Knopf:UB Derham (1741) Knopf

Derham, William; Fabricius, Johann Albert (Üb); Rollin, Charles/ (Co):
Physico Theologie, Oder Natur-Leitung zu Gott, Durch aufmercksame Betrachtung der Erd-Kugel, und der darauf sich befindenden Creaturen, Zum augenscheinlichen Beweiß Daß ein Gott, und derselbige ein Allgütigstes, Allweises, Allmächtiges Wesen sey. [...] Neue Auflage [8°, xcvi, 1072 S.]
(Hamburg: Brand 1741)
Exemplar: <1a> Lf 59 // <30> 8°, P 3.35 // <24> Theol. oct. 3874
Hinweis: Enthält auch eine Übersetzung von Charles Rollin: Physique des enfans; Kinder-Physica (S. IX-XLIV) d. i. Auszug aus ›De la maniere d'enseigner & étudier les belles lettres‹, 4 Bde. (Paris 1726-1728)
Ak, II: 160,14
Herder 8°: p. 8, 29, 59 / Herder (Mnz), p. 161, 169, 193'.
Mes-118 / Doh-073

Vorrede [incl. Rollin, S. ix-xliv]
S. lviii-xcvi: Inhalt
[1-6] Summarische Anleitung

[1065-1072] Register


S. 26-38 (1. Buch, 2. Cap.: Von dem Winde)
S. 28 Anm.:
/£{Doe-052,07} /
Doch die größten Veränderungen in der Balance der Atmosphäre kommen wohl von der Hitze und von der Kälte her. Es erhellet dieses aus dem[!] allgemeinen sogenandten Tradewinds, oder Winden, die das ganze Jahr zwischen dem Tropico Cancri und Capricorni, vom Morgen gegen Abend ringstum die Erde herum wehen.
S. 34ff.: Ich könte insonderheit von den so genannten Tradewinds oder den Winden reden, die Jahr aus Jahr / ein anhalten, und an gewissen Orten beständig wehen, und theils General- und Hauptwinde, auf der offenbaren See, theils aber an der Seeküste zu spühren sind. Ingleichen von den kleinen kühlen Winden, welche Landwerts von der See / oder vom Lande gegen die See zu wehen und blasen.
Jene, die Haupt-Tradewinds, dienen darzu den Schiffer oder Seemann auf weiten Reisen von Osten nach Westen: und diese, die Tradewinds an der Küste, von einem Orte zum andern zu führen: [...].

S. 44 Anm.:
£[Doh-72}
Ich würde nicht fertig werden, wenn ich nun die Blut- und andere Wunderregen alle erzehlen sollte, die wir in den Geschichtsbüchern und bey andern Scribenten öffters, als was übernatürliches und bedeutendes, angemercket finden, da sie doch, wenn man es genau untersuchet, bloß von natürlichen Ursachen herrühren; ich will dem Leser zu Gefallen nur ein Paar Exempel anführen. Man bildete sich einstens in Franckreich ein, es regnete Blut, [...]. Als aber Peirescius, der sich damahls in der Nachbarschaft befand, die Sache genau untersuchte, fand er, daß solches nur rothe Tropffen waren, die von einer gewissen Art Papillons oder Schmetterlingen herkamen, die zu der Zeit in grosser Menge herumflogen; Und solches schlosse er daraus, weil er selber sahe, daß sie dergleichen Tropffen fallen liessen.


S. 92-104 (2. Buch, 5. Cap.: Die Eintheilung des Wasser und des Landes)
£{He8-29}
S. 99 (Anm. 6): Daß, die Quellen ihren Ursprung aus dem Meere haben und nicht vom Regen oder Dünsten, das schliesse ich unter anderen vielen andern starcken Gründen auch daraus, daß verschieden starcke Quellen nicht abnehmen noch versiegen, sondern Jahr aus Jahr ein, einmahl so viel wie das andere Wasser geben und in sich halten.


