Knopf: Bibliothek Herodot: Historien, ed. Haussig (1971) Knopf

Ms Holstein (1757 / 1759)

Hol#071: Letztlich reflektieren die neuzeitlichen Berichte und Darstellungen meist die sachlich einschlägigen Kapitel im zweiten, Ägypten gewidmeten Buch der ›Historien‹ von Herodot; zur Nilschwemme Kap. 10-31.

Hol#094: (II, Kap. 5): »Mir schien dieser Bericht über das Land ganz richtig. Denn es ist klar und der Verständige sieht es, ohne daß man es ihm sagt, daß die Gebiete Ägyptens, die von den Hellenen besucht werden, neugewonnen und ein Geschenk des Stromes sind. Ja auch noch drei Tagereisen stromaufwärts von dem See steht es mit dem Lande nicht anders, obwohl man mir von diesen Gebieten nichts dergleichen sagte.«.

Hol#270: (II, 68): »Es [sc. das Krokodil] ist das einzige Tier, das keine Zunge hat, auch nicht die untere Kinnlade bewegt, sondern allein unter allen Tieren die obere Kinnlade nach unten bewegt.«

Hol#785: Die Beschreibung von drei unterschiedlich aufwendigen Verfahren zur Präparation der Mumien geht auf eine antike Vorlage zurück: Herodot ›Historien‹ (II, 86-88)

Hol#793: Im Hintergrund: Herodot, ›Historien‹ (II, 75): »Es geht die Sage, im Frühling kämen geflügelte Schlangen [sc. Heuschrecken] aus Arabien nach Ägypten geflogen; ihnen entgegen aber kämen Ibisse [...] und ließen die Schlangen nicht ins Land, sondern töteten sie.«

Hol#804: (III, 18): »Von diesem Tisch der Sonne wird folgendes erzählt. Vor dem Tore der Stadt soll eine Wiese liegen, die voll gebratenen Fleisches aller Tierarten ist. Nachts legen die Bürger, die gerade die Regierung führen, in aller Heimlichkeit das Fleisch auf die Wiese, und Tags kommt dann, wer da will, und ißt. Das Volk glaubt, daß das Fleisch aus der Erde wächst. So lautet die Sage von diesem sogenannten Tisch der Sonne.«


Ms Herder 8° (1763/64)

p. 12: Kanal zwischen dem Roten Meer und dem Nil (Mittelmeer).
(II, 158): Psammetichos hatte einen Sohn Nekos, der folgte ihm auf dem Thron Ägyptens. Er begann mit der Anlegung jenes Kanals in das Rote Meer, den der spätere König Dareios weiterführte. Der Kanal ist vier Tagesfahrten lang und wurde so weit gegraben, daß zwei Dreiruderer nebeneinander ihn befahren können. Er geht aus dem Nil, etwas oberhalb von der Stadt Bubastis, fließt an der arabischen Stadt Patumos vorüber und mündet in das Rote Meer

p. 31: Möris-See
(II, 149): So gewaltig aber dieses Labyrinth ist, noch größeres Staunen erweckt der sogenannte Moirissee, an dessen Ufer das Labyrinth errichtet ist. Dieser Moirissee hat einen Umfang von dreitausendsechshundert Stadien, nämlich von sechzig Schoinoi, was ebensoviel ist wie die Länge der ganzen ägyptischen Küste. Er zieht sich von Norden nach Süden und ist an der tiefsten Stelle fünfzig Klafter tief. Das er ein Werk menschlicher Hände und künstlich gegraben ist, sieht man deutlich. [...] Das Wasser in dem See quillt nicht aus dem Boden hervor, denn die Gegend dort ist sehr wasserarm. Es wird durch Kanäle aus dem Nil hergeleitet. Sechs Monate strömt es in den See hinein, sechs Monate wieder hinaus in den Nil.

p. 45 [Pharus eine Tagesreise entfernt]

p. 71 (Schlaraffenland)
(III, 18): wie Hol#804.


Ms Hesse (1770)

p. 28 [Heer des Kambyses]
(III,26): »Bis nach Ammon jedenfalls sind sie nicht gekommen, aber heimgekommen sind sie auch nicht. [...] Von Oasis aus seien sie durch die Sandwüste gen Ammon weitergezogen. Auf der Mitte zwischen Oasis und Ammon habe sich, während sie gerade das Frühstück einnahmen, ein gewaltiger Sturm erhoben, der das ganze Heer unter den aufgewühlten Sandmassen begrub.«

p. 50 [Getöse der Nilfälle]
Nicht gefunden.

p. 108 [Fettschwanzschafe]
(III.113): »Zwei merkwürdige Arten Schafe. Die eine hat lange Schwänze, mindestens drei Ellen lang. Ließe man zu, daß das Schaf den Schwanz nachzieht, so würde es ihn an der Erde wund reiben. Alle Hirten aber verstehen sich so weit auf das Zimmerhandwerk, daß sie kleine Wagen zimmern und sie unter die Schwänze binden. Jedes Tier hat einen solchen Wagen unter seinem Schwanz. Die andre Art hat breite Schwänze, die wohl eine Elle breit sind.«


Ms Kaehler (1775)

p. 319 [Pharus eine Tagesreise entfernt] ⇒ Herder p. 45

p. 390 [Fettschwanzschafe] ⇒ Hesse p. 108


Ms Messina (1776 ?)

p. 65 [Unsterbliches Volk]
VII,211: Als Ersatz rückten die Perser an, jene Truppe, die der König 'die Unsterblichen' nannte und deren Führer Hydarnes war.
[sehr fraglich: eine Elitetruppe der Perser]

p. 65 [Zelte] / [Wie Ak, II: 437,14]
IV,23: Jeder wohnt unter einem Baum, den er im Winter mit dichtem weißen Filz umhüllt. Im Sommer fehlt diese Hülle. Kein Volk tut diesen Kahlköpfen etwas zu leide: sie gelten für heilig, haben keinerlei Kriegswaffen. [...] Der Name dieses Volkes ist Argippaier.


Ms Dönhoff (1782 ?)

p. 63 [Pharus eine Tagesreise entfernt] ⇒ Herder p. 45

f. 104 [Fettschwanzschafe] ⇒ Hesse p. 108


Ms Volckmann (1784 ?)

p. 72 [Zelte] ⇒ Messina p. 45


Ms Dohna (1792 ?)

p. 126 [Fettschwanzschafe] ⇒ Hesse p. 108


Datum: 27.03.2009 / 28.08.2011 / 27.07.2016 / 18.12.2020 / 15.03.2022 / 13.06.2022