beobachtete deren sieben zwischen den hohen Steinklippen alle in einer Reihe. Sie schienen, saget er, schön blau von Farbe zu seyn, wie das andere Eis: sie waren aber voller Ritzen und Löcher. Sie werden von dem herunterlaufenden Regen- und Schneewasser also löchericht und zerschmelzet, auch von dem sprützenden Schnee also ausgearbeitet, wie das andere Eis, das hin und her im Meere treibt. Sie nehmen jährlich zu an der Größe, von dem geschmolzenen Schnee von den Klippen, und dem Regen, der darauf fällt. Man hält diese sieben Eisberge für die höchsten im Lande, und sie sind auch wirklich sehr hoch. Unten ist der Schnee finster von dem Schatten der Wolken, wie Martens meynet, und zierlich mit blauen Ritzen vorn an den abgebrochenen Eisbergen versehen. An der Mitte des Berges schweben Nebelwolken. Höher, als die untersten derselben, ist der Schnee ganz licht [...]. An dem Magdalenenhafen liegen die Felsen in die Runde wie ein halber Zirkel. Auf beyden Seiten neben einander stehen zween hohe Berge, die in der Mitten hohl sind, als wenn sie ausgegraben wären, wie eine Brustwehre, oben mit vielen Spitzen und Ritzen wie Zinnen. Unten inwendig des Berges steht ein Eisberg, der bis an die Spitze desselben reicht, und wie ein Baum mit vielen Aesten aussieht."

    |P_281
    £{Hol-343,18-20}
    /"Der Eisvogel, welcher seinen Namen ebenfalls von seinem beständigen Aufenthalte auf dem Eise führet, hat ein so schönes Gefieder, welches in der Sonne wie Gold scheint, daß einem die Augen ganz davon blind werden."

    |P_283-284
    £{Hol-343,20-21}
    /"Der Namen des Kutge Gehf ist einer schönen Art Möwen von ihrem Geschreye beygeleget worden [...]. Er nähret sich vom Wallfischspecke, und wird von einem andern Vogel gejaget, welcher nicht von ihm läßt, bis daß er seinen Unrath von sich gibt, den solcher begierig frißt: daher er auch den Namen des Struntjägers bekommen hat [...]. Man hat schon die seltene Neigung des Struntjägers angeführet, wovon er seinen Namen hat [...]. Er ist ein wenig größer, als die Möwe Kutyegehf [!], nach deren Drecke er so lüstern ist. Sie fliegen mit einander gleich geschwind, und haben keinen Scheu vor einander. Wenn ihn aber nach ihrem Auswurfe gelüstet: so jaget er sie, daß solche heftig schreyet. Er ängstiget sie in der Luft auch so lange, bis sie solchen fallen läßt, den er denn gar artig auffängt, ehe er noch auf das Wasser fällt. Man hält dafür, daß er solchen gleichsam als ein Getränk beliebe, weil er dünn ist; indem er sich sonst auch von dem Specke des Wallfisches nähret."

    |P_287-298
    £{Hol-343,21-24}
    ###

    |P_304
    £{Hol-174,03-06}
    Der Springbrunner Rotzfisch, wie er beym Martens heißt, [...]. Dieses Thier mag etwan acht Loth wiegen. Es zergeht gleich den vorigen in den Händen, wie Schleim; und Martens hat nicht gemerket, daß sie auf der Haut brennen. In dem spanischen Meere sieht man viele Arten von solchen Rotzfischen, die man unter dem Namen Meernesseln begreift.

    |P_305-331 Das XVII Capitel. Regnards Reise nach Lappland

    |P_311
    £{Hol-343,24-25}
    /"Die Lappen sind den andern Menschen nicht sehr ähnlich. Die Länge des allergrößten ist nicht über drey kurze Ellen. Sie haben einen dicken Kopf, ein breites und flaches Gesicht, eine eingedrückete Nase, kleine Augen, einen breiten Mund, einen dicken Bart, der ihnen bis auf die Brust hinunter hängt. Ihre Gliedmaßen sind der Kleine ihres Körpers gemäß; die Beine sind dünn, die Arme lang, und diese ganze kleine Maschine scheint sich durch Federn zu bewegen."

    |P_325-326
    £{Hol-343,27-29}
    Was man in dem Rauchhandel klein Grauwerk (Petit-gris) nennet, ist das, was man sonst Eichhörnchen nennet. Anstatt der rothbraunen Farbe, aber, die ihnen in Lappland, wie bey uns, natürlich ist, machen der Winter und Schnee, daß sie ein sehr schönes Grau annehmen, welches weit heller und feiner wird, so wie sie weiter gegen Norden entfernet sind.


    |P_331-378 Das XVIII Capitel. Reise des Herrn von Maupertuis und des Abtes Outhier.