S. 135: Circknitzer See: siehe PhTr Num. 191f


S. 222-272 (4. Buch, 3. Cap.: Vom Gehöre)
£{He8-15}
S. 260-261 (Anm.): [...] Verdünnung und Zusammendrückung der Lufft, welches David Froelichius bey dem Varenio bezeuget von den höchsten Spitzen der Carpathischen Gebürge nahe bey Kesemarckt in Ungarn. Seine Erzehlung lautet also: Ego mense Julio 1615 [...]. [Es folgt ab S. 262 eine deutsche Übersetzung der gesamten Passage, darin: ...], konnte ich nichts ansichtig werden, als eine dunckele Nacht, oder etwas blaues, wie die tieffe Lufft am Himmel bey gutem Wetter, so daß es mir vorkam, wenn ich von dem Berge herab fiele, ich würde nicht auf die Erde, sondern in den Himmel fallen. [...] Und als ich nicht weit von dem höchsten Gipfel war, und stille stand, so sahe ich, und merckte, daß an den Orten, da ich vorhero vermeinte mit Nebel umgeben zu seyn, dicke und weiße Wolcken sich bewegeten, über welche ich etliche Meilen hin und noch jenseit der Grafschaft Ezepuß sehen konnte.
S. 263 (Anm.): Auf diesem Gipfel [dem höchsten des Carpathischen Gebirges] habe ich eine Büchse loß geschossen: das gab in der erste keinen grösseren Schall von sich, als wenn ich ein Stückgen Holtz oder einen dünnen Stab zerbrochen hätte: aber eine Weile hernach entstund ein starckes und langes Getöse, davon die untern Theile des Berges, Thäler und Wälder, erfüllet worden.
[Auch zitiert bei Eberhard 1767, S. 678.]


S. 287-3__: (4. Buch, 7. Cap.: Von dem Athemholen)

S. 306ff. Anm.: [Nach Cheselden und anderen Ärzten ist das foramen ovale beim Embryo offen; in einigen Fällen schließe es sich nicht nach der Geburt; deswegen kein Ertrinken unter Wasser]



S. 475-___: (4. Buch, 15. Cap.: Von der Zeugung und Fortpflantzung der Thiere)

S. 475 Anm.: Die Generatio Spontanea, oder die Meynung, daß ohne Saamen von sich selber Thiere wachsen, ist eine Lehre, die nunmehro überall so durchgängig verworffen wird, daß ich mir nicht die Mühe nehmen will, selbige zu widerlegen. Es ist so klar, daß alle Thiere von Vater und Mutter, ja auch selbst die Gewächse und Kräuter, aus Saamen gezeuget werden, daß ich mich oft sehr habe wundern müssen über die Unachtsamkeit und Vorurtheile der alten Philosophen, daß sie sich die Aristotelische, oder vielmehr die Aegyptische Lehre de generatione aequivoca so leichtlich aufbürden lassen; daß, da sie zum Exempel Fliegen, Frösche und Läuse, von beyerley Geschlechten, und folglich auch wie dieselben generirten, Eyer legen, etc. vor Augen sahen, daß sie sich doch gleichwohl einbilden können, daß einige von diesen Creaturen von sich selbst wachsen, und zwar auf eine so abentheurliche Art, aus den Wolcken, wie sie denn insonderheit von den Fröschen glaubten, daß solche mit dem Platzregen herunter fielen.

[Folgt Zitat aus Ray: Es gibt jeweils eine natürliche Erklärung für dergleichen Phaenomene; ganz so wie in der Dohna-Nachschrift, p. 73.
S. 478 Anm.: Hinweis auf Harris, Lexicon technicum, vol. II, Stichwort Generation]


S. 737: ..., daß ihm [sc. dem Menschen] Gott selbst den Rang und den Vorzug in der animalischen Welt gegeben hat. 1. B. Mos. 1,26. Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sey: Und diese sollen herrschen über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh auf dem Felde, und über die ganze Erde: Ja über alles, was auf Erden kreucht.


Kap. 4: Von der Statur und Grösse des Menschlichen Leibes (786-794)


Datum: 27.02.2007 / .../ 03.06.2015 / 03.11.2017 / ... / 31.07.2021 / 19.01.2022 / 17.05.2022