    I. Abschnitt: Beschreibung ihrer Reisen und Verrichtungen in Lappland (331-371)

    |P_348-349
    £{Hol-343,29-344,02}
    [/Der Abt Outhier berichtet, daß man sich der Pferde] "nur im Winter bedienet, da man sie an die Schlitten spannet, entweder zur Reise, oder Futter und Holz zu führen. Denn in der schönen Jahreszeit brauchet man die Fahrzeuge dazu. Im Maymonate früher oder später, nachdem der Winter anhält, gehen die Pferde von dem Hause ihrer Herren sogleich ab, sobald nur das Eis aufgegangen ist, und begeben sich in gewisse Gegenden der Wälder, wo es scheint, daß sie sich zu versammeln bestellet haben. Sie bilden verschiedene Haufen, die sich niemals mit einander vermengen und nie von einander absondern. Ein jeder nimmt das Gebieth ein, welches ihm vor alters ist angewiesen worden, hält sich darinnen auf, und kömmt nie auf der andern ihres. Wenn es ihnen an Weide fehlet: so brechen sie auf und werden sich mit eben der Ordnung in andere Gegenden begeben. Diese Policey ist so wohl eingerichtet und ihr Marsch beständig so einförmig, daß die Herren allezeit wissen, wo sie solche finden sollen, es sey nun entweder zu ihrem eigenem Gebrauche, oder daß sie auf Erinnern des Gifwergole, welcher der Postmeister ist, verbunden sind, solche in den Gehölzen zu holen und zum Dienste herzugeben, nach welchem sie auch von sich selbst wieder zu ihren Gefährten zurückkehren. Wird die Jahreszeit verdrießlich, wie sie im Herbstmonate zu seyn anfing: so verlassen sie ihre Weiden, kommen truppweise wieder und begeben sich jedes in seinen Stall."

    |P_354 [Note N]
    Wir wollen hier einige bey dem Abte Outhier hin und wieder eingestreute Anmerkungen zusammen nehmen. Die Finnen, saget er, bauen das Feld nur mit Spaden und Grabscheiten. Schon den 9ten des Herbstmonates hatte man zu Pello Rocken, der sehr schön aus der Erde gekommen war. Den 2ten des Weinmonates, da das Land sehr gefroren war, führete man die Pferde in diesen Rocken auf die Weide. Die Gewohnheit ist, daß man die Gerste auf das früheste zu Ende des Maymonates, und gemeiniglich in dem Brachmonate säet. Sie wird im Anfange des Augustes mit dem Rocken zugleich reif, und man schneidet sie alsdann. Die Gerste hat runde Aehren, und giebt ein Brodt von sehr gutem Geschmacke.

    |P_357 (Note]
    Von Torneå an, wenn man den Fluß hianuf geht, haben die Bauern eine Art von Pavillon, den sie Cotta nennen, der viel erhabener, als das übrige Haus, und oben breiter, als unten ist, worauf sie eine Wetterfahne auf der Spitze einer langen Stange stecken. Ein jedes Haus hat seinen Brunnen dicht bey dem Fenster des Cotta, wodurch man das Wasser in Kessel laufen läßt, um es warm zu machen. Im Winter läßt man den Schnee darinnen schmelzen, um das Vieh zu tränken.

    II. Abschnitt: Reise des Herrn von Maupertuis nach dem Denkmaale zu Windso in dem nordlichen Lapplande (372-378)

    |P_378
    "Herr von Maupertuis giebt die Abbildung und Gestalt der Lappen, wobey er den Reisenden vorwirft, daß sie viele Fabeln vorgebracht, und vornehmlich sie gar zu klein gemacht hätten; denn er gesteht, daß man ihre Häßlichkeit nicht zu groß vorstellen könne [...]. Obgleich ihre Größe viel kleiner ist, als anderer Menschen ihre: so ist sie doch nicht von der Beschaffenheit, daß man Pigmäen aus ihnen machen darf. In der großen Zahl Lappländer und Lappländerinnen, die er gesehen hat, maaß er eine Frau, die ihm von fünf und zwanzig bis dreyßig Jahren alt zu sein schien, und welche ein Kind in einer Birkenrinde trug. Sie schien ihm von einem wohlproportionirlichen Wuchse zu seyn, nach dem Begriffe, den er sich von den Verhältnissen ihrer Leibesgestalt gemacht hatte. Sie war vier Fuß, zween Zoll und fünf Linien lang. Sie war eine von den kleinesten, die er gesehen hatte, ohne daß ihre Kleine ungestalt war, oder in dem Lande außerordentlich zu seyn schien. Er erkläret es, woher der Irrthum wegen der Kleine der Lappen und der Dicke ihrer Köpfe gekommen seyn mag: nämlich weil schon in der ersten Jugend die Kinder ungestalte Züge, und zuweilen das Ansehen kleiner Greise haben; und weil sie sehr frühzeitig anfangen, die Pulkae zu führen, das ist, sich mit eben den Arbeiten zu beschäfftigen, womit sich ihre Väter beschäfftigen."
    ---------
    £{Hol-343,25-27} / £{Hol-343R,01-06}
    [/Eine Anmerkung fügt zu der letztzitierten Stelle hinzu:] "Ein nahe an Lappland liegendes Land hat ein viel größeres Wunder in einer ganz entgegen gesetzten Art hervorgebracht. Der Riese, den man 1735 zu Paris gesehen hat, war in einem nicht weit von Torneä gelegenen Dorfe geboren worden. Die Akademie der Wissenschaften hat ihn gemessen, und man fand seine Höhe sechs Fuß, acht Zoll und acht Linien."


    |P_379-726: Das VII Buch. Reisen und Niederlassungen auf den Antillen.

    Das Das I Capitel. Niederlassung der Franzosen in der Insel Hispaniola oder St. Domingo, welches zum Schlusse des V Buches im XIII Bande dienen kann.
    Der I Abschnitt. Alter Zustand der Insel und ihrer Niederlassungen.

    |P_381
    £{Hol-342,04-06}
    Die meisten von diesen neuen Ankömmlingen waren Normannen. Man gab ihnen den Namen Bucanier; weil sie sich vereinigten, das Fleisch von denen Ochsen, die sie erleget hatten, nach Art der Wilden, zu bucaniren. Dieses Wort, welches man indianischen Ursprunges zu seyn glaubet, heißt kochen, oder vielmehr räuchern, im Rauche trocknen, und die Oerter, wo solches geschieht, heißen Bucane. Man hat die Bedeutung sehr weit ausgedehnet; denn man saget, einen Bucan machen für das Fleisch bucaniren; und das bucanirte Fleisch wird Bucan genannt. In dieser Zeit und ohne Zweifel bey dieser Gelegenheit nahm man in Frankreich die Gewohnheit an, daß man der Insel Hispaniola den Namen St. Domingue gab, den nur ihre Hauptstadt führete. [...] Die meisten Bucanier, die wenig Lust hatten, Rothwildprät zu jagen, legeten sich auf Seeräuberey; und es schien ihnen alles, was sie bekommen konnten, ohne Unterschied der Partey, eine gute Beute zu seyn. Außer denen zu St. Domingo hatte sich ein Haufen Engländer mit einigen untermengten Franzosen der kleinen Schildkröten-Insel bemächtiget. Der Nutzen vereinigte sie; und gleich in eben dem Jahre fingen sie an, sich unter dem Namen Freybeuter, Friboutiers, woraus man nachher Flibustier gemacht, berühmt zu machen.

    |P_382
    Als man zu St. Christoph das, was an der Küste San Domingo vorgieng, vernommen hatte: so giengen viele Einwohner von beyden Colonien hinüber nach der Schildkröteninsel, in der Hoffnung eines gewissern Gewinstes, entweder wegen des leichten Handels mit den Fremden oder durch die Räubereyen der Flibustier. [...] Die neue Colonie bestund also aus viererley Arten von Einwohnern: nämlich Bucaniern, deren Beschäftigung die Jagd war, Flibustiern, welche die Meere durchstrichen, Colonisten, welche das Feld baueten, und angenommenen Leuten, wovon die meisten bey den Colonisten und Bucaniern blieben. Aus diesem Mischmasche bildete sich der Körper, dem man den Namen der Abentheurer gab. Sie lebeten unter sich in großer Einigkeit, und ihre Regierungsform war eine Art von Demokratie. Eine jede freye Person hatte eine despotische Gewalt in ihrem Hause.


    |P_406-448: Der II Abschnitt. Itziger Zustand der Insel St. Domingo

    |P_425
    £{Hol-342,08-10}
    /"Man fängt [in St. Domingo] eine Menge wilder Pferde in den Holzwegen, die nach den Savannen und Flüssen führen, mit Schlingen von Stricken oder Bindweiden [...]. Wenn sie in einen Fluß gehen, so wiehern sie, und stampfen mit den Füßen im Wasser, wobey sie sich überall mit einer Art von Furcht umsehen. Man hält dafür, die Natur habe ihnen diesen Trieb gegeben, um die Kaymane zu erschrecken, oder sie zu nöthigen, daß sie einige Bewegung machen, welche sie zu entdecken dienet, und den Pferden Zeit geben kann, ihnen durch die Flucht zu entgehen. Die wilden Hunde und die Jagdhunde haben eben diesen natürlichen Trieb. Sie stehen an den Ufern der Flüsse still, die bellen aus allen ihren Kräften, und wenn sie sehen, daß sich etwas beweget, so enthalten sie sich des Saufens, und laufen lieber von ihren Herren, als daß sie sich in Gefahr begeben, aufgefressen zu werden [...]. Was man hier wilde Hunde nennet, ist eine sonderbare Art, die ohne Zweifel, wie zu Buenos Aires und an andern Orten von einigen Haushunden hergekommen, welche die Jäger in den Wäldern gelassen haben."

    |P_425-426
    ###

    |P_434-435
    £{Hol-342,10-11}
    ###

    |P_435-436
    £{Hol-342,11-15}
    /"Die Geistreichsten [sc. Neger], welche die am Senegal sind, sollen erzählen, [ihr] Unglück käme von der Sünde ihres ersten Vaters, den sie Tam nennen. [...] Die Negercreolen, von welcher Nation sie auch ihren ersten Ursprung herleiten, haben von ihren Vätern nur die Farbe und den Geist der Knechtschaft an sich. Gleichwohl besitzen sie ein wenig mehr Neigung zur Freyheit, ob sie gleich in der Sklaverey geboren werden. Sie sind auch viel geistreicher, viel vernünftiger, viel geschickter, aber viel fauler, viel großsprecherischer, viel lüderlicher, als die, welche aus Africa kommen [...]. Man hat zu St. Domingo Negern von Monomotapa und der Insel Madagascar gesehen: ihre Herren aber haben wenig Vortheil von ihnen gehabt. Die erstern kommen bald um, und die andern sind fast nicht zu bändigen. Was den Witz anbetrifft, so ist solcher bey allen Negern von Guinea sehr eingeschränket. Viele sind gleichsam so dumm, daß sie nicht über drey zählen, noch jemals das Vaterunser in ihren Kopf bringen können [...]. Auf der andern Seite räumet man durchgehends ein, daß sie in Sachen, die ihnen sehr am Herzen liegen, sehr fein und sehr verständig sind; [...] daß sie sich zu verstellen wissen, und daß der dümmste Neger ein unergründliches Geheimnis für seinen Herrn ist, da er ihn hingegen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit ausforschet."
    [Vgl. ebenda S. 438, 444-5.]

    |P_441
    Bolis ###

    |P_443
    £{Hol-342,15-16} / £{He8-72}
    /"Bey ihren Schmausereien haben die aradaer Negern allezeit einen gebratenen Hund und würden glauben, daß sie sehr schlecht schmauseten, wenn ihnen dieses Stück abginge [...]. Es kömmt aber dem P. Labat am erstaunlichsten vor, daß die Hunde auf der Insel diejenigen anbellen, die sie essen und verfolgen, vornehmlich wenn sie von diesen Schmausereyen kommen. Man bekömmt von denen Tagen, da man einen Hund bey einem Arada brät, durch das Geschrey aller dieser Thiere Nachricht, welche zusammenlaufen und um die Hütte herum heulen, als wenn sie den Tod ihres Gefährten beklagen oder rächen wollten."

    |P_446
    £{Hol-342,16-18}
    /"Eine gewisse Hoheit der Seele und Unerschrockenheit [läßt die Neger] den Schmerz, die Gefährlichkeiten und den Tod selbst verachten [...]. Dieser natürlichen Verachtung des Todes schreibt man ihre Tapferkeit zu. Man hat schon angemerket, daß die von Mina oft in eine trübe Schwermuth fallen, welche sie antreibt, sich freywillig das Leben zu nehmen. Sie hängen sich auf oder schneiden sich die Kehle ab, der geringsten Ursache wegen, und oftmals nur um ihren Herren Verdruß zu machen."

    |P_446-448
    £{Hol-342,18-19}
    ###


    |P_448-###: Das II Capitel. Reisen und Niederlassungen auf den Inseln des nordlichen America in dem Nordmeere.

    |P_449: Der I Abschnitt: Von den Reisen nach den Antillen und den Niederlassungen daselbst überhaupt.

    |P_449
    £{Hol-342,19-21} / £{Hes-251,26}
    /[Die Antillen sind] gegenwärtig von sechs verschiedenen Nationen bevölkert: nähmlich den Caraiben, als den ursprünglichen Einwohnern des Landes, den Spaniern, Franzosen, Engländern, Holländern und Dänen. Diese allgemeine Vorstellung leitet uns anfänglich ihre besondern Namen nebst ihrer wirklichen ihren anzuführen. Die Caraiben besitzen allein Dominique, St. Vincent und Beke oder Bekia, welche ein Theil von den Inseln über dem Winde ausmachen.

    |P_475: Der III Abschnitt: Ursprung, Gemüthsart und Gebräuche der Caraiben.

    |P_475
    £{Hol-342,21} / £{Hol-128,15-18}
    /Die Caraiben "sind gemeiniglich von einem hohen Wuchse und wohlgebauet. Man sieht keinen ungestalteten."

    |P_476
    £{Hol-342,21}
    "Die ordentliche Größe der Caraiben, saget ein französischer Reisebeschreiber z), ist über der mittelmäßigen."
    --------
    z) Labat am ang. Orte II Th. a. d. 72 u. f. S.

    |P_476
    £{Hol-342,21-23}
    /"So gar seit ihrem Umgange mit den Europäern gehen beyde Geschlechter ganz nackend, und haben den Leib roth gemalet." [Ebenda:] "Sie malen sich auch täglich mit Rocu." [Ebenda:] "Sie stechen sich viele Löcher in die Lippen, worinnen sie kleine Knöchelchen tragen. Ihre Naselöcher, die sie auch durchbohren, sind mit kleinen Glaskügelchen oder bunten Steinchen gezieret."
    £{Hol-342,23-24} / £{Hes-099,23} / £{Hes-252,10} / £{Kae-380,01} / £{Doe-094',18}
    /"Die Stirne scheint ein wenig außerordentlich zu seyn, weil sie sehr platt und gleichsam eingedrücket ist; sie bringen aber diese Gestalt nicht mit auf die Welt. Ihre Gewohnheit ist, daß sie den Kopf der Kinder solche durch ein kleines Brett annehmen lassen, welches sie hinten stark binden, und so lange daran lassen, bis die Stirne fest geworden; und sie bleibt dergestalt platt, daß die Caraiben ohne den Kopf zu erhöhen, fast schnurgerade über sich sehen."

    |P_477
    £{Hol-342,31-343,01}
    "Sie sind gut: man muß sich aber in Acht nehmen, daß man sie nicht beleidiget, weil sie die Rache übermäßig weit treiben."

    |P_477
    £{Hol-342,24-25}
    /"Ihre Gesichtsbildung scheint melancholisch zu seyn."

    |P_478
    £{Hol-342,25-27}
    /"Das Caracoli ist zugleich der Namen der Sache und der Materie, woraus sie gemacht ist. Es ist ein Metall, welches, wie man saget, von Terrafirma kommen soll, und welches man für eine Vermischung von Silber, Kupfer und Golde hält. Es scheint gewiß zu seyn, daß es seine Farbe weder in der Erde noch im Wasser jemals verliert [...]. Die französischen und englischen Goldschmiede haben oftmals versuchet es nachzumachen, und ein gewisses Verhältnis in ihrer Zusammensetzung beobachtet [...]. Sie haben aus dieser Zusammensetzung Ringe, Schnallen, Stockknöpfe und andere Sachen gemacht, die aber an Schönheit dem Caracoli der Wilden lange nicht gleich kommen, welches man für vergoldetes Silber mit etwas flammendem in seinem Glanze halten sollte. Die Sachen, die sie daraus verfertigen, sind halbe Monde von verschiedener Größe, nachdem sie solche brauchen wollen. Sie tragen an jedem Ohre einen, welcher gemeiniglich mit einer kleinen Hakenkette angemacht ist; und der Abstand des einen Hornes von dem andern ist ungefähr anderthalb Zoll [...]. Sie tragen einen andern von gleicher Größe an der Scheidewand der beyden Nasenlöcher, von da er über den Mund hängt. Die untere Lippe ist unten auch durchbohret und trägt ein viertes Caracoli, welches um ein Drittheil größer ist, als die vorigen; und wovon die Hälfte über das Kinn geht. Endlich so haben sie noch ein fünftes mit einer Oeffnung von sechs Zoll, welches mit einer kleinen Schnur um den Hals fest ist, und ihnen auf die Brust fällt."

    |P_479
    £{Hol-342,24-25}
    /"Sie sind von Natur nachdenkend und schwermüthig: sie befleißen sich aber, munter und lustig zu scheinen."
    £{Hol-342,27-28}
    /"Sie leiden es ungern, wenn man sie Cannibalen heißt, ob sie gleich niemals die Gewohnheit verlassen haben, das Fleisch ihrer Feinde zu essen [...]. Sie können sich eben so wenig zu ihrem [sc. ihrer Sieger] Geize gewöhnen. Es ist bey einem Caraiben stets eine neue Ursache zur Verwunderung und er kann es nicht begreifen, wenn er das Gold dem Glase oder Cristalle vorziehen sieht."

    |P_482
    £{Hol-342,29}
    /"Sie bedienen sich niemals Salz; nicht als wenn es ihnen daran fehlete, weil sie in allen Inseln natürliche Salzgruben haben, woraus sie sich damit versehen könnten; sondern es ist nicht nach ihrem Geschmacke."

    |P_486
    £{Hol-342,29-30}
    /"Die Caraiben, beobachtet der P. du Tertre, sind überaus träge und grillenfängerisch. Es ist fast unmöglich, den geringsten Dienst von ihnen zu haben. Man brauchet beständige Nachsicht bey ihnen. Sie können nicht leiden, daß man ihnen befiehlt; und was für einen Fehler sie auch begehen mögen, so muß man sich wohl in Acht nehmen, daß man sie nicht deswegen schilt, oder auch nur scheel ansieht. Ihr Stolz ist in diesem Stücke nicht zu begreifen; und daher kömmt das Sprichwort, einen Caraiben ansehen, heißt ihn schlagen, ihn schlagen, heißt ihn umbringen oder sich der Gefahr aussetzen, umgebracht zu werden. Sie thun nur, was sie wollen, wenn sie wollen und wie sie wollen."

    |P_487
    £{Hol-342,30-31}
    /"Alles, was man versuchet hat, sie zu unterrichten und zum Christenthume zu bringen, ist fast ohne Wirkung geblieben."

    |P_487
    £{Hol-342,31-343,01}
    /"Es gibt kein Volk in beyden Indien, welches [die Rache] weiter treibt."

    |P_488
    £{Hol-342,31-343,01}
    "Sie wissen von keiner Versöhnung und es denkt niemand unter ihnen daran, sich zum Mittler anzubiethen." [Vgl. ebenda S. 480.]

    |P_489
    £{Hol-343,01-02}
    /"Wenn man Cacique werden will: so muß man sich vielmals im Kriege hervorgethan haben; man muß alle seine Mitwerber im Laufen und Schwimmen übertroffen, man muß schwerere Lasten, als sie, getragen, und vornehmlich mehr Geduld bezeuget haben, verschiedene Arten von Beschwerlichkeiten auszustehen."

    |P_489
    £{Hol-343,03-04}
    /"Die Waffen der Caraiben sind Bogen, Pfeile, eine Keule, die sie Bouton, oder Knopf, nennen, und das Messer, welches sie an dem Gürtel tragen, oder viel öfterer in der Hand haben. Ihre Freude ist ungemein, wenn sie sich eine Flinte anschaffen können. So gut sie aber auch seyn mag, so machen sie solche doch bald zunichte, entweder, daß sie solche überladen und dadurch zersprengen, oder auch daß sie das Korn oder die Schrauben oder sonst etwas davon verlieren; denn, da sie sehr schwermüthig und sehr müßig sind, so bringen sie ganze Tage in ihren Hamacken damit zu, daß sie solche auseinander nehmen, und wieder zusammen schrauben. Ueber dieses vergessen sie oftmals, wo die Stücken hingehören; und in ihrem Unwillen darüber werfen sie das Gewehr weg, woran sie nicht weiter denken, wie auch nicht wie viel es ihnen gekostet hat."

    |P_490
    "Ihre Pfeile bestehen aus dem Stengel, welchen die Schilfröhre treiben, wenn sie blühen wollen. Sie sind ungefähr vierehalb Fuß lang, die Spitze mit darunter begriffen, welche einen abgesonderten Theil machet, der aber eingefuget und mit einem baumwollenen Faden stark gebunden ist. Diese fürchterliche Spitze ist von grünem Holze, sieben bis acht Zoll lang, und mit dem Schilfrohre von gleicher Dicke, an dem Orte, wo sie sich zusammenfügen, worauf sie unvermerkt abnimmt bis an das Ende, welches sehr spitz ist. Sie ist in kleine Scharten zerhacket, welche Stacheln bilden, aber auf solche Art geschnitten sind, daß sie den Pfeil nicht hindern, in den Leib zu gehen, aber nicht erlauben, ihn wieder herauszuziehen, ohne die Wunde viel größer zu machen. Obgleich dieses Holz von Natur sehr hart ist: so stecken es doch die Caraiben, um es noch härter zu machen, in heiße Asche, welche die Feuchtigkeit, die noch darinnen stecken möchte, nach und nach herauszieht und seine Luftlöcher vollends verstopfet [...]. Es geschieht selten, daß die Caraiben ihre Pfeile mit Federn schmücken: allein, eben so selten geschieht es auch, daß die, deren sie sich im Kriege bedienen, nicht vergiftet seyn sollten. Ihre Art ist ungekünstelt. Sie machen nur eine Spalte in die Rinde des Mancenillenbaumes und stecken die Spitze dahinein, die sie so lange darinnen lassen, bis sie die dicke und schleimichte Milch dieses Baumes eingesogen hat."


    |P_513: Der V Abschnitt: Reisen nach Guadeloupe.

    |P_515
    £{He8-23?}
    /Ob gleich die ganze Küste der Insel so gesund ist, daß man weder Bänke, noch für die Schiffahrt gefährliche Klippen daselbst weis, so findet man doch an vielen Orten dasjenige, was man Moutons nennet, das ist, Oerter, wo die Wellen, welche an das Ufer geschlagen, bey ihrer Rückkher diejenigen antreffen, die ihnen folgen, und mit solcher Stärke auf einander stoßen, daß sie sich zuweilen eine Pique hoch erheben; welches die Barken und Canote in eine große Gefahr setzen kann. Du Tertre that ausdrücklich eine Fahrt um die Insel, um eine sorgfältige Untersuchung derselben anzustellen, welches ihm Gelegenheit gab, mit eben der Genauigkeit die Rheeden und Ankerplätze zu erkennen.

    |P_522: Heißes Seewasser [ nach Labat / Sc. Vulkanisch - W_St]


    |P_676
    £{Hol-342,20} / £{Hes-251,26}
    St. Vincent und Dominique oder Domingo, die einzigen von den Antillen, welche noch in der Caraiben Gewalt geblieben, liegen die erste in dreyzehn und die andere in funfzehn Grad Norderbreite.

    |P_678ff.
    £{Hol-342,04-06}
    ##

    |P_700
    £{Hol-202,22-203,06}
    ## Cacao

    |P_708-710
    £{Hol-334,25-335,02} [Nicht die Quelle]
    Beschreibung des Manioc
    Der Manioc ist eine Staude, deren Rinde grau, roth oder violett ist, nach den verschiedenen Arten des Holzes, welches sie bedecket; bey allen Arten aber sehr dünn. [...] Wenn man dafür hält, daß die Wurzeln den gehörigen Grad der Vollkommenheit haben, so zieht man sie aus der Erde, so man sie brauchet; [...]. Darauf bedient man sich einer kupfernen Reibe, um sie zu Mehle zu machen, welches wie grobe Sägespäne aussieht und nach der Presse getragen wird, damit der Saft herausgedrückt werde. Dieser Saft wird für ein tödliches Gift nicht allein für Menschen, sondern auch für Thiere, angesehen, welche die Wurzeln fressen, bevor sie ausgedrücket worden. Dü_Tertre schreibt diese schlimme Eigenschaft seiner übermäßig vielen Substanz zu. Labat glaubet, besser gegründet zu seyn, wenn er die Bösartigkeit in der übermäßigen Kälte bestehen läßt, welche fähig ist, den Umlauf des Geblütes zu hemmen, und die Lebensgeister zu betäuben. Indessen haben doch die Thiere, welche sich nach und nach zum Manioc gewöhnen, keine Beschwernisse davon, sondern werden sogar fett. Die Wilden, welche solchen in alle ihre Brühen thun, empfinden auch keine übele Wirkungen davon, weil sie niemals anders, als gekocht, davon essen.

    |P_Vacat
    £{Hol-339,06-16} [Kannibalismus / Martern]


  17. __AHR-18_(1764)_

    [Nachtrag: Sept. 2016]

    [Java / Molucken / Siam / Camboja / Golconda / Mogule / Indien / Caffee / Celebes / Borneo / Anson / Vespuci / Quiros / Südländer / Eismeer / Riesen in den Südländern ? / Malabar.


    |P_131:
    /£{Hes-196,06} /
    Constance, der ein Grieche von Geburt war, und von dem Sohne eines Gastwirths in einem kleinen Dorfe, das Custode heißt, und auf der Insel Cephalonien liegt, es so weit gebracht hatte, daß er das Königreich Siam unumschränkt regierete, hatte sich zu diesem Posten nicht erheben und darinnen erhalten können, ohne die Eifersucht und den Haß aller Mandarinen und des Volkes selbst wider sich zu erwecken. [bis S. 161: u. a. Schilderung seines Werdegangs, der politischen Absichten und seines Verhaltens im aktuellen (1685-1687) Geschehen.]

    |P_170-184: Bericht von denen 1688 in Siam vorgefallenen Reichsveränderungen.

    |P_174
    /£{Hes-196,06}
    Constance wurde, [...] auf die Mauern des Pallastes geführet. [...] Er hat daselbst verschiedene Male die Marter auf verschiedene Art ausgestanden, [...] Man zog alle mögliche Nachrichten, welche die Fremden betrafen, von ihm ein, und hieb ihn darauf in Stücken. Sein Haus wurde geplündert, / und seine Frau nebst seinen Anverwandten gemartert, um sein ganzes Vermögen zu erfahren.

    |P_198

    Dieses Königreich [Laos] bringt eine große Menge Benzoin, dessen Art viel vollkommener ist, als an allen andern morgenländischen Orten.

    |P_199
    Comboja oder Camboye, welches einige auch Cembodia, Camboje, Camboge nennen, wird gegen Norden von dem Königreiche Laos, gegen Osten von den Königreichen Cochinchina und Chiampa, gegen Mittag und Abend von dem Meere in den Staaten des Königes von Siam begränzet. Es bildet gleichsam ein großes Thal [...].

    |P_322-337: Zustand der Franzosen in Indien bis 1755

    |P_336: Was Pondichery anbetrifft, so haben sich die Einkünfte niemals über zwanzig oder fünf und zwanzig tausend Pagoden oder 200.000 Livres belaufen. Und jedermann weiß, was die Unterhaltung dieses Hauptorts für entsetzliche Kosten von allen Arten erfordert.

    |P_347-351 [Perlenfischerei an der Koromandelküste; kein Hinweis auf Notwendigkeit, Taucher am Feuer zu wärmen. ]

    |P_381-386: Neue und nähere Beschreibung über den Bau des Caffees

    |P_386-390: Zusatz zu der Entdeckung der Palaos oder neuen philippinischen Inseln

    |P_386
    /£{Hes-216,20}
    [...] und man glaubet, die Karte, welche dabey ist, hier noch hinzu setzen zu müssen; weil der Herausgeber der erbaulichen Briefe zur Kenntniß der Größe, der Weite und der Lage dieser neuen Inseln dahin weist. Alles dieses, saget er, ist auf der Karte angemerket, da das Auge mit einem einzigen Blicke mehr entdecken wird, als man in einer langen Beschreibung erklären könnte. Diese Karte ist wegen ihrer Verfertigung merkwürdig. Die Insulaner haben sie selbst gemacht; man bath die geschicktesten unter ihnen, sie möchten so viele kleine Steinchen auf einen Tisch legen, als in ihrem Lande Inseln wären, und den Namen, den Umfang und die Weite so gut sie könnten, dadurch ausdrücken. Aus diesem Legen ist die Zeichnung der Karte entstanden, deren sich einige Erdbeschreiber bedienet haben.
    [Ein 1710 von Jesuiten unternommener Versuch, die Inseln zu finden, scheitert.]

    |P_425
    Bezoar [ Nicht die Quelle]


  18. __AHR-19_(1769)_
    [ Allgemeine Historie / Bd. 19 (1769)
    ----------------
    Marburger Exzerpt: 2000
    -----------------
    vers-1: 10. Mai 2002 / Nachtrag: Sept. 2016 / August 2017]


    • Island: 1-63
    • Jan Mayen:
    • Gmelin (Sibirien): 71-477
    • Russen: Lena bis Kamtschatka: 473-501
    • Ostjaken: 502-513
    • De Lisle: Sibirien: 514-

    |P_5
    Man urtheilet also wohl, daß Herr Horrebow unser vornehmster Führer bey der Beschreibung gewesen, welche hier folgen wird. Man hat aber Sorge getragen, alles dasjenige beyzufügen, was in des Herrn Andersons Nachrichten nicht ist getadelt worden. Diese beyden zusammen gegossenen Werke geben also die genaueste, die vollständigste und neueste Kenntniß von Island, die man bisher gehabt hat, ohne daß man es verabsäumt hat, alles dasjenige zu sammlen, was man sicheres und wichtiges in denen verschiedenen Schriftstellern hat finden können, die man angeführet hat.

    |P_24
    [...] so wollen wir nur den isländischen Falken kenntlich machen, welcher den Ruhm hat, daß er unter allen europäischen Falken der tapferste und geschickteste zur Jagd sey.

    [Nichts zu Kaehler p. 196f. Hekla / Europa / Amerika // 04.08.2017]


  19. __AHR-20_(1771)_

    • Grönland: 001-240
      - Nach Cranz / Egede
    • Kamtschatka und Inseln: 241-379
    • Auszüge Eismeer (Pazifik): 380-438
    • Auszug Chape d'Auteroche (Sibirien): 439-505
    • Lappland: 506-629

    P_1f.
    /£{Kae-196,15?}
    Wenn dieses Land keine Insel zwischen Europa und / America ist, so endiget sich doch wenigstens das eine daselbst und das andere fängt an, wofern nicht Asien diesen dürren Theil der Erdkugel zueignet. Dem sey, wie ihm wolle, Grönland gehöret zu unserer Halbkugel: die Natur aber verschließt daselbst gleichsam durch die Strenge der Himmelsgegend die Gemeinschaft, welche sie zwischen den beyden Welten eröffnet hatte. Hängen sie durch das feste Land an einander? Sind sie nicht durch eine kleine Straße abgesondert? Man weis es jetzt nicht.

    P_17: nach Cranz zum Treibholz: es kommt von Osten (sc. Sibirien).
    [Kae 127ff.]

    065- : Buch III. Von den Einwohnern in Grönland


    S. 77: Das kleine oder das Mannsboot heißt Kajak; ist nur drey Klafter lang, vorn und hinten spitzig, wie ein Weberschiff, in der Mitte nicht anderthalb Schuh breit und kaum einen Schuh hoch.


    283-288: Buch I. IX. Cap.: Von den Vögeln

    P_285: Fang von Gänsen in Kamtschatka


  20. __AHR-21_(1774)_

    Alphabet. Verzeichnis der Literatur / P. 107-120

    Geographisches Verzeichnis / P. 121-266

    Allgemeines Register der merkwürdigen Sachen / P. 267-


    Bernacles: oo
    Blackfisch: oo
    Kermes / Cermes: oo
    Mosquitos: oo
    Scalp / Skalp: oo


Datum: 15.10.2008 / 04.03.2009 / ... / 12.03.2018 / ... / 21.11.2019 /
26.11.2020 / 31.03.2021 / ... / 27.01.2022 / ... / 01.06.2